Taucheruhr SeaQ
03.09.2021    Jan Lehmhaus
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Zur Person

Roland von Keith, Chef von Glashütte Original

Roland von Keith

ist seit Juli 2018 Geschäftsführer von Glashütte Original. Er machte seine Ausbildung zum Uhrmacher und anschließend zum Meister bei der Swatch Group. Vor dem Wechsel zu Glashütte Original war von Keith Geschäftsführer der Swatch Group Deutschland und Vice President Sales von Breguet

Sie sind selbst Sporttaucher. Tragen Sie bei Ihren Tauchgängen eine mechanische Uhr?

Roland von Keith: Selbstverständlich. Und zwar die „SeaQ“, die ich auch jetzt am Handgelenk trage. Wenn es aber in größere Tiefen geht, ist zusätzlich auch ein elektronischer Tauchcomputer dabei.

Wann und warum kam es bei Glashütte Original zur Entwicklung einer markanten Sportuhr?

von Keith: Erste Pläne dafür gab es seit 2017. Wir haben uns in unserem Museum und den Archiven umgesehen, weil wir fanden, dass in der aktuellen Kollek­tion so eine Sportuhr fehlte. Das hatte vielleicht auch mit meinen Erfahrungen bei Blancpain und deren Erfolg mit der „Fifty Fathoms“ zu tun. Richtig Fahrt nahm die Entwicklung etwa ein Jahr vor dem Launch auf.

Die „SeaQ“ setzte konsequent die Wiederbelebung historischer Modelle bei Glashütte Original fort. War bei der Entwicklung der überall wachsende Bedarf nach stählernen Sportuhren schon absehbar?

von Keith: Ja, der Trend zeichnete sich damals bereits ab. Das zeigte die Marktforschung genauso wie der Austausch mit anderen Marken innerhalb der Swatch Group. Bei der Wiederbelebung ging es dann natürlich nicht um eine einfache Neuauflage, sondern um die Frage, wie man aus einem Museumsstück eine Uhr mit großem Mehrwert macht – für die Kunden wie für die Marke. Neben ganz neuen technischen Ideen – zum Beispiel für die Lünette und ihre Rastfederung – war eine der Herausforderungen, überhaupt die rich­tige Gehäusegröße zu bestimmen. Das Original­modell hatte zierliche 36 Millimeter. Am Ende wurde entschieden, eine Variante mit 39,5 und eine mit 43 Millimeter Durchmesser zu entwickeln.

Sie bezeichnen die „SeaQ“ und die „SeaQ Panoramadatum“, die in der Nachfolge der ersten Glashütter Taucheruhr stehen, als „sportlich robuste Uhren für Unternehmungen aller Art“, nennen die neuen Produkte aber nicht „Taucheruhr“. Warum?

von Keith: Ja, tatsächlich entsprechen die „SeaQ“ und die „SeaQ Panoramadatum“ beiden Industrie­normen für Taucheruhren – der ISO 6425 und der DIN 8306. Aber es ist doch so: Wenn der Kunde eine Uhr mit markanter Lünette sieht, die nur in eine Richtung drehbar ist, versteht er schon, dass er damit tauchen kann. Aber die „SeaQ“ kann ihn bei so viel mehr Unternehmungen begleiten; wir wollen das nicht auf das Tauchen verengen.

Ist es heute noch eine uhrmacherische Herausforderung, eine Taucheruhr zu konstruieren? 

von Keith: Definitiv. Für jedes neue Gehäuse ­müssen die Dichtungen von Glas und Boden berechnet und das Kronen-Tubus-System exakt abgestimmt werden.

Ist es schwierig, einen bedeutenden traditionsreichen Vertreter Glashütter Feinuhrmacherei als Hersteller robuster Sportuhren zu etablieren? 

von Keith: Darum mussten wir uns glücklicherweise gar nicht bemühen. Die Uhr kam auf den Markt und wurde als perfekte Ergänzung unseres Sortiments angenommen. Zumal sich unser traditioneller Qualitätsanspruch ja überall zeigt, beispielsweise beim Aufbau des raffinierten Lünettensystems.

Gab es während der Corona-Lockdowns oder auch danach – und damit im Verfall klassischer Dresscodes – eine Verschiebung des Kundeninteresses hin zu sportlichen Uhren? 

von Keith: Nein, dieser starke Trend wurde – soweit es jetzt absehbar ist – durch Corona weder gebremst noch forciert.

03.09.2021    Jan Lehmhaus
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