Mit der zunehmenden Verbreitung der Elektromobilität arbeiten Politik und Industrie gemeinsam am flächendeckenden Ausbau der Lade-Infrastruktur. Hier setzen die Reev-Ladelösungen an. Die E-Mobility-Software ist speziell für die Anforderungen komplexer Fuhrparksituationen konzipiert wie in Unternehmen oder der Wohnungswirtschaft, aber auch auf Parkplätzen von Hotels, Supermärkten und Restaurants.
Mobilitätswende
Immer gut aufgeladen
Die Mobilitätswende vorantreiben – das ist Ziel des E-Mobility-Softwareanbieters Reev. CEO Eduard Schlutius über Herausforderungen und Chancen – und seine Erwartungen an die Politik.

22.04.2022

Eduard Schlutius
ist Gründer und CEO von Reev. Seit dem Start 2018 ist das Unternehmen auf über 60 Beschäftigte gewachsen, hat ein Patent erteilt bekommen und agiert mittlerweile in drei Ländern
Was sind die größten Aufgaben für Flottenbetreiber im Jahr 2022, und wo setzen Ihre Produkte an?
Eduard Schlutius: Eine der größten Herausforderungen wird die Fuhrpark-Umstellung auf CO2-Neutralität sein. Mit diesem Umstieg auf elektrifizierte Flotten werden wir einen stark steigenden Anteil an Elektrofahrzeugen auf dem Markt haben, die alle geladen werden müssen. Ohne eine bedarfsgerechte Lade-Infrastruktur kann Elektromobilität nicht funktionieren. Zentral für den Durchbruch von E-Autos ist ein nutzerfreundliches Lade-Erlebnis, das auch mit den Anforderungen des Energiemarkts vereinbar ist. Um das zu garantieren, müssen Ladevorgänge immer dann stattfinden, wenn die Autos sowieso parken. Genau dort sehen wir den Bedarf. Deshalb haben wir die Reev-Ladelösung speziell für Unternehmen, Wohnungswirtschaft, Hotel und Gastronomie sowie Gewerbeimmobilien und Parken entwickelt.
Der neue Bundesverkehrsminister, FDP-Politiker Volker Wissing, hat mit Daniela Kluckert erstmals eine Beauftragte für Ladesäuleninfrastruktur eingesetzt. Was haben Sie als Branchenkenner für Erwartungen an diese Position?
Schlutius: Ich wünsche mir, dass durch die Besetzung der Beauftragten für Ladesäuleninfrastruktur gesetzliche Hindernisse für den schnellen Ausbau der Lade-Infrastruktur aus dem Weg geräumt werden – so zum Beispiel das gesetzlich verpflichtende Payment-Terminal an Ladesäulen. Zudem sehe ich die Identifizierung geeigneter Förderwege für die Elektromobilität als eine der zentralen Aufgaben der neu besetzten Stelle. Der Markt darf darüber hinaus nicht zu stark reguliert werden. Er muss privatwirtschaftlich funktionieren. Dafür müssen die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Moderne Technologien müssen gefördert werden – und dabei sollten alte Rollen und Standards stets hinterfragt und gegebenenfalls neu definiert werden.
Die Autobranche hat einige Hürden zu nehmen – sei es die Erreichung der CO2-Vorgaben, die Pandemie oder die Halbleiterknappheit. Wie sind Ihre Prognosen für das Jahr 2022?
Schlutius: Große Herausforderungen bringen auch große Chancen. Automobilhersteller, die jetzt das Ruder in die Hand nehmen und richtig umlenken, können ihre Geschäftsfelder enorm erweitern. Zum Beispiel durch eine enge Zusammenarbeit mit der Energiewirtschaft oder dem Ausbau von digitalen Diensten. Halbleiterknappheit ist aktuell ein globales Thema, das alle Branchen und Marktakteure betrifft. Wir sind uns dieser Herausforderung bewusst und arbeiten lösungsorientiert. Wir setzen alles daran, unsere Kunden mit unseren Lösungen trotz eingeschränkter Verfügbarkeit von Rohstoffen zufriedenzustellen.
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