Meetingsituation mit vielen Personen steht symbolisch für Weiterbildung
17.05.2024
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Die rasante Entwicklung digitaler Technologien im Arbeitsleben ist eine der markantesten Erscheinungen unserer Zeit. Damit verbunden sind immense Herausforderungen, doch noch größere Chancen. Wenn Unternehmen technischen Innovationen nicht nur standhalten, sondern sie auch vorausschauend und erfolgreich managen, sind sie ihrem Wettbewerb weit voraus. Um die Potenziale auszuschöpfen, ist jedoch ein Paradigmenwechsel notwendig: Die Entwicklungder Mitarbeitenden darf nicht als eine einmalige Anstrengung oder als ein Punkt auf der Agenda betrachtet werden. Weiterbildung muss ein integrierter Teil der Unternehmenskultur werden.

Individuell und flexibel weiterbilden

Gelingen kann dies durch Formate, die auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen der Mitarbeitenden zugeschnitten sind. Neue Tools können mit interaktiven Produktdemos eingeführt und Soft Skills in ebenso kurzen wie kurzweiligen Lern-Nuggets vermittelt werden. Dabei ist sowohl die Eignung der Formate als auch die zielgruppengerechte Gestaltung entscheidend. Während einige am liebsten auditiv lernen, nehmen andere neue Informationen und Inhalte am besten durch interaktive, visuelle Lernmittel auf. Zudem variiert die ideale Lernumgebung von Mitarbeitenden je nach Alter, Vorkenntnissen, technischer Affinität und Standortfaktoren. Nicht zuletzt deshalb ist es zu empfehlen, hybride und digitale Lernangebote anzubieten, die Tempo in das Upskilling bringen und skalieren.

Lebenslanges Lernen mit Weiterbildungen für Future Skills

Die Zeit, in der Weiterbildung ein To-do war, dass es möglichst schnell abzuhaken galt, ist vorbei. Heute ist das Prinzip Veränderung und Weiterentwicklung Teil der DNA aller Prozesse in Unternehmen – unabhängig von ihrer Branche und Größe. Entsprechend ist der permanente Zugang zu Weiterbildung ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Für Mitarbeitende und Unternehmen geht es um lebenslanges Lernen, idealerweise als learning-on-the-job fest im Arbeitsalltag integriert. Das Konzept dahinter nennt sich Microlearning: Hierbei werden Fähigkeiten und Kenntnisse in kurzen, aufeinander aufbauenden Einheiten vermittelt, sodass die Lernenden größere Themenblöcke Schritt für Schritt und über einen längeren Zeitraum erschließen. Eine solche permanente Weiterbildung ist mit Blick auf die sogenannten Future Skills relevant – die Kompetenzen, die Unternehmen und Mitarbeitende zukunftsfit halten. Investitionen in essenzielle Future Skills, darunter KI-Kenntnisse und Führungsqualitäten, sind für den Erfolg in der digitalen Arbeitswelt mit ihren zunehmend dezentralisierten Teams unverzichtbar.

Unternehmen müssen Teams befähigen, Entwicklungen aktiv voranzutreiben. Der LinkedIn Workplace Learning Report 2024 und der Future of Jobs Report 2023 des World Economic Forum bestätigen: 90 Prozent der Organisationen erkennen Weiterbildung außerdem als Schlüssel zur Mitarbeiterbindung. Angesichts der Erwartung, dass 44 Prozent der Mitarbeiterfähigkeiten in den nächsten fünf Jahren betroffen sein werden, ist die proaktive Förderung von Future Skills entscheidend. Eine kontinuierliche Weiterbildung und Entwicklung von Mitarbeitenden ist unerlässlich, nicht nur, um die Zufriedenheit und Bindung zu erhöhen, sondern auch, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu stärken.

Weiterbildung statt Neueinstellungen

Weiterbildung ist einer der Schlüssel zur Bewältigung des Fachkräftemangels. Selbst bei erfolgreichem Employer Branding erschwert der demografische Wandel es zunehmend, qualifizierte Mitarbeitende zu finden, die zum Unternehmen passen. Zusätzlich zur Suche nach neuen Talenten ist es deshalb sinnvoll, die bereits im Unternehmen vorhandenen Potenziale zu aktivieren und zu motivieren. Durch Weiterbildungen und Microlearning können Beschäftigte in neue Aufgabenfelder hineinwachsen und dadurch sowohl den Erfolg des Unternehmens als auch ihre persönliche Entwicklung vorantreiben.

Mentorship in Unternehmen

Wissen und Erfahrungen weiterzugeben, sollte im Unternehmen und im Austausch zwischen den Mitarbeitenden etabliert sein. Umsetzen lässt sich dies unter anderem über Mentorship-Formate. Durch die Förderung generationsübergreifender Mentoring-Teams können Unternehmen die Potenziale unterschiedlicher Generationen nutzen – auch auf diesem Weg lassen sich gegenseitige Lernprozesse initiieren. Durch Mentoring-Programme können außerdem die häufig beklagten Konflikte, zum Beispiel zwischen der Generation Z und der Boomer-Generation gelöst werden. Eine offene Feedbackkultur trägt dazu bei, dass sich Stärken im Team ergänzen und mögliche Schwächen ausgeglichen werden.

In einer dynamischen Arbeitswelt, in der lebenslanges Lernen und Anpassungsfähigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnen, werden Mentorship-Programme eine entscheidende Rolle spielen, indem sie individuelle Karrierewege beleuchten und eine Brücke zwischen Generationen von Wissensträgern bauen.

Zur Person

Christian Friedrich

Christian Friedrich

ist seit 2017 bei der Haufe Akademie und verantwortet als Geschäftsführer den Bereich Digital Learning Solutions. Hier motiviert ihn der Gestaltungsspielraum und seine Aufgabe, die Dinge anzugehen, die die Zukunftsfähigkeit von Menschen und Unternehmen stärken

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17.05.2024
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