Porträt von Alexander Klein, Sales Director DACH im Bereich Hygiene bei Reckitt Benckiser
30.05.2022    Mark Simon Wolf
  • Drucken
Anzeige

Zur Person

Alexander Kern

ist seit 2018 Sales Director DACH im Bereich Hygiene bei Reckitt. Zuvor war er 14 Jahre bei Procter & Gamble im Sales-Bereich in leitenden Positionen tätig

Herr Kern, die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran, mit welcher Strategie ist Reckitt am Markt positioniert?

Alexander Kern: Wir nutzen Cloud Computing und Business Intelligence Systeme, um komplexe Daten zu analysieren und auszuwerten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für unsere Geschäftsstrategien, sodass wir unsere Zielgruppen zunehmend digitaler und individueller erreichen können. Im E-Commerce kommunizieren wir zum Beispiel in vielen Bereichen sehr effizient über digitale Schnittstellen. Dazu nutzen wir in- und extern elektronische Datenaustausch-Systeme wie EDI und sogenannte Data Warehouses, die eine wachsende Zahl detaillierter Produktinformationen digital und automatisiert zur Verfügung stellen. Dadurch entsteht ein wichtiger strategischer Handelskanal für unsere verschiedenen Marken. Besonders in diesem Segment möchten wir künftig überproportional wachsen, um auch weiterhin möglichst vielen Menschen den Zugang zu hohen Gesundheits- und Hygienestandards zu ermöglichen.

Wie hat sich dieses Vorgehen in den vergangenen Jahren auf Ihre Geschäftsentwicklung ausgewirkt?

Kern: Wir konnten bei Reckitt die Umsätze weltweit in den beiden Geschäftseinheiten Health und Hygiene im Vergleich zum Jahr 2019 um 400 Millionen Britische Pfund auf 13,2 Milliarden Britische Pfund steigern. Auch in der DACH-Region hat sich die Summe positiv entwickelt, sodass wir in Deutschland als Marktführer derzeit kontinuierlich Marktanteile dazugewinnen.

Wieso vertrauen Ihre Kundinnen und Kunden gerade Ihren Marken und Produkten?

Kern: Auf dem Fundament einer starken Unternehmenskultur und eines gelebten Purposes spielen drei Erfolgsfaktoren eine wichtige Rolle. Erstens: ein engagiertes und gut ausgebildetes, multifunktionales Team, das kreativ und mit Hands-on-Mentalität an Aufgaben herangeht. Zweitens: starke, an Verbraucher und Verbraucherinnen orientierte Marken und Innovationen. Drittens: gemeinsame Aktivierungen und Kooperationen mit unseren Handelspartnern. Die Punkte zwei und drei tragen unserer Strategie Rechnung, dass wir unser Sortiment von Marken wie zum Beispiel Sagrotan stets überprüfen und an die Bedürfnisse der Verbraucher anpassen. Außerdem investieren wir fortlaufend in neue Produkt- und Markt-Kategorien sowie in umfassendes Marketing, wodurch wir Interesse und hohe Nachfrage generieren.

Wie würden Sie Ihre Servicequalität beschreiben?

Kern: Ein guter Service besteht im Handelssektor vor allem aus einer zuverlässigen Belieferung. Diese ist aber aufgrund immer komplexeren und fragileren globalen Lieferketten nicht immer einfach. Einen Weg, um die Lieferketten robuster und kürzer zu gestalten, gehen wir, indem wir unsere Produktion beispielsweise selektiv wieder zurück nach Europa verlagern. Ein weiterer Baustein für Servicequalität bildet eine umfassende Kommunikation, was proaktive Informationsweitergabe und schnelles Feedback an den Kunden beinhaltet. Unsere Strategie wurde in einer Studie der Beratungsfirma Advantage Group honoriert. Dort sind wir in der Kategorie Kundenservice unter den Top drei der Branche gelandet.

Was haben Sie aus den Herausforderungen der Coronakrise gelernt?

Kern: Ein hybride Mischung aus Homeoffice und Büropräsenz ist aus unserer Sicht ein Erfolgsmodell. Unsere Mitarbeitenden sind in dieser Hinsicht sehr flexibel. Wir haben gelernt, dass sich persönlicher Austausch im Büro und konzentriertes Arbeiten zu Hause prima ergänzen – und zu einer höheren Zufriedenheit und somit zu besseren Geschäftsergebnissen führen.

Würden Sie sagen, dass sich der Gedanke von New Work in Ihrer Unternehmenskultur verankert hat?

Kern: Vertrauen und Ergebnisse sind für uns bei Reckitt wichtiger als Anwesenheitspflichten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich individuell entwickeln. Der Spielraum, flexible und autonome Entscheidungen zu treffen, ist dabei unverzichtbar. Um das Miteinander zu stärken und für wichtigen persönlichen Austausch, empfehlen wir allerdings trotzdem zwei bis drei Tage pro Woche ins Büro zu kommen.

30.05.2022    Mark Simon Wolf
  • Drucken
Zur Startseite