Vordenker Porträt ELSÄSSER Filtertechnik
27.06.2022    Olivia Schlumm
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Zur Person

Frank und Luca Elsässer

Sind als Vater und Sohn seit 2021 die Doppelspitze vom Elsässer Filtertechnik, einem Vollsortimenter für Industriefilter und Berater für Filtrationslösungen

Was zählt zu den größten Stärken und was zu den Schwächen Ihres Unternehmens?

Frank und Luca Elsässer: Die größte Stärke ist sicherlich der Fakt, dass wir seit der Gründung vor über 40 Jahren ein familiengeführtes Unternehmen sind. Wir haben sehr flache Hierarchien, sind äußerst flexibel und können so auf Marktanforderungen sehr schnell reagieren.

Wir sind beschaffungsseitig im asiatischen Markt eher schwach aufgestellt. Aktuell kommt uns dies allerdings eher zugute, da wir in diesen unruhigen Zeiten keine Abhängigkeit von Asien und dadurch beispielsweise auch keine Lieferprobleme haben.

Was ist Ihr größtes Learning aus der Coronakrise?

Elsässer: Es hat sich wieder einmal bewiesen, dass antizyklischen Handeln zwar Mut bedarf, aber auch der richtige Weg ist. Wir haben in der Krise unser Lager weiter ausgebaut, statt es herunterzufahren. Wir haben investiert, statt Entscheidungen zurückzustellen. All das zahlt sich jetzt, bei deutlich anziehender Nachfrage, aus. Wichtig war und ist auch der Zusammenhalt im Unternehmen. Unsere Mitarbeiter stehen zu ELSÄSSER – und wir stehen zu ihnen.

Was sehen Sie die Zukunft der Arbeit? Gibt es eine Maßnahme, die Sie mit Stolz erfüllt?

Elsässer: Es gibt einen klaren Trend: Arbeit ist in der Regel nicht mehr an einen festen Ort gebunden. Dennoch können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch jederzeit ins Büro kommen – und viele machen das nun wieder gerne. Wir haben diesen Veränderungsprozess aktiv begleitet. Statt mit PC arbeiten wir mit dem Laptop, das mobile Telefon hat die Festnetzleitung im Büro ersetzt. Diese Transformation war nicht einfach, aber es war wichtig, rechtzeitig die Weichen richtig zu stellen. Wir können sagen, dass wir die Zufriedenheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhöht haben – und darauf sind wir wirklich stolz.

Wie hat sich Ihr Geschäft in den vergangenen drei Jahren entwickelt?

Elsässer: Wir haben in den vergangenen Jahren kontinuierliche Steigerungsraten sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis. Der Umsatz hat sich von 23,7 Millionen Euro im Jahr 2019 über 24,3 Millionen 2020 auf 30,5 Millionen im Geschäftsjahr 2021 entwickelt. Das Ergebnis stieg im selben Zeitraum von 2,3 Millionen Euro (2019) über 2,4 Millionen (2020) auf unser Rekordergebnis von 3,0 Millionen Euro im Jahr 2021.

Was ist Ihr Erfolgsrezept und was treibt das Wachstum der Firma voran?

Elsässer: Unser Erfolg fußt auf mehreren Komponenten. Am meisten entwickelt hat sich der Bereich E-Commerce. Mit dem Ausbau unseres Online-Shops haben wir eine wichtige Entscheidung zur richtigen Zeit getroffen. Dies in Verbindung mit unseren hervorragenden Außendienst-Mitarbeitern schafft eine enorme Akzeptanz bei unseren Kunden. Dahinter steht einerseits eine ausgefeilte Logistik: Wir haben eine hohe Verfügbarkeit, hohe Lagerkapazitäten und ein äußerst breites Produkt-Portfolio. Andererseits haben wir personalseitig das Glück, alle Positionen mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt zu haben, die hinsichtlich Know-how und Identifikation mit dem Unternehmen wirklich großartig sind.

Wie sieht Ihre Digitalisierungsstrategie aus?

Elsässer: Wir haben in den vergangenen Jahren enorm in die Digitalisierung investiert. Dies hat dazu geführt, dass Prozesse verschlankt und die Geschwindigkeit in der Abwicklung deutlich erhöht wurde. Wir haben die Effizienz maßgeblich gesteigert und Fehler in den Prozessen minimiert. Dies alles spiegelt sich in einer hohen Kundenzufriedenheit wider.

Welche Rolle spielt Service in Ihrem Unternehmen?

Elsässer: Service ist in unserem Business das A und O. Da ist einerseits der Kundenservice – unser Unternehmen ist den ganzen Tag von morgens bis abends erreichbar. In Punkto Logistik gilt außerdem: Heute bestellt – morgen geliefert. Dies ist nur aufgrund unserer Lagerkapazitäten sowie unseres breiten Portfolios möglich. Außerdem bieten wir einen One-Stop-Shop. Der Kunde erhält im Bereich Filtration alles aus einer Hand.

Was tun Sie, um den Service zu verbessern?

Elsässer: Wir legen größten Wert auf die Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Letztlich ist jede und jeder von ihnen ein Experte in seinem speziellen Bereich. Hier haben wir insbesondere in Punkto Digitalisierung sehr viel investiert. Zudem stellen wir kundenspezifische Lösungen zur Verfügung – auch eine Besonderheit im Markt.

Was ist eine konkrete Maßnahme, wie Ihr Unternehmen Service lebt?

Elsässer: Ein Beispiel sind spezielle Servicekits für OE-Kunden. Um kosteneffizient zu arbeiten, müssen lange Standzeiten von Maschinen vermieden werden. Deshalb helfen wir unseren Kunden dabei, die Wartung so schnell und komfortabel wie möglich zu erledigen. Durch die Zusammenstellung von Servicekits haben sie alle Ersatzteile, die sie brauchen, aus einer Hand. Wir übernehmen die Layoutgestaltung, kümmern uns um die Disposition, den Zukauf von Fremdteilen, das Lagern und die Konfektion.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung beim Service?

Elsässer: Unser Business hat sich in den vergangenen Jahren deutlich in den Online-Bereich verlagert. Durch digitale Schnittstellen haben wir Rechnung getragen und garantieren so eine optimale Kommunikation mit dem Kunden.

Was tun Sie, um eine Service-Kultur zu etablieren?

Elsässer: Wir leben seit vielen Jahren nach klaren Leitlinien. Die wichtigste: „Bei uns dreht sich alles um den Kunden“. Diese Firmenphilosophie wird von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern täglich gelebt. Außerdem wissen wir, was wir können – und versuchen außerdem, immer noch besser zu werden.

27.06.2022    Olivia Schlumm
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