Eine Person liegt auf einer Couch und macht einen Videocall mit dem Arzt
27.04.2022    Janina Modes
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Manch digitale Veränderungen im Gesundheitswesen erleben Patienten unmittelbar. Seit 2021 wird etwa die elektronische Patientenakte (ePA) stufenweise eingeführt. Patienten können in einer App alle wichtigen Unterlagen speichern und Ärzten Zugriff gewähren.

Mit der Einführung des E-Rezepts wird eine kontaktlose Medikamentenbestellung möglich. Online-Terminvergaben und Videosprechstunden sind ebenfalls Teil des digitalen Alltags – spätestens seit Pandemiebeginn. Durch diese Innovationen können Patienten medizinische Behandlungen und Betreuung besser in ihren Alltag integrieren und selbstbestimmter mit ihrer Gesundheit umgehen.

Hoffnungen, aber auch Vorbehalte

Laut der Patientenumfrage „Datapuls 2021“, durchgeführt vom Praxiskommunikationsdienstleister Socialwave, setzen die Bundesbürger viele Hoffnungen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Etwa drei Viertel aller Befragten meinen, dass durch die Einführung der ePA Mehrfachuntersuchungen vermieden werden können. Von der Einführung des E-Rezepts erhoffen sich Patienten eine deutliche Zeit- und Aufwandsersparnis. Wenn Ärzte das E-Rezept direkt nach einer Videosprechstunde ausstellen, müssen Patienten nicht in die Praxis kommen. Für knapp acht von zehn Befragten wäre dies ein großer Vorteil.

Digitale Sprechstunden sehen die Deutschen bisher aber eher kritisch. 77,5 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich Ärzte per Videocall kein vollumfängliches Bild einer Krankheit machen können; 44,5 Prozent vermuten, dass Ärzte ein Online-Gespräch weniger ernst nähmen als eine persönliche Konsultation. Allerdings könnten Erfahrungen in Zukunft helfen, Zweifel abzubauen. Denn bisher haben nur 5,4 Prozent der Bundesbürger digitale Sprechstunden genutzt.

Digitale Diagnosen sparen Zeit

Videosprechstunden bringen Patienten einige klare Vorteile. Notwendige Behandlungen stehen schneller und flächendeckender zur Verfügung. Gerade in ländlichen Regionen müssen Patienten für Facharztbesuche oft lange Wartezeiten und weite Wege auf sich nehmen. Menschen mit eingeschränkter Mobilität und chronischen Erkrankungen profitieren, wenn sie nicht für jeden Arztbesuch eine Praxis aufsuchen müssen.

Ein Beispiel für eine digitale Anwendung, die diesen Bedarf adressiert, ist die Teledoktor-App der Barmer. Sie bietet Patienten die Möglichkeit, sich per Videotelefonie behandeln zu lassen; die Kommunikation mit dem Arzt erfolgt nur digital. Wird vor oder während der Videosprechstunde festgestellt, dass ein persönlicher Kontakt notwendig ist, werden die Patienten bei der Arztsuche und Terminfindung unterstützt. Kann direkt im Videogespräch eine Diagnose gestellt werden, wird ein E-Rezept ausgestellt – und so viel Fahr- und Wartezeit gespart.

27.04.2022    Janina Modes
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