ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit im Gesundheitswesen
28.07.2021
  • Drucken
Anzeige

Zugegeben: Zum Zahnarzt geht kaum jemand gern – schon gar nicht, wenn langwierige Behandlungen drohen. Da klingt das Versprechen, das Dr. Daniel Lübbe, Zahnarzt im niedersächsischen Vechta, seinen Patientinnen und Patienten macht, fast schon zu schön, um wahr zu sein: Wenn die Zeit drängt, kann er diese binnen weniger Stunden mit einer neuen Krone versorgen.

Modernste Technik beschleunigt Zahnbehandlungen

Möglich macht das die CAD/CAM-Zahntechnik. In der Praxis steht ein computergestütztes System aus Zahnscanner und Fräsmaschine sowie zwei Brennöfen. Damit lassen sich Brücken und Kronen selbst herstellen. Und das funktioniert so: Nach dem Scannen des Gebisses entsteht am Computer ein Modell des Zahnersatzes, der anschließend in der Fräsmaschine hergestellt wird. Abhängig vom verwendeten Material wird er im Ofen glasiert oder gesintert, also verfestigt.

Neu ist diese Technologie nicht. Schon während des Zahnmedizinstudiums kamen Lübbe und seine Frau Nooshafarin Dastoori-Lübbe damit in Berührung. Doch erst knapp 20 Jahre später, beim Besuch einer Fachmesse 2018, waren sie von der Qualität des Zahnersatzes überzeugt – und entschlossen sich prompt zur Anschaffung. Denn die Vorteile überwogen: schnellere Behandlungen, vereinfachte Prozesse sowie finanzielle Einsparungen durch entfallende Laborkosten.

„Unser Motto ist: Wir wollen so fortschrittlich wie möglich sein“, betont Lübbe. „Mal ehrlich – wer geht schon gern zum Zahnarzt? Für die meisten ist das ein unangenehmer Termin. Aber wenn wir auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und Technik sind, können wir die Behandlung immer ein Stück schmerzfreier und schneller gestalten.“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Digitalisiertes Lager ermöglicht breitere Produktpalette

Ortswechsel: In Neunburg vorm Wald in der Oberpfalz leitet Peter Kindler die Linden-Apotheke – und setzt dabei auf modernste Technologien. Eine elektronische Kundenkarte etwa hilft seinen Angestellten dabei, Kundinnen und Kunden mit Blick auf ihre Einkaufshistorie individuell und bedarfsgerecht zu beraten.

Dafür, dass die nachgefragten Produkte möglichst auch vorrätig sind, sorgt ein Kommissionierautomat. Vor dessen Anschaffung hat Kindler zunächst gezögert: „Hauptverkaufsargument des Herstellers war, dass man Stellen einsparen kann. Das wollten wir als Familienbetrieb aber nicht.“ Eine Gesetzesänderung machte die Investition dann irgendwann unumgänglich. „Als die Politik den Krankenkassen die Möglichkeit gab, sogenannte Rabattverträge abzuschließen, änderte sich das Warenlager ständig“, so Kindler. Seinen Angestellten wollte er die damit verbundene Mehrarbeit nicht zumuten.

Der Automat errechnet nun kontinuierlich, wie die Lagerfläche optimal genutzt werden kann. „Wir konnten die Warenverfügbarkeit für unsere Kunden noch mal deutlich verbessern und können 90 Prozent der angefragten verschreibungspflichtigen Medikamente sofort liefern. Bei gleicher Fläche haben wir früher 4.500 Artikel lagern können, heute sind es 14.499“, berichtet Kindler.

Hemmnisse bei der Finanzierung

Direkt in der Praxis gefertigter Zahnersatz auf der einen Seite, verbesserte Lagerlogistik in der Apotheke auf der anderen: Beide Male hat der Einsatz digitaler Technologien die Dienstleistung aus Sicht der Patientinnen und Patienten beziehungsweise der Kundinnen und Kunden verbessert.

Doch die Finanzierung solcher Projekte ist für kleine und mittelständische Unternehmen nicht immer leicht. So zeigt eine Untersuchung der KfW , dass 87 Prozent der Mittelständler Digitalisierungsvorhaben mit internen Mitteln finanzieren; lediglich sieben Prozent nutzen Bankkredite. Ein ganz anderes Bild bei klassischen Investitionen: Diese werden zu 43 Prozent aus internen Mitteln und zu 34 Prozent über Bankkredite finanziert.

Woran das liegt? „Kreditinstitute sind bei der Finanzierung von Innovationsvorhaben oft eher zögerlich. Gleiches gilt häufig auch für Digitalisierungsvorhaben“, sagt Dr. Philipp Tilleßen, Leiter Produktmanagement Mittelstandsbank und private Kunden bei der KfW. „Gerade bei komplexen Vorhaben kommt es daher zu Finanzierungsengpässen.“

So unterstützt die KfW bei Innovations- und Digitalisierungsvorhaben

Dem will die KfW mit Förderangeboten für kleine und mittlere Unternehmen entgegenwirken. Zahnarzt Dr. Daniel Lübbe etwa hat die CAD/CAM-Zahntechnik mithilfe eines ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits finanziert. „Als Zahnärzte müssen wir immer viel investieren. Ohne den KfW-Kredit in Höhe von 97.700 Euro hätten wir die Geräte nicht kaufen können“, sagt er rückblickend. Auch Peter Kindler nahm diesen Kredit zur Finanzierung des Kommissionierautomaten in Anspruch.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Den ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit können mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler in Anspruch nehmen. Förderfähig sind Investitionen und Betriebsmittel für Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben sowie der gesamte Finanzierungsbedarf innovativer Unternehmen.

„Die Förderung wirkt“, sagt Tilleßen. „So zeigt eine aktuelle Evaluation des ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredits, dass die im Rahmen dieses Programms getätigten Investitionen sich positiv auf das Unternehmenswachstum, den Umsatz und auch die Beschäftigungszahl auswirken. Darüber hinaus konnten auch positive Effekte auf einzel- und gesamtwirtschaftlicher Ebene nachgewiesen werden.“

Mehr Informationen zu den Fördermöglichkeiten für Ihr Unternehmen finden Sie auf der KfW-Webseite.

28.07.2021
  • Drucken
Zur Startseite