Ein runder Lichtkreis aus LED beleuchtet grüne Palmenblätter im Dunkeln.
28.04.2021    Christian Buchholz
Anzeige

Energiewende

LED-Beleuchtung: Wachsen mit Licht

Die Deutsche Lichtmiete hat eine innovative Dienstleistung entwickelt, mit der sie das Klima schützt: Sie vermietet moderne Beleuchtungsanlagen mit LED-Technik. Chief Marketing Officer Peter Göttelmann erklärt, welche Effekte sich dadurch für Unternehmen und Institutionen erzielen lassen.

Mit dem Einsatz von LED-Technik und intelligenten Steuerungssystemen lassen sich bis zu 70 Prozent Energie und bis zu 30 Prozent Kosten sparen, sagt Peter Göttelmann, Leiter Marketing der Deutschen Lichtmiete. Das Unternehmen unterstützt Wirtschaft und Kommunen auch in der Coronapandemie bei der Modernisierung von Beleuchtungssystemen – und ist damit seit der Gründung auf Wachstumskurs.

Zur Person

Portraitfoto von Marketing Officer Peter Göttelmann in schwarz-weiß.

Peter Göttelmann

ist seit 2017 Chief Marketing Officer (CMO) der Deutsche Lichtmiete AG. Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Oldenburg ist Pionier und Marktführer für Light as a Service in Deutschland. Der Diplom-Betriebswirt Göttelmann verantwortet seit 25 Jahren Marketingstrategien und deren Umsetzung und war in mehreren Unternehmen in leitenden Funktionen tätig, etwa bei Audi und EWE

Das Gründungsmotiv der Deutschen Lichtmiete war 2008 die Reduzierung des CO2-Ausstoßes durch den Einsatz von LED-Beleuchtung. Was hat sich seither getan?

Peter Göttelmann: Auslöser für die Geschäftsidee war Al Gores Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“. Mit dem Thema CO2-Einsparung über hocheffiziente LED-Beleuchtung war unser CEO damals der Zeit etwas voraus. Über die Politik kam erst später mehr Bewegung in die Sache – siehe das Pariser Abkommen 2015 und der Green Deal der EU. Über die Modernisierungsprojekte mit unseren Kunden konnten bislang mehr als 350.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart und ein wesentlicher Beitrag zum Klima- und Umweltschutz geleistet werden. Das ist der ökologische Erfolg. Wirtschaftlich gesehen haben wir unser Geschäftsergebnis jedes Jahr deutlich verbessert und sind weiter auf Wachstumskurs. Umweltschutz ist und bleibt ein essenzieller Teil der Unternehmensphilosophie der Deutschen Lichtmiete.

Wie haben Sie das vergangene Jahr unter dem Einfluss der Coronapandemie erlebt? Konnten Sie trotz Umsatzeinbußen in vielen Industriezweigen neue Kunden gewinnen?

Göttelmann: Die Pandemie beeinflusst die Real- und Finanzwirtschaft und damit auch uns. Durch die coronabedingten Einschränkungen sind Umrüstungsprojekte vor Ort naturgemäß schwieriger zu realisieren. Auch die Akquise von neuen Kunden mit Präsenzterminen wird dadurch beeinträchtigt, was sich aber durch Web-Sessions größtenteils kompensieren lässt. Trotz dieser schwierigen Umstände konnten wir 2020 erneut unseren Umsatz steigern. Kurzarbeit war zu keiner Zeit ein Thema, auch nicht die Beantragung staatlicher Hilfen. Unser Bestandsgeschäft ist bislang kaum betroffen. Das liegt auch daran, dass unsere Kunden sehr bonitätsstark sind. Zudem kommen sie aus verschiedenen und eher nicht aus besonders betroffenen Branchen wie etwa Gastronomie und Hotellerie. Gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten ist ein Outsourcingmodell wie Light as a Service für Kunden besonders attraktiv. Denn sie profitieren von besserer Beleuchtung, sparen Kosten und müssen keine personellen Kapazitäten oder ihre Liquidität belasten.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Prioritätensetzung mit Blick auf Nachhaltigkeit in der deutschen Wirtschaft? Wird die Klimatransformation gerade jetzt angegangen oder werden entsprechende Bestrebungen eher zurückgeschraubt, weil viele Unternehmerinnen und Unternehmer noch mit den akuten Herausforderungen der Krise kämpfen?

Göttelmann: Die Pandemie rückt manche Themen vorübergehend in den Hintergrund. Aber neben der aktuellen Coronakrise bleibt die Herausforderung Klimawandel natürlich unverändert bestehen. Wenn wir von Green Deal und Klimaneutralität sprechen, sind vor allem Wirtschaft und Kommunen gefordert. Ein enormes Potenzial dafür liegt im Gebäudebereich und insbesondere in der Modernisierung der Beleuchtung. Bis zu 70 Prozent weniger Energieverbrauch und CO2-Emissionen sind je nach Projektierung möglich. Bei intelligenter Steuerung und digitaler Vernetzung sogar noch mehr. Dazu kommt der wirtschaftliche Vorteil: Nach Abzug der Miete sparen unsere Kunden oft 20 bis 30 Prozent ihrer Beleuchtungskosten und die erheblichen Aufwände für die Instandhaltung einer alten verbrauchsintensiven, teuren Anlage. Das heißt, mit unserem Light-as-a-Service-Modell können Kunden auch in einer angespannten Situation Klimatransformation realisieren – aufwands- und investitionsfrei. Das ist gerade für Kunden, die bislang lieber gekauft haben, ein attraktives Argument und ein Trend, den wir schon seit einiger Zeit sehen können.

Im März hat die Deutsche Lichtmiete die Beleuchtungsmodernisierung in Senioren- und Pflegeheimen in Angriff genommen. Mit Light as a Service – kurz LaaS – soll die Beleuchtung ressourcen- und liquiditätsschonend auf smarte LED-Technik umgerüstet werden. Was steckt konkret dahinter und was macht sie smart?

Göttelmann: Im Fokus eines smarten Lichtsystems steht eine energiesparende und funktionale Beleuchtung in puncto Arbeitssicherheit und Gesundheit. In hochwertigen LED-Leuchten sorgt effiziente Steuerungstechnik für flimmer- und blendfreies Licht und schafft anforderungsgerecht über weitere Anwendungsfeatures optimale Arbeitsbedingungen. Noch einen Schritt weiter geht modernste LED-Technologie – zum Beispiel mit Human Centric Lighting für biologisch wirksames Licht und UV-C-Licht zur Entkeimung.

Warum nehmen Sie gerade Senioren- und Pflegeheime in den Fokus? Welche Vorteile hat die Beleuchtungsumrüstung für diese Einrichtungen?

Göttelmann: Das gerade angesprochene UV-C-Licht zur Entkeimung kann gerade für Pflege- und Seniorenheime interessant sein. Aber die sehen sich aktuell mit vielen Herausforderungen konfrontiert – einem wachsenden Bedarf an pflegerischer Versorgung, steigenden Bedürfnissen der Bewohner, höherer Energieeffizienz und Digitalisierung. Bei allem spielen natürlich die Kosten eine entscheidende Rolle. Mit unserem LaaS-Angebot für Pflegeheime und Kliniken bieten wir Betreibern langjährige Expertise, fundiertes Know-how und umfassenden Support. Eine bedarfsgerechte moderne Lichtlösung verbessert das Wohlbefinden und die Gesundheit von Bewohnern und Betreuern. Gleichzeitig bietet LaaS die Möglichkeit, die Beleuchtungsmodernisierung ohne Aufwand und liquiditätsschonend zu realisieren – ein echter Mehrwert für die Betreiber.

Wie definieren Sie persönlich Nachhaltigkeit?

Göttelmann: Nachhaltigkeit ist ein elementarer Teil der DNA der Deutschen Lichtmiete. Über kurz oder lang wird das für jedes Unternehmen, das erfolgreich sein will, der Fall sein. Nachhaltigkeit bedeutet Innovation und Vision, eine ganzheitliche Wertschöpfung über alle Ebenen. Wir müssen Nachhaltigkeit als Ressource verstehen, nicht als notwendiges Übel. Dann entsteht auch Wachstum. Ein nachhaltiges Wachstum nimmt alle mit – Unternehmen und Menschen.

Wie nachhaltig ist die Deutsche Lichtmiete aufgestellt?

Göttelmann: Seit der Gründung setzt die Deutsche Lichtmiete fokussiert darauf, nachhaltig in allen Bereichen zu sein und das wird im Unternehmen auch so umgesetzt. So werden unsere Leuchten im Sinne eines integrierten Kreislaufwirtschaftskonzepts nachhaltig produziert, sind besonders langlebig, reparier- und recycelbar. Bei der Verpackung verzichten wir auf Kunststoff und unnötige Umverpackungen. Das beginnt schon bei der Wahl der Lieferanten; dabei setzen wir auf Local Sourcing. Unsere Prozesse sind weitgehend digitalisiert und papierlos; die Gebäude sind energieeffizient und werden mit Grünstrom versorgt. Auch soziales Engagement spielt eine Rolle: Wir legen im Unternehmen Wert auf eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie und fördern verschiedene gemeinnützige Institutionen.

Bitte beenden Sie folgenden Satz: In den kommenden fünf Jahren wird das Thema Nachhaltigkeit ...

Göttelmann: … zwangsläufig eines der wichtigsten Themen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft werden und dann bleiben. Sonst sind die nationalen und weltweiten Klimaziele nicht zu erreichen. Dazu sollten wir nicht nur kurzfristig ergebnisorientiert, sondern über den Tellerrand hinaus denken. Nachhaltigkeit braucht Kreativität, Visionen und Mut. Und manchmal Disruption.

28.04.2021    Christian Buchholz
Zur Startseite