Porträt von Christian Westphal, CEO von Crem Solutions
25.07.2022    Mark Simon Wolf
  • Drucken

Zur Person

Christian Westphal

ist seit 2006 CEO von Crem Solutions, einem weltweit tätigen Softwareanbieter für die Architektur-, Ingenieur- und Baubranche. Zuvor war der Diplom-Ingenieur rund drei Jahre bei bebit Informationstechnik tätig.

DUP UNTERNEHMER-Magazin: Wie haben sich die Folgen der Coronapandemie auf die Geschäftsentwicklung von Crem Solutions und die Immobilienbranche generell ausgewirkt?

Christian Westphal: Trotz der herausfordernden Umstände rund um die Krankheit an sich und die daraus resultierenden Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen blicken wir auf erfolgreiche Monate für unser Unternehmen zurück. In Bezug auf die Immobilienbranche – aber auch darüber hinaus – hat die digitale Transformation in dieser Zeit viele Geschäftsfelder auf eine harte Probe gestellt. Dadurch haben sich auch die Arbeitsrealitäten bei vielen Kundinnen und Kunden verändert, sodass wir auch über digitale Kanäle unseren Service zur Verfügung stellen mussten. Zum Glück waren wir als Experten auf diesem Bereich zu Beginn der Krise digital so aufgestellt, dass wir ohne Probleme auf Homeoffice beziehungsweise Remotes Arbeiten umstellen konnten.

Wie ist es Ihnen gelungen, so Ihren Service rasch umzustellen?

Westphal: Eine unserer großen Stärken – und vielleicht auch der Wettbewerbsvorteil schlechthin – ist die Flexibilität unserer Produkte. Wir sind in der Lage, unsere Hard- und Software vollständig auf die Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen. Das heißt auch, dass wir schnell auf unvorhersehbare Veränderungen reagieren können. Als die coronabedingten Lockdowns die Arbeit ins Homeoffice verlagerten, kamen unsere Software-Lösungen zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe konnten wir unsere Kundinnen und Kunden digital arbeitsfähig machen und trotzdem noch Prozesse individuell optimieren. Diesen Change-Prozess hat unser Beratungsteam begleitet. Zum Beispiel haben wir neue Touchpoints und Schnittstellen zu bestehender Software erstellt, sodass unsere Kundinnen und Kunden weiterhin Zugriff auf ihre übergeordneten Systeme hatten. Unser größtes Anliegen war in dieser Hinsicht, dass die Qualität unseres Services trotz dieser Ausnahme-Situation um Corona gleichbleibt – oder teilweise sogar noch gesteigert wird.

Neben dieser Flexibilität der Struktur und der Produktpalette, wo liegen Ihre weiteren Stärken als Soft- und Hardware-Anbieter?

Westphal: Unser Unternehmen vereint das Beste aus zwei Welten: Als Teil des weltweit agierenden, börsennotierten Softwarekonzerns NEMETSCHEK genießen wir Stabilität und Rückendeckung, was auch auf unsere Kundinnen und Kunden ausstrahlt. Wir können ihnen die Sicherheit eines Big Players am Markt bieten. Gleichzeitig agieren wir aber als unabhängiges Mittelstandunternehmen. Dabei sind wir stets offen, versuchen neue Wege zu gehen, flexibel und proaktiv auf Veränderungen zu reagieren und Produkte und Services kunden- und situationsorientiert anzupassen.

Besteht in dieser Konstellation kein Erfolgsdruck?

Westphal: Es geht für uns nicht darum, um jeden Preis ein Produkt oder einen Service zu verkaufen. Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden langfristig einen größtmöglichen Nutzen bieten, der auch von den Kosten individuell auf das jeweilige Unternehmen ausgerichtet ist. Hier kommunizieren wir stets auf Augenhöhe, arbeiten zusammen an Hürden und Lösungen. Dieser Ansatz gibt uns Recht, immerhin kommt unser Produktportfolio mittlerweile in mehr als 142 Ländern zum Einsatz.

Also lässt sich die Erfolgsformel von Crem Solutions auf die Erfüllung der Bedürfnisse Ihrer Kundinnen und Kunden reduzieren?

Westphal: Unsere Erfolgsformel lässt sich nicht auf diesen einen Faktor reduzieren. Vielmehr ist es ein Mix aus diversen Komponenten, die Hand in Hand gehen: Vom ersten Kontakt an fokussieren wir uns auf die Anforderungen des Kunden, um unseren Service- und Produktempfehlungen bedarfsgerecht auszurichten. Zu den Vorteilen der von uns angebotenen Produkte gehören Funktionsvielfalt sowie systemübergreifende Schnittstellen- und Integrationsfähigkeit. Dadurch müssen sich unsere Kunden nicht an ein komplett neues System gewöhnen und können die neuen Prozesse und Funktionen in ihre bestehende Infrastruktur integrieren. Dafür ist aber auch eine offene Feedback-Kultur entscheidend – nach Innen und Außen. Nur so können wir bestehende Systeme und Lösungen noch besser machen.

Apropos innere Kultur: Wie gelingt es Ihnen, am umkämpften Software-Markt die besten Talente von sich zu überzeugen?

Westphal: Als Unternehmen, das sich tagtäglich auch mit den New-Work-Konzepten von anderen Firmen befasst, steht außer Frage, dass diese Kultur auch bei uns gelebt wird. Neben hybriden Arbeitsmodellen und modernsten Arbeitsmitteln, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Arbeit aus dem Home- oder Mobileoffice befähigen, ist auch unser modernes Bürokonzept Teil unserer Unternehmenskultur. Uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter idealen Bedingungen arbeiten können, egal von wo. Wir sprechen dahingehend vom Crem-Spirit.

Was heißt das?

Westphal: Bei der Arbeit innerhalb unserer Teams ist dieser Crem-Spirit ein zentraler Faktor, der uns innovativ und agil bleiben lässt. Wir sind ein stetig wachsendes Unternehmen und wollen uns dementsprechend kontinuierlich persönlich und fachlich weiterentwickeln. Dank des Personalzuwachs weht ständig ein frischer Wind. Deshalb sind auch innovative Ideen und Impulse von etablierten aber auch neuen Kolleginnen und Kollegen gerne gesehen und werden in Entscheidungen einbezogen.

25.07.2022    Mark Simon Wolf
  • Drucken
Zur Startseite