Porträt von Michael Wombacher, Geschäftsführer der Polar Group.
03.06.2022    Mark Simon Wolf
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Zur Person

Michael Wombacher

ist seit 2020 Geschäftsführer der Polar Group, das den Hauptsitz in Hofheim am Taunus hat. Zuvor war er bei verschiedenen auf Roboterlösungen spezialisierten Technologieunternehmen in leitender Position tätig.

DUP UNTERNEHMER-Magazin: Sie sind Weltmarktführer in den Bereichen Druckweiterverarbeitung und Verpackungstechnik, wie haben sich die vergangenen drei Jahre Coronapandemie auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Michael Wombacher: Wir sind nach dem Corona-Ausbruch und einem schwierigen Jahr 2020 sehr hoffnungsvoll in das Jahr 2021 gestartet. Allerdings waren auch diese zwölf Monate voller Herausforderungen und schwieriger Phasen. Immerhin konnten wir über digitale Medien den Kontakt zu unseren Kundinnen und Kunden aufrechterhalten und unsere Produktvorstellungen und -präsentationen remote vornehmen. Dass sich diese Form der Kommunikation nun etabliert hat, ist vielleicht ein positiver Aspekt der Krise. Dieser Schritt hat uns geholfen, unsere Arbeit und unsere Unternehmensstrategie zu hinterfragen. Wir haben uns vom reinen Produkt- zum Lösungsanbieter entwickelt.

Wie sehen diese digitalen Lösungen konkret aus?

Wombacher: Wir haben als mittelständisches Maschinenbau-Unternehmen eine Plattform etabliert, die es unseren internationalen Kunden ermöglicht, Daten aus den Maschinen zu erhalten und zu analysieren. Darauf sind wir sehr stolz. Diese Plattform dient uns zudem als Sprungbrett für weitere zukünftige Produkte und Lösungen. Das ist Teil unseres Fünfjahres-Strategieplans, in dem wir richtungsweisende Markttrends abbilden und uns zukunftsorientiert positionieren. Wir wollen einen Mehrwert für die Unternehmen bilden.

Wie sind Ihnen die komplexen operativen und strategischen Änderungen Ihres Geschäftsmodells gelungen?

Wombacher: Wir haben ein System mit regelmäßigen Offsite-Meetings und interdisziplinärer Besetzung eingeführt. Mit diesen Maßnahmen versuchen wir die Geschäftsprozesse unserer Kunden zu beleuchten und besser zu verstehen. Außerdem legen wir den Fokus darauf, mehr lösungsorientiert, statt sachbezogen zu denken. Nur so können wir unser Geschäftsmodell nachhaltig verändern und unsere Angebote für Kundinnen und Kunden erweitern.

Innovatives Denken und Handeln muss gleichermaßen auch aus der Belegschaft kommen. In welchem Bereichen haben sie personell besonderen Bedarf und über welche Kanäle gelingt es Ihnen, Mitarbeitende zu verpflichten?

Wombacher: Speziell die Bereiche rund um unsere Maschinenbau-Konstruktion und Software-Entwicklung haben wir dabei verstärkt ins Auge gefasst. Des Weiteren ist ein umfassender und qualitativ hochwertiger Service essenzieller Bestandteil unserer Unternehmens-DNA – dafür benötigen wir kompetente Servicetechniker. Bei der Suche nutzen wir klassische Stellenanzeigen und Social Media. Sehr gute Erfahrungen haben wir zudem über die persönliche Empfehlung von Mitarbeitenden gemacht.

Warum sollten sich junge Fachkräfte gerade für Ihr Unternehmen entscheiden?

Wombacher: Als Weltmarktführer und etabliertes Unternehmen mit über hundertjähriger Geschichte sind wir ein attraktiver Arbeitgeber im Rhein-Main-Gebiet. Wir bieten spannende Aufgaben mit viel Eigenverantwortung und individuellem Entwicklungsspielraum. Die lange Betriebszugehörigkeit der Mitarbeitenden in unserem Familienunternehmen ist ein Zeichen für Wertschätzung und Zufriedenheit der gesamten Belegschaft.

Mit welchen Maßnahmen sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeitenden langfristig bei Ihnen bleiben?

Wombacher: Wir bieten fachspezifische Schulungen und Weiterbildungen für unsere Mitarbeitenden an. Jede oder jeder, die oder der möchte, kann sich bei uns fachlich weiterentwickeln. Das gilt auch für Eigeninitiativen wie Seminare oder wenn jemand einen dualen Studiengang belegen möchte. Einen weiteren Schwerpunkt setzen wir mit unserem Angebot einer qualifizierten Berufsausbildung, die eine Perspektive und gute Entwicklungschancen in technischen und kaufmännischen Bereichen bereithält. Außerdem fördern wir auch das Gemeinschaftsgefühl und das soziale Leben im Unternehmen. Dazu gehören Events und Teambuilding-Maßnahmen ebenso wie Ehrungen von Jubilaren und unser lokales Engagement, auf das unsere Mitarbeiter stolz sind.

Was sind Ihre Ziele für 2022?

Wombacher: Wir wollen wieder wachsen und mindestens das Vorkrisenniveau erreichen. Dafür müssen wir weiter hart daran arbeiten, unser Geschäft zu stabilisieren und unser Umfeld neu zu organisieren.

03.06.2022    Mark Simon Wolf
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