Porträt von Armin Müller, Vice President & Country Manager Germany bei VMware.
10.06.2022    Mark Simon Wolf
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Zur Person

Armin Müller

ist seit 2018 Vice President & Country Manager Germany bei VMware. Der IT-Experte verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Branche. Zuvor war er 23 Jahre beim VMware-Mutterkonzern IBM tätig

Erklären Sie uns bitte das Geschäftsmodell von VMware.

Armin Müller: Wir bei VMware unterstützen Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen dabei, ihre digitale Transformation voranzutreiben. So helfen wir ihnen, in ihren Märkten eine führende Position einzunehmen. Vor allem unsere Multi-Cloud-Lösungen spielen hier eine große Rolle. Mit diesen Lösungen können Unternehmen zum Beispiel ihre Anwendungen in die Cloud übertragen oder direkt in einer Cloud entwickeln. Außerdem bieten wir ihnen die Möglichkeit, alle Workloads und Anwendungen über mehrere Clouds – seien es Private, Hybrid oder Public Clouds – hinweg zu managen. Die weitverbreiteten Glaubenssätze „One size fits all“ und „Cloud first“ gelten schon lange nicht mehr für strategisch agierende Unternehmen. „Cloud smart“ ist der neue Weg und schafft, anders als die anderen beiden Ansätze, individuelle Lösungsansätze für unsere Kundinnen und Kunden. Nicht jede Cloud ist für alle Anwendungen geeignet. Und für besonders sensible Daten ist eine Private Cloud oft der beste Ort.

Was ist die derzeit größte Herausforderung, mit der Sie sich in der IT-Branche konfrontiert sehen?

Müller: Die IT-Branche ist eines der Geschäftsfelder, die unsere Zukunft am stärksten mitprägen. Das Wachstumspotenzial ist enorm. Dementsprechend groß ist der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften. Allerdings kann dieser nur schwer gedeckt werden. Gleichzeitig ist es wichtig – beispielsweise, wenn es um Big Data oder Programmierungen auf Basis Künstlicher Intelligenz geht –, dass die IT von diverseren Teams gestaltet wird, als das in der Vergangenheit der Fall war. Das Stichwort hier ist Data Gender Gap. Dafür versuchen wir ganz gezielt, Frauen auch in technischen Bereichen und auf der Managementebene anzusprechen und zu fördern.

Mit welchen Maßnahmen versuchen Sie den IT-Bereich diverser zu gestalten?

Müller: Wir versuchen zum Beispiel, über den Girls Day den Nachwuchs für MINT-Berufe im Allgemeinen und VMware im Speziellen zu begeistern. Dafür haben wir unsere Stellenbeschreibungen entsprechend angepasst: Im Gegensatz zu früher gehen wir in den Anzeigen verstärkt darauf ein, welche Tätigkeiten die Position umfasst, welche Meilensteine den Bewerbenden nach drei, sechs oder zwölf Monaten erwarten und was es braucht, um in dieser Position erfolgreich zu sein. Mit diesem Ansatz wollen wir eine größere Personengruppe ansprechen, mit Klischees aufräumen und die Hürden für die Bewerbung senken.

Wie gelingt es Ihnen, junge Talente von Ihrem Unternehmen zu überzeugen?

Müller: Unsere Strategie, um qualifizierte Nachwuchskräfte von uns zu überzeugen, baut auf drei Faktoren auf: Erstens haben wir die Entwicklung der Mitarbeitenden fest im Blick und fördern diese konsequent. Zu den Maßnahmen zählen zum Beispiel Jobrotations-Programme und Weiterbildungsangebote, Abonnements bei den führenden Online-Schulungsplattformen sowie Mentoring-Programme. Zweitens bieten wir unseren Talenten die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen und in der ersten Reihe für IT-Innovation und innovative Unternehmenskultur zu sitzen. Und drittens lautet unser Motto „Employees first“, also Angestellte zuerst: Wir leben Employee-Wellbeing und bieten etliche Programme an. Dazu zählt beispielsweise das „Rethink’s Neurodiversity“-Programm zur Unterstützung von Eltern mit Kindern, die Lern- oder Verhaltensschwierigkeiten oder auch Entwicklungsstörungen haben. Und zusätzlich noch die Klassiker: finanzielle Beiträge zur ständigen Weiterbildung, die Kostenerstattung für mentale und physische Wellness-Aktivtäten sowie zusätzliche freie Tage, die die Work-Life-Balance fördern.

Was hat es mit diesen freien Tagen auf sich?

Müller: Gerade in der Pandemie mussten viele Mitarbeitende durch die Doppelbelastung von Familie und Job im Homeoffice einen größeren Workload stemmen. Als Ausgleich haben wir immer wieder zusätzliche freie Tage eingeführt, damit sich die Kolleginnen und Kollegen erholen konnten – und um sie für ihren Einsatz zu belohnen. Das Feedback war durchgehend positiv. Aber generell waren unsere Teamleiter während der Coronapandemie sehr engagiert. Sie haben neue Formate für die soziale Interaktion abseits des reinen Business geschaffen, beispielsweise virtuelle Coffeebreaks und andere Teamevents.

Abgesehen vom Recruiting und der Förderung der Zufriedenheit der Mitarbeitenden: Welche weiteren Herausforderungen beschäftigen Sie derzeit?

Müller: Eine weitere Herausforderung ist, wie für alle Branchen, das Thema Nachhaltigkeit. Auf der Produktebene tragen unsere Cloud-Management- und Virtualisierungsplattformen dazu bei, dass Unternehmen weniger Hardware benötigen und Ressourcen bestmöglich genutzt werden. Auf Unternehmensebene treiben wir durch unsere „VMware 2030 Agenda“ bereits seit längerem auf globaler Ebene verschiedene Projekte für mehr Umweltschutz voran, um bis 2030 klimaneutral zu werden. Als Teil unserer ESG-Strategie – Environmental, Social, Governance – gestaltet VMware sowohl für sich als auch für Kundinnen und Kunden die Lieferketten besonders nachhaltig. Mit dem „VMware Responsible Sourcing“-Programm bevorzugen wir Lieferanten, die den ESG-Zielen in Sachen Nachhaltigkeit, Diversität und Verfügbarkeit entsprechen. Wir arbeiten gemeinsam mit Zulieferern daran, dass diese ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele bis Ende 2024 definieren und dann auch erreichen.

Ein guter Arbeitgeber zu sein und Nachhaltigkeitsziele einzuhalten setzt auch eine besondere Innovationskultur voraus. Wie ausgeprägt ist diese bei Ihnen?

Müller: Viele Unternehmen entwickeln Innovationsstrategien oder haben visionäre Ideen, aber oft scheitern sie an der Umsetzung. Führungskräfte müssen die Grundlage in der Unternehmenskultur bilden und fördern – zum Beispiel mit einer effektiven Fehlerkultur. Wichtig ist es auch, den Mitarbeitenden die entsprechenden Tools und die nötige Zeit zur Verfügung zu stellen. Natürlich ist es dabei auch von Vorteil, eine digitale Infrastruktur zu haben, die skalierbar ist und an schnelles Wachstum angepasst werden kann. Bei VMware geben wir allen Mitarbeitenden die Möglichkeit, in agilen Teams abteilungsübergreifend zukunftsweisende Themen und Technologien zu erarbeiten.

Wie äußert sich dieses digitale Mindset?

Müller: Unser Unternehmen zählt mit seinen Lösungen zu den Treibern der digitalen Transformation in allen Branchen. In Zukunft wollen wir dieses Ziel besonders für unsere Kundinnen und Kunden noch einfacher und effizienter gestalten. Einen großen Erfolg haben wir zum Beispiel mit SGB-Smit, dem größten unabhängigen Hersteller von Transformatoren in Europa, erreicht. Mit einer Multi-Cloud-Strategie haben wir dafür gesorgt, dass das Unternehmen neue Akquisitionen schnell integrieren und Produktionsstätten einrichten kann. Dadurch wurde die Kundennähe weiter verbessert und gleichzeitig der Zugang zu Ressourcen vereinfacht.

10.06.2022    Mark Simon Wolf
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