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17.08.2022    Janina Modes
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Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Aufgabe, die Gesundheitsversorgung von Millionen Bundesbürgern sicherzustellen.  Als Bereichsleiterin Zentrale Dienste ist Dr. Janine Voß bei der BARMER unter anderem verantwortlich für das Thema Nachhaltigkeit. Sie engagiert sich dafür, dass ihre Krankenkasse einen Beitrag für eine gesündere Zukunft leistet.

Zur Person

Blonde Frau vor grünen Hintergrund

Janine Voß

verantwortet den Bereich Nachhaltigkeit und Beschaffung bei der BARMER

Die BARMER hat im vergangenen Jahr beschlossen, bis 2030 klimaneutral zu werden. Warum ist dieses Ziel notwendig?

Janine Voß: Wir setzen uns jeden Tag für die Gesundheit der Menschen ein. Sie wird durch den Klimawandel auf viele Arten beeinflusst. Im letzten Jahr haben wir erlebt, was es bedeutet, wenn Wetterextreme wie Hochwasser oder Dürreperi­oden zunehmen. Sie sind eine Gefahr für die Gesundheit. Häufigere Hitzewellen in den vergangenen Jahren hatten bereits massive gesundheitliche Folgen; es kommt zu mehr Krankenhauseinweisungen und letztendlich auch zu hitzebedingten Todesfällen. Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfalle erhöht sich. Wir rechnen damit, dass Kreislauf- und Atemwegserkrankungen zunehmen.

Dass wir uns offiziell ein konkretes Ziel gesetzt haben, ist daher nur konsequent. Wir wollen die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass Klimaschutz eine wichtige gesundheitsbezogene Aufgabe ist und sofort angegangen werden muss.

Was sind derzeit bei der BARMER Ihre größten Klimabaustellen?

Voß: Ein Bereich, der für unseren CO₂-Fußabdruck entscheidend ist, sind unsere Büroflachen. Hier haben wir schon viel erreicht, indem wir 2020 bundesweit alle unsere Gebäude und Geschäftsräume auf Ökostrom umgestellt haben. So konnten wir im vergangenen Jahr bereits mehr als 3.730 Tonnen CO2 einsparen. Ein weiterer Hebel, um Emissionen zu reduzieren, ist die fortschreitende Digitalisierung unserer Prozesse – zum Beispiel, indem wir Services online anbieten. Unser Online-Kundenportal „Meine BARMER“ wird in einem emissionssparenden Rechenzentrum gehostet, das zu 100 Prozent mit Ökostrom läuft.

Welche Bedeutung hat der im März 2021 veröffentlichte Lieferantenkodex für die Nachhaltigkeitsstrategie der BARMER?

Voß: Er ist für uns ein wichtiges Kommunikationsin­strument, um unsere Haltung deutlich zu machen. Wir haben darin Standards in Sachen Menschenrechte und Umweltschutz zusam­mengefasst. Die Einführung hat bei einigen unserer Zulieferer zu Nachfragen geführt. Viele sind direkt auf uns zugekommen mit Hinweisen auf ihre Nachhaltigkeitsperformance oder mit Beiträgen zur Umsetzung unserer Strategie. So etwas hilft sehr.

Wo steht die BARMER auf dem Weg zur Klimaneu­tralität?

Voß: Es sind bereits beachtliche Verbesserungen zu verzeichnen. Diese Entwicklungen sind aber teilweise der Pandemie geschuldet. Wir müssen uns daher darauf einstellen, in Zukunft auch einmal auf Hindernisse zu stoßen. Alles andere wäre unrealistisch. Wichtig ist, dass wir dafür gewappnet sind und auf unserem Weg voranschreiten. Nur wenn wir ehrlich mit diesen Themen umgehen, können wir die nötige Resilienz aufbauen.

17.08.2022    Janina Modes
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