digitale Geldanlage
26.02.2021    Arne Gottschalck

Start-up-Watchlist: Investify

Anlage 4.0: Mensch plus Maschine

Nur Menschen mit viel Geld können sich einen Vermögensverwalter leisten? Das stimmt längst nicht mehr. Unternehmen wie Investify haben die Wende eingeläutet. Dabei arbeiten sie inzwischen auch im Verborgenen.

Bücher? Werden heute meist online bestellt, die Pizza ebenso. Einfach weil es komfortabel ist. Immerhin erfolgt die Order vom Sofa zu Hause aus. Auch in Sachen Geldanlage funktioniert dieses Prinzip – dank Anbietern wie Investify. Geboten wird eine Vermögensverwaltung auf Basis von ETFs, weltweit gestreut. Und schon ab 500 Euro Einsatz geht es los.

Zwei Geschäftsmodelle im Haus

Die Stärken der Technologie nutzen, aber auch die menschliche Erfahrung – was so einfach klingt, ist bei Investify Kern der Unternehmensphilosophie und Teil eins des Ansatzes. „Unsere Prozesse sind vollständig automatisiert und deshalb effizient sowie kostengünstig“, sagt Harald Brock, einer von vier Investify-Geschäftsführern. „Dabei brauchen wir für eine gute Geldanlage trotz Digitalisierung weiterhin Menschen, die wissen, was sie tun.“ Während andere FinTechs oft ausschließlich auf Technologie setzen, um individuelle Portfolios zusammenzustellen, bringt Investify das Finanz-Know-how von Produktpartner Blackrock mit der hauseigenen Technologie zusammen.

Der Input kann aber auch vom Anleger selbst kommen: Investify bietet mehr als 20 Themeninvestments. Die Kunden können aus über 20 unterschiedlichen Ansätzen Akzente bei ihrer Geldanlage setzen, etwa Robotik. Die Einbindung ins Portfolio liegt dann bei Investify. 

In der Anlagepraxis bedeutet das: Der Anleger kann zu vergleichsweise schlanken Kosten von 0,8 Prozent pro Jahr ein breit gestreutes Portfolio zusammenstellen lassen, aber auch eigene Ideen einbringen.

Das ist nur der eine Teil des Ansatzes von Investify. Das Unternehmen ist darüber hinaus auch für andere Finanzhäuser aktiv. Es unterstützt sie zum Beispiel in Fragen der Regulatorik oder bietet sogenannte White-Label-Lösungen an. Das bedeutet, dass andere Unternehmen Investmentlösungen unter eigenem Namen anbieten können, die Investify verwaltet. „Wir haben uns als Problemlöser positioniert und spannende Kooperationen mit großen und kleinen Playern geschlossen. Daher kommt auch der meiste Umsatz aus diesem Geschäftszweig“, sagt Brock.

Die Macher

Brock ist so etwas wie ein alter Hase in Sachen Wirtschaft 4.0. Unter anderem hat er den ersten Coworking-Space in einem deutschen Kreditinstitut aus der Taufe gehoben. Seit 2019 arbeitet er bei Investify. Seine Amtskollegen Norman Volmer und Ansgar Wigger sind seit der Gründung 2015 dabei und wurden 2018 zu Geschäftsführern. Der Vierte im Bunde ist Gründer Christian Kratz. Sie sind Überzeugungstäter in Sachen Digitalisierung. „Jeder etablierte Player im Markt sollte mittlerweile erkannt haben, dass veraltete IT-Systeme und analoge Prozesse den Weg in die Bedeutungslosigkeit pflastern“, sagt Brock. „Deshalb ist es richtig, dass sie auf Technik schauen, die im Markt verfügbar ist. Wir halten unseren Vorsprung durch massive Investitionen in unsere Plattform.“

26.02.2021    Arne Gottschalck
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