Christian Sewing ist Vorstandschef der Deutschen Bank
08.03.2022    Kai Makus
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Der Krieg Russlands gegen die Ukraine könnte zu einem Risiko für die IT-Sicherheit der Deutschen Bank werden. Nach Informationen von DUP UNTERNEHMER lässt die Deutsche Bank ein Viertel der IT-Entwicklungsarbeit von Spezialisten in Russland leisten.

Nun sind Kunden in Sorge, dass zum Beispiel Konten oder Depots blockiert werden könnten und sie nicht mehr an ihr Geld gelangen könnten.

Kosten senken durch IT-Entwicklung in Russland

Mit den Informationen konfrontiert, betont Bank-Sprecher Sebastian Krämer-Bach, man habe die „operative Ausfallsicherheit gründlich getestet“ und sei „zuversichtlich, dass der tägliche Betrieb unseres Handelsgeschäfts nicht beeinträchtigt werden wird“.

Seit 2001 hat die Deutsche Bank IT-Entwicklungsarbeit an ihr russisches Technologiezentrum mit mehreren Standorten ausgelagert, um Kosten zu sparen. Bis zu 1.500 Spezialisten sollen dort für das Unternehmen tätig gewesen sein.

Allerdings wurde das Engagement bereits vor dem russischen Angriff auf die Ukraine erheblich reduziert; freie Mitarbeiter sollen gar nicht mehr beschäftigt werden. Offenbar hegte die Deutsche Bank schon vor Kriegsausbruch Bedenken. Sprecher Krämer-Bach hebt gegenüber DUP UNTERNEHMER hervor: „Wir bewahren keinen Code und keine Daten im russischen Technologiezentrum auf.“

Deutsche Bank unter Beobachtung

Wie nervös die Unternehmensführung um Vorstandschef Christian Sewing trotzdem ist, verdeutlicht, dass die Aufsichtsbehörden laut britischer „Financial Times“ das Thema höchst aufmerksam verfolgen und es deswegen bereits mehrfach mit der Deutschen Bank besprochen haben. Offiziell wollten sich allerdings weder die Europäische Zentralbank (EZB) noch die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dazu äußern.

08.03.2022    Kai Makus
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