digitale kommunikation
09.04.2021    Karina Engelking
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Was 5G leisten kann

Business-Kommunikation: Digitalisiert und in Echtzeit

Papier gehört im Büro noch lange nicht der Vergangenheit an – trotz aller Digitalisierungsbestrebungen. Eine Erhebung des Marktforschungsunternehmens IDC zeigt, 2020 hätte die schiere Menge der ausgedruckten Seiten Papier sieben Fußballfelder pro Minute bedecken können; für 2022 wird ein noch höherer Verbrauch prognostiziert. Was braucht es also, um die Business-Kommunikation nachhaltig und damit zukunftsfähig aufzustellen?

In Kürze:

  • Nachhaltige Kommunikation basiert auf Innovationsbereitschaft, Dezentralisierung und hochleistungsfähigen Infrastrukturen
  • Aber es wird immer noch zu wenig in den Schutz der Systeme und Netze investiert
  • Auch evolutionäre Veränderungen haben innovativen Charakter.
  • 5G ist ein Game-Changer für weitere Innovationen in unzähligen Bereichen. 

Am DUB Digital Business Talk nahmen teil:

  • Bernhard Palm, Vorsitzender der Geschäftsführung, NetCom BW
  • Frank Cappel, Regional Vice President EMEA Value Solutions Consulting, Coupa Software

Moderation: Arne Gottschalck, Redakteur, DUB UNTERNEHMER

Der Status quo, wie ihn das Papier-Beispiel beschreibt, schreit geradezu nach neuen Lösungsansätzen. Bei Coupa Software etwa setzt man auf sogenanntes Business-Spend-Management. Software transferiert Einkaufs- und Buchhaltungsprozesse aus ihrer oft antiquierten papierbasierten Form ins Digitale, erzählt Frank Cappel, der für das Softwareunternehmen tätig ist.

Und bei NetCom BW, als Glasfasernetzbetreiber, baut man die Infrastruktur für ebensolche Vorgänge. CEO Bernhard Palm warnt jedoch: „Während der Coronapandemie sind die Hüllen gefallen. Wenn wir es nicht schaffen in den nächsten Jahren eine flächendeckend entsprechende Infrastruktur auszurollen, wird es schwer werden mit der Digitalisierung.“

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Bremst Datenschutz die Digitalisierung aus?

Regulierungen und Datenschutz stehen technologischer Innovation leider noch zu häufig im Weg. Da sind sich beide Teilnehmer im DUB Digital Business Talk einig. Natürlich müssen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Die Politik sei aber gefragt, die Regelungen und bürokratischen Formalismen mit Maß und Grad auf deren Notwendigkeit zu überprüfen: „Innovative Ideen müssen erst einmal den Realitätscheck in Form vieler bürokratischer Hürden durchlaufen“, berichtet Cappel. Die Folgen dessen sehe man am geringen Digitalisierungsgrad öffentlicher Einrichtungen. Sie müssten aufpassen, nicht vollkommen abgehängt zu werden, ergänzt Palm.

Zeitgleich sehe er trotz aller Beschäftigung mit dem Thema Digitalisierung, dass zur Absicherung der IT-Infrastrukturen gegen Cybercrime viel zu wenig passiere. Cappel fügt als Befürworter von Open Source-Lösungen hinzu, dass man heutzutage vielmehr Integrationsfähigkeit beweisen muss. Und das heißt konkret: Für eine erfolgreiche Digitalisierung gilt es, die effizientesten Elemente aus allen Bereichen zusammenzuführen mit dem maximal möglichen Maß an Sicherheit.

Nachhaltige Kommunikation ist dezentralisiert

Auf dem Weg zu nachhaltig gestalteter Business-Kommunikation kommt es vor allem auf Innovationsbereitschaft innerhalb von Unternehmen an. Durch Dezentralisierung wird der End-to-end-Prozess sichtbar, sagt Cappel und ergänzt: „Wer nach der schnellsten Verarbeitung von Papierechnungen sucht, sollte bei einem digitalen Beschaffungsprozess ansetzen und Papier dabei gänzlich vermeiden.“

Solche Prozesse sollten am besten über hochleistungsfähige Glasfaserinfrastrukturen realisiert werden. Denn sie stehen letztendlich für Nachhaltigkeit, da der Betrieb von Glasfasernetzen deutlich weniger Energie verbrauche als die sich vielfach noch im Einsatz befindlichen kupferbasierten Telekommunikationsnetze, erklärt Palm. Bei NetCom BW gehe es generell darum, die TK-und IT-Netze so nachhaltig wie möglich zu planen und zu betreiben. „Wir bauen Green IT auf und beschäftigen uns mit neuen, dezentralen Rechenzentren, die perspektivisch zum Beispiel in Windkraftanlagen integriert sein könnten. In solch dezentrale Konzepte hat Corona sehr viel Bewegung gebracht“, so Palm.

5G: Kommunikation in Echtzeit

 „Innovation ist etwas Neues, dass im Leben Mehrwert bietet. Das kann auch eine Evolution sein, wie wir sie bei der Entwicklung des iPhone beobachten konnten. Da kommen viele Innovationen in Teilbereichen zusammen, wobei Digitalisierung extrem hilft“, definiert Cappel den Begriff Innovation für sich. Das sei auch in der Kommunikationstechnik zu sehen, bestätigt Palm: „Es gab 70 Jahre Kupfer und jetzt Glasfaser. Auch die neuen 5G-Mobilfunknetze sind auf eine hochleistungsfähige Glasfaseranbindung der Mobilfunkbasisstationen angewiesen, um die mit 5 G möglichen geringen Latenzzeiten zu erreichen. Diese sind wiederum die Voraussetzung für weitere Innovationen und neue Chancen – genannt sei zum Beispiel autonomes Fahren.“

Die Übertragung von Daten nahezu in Echtzeit kann auch nachhaltige Entwicklungen fördern – zum Beispiel indem sie in Smart Cities den Verkehr effektiver lenkt, erklärt Cappel. Die Leistungsfähigkeit von 5G macht also einen neuen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und damit auch Innovation möglich. Dazu braucht es in der Bevölkerung jedoch auch eine neue Offenheit für Innovationen, merkt Palm an.

09.04.2021    Karina Engelking
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