Peterskirche in Görlitz
02.07.2021    Stefan Westendorp
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Wenn man Sie nach der schönsten Stadt Deutschlands fragen würde, kämen Sie dann auf die Idee, „Görlitz“ zu antworten? Falls nicht, waren Sie vielleicht einfach noch nicht dort. Gottfried Kiesow, Gründer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, verpasste der ostdeutschen Stadt an der Neiße ihren klangvollen Beinamen. Grund dafür ist vor allem die beeindruckend gut erhaltene Altstadt mit Gebäuden aus Gotik und Renaissance, Barock und Gründerzeit. 

Über den Görlitzer Untermarkt schlendern pro Jahr mehr als zwei Millionen Besucher – darunter auch US-Stars wie Kate Winslet und Owen Wilson. Aber dazu später mehr.

Den quadratischen Platz, Herz und Zentrum der Görlitzer Altstadt, säumen die wichtigsten architektonischen Highlights: die Rathaustreppe mit Verkündungskanzel und Justizia etwa, der Laubengang, der Flüsterbogen und die Alte Börse.

Auf Du und Du mit den Görlitzern

Auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul, hier liebevoll „Peterskirche“ genannt, ist nur einige Atemzüge (oder wie Google Maps sagt: drei Minuten Fußweg) entfernt. Sie ist eines der Wahrzeichen und der Stolz der Stadt – und soll noch ein bisschen älter sein als all die ohnehin schon sehr alten Gebäude rundherum. Angeblich ging sie aus einer Burgkirche aus dem 11. Jahrhundert hervor. Wer nach so viel Geschichte eine Stärkung braucht, muss ebenfalls nicht weit laufen: Direkt am Untermarkt laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein. Tipp: Im „Kaffee am Flüsterbogen“ treffen Görlitzer gern ihre Freunde auf einen Drink.

Hier zücken immer noch ein paar mehr Touristen ihre Kameras als üblich: Schließlich hat Quentin Tarantino 2008 „Inglourious Basterds“ an diesem Ort gedreht und ein A-Liga-Ensemble eingeflogen. Tagelang flanierten Brad Pitt, Christoph Waltz und Diane Kruger durch die Neißestadt. Das sorgte für Aufsehen – obwohl „Görliwood“ einigen Hollywood-Glamour gewohnt ist: „In 80 Tagen um die Welt“ wurde hier ebenso gedreht wie „Der Zauberlehrling“, „Grand Budapest Hotel“ und „Die Bücherdiebin“.

Wir wollen nie mehr auseinandergehen 

Zum Schluss hält der Kurzurlaub in der Oberlausitz noch etwas Nostalgie bereit: Der Spaziergang über die Altstadtbrücke führt von Görlitz hinüber zur polnischen Seite, nach Zgorzelec. Einst war diese Brücke die erste Neißeüberquerung in der damals noch vereinten Stadt; Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie gesprengt und die Stadt in zwei Teile geteilt. 2004 baute man die Verbindung als Fußgängerbrücke neu. Und heute soll sie als Symbol stehen für die wieder zusammenwachsenden Stadtteile – und für ein zusammenwachsendes Europa. Schön, oder?

02.07.2021    Stefan Westendorp
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