Innovation sorgt für Wachstum
28.05.2021    Lisa Reschka
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Kai Grunwitz, Vorstand NTT Ltd. in Deutschland

„Innovation ist ein Überlebenselixier“

Transformation ist unumgänglich. Denn die Pandemie hat den Druck auf Unternehmen erhöht; Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind wichtiger denn je. Nur wer innovativ ist, kann der Dynamik am Markt auf lange Sicht standhalten. Dabei ist Innovationsgeist nicht nur Chef-Sache, sondern das gesamte Unternehmen muss mitziehen. Davon ist Kai Grunwitz, Geschäftsführer des japanischen Kommunikations- und Technologiekonzerns NTT Ltd. in Deutschland, überzeugt.

In Kürze:  

  • Bei der Digitalisierung geht es um mehr als nur analoge Prozesse in die digitale Welt zu überführen.
  • Innovation bedeutet Veränderung.
  • Innovation bedarf einer Top-down-Kultur. Die Führungsetage muss Innovation aktiv fördern.
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Zur Person

Kai Grunwitz von NTT

Kai Grunwitz

ist Geschäftsführer der NTT Deutschland. Zuvor verantwortete der Betriebswirt als Senior Vice President EMEA von NTT Security das Geschäftsfeld Cybersecurity

Was hat in der Coronakrise – sowohl in Ihrem Unternehmen als auch in Deutschland insgesamt – besser funktioniert als Sie dachten?

Kai Grunwitz: Für die meisten Unternehmen – auch für uns – hat der Übergang zum Remote-Working gut funktioniert. Durch die Pandemie haben wir unsere Prozesse und unser Verhalten zwar überdenken und an die neue Situation anpassen müssen. Wir waren aber in einer sehr privilegierten Situation, weil unsere infrastrukturellen und technologischen Lösungen einen schnellen Wechsel ins Homeoffice erleichtert haben. Unsere Mitarbeiter waren zudem schon darin geübt, zeitweise remote zu arbeiten. Daher waren wir in der guten Position, unseren Kunden auch weiterhin den gewohnten Service zu bieten.

Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung: Wo steht Deutschland aktuell?

Grunwitz: Die Digitalisierung wurde durch die Pandemie beschleunigt. Jedoch bedeutet Digitalisierung mehr als eine neue Technologie einzuführen. Sie geht – genau wie Innovation – mit einer grundlegenderen Veränderung einher. Dabei reicht es nicht, nur analoge Prozesse in die digitale Welt zu bringen, um im Prinzip das gleiche zu machen wie zuvor. Das ist für mich „Digitalisierung 1.0“, aber noch kein entscheidender Schritt nach vorne. Wie es um die Digitalisierung in Deutschland generell bestellt ist, hat das Thema digitale Bildung in den vergangenen Monaten gezeigt. Das deutsche Bildungssystem war nicht auf Digitalisierung vorbereitet und hinkt im internationalen Vergleich deutlich hinterher.

In der deutschen Wirtschaft finden Innovationsprozesse tendenziell immer eher graduell statt. Aber bedarf es nicht auch disruptiver Innovationen?

Grunwitz: Um der Dynamik am Markt standzuhalten, müssen wir die digitale Transformation disruptiver gestalten. Traditionelle und analoge Prozesse gilt es zu hinterfragen. Es ist von essentieller Bedeutung, nicht an alten Mustern festzuhalten. Jetzt heißt es, den Markt und technologische Möglichkeiten zu beobachten und eine Nische für Innovation frühzeitig für sich zu erkennen. Innovation ist für mich ein Überlebenselixier für Unternehmen und bedarf einer Top-down-Kultur innerhalb des Unternehmens. Das heißt: Wenn ich Innovation als Manager nicht aktiv fördere, wird sich auch keine entsprechende Kultur etablieren. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Motivation eines jeden einzelnen im Unternehmen. Für Mitarbeiter bedeutet das: Sie müssen bereit sein, über den Tellerrand zu schauen und sich kontinuierlich zu hinterfragen. Nur so können die nächsten Innovationen konsequent vorangetrieben werden.

Wie stehen Sie zu der These, dass Nachhaltigkeit im Prinzip nur durch Innovation und Technologie erreicht werden kann statt über Verzicht?

Grunwitz: Durch die Pandemie ist der Druck auf Unternehmen, sich nachhaltig aufzustellen, deutlich gestiegen. Viele Verbraucher haben die Vorteile von nachhaltigen Produkten für sich entdeckt, ebenso wie viele Kunden bei der Auswahl von Partnern bewusst auf Nachhaltigkeit achten. Nachhaltigkeit entsteht damit nicht durch Verzicht, sondern über die veränderten Marktanforderungen selbst. Technologien selbst dienen dabei als reine Hilfsmittel für Innovation, dürfen jedoch nicht im Zentrum dieser stehen. Wir sollten uns vielmehr an nachhaltigen Werten und dem Nutzen orientieren, die wir mit einer Lösung generieren und uns dann für eine passende Technologie entscheiden. Klar ist aber, dass Innovation und Digitalisierung Hand-in-Hand gehen und auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit notwendiger denn je sind.

Als „Buisness Avenger“ engagiert sich NTT für die Erreichung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Im Fokus Ihres Engagements steht das Ziel „Nachhaltige Städte und Gemeinden“. Was genau macht Ihr Unternehmen,damit dieses Ziel bis 2030 erreicht wird?

Grunwitz: Die Sustainable Development Goals sind Teil unserer Vision und unserer Mission als Unternehmen. Wir sehen beim Thema Lebensqualität in Städten und Kommunen viele Handlungsräume für Innovation – ob das Aspekte wie die Luftqualität sind oder gute Mobilitätskonzepte, um die Lücken zwischen Stadt und Land zu schließen. Wir bringen uns in verschiedenen Themenfeldern ein und stellen Basistechnologien bereit. So entwickeln wir mithilfe von Sensoren und mit Künstlicher Intelligenz Möglichkeiten, um die Luftqualität in Städten zu überwachen und zu verbessern. Zudem unterstützen wir über moderne Smart-City-Plattformen die Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte.

28.05.2021    Lisa Reschka
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