Porträt von Alexander Wallenko, CEO von Promedico
03.06.2022    Mark Simon Wolf
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Zur Person

Alexander Wallenko

hat im Jahr 2019 die Geschäftsführung des Grazer Familienunternehmens Promedico als alleiniger CEO übernommen. Zuvor war er sieben Jahre an der Seite seines Vaters Heinz Wallenko an der Spitze des Unternehmens tätig, das sich auf Ernährung und Gesundheit spezialisiert hat

DUP UNTERNEHMER-Magazin: Sie sind in den 1980er-Jahren mit drei Mitarbeitenden gestartet und heute mit mehr als 100 Beschäftigten einer der Marktführer in Europa im Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln. Welche Rolle spielt Innovation in der Entwicklung?

Alexander Wallenko: Wenn die richtigen Menschen in der richtigen Stimmung zusammenwirken, ist im positiven Sinne alles möglich. Wir möchten ein inspirierendes Umfeld schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden entfalten und ihr Potenzial entdecken können. Diese Art des Managements nennt sich kontinuum-basierende Führung und ist vom österreichischen Unternehmer und Coach Prof. Dr. Manfred Winterheller entwickelt worden.

Diese Art des Management setzt großes Vertrauen in die Mitarbeitenden voraus, wie erleben Sie diesen Freiraum im Geschäftsalltag?

Wallenko: In dem eben beschriebenen Rahmen haben die Mitarbeitenden viele Freiheiten, eigenständig wichtige Entscheidungen zu treffen. Wir zeichnen uns durch flache Hierarchien und Flexibilität in der Geschäftsleitung sowie den Abteilungen aus. Das hat den Vorteil, dass wir schnell auf Veränderungen am Markt reagieren können. Außerdem hat sich dadurch unsere Innovationskultur etabliert. In dieser ist übrigens auch fest das Bewusstsein für finanzielle Resilienz hinterlegt. Wir setzen beim Umsatz und Personal auf nachhaltiges, organisches Wachstum, sodass wir auch in ernsten Krisen über viele Monate handlungsfähig bleiben. Das Credo lautet: Unsere Mitarbeitenden sind das Herzstück des Erfolgs – das Wohlergehen und die Gesundheit unseres Teams hat oberste Priorität.

Apropos Abteilungen, wie wirkt diese Innovationskultur auf die Unternehmensstruktur?

Wallenko: In den vergangenen Jahren haben wir Expertise in verschiedenen Bereichen aufgebaut, sodass wir über das Know-how eines reinen Handelsunternehmen hinausgehen. Zum Beispiel haben wir zwei Abteilungen für Wissenschaft und Produktentwicklung integriert. Beide Bereiche ergänzen die Marketing- und Kommunikationsabteilungen, das Qualitätsmanagement sowie unseren Logistikstandort sehr gut. Als besonderes Extra haben wir zudem unsere Kreativagentur Grafenberg gegründet. Der kreative Aspekt wird allerdings generell sehr praxisnah gelebt: So haben wir beispielsweise zusätzlich zu unserer linearen Organisationskultur verschiedene Taskforces gegründet. Darin arbeiten die besten Köpfe aus den Bereichen langfristig daran, fachliche Themen wie Corporate Social Responsibilty (CSR) oder Digitalisierung weiterzuentwickeln.

Wie hat sich die digitale Transformation bei Promedico ausgewirkt?

Wallenko: Den Stellenwert der Digitalisierung in unserem Unternehmen zeigt sich am besten an der kurzfristigen Umstellung rund um den Beginn der Coronapandemie in Deutschland im März 2020. Von Tag eins waren wir in der Lage, reibungslos komplett auf Homeoffice umzustellen – und auch darüber hinaus diese flexible Arbeitsweise in unserer Unternehmenskultur beizubehalten. Mobile Working und Desk Sharing sind für uns das Modell der Zukunft. Aber generell durchzieht die Digitalisierung all unsere Bereiche: Neben einem neuen Workflow-Tool, das unsere interne Zusammenarbeit um ein Vielfaches effizienter gestaltet, binden wir beispielsweise datenbasierte Entscheidungen auch in unsere Sales- und Marketingstrategie ein. Für das Jahr 2022 haben wir den Digitalisierungsbereich verdreifacht und auch das Budget deutlich erhöht. Für 2022 möchten wir zudem das papierlose Büro einführen, sodass wir unserer ökologischer Verantwortung gerecht werden. Um all diese Belange kümmert sich eine extra im vergangenen Jahr gegründete Digitalisierungs-Task Force.

Sie setzen im Personal auf „organisch, nachhaltiges Wachstum“, wie sieht Ihre Recruiting-Strategie in der Praxis aus?

Wallenko: Da wir bei Promedico exakt diesen Weg verfolgen, haben wir derzeit auch keinen speziellen Bedarf in einem bestimmten Bereich. Wichtig ist für uns ein authentischer Auftritt auf den verschiedenen Employer Branding Portalen wie etwa LinkedIn oder Xing. Aber auch auf Instagram und Facebook teilen wir Einblicke in unseren Arbeitsalltag und schalten Stellenanzeigen. Ein besonderes Highlight sind die vielen positiven Bewertungen auf Kununu, Europas größter Arbeitgeber-Bewertungsplattform. Dank dieser wurden wir mit dem Siegel „Top Company 2022“ ausgezeichnet und zählen damit zu den Top fünf Prozent der Unternehmen im deutschsprachigen Raum. Eine Recruiting-Maßnahme, die ebenfalls bestens funktioniert, ist die Weiterempfehlung von zufriedenen Mitarbeitenden.

Gelingt es Ihnen mit Ihrer Unternehmenskultur junge Talente für Promedico zu begeistern?

Wallenko: Das betrifft generell all unsere Mitarbeitenden und jene, die es noch werden möchten. Wir fördern die interne Weiterentwicklung, wie etwa den Wechsel in ein neues Themenfeld oder aber auch interne Beförderungen. So ist unsere Geschäftsleitung heute fast vollständig mit intern über mehrere Ebenen beförderten Teammitgliedern besetzt. Auch Flexibilität spielt eine große Rolle: Wir setzen auf Mobile Working und ermöglichen eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit unserem familienfreundlichen Arbeitszeitmodell. Wir verfolgen zudem ein dezentrales Recruiting-Modell, das nicht nur auf Talente aus dem Raum Graz, unserer Heimatstadt, setzt. Wir wollen damit auch Talente aus ganz Österreich und Deutschland erreichen. Und zu guter Letzt legen wir viel Herzblut in die zahlreichen Benefits, die es bei Promedico gibt. Als ein Beispiel von vielen haben wir das PRO Health-Gesundheitsprogramm etabliert.

Wie erhalten Sie Feedback für Ihre Maßnahmen?

Wallenko: Neben dem direkten Weg spiegelt auch unsere jährliche, anonyme Befragung der Mitarbeitenden unseren positiven Eindruck wider: Die durchschnittliche Zufriedenheit lag 2021 über 90 Prozent. Es kümmert sich eine Task-Force unserer Human Resources-Abteilung um das ganzheitliche Wohlergehen unserer Beschäftigten.

Was sind Ihre Ziele für das Jahr 2022?

Wallenko: Die sind sehr ambitioniert: Wir wollen unserem mit der Kölner Zukunftsschmiede Fuchs von Morgen entwickelten Zukunftsbild wieder einen Schritt näherkommen und weiter wachsen. In unserer langfristigen Vision sehen wir Pure Encapsulations auch in Deutschland unter den Top 10-Marken im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel. Gerade in der aktuellen Zeit hat sich das Gesundheitsbewusstsein sehr stark weiterentwickelt und damit die Nachfrage nach Produkten zur Unterstützung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens gesteigert. Hier können wir entsprechend unserer Mission „Wir machen die Welt ein Stück gesünder“ einen wertvollen Beitrag leisten.

03.06.2022    Mark Simon Wolf
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