Humanoider Roboter sitzt vor Laptop, als Symbol für einen Prompt
21.06.2024    Fanny Rosenberg
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In der Kommunikation mit großen Sprachmodellen wie ChatGPT nutzen viele Userinnen und User oft nicht deren volles Potenzial, weil ihre Prompts zu allgemein bleiben. Im Podcast „Mit Herz und KI“ gibt Alexander Holl, Gründer und Geschäftsführer des Weiterbildungsanbieters 121WATT, fünf einfache Tipps, mit denen der Output von ChatGPT & Co. sofort das nächste Niveau erreicht.

Tipp #1: Verstehen der Funktionsweise

Um bessere Prompts zu erstellen, muss zuerst verstanden werden, wie große Sprachmodelle wie ChatGPT arbeiten. Denn sogenannte Large Language Models (LLMs) zerlegen die Wörter eines Satzes wie Silben in einzelne Tokens. So wird beim Output mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit jedes einzelne Token vorausgesagt und Stück für Stück eine Antwort generiert. Deshalb ergibt auch der gleiche Prompt immer ein anderes Ergebnis. Das macht LLM aus: relative Künstliche Intelligenz.

Tipp #2: Kreativität bewusst steuern

Mit sogenannten Triggerwörtern lässt sich die Kreativität von Sprachbots pegeln. ChatGPT denkt somit besonders konservativ oder eben „out of the box“. Triggerwörter für konservativen Output sind etwa „bewährt“, „sachlich“, „informativ“ oder „Best Practice“. Sollen die Antworten mutiger ausfallen, eignen sich Formulierungen wie „visionär“, „faszinierend“, „neuartig“, „einzigartig“ oder „spekulativ“.

Tipp #3: Klar und präzise formulieren

Eine konkrete Erwartung an den Output ergibt eine konkrete Antwort von ChatGPT. Ein zu allgemeiner Prompt ist etwa folgende Aufforderung: „Erstelle mir eine Struktur für eine Website zum Thema XY.“ Besser wird der Prompt durch folgende Zusätze: „Erstelle mir eine Struktur für eine Website mit fünf Hauptpunkten mit jeweils fünf Unterpunkten zum Thema XY.“

Tipp #4: Schritt für Schritt prompten

Es müssen nicht alle Details einer Frage in den ersten Prompt einfließen. Überlegen Sie sich Ihr Ziel und bitten Sie ChatGPT, Ihnen für das Erreichen dieses Ziels eine Checkliste zu erstellen. Der Sprachbot soll Sie anschließend Schritt für Schritt detailliert durch jeden einzelnen Punkt führen. So entsteht ein Dialog mit dem Sprachbot.

Tipp #5: Prompt-Modelle verwenden

Prompt-Modelle stellen verschiedene Techniken dar, um Instruktionen zu erteilen. Besonders beliebt ist das Persona-Modell, bei dem man ChatGPT zu einem Rollenspiel bringt: „Du bist Shakespeare und schreibst ein Gedicht.“ Auch fiktive Rollen sind möglich: „Du bist Social-Media-Manager mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet XY.“ So schärft ChatGPT den Fokus. Sogar die Mischung historischer und fiktiver Personen ist möglich: „Du sprichst nun in einer Mischung zwischen Shakespeare und Meister Yoda.“

 

Alles rund um das Thema KI und Chatbots hören Sie im Podcast „Mit Herz und KI“.

 

Zur Person

älterer Mann mit Brille lächelt in die Kamera

Alexander Holl

ist Gründer sowie Geschäftsführer von 121WATT. Er schult Unternehmen zu den vielfältigen Herausforderungen der digitalen Welt

21.06.2024    Fanny Rosenberg
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