Digital Detox: Illustration einer Frau die buchstäblich aus dem Bildschirm aussteigt
25.06.2021    Miriam Rönnau
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„Mangels Alternativen verbrachten die Deutschen im Lockdown einen erheblichen Teil ihrer Freizeit im Netz“, sagt Thomas Brosch, Leiter Digital Vertrieb der Postbank. Damit soll jetzt Schluss sein: 14 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger planen nun, in den nächsten zwölf Monaten weniger Freizeit online zu verbringen. Vor einem Jahr hatten das nur zehn Prozent der Deutschen vor. Und 75 Prozent wollen dafür Sorge tragen, ihre Internetnutzung nicht auszuweiten. Das geht aus der repräsentativen Postbank Digitalstudie 2021 hervor.

Deutsche setzen auf „Digital Detox“

Digital Detox, also die digitale Entgiftung, ist besonders bei den unter 40-Jährigen angesagt. 30 Prozent von ihnen wollen weniger Zeit im Netz verbringen; bei den älteren sind es nur sechs Prozent. Im Schnitt sind die Bundesbürgerinnen und Bundesbürger 65 Stunden pro Woche online – das sind fast neun Stunden mehr als vor einem Jahr.

Broch: „Auch wenn sich viele Aktivitäten vom virtuellen Treffen mit Freunden bis hin zum Ausüben von Hobbys auch online erledigen lassen, wollen viele Bundesbürgerinnen und Bundesbürger das nicht zum Dauerzustand werden lassen.“ Dennoch sei davon auszugehen, dass die während der Pandemie genutzten digitalen Angebote auch künftig eine Rolle spielen werden.

Weniger Zeit auf Social Media

Vor allem die Social-Media-Kanäle stehen im Fokus der digitalen Entgiftung. 43 Prozent der Deutschen mit Digital-Detox-Plänen wollen sich der Studie nach bei Facebook, Instagram und Co. immer öfter mal ausklinken. 31 Prozent nehmen sich vor, weniger YouTube-Videos zu schauen und ebenso viele wollen auch auf Online-Spiele verzichten. 30 Prozent möchten sich weniger im Netz informieren, was besonders für die ab 40 Jahre alten Nutzer gilt. Von ihnen wollen 45 Prozent die Informationssuche im Internet reduzieren.

Online-Shopping weiter im Trend

Doch die Macher im E-Commerce-Bereich können aufatmen: an der Shopping-Lust der Deutschen wird sich wohl nicht viel ändern. Den Daten zufolge haben 34 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ihre Online-Einläufe ausgeweitet. Im Lockdown erledigten 35 Prozent der Befragten mehr als die Hälfte ihrer Einkäufe auf digitalem Wege. Zu den beliebtesten Online-Waren zählen Bücher und Filme – 62 Prozent der Deutschen kaufen diese mittlerweile übers Netz. Insgesamt verzeichnete der Onlinehandel im Coronajahr eine starke Zunahme aller Warenkategorien und stieg um neun Prozentpunkte auf 33 Prozent an.

Nachhaltigkeit bleibt im Onlinehandel auf der Strecke

Die Schattenseite des digitalen Geschäfts: Mehr als 25 Prozent der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger bestellen viel öfter als in der Vergangenheit Waren, obwohl sie wissen, dass sie diese wieder zurückschicken werden. Das trifft besonders auf die unter 40-Jährigen zu, von denen fast 50 Prozent etwa häufiger Kleidung in mehreren Größen ordert. Dies verursacht mehr Verpackungsmüll und Emissionen durch den Transport.

„Die Corona-Krise hat den bereits zuvor bestehenden Trend zum Online-Shopping noch einmal beschleunigt“, sagt Brosch. „Davon profitieren nicht nur große Konzerne wie Amazon & Co. Während der Pandemie haben gerade auch viele kleine und mittelgroße Geschäfte die Chancen des Online-Handels erkannt und einen Web-Shop eröffnet oder ihr Angebot erweitert. Für sie war die Krise eine erzwungene Gelegenheit, ihren Vertrieb zukunftsfester zu machen.“

25.06.2021    Miriam Rönnau
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