Porträt von Jens Düffert, Geschäftsführer und Gesellschafter von Witte Barskamp.
18.07.2022    Mark Simon Wolf
  • Drucken
Anzeige

Zur Person

Jens Düffert

ist seit 2009 Geschäftsführer von Witte Barskamp, einem Systemanbieter für Spann- und Fixiertechnik. Seit August 2021 ist der studierte Maschinenbauingenieur und Betriebswirt zusammen mit Gründer Horst Witte und dessen Sohn Andreas Mitgesellschafter.

DUP UNTERNEHMER-Magazin: Sie operieren als Systemanbieter für Spann- und Fixiertechnik auf dem internationalen Markt, wie fällt ihr Fazit für die Geschäfte während der Coronapandemie aus?

Jens Düffert: Entgegen dem allgemein erwarteten Trend angesichts der weltwirtschaftlich und -politisch angespannten Lage hat sich unser Geschäft ausgesprochen positiv entwickelt. So konnten wir im ersten Halbjahr ein Auftragsplus von 25 Prozent verzeichnen, das deutlich über dem Vorjahr liegt. Eckpfeiler dieser Bilanz sind neben der Vielzahl stabiler und vertrauensvoller Kundenbeziehungen die in den vergangenen Monaten deutlich erweiterte Produktpalette. Gleichzeitig profitieren wir von unserer Philosophie, weiterhin auf unsere bewährten Unternehmensstandorte zu vertrauen. Dazu gehört auch eine enge Bindung zu unseren deutschen und internationalen Partnern.

Was sind die internen Eckpfeiler dieses Erfolgs?

Düffert: Unsere Fähigkeit, technische und strukturelle Entwicklungen unserer Kunden zu antizipieren. Also Lösungen zu erfinden, schon bevor der Markt sie tatsächlich abfragt. Wir trauen uns etwas, auch wenn die Idee einen großen Finanz- und Entwicklungsaufwand bedarf bedeutet. Dazu gehört es, unsere seit Jahrzehnten bewährten Produkte und Konzepte immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und neu zu denken. Selbst dann, wenn sie für den Anwender aktuell noch als 110-Prozent-Lösung gelten. Dafür ist kreative und manchmal auch konspirative Arbeit notwendig – will heißen:  Bei uns gibt es keine Denkverbote und wir gehen auch solchen Vorschlägen aus der Belegschaft ernsthaft nach, die auf den ersten Blick abwegig oder gar skurril erscheinen. So haben bereits zahlreiche außergewöhnliche und wettbewerbslose Innovationen den Weg in unser Sortiment gefunden. Diese Marschroute hatten bislang rund 250 von Witte erworbene Patente, Gebrauchsmuster und Wortmarken zur Folge und haben sich bewährt.

Welche weiteren Maßnahmen ergreifen Sie, um auf Ebene der Technologie nicht den Anschluss zu verpassen?

Düffert: Augen, Ohren und Einstellungen offenhalten. Über den Tellerrand blicken – auch international. Zum Beispiel, indem wir unsere Tochtergesellschaften in Asien und den USA dazu ermutigen, sich an unseren technischen und digitalen Entwicklungen zu beteiligen.

Sind diese stetige Neugier und der Drang auf neue Entwicklungen auch der Schlüssel für eine erfolgreiche Bindung zu Bestands-Kundinnen und Kunden?

Düffert: Auch. Aber der Dialog ist natürlich unverzichtbar. Nur wenn wir zuhören, was der Kunde tatsächlich möchte, können wir unsere Produktion perfekt darauf einstellen. Zusammen mit der unbestritten marktführenden Produktqualität entsteht daraus eine nutzerorientierte, extrem beständige und meist jahrzehntelange Verbindung. Das bestätigt auch die Referenz unserer seit Jahrzehnten bestehenden Kundinnen und Kunden. Im Gesamtpaket wählen Anwender uns, weil sie sich keine Experimente leisten können – weder beim Produkt noch beim Preis. Das macht sich auch im Service bemerkbar.

Wie meinen Sie das?

Düffert: Unsere Tochtergesellschaft Witte Far East wurde in diesem Jahr von Fiat India als bester Zulieferer und Servicedienstleister ausgezeichnet. Das zeigt, dass wir dem Thema Service auch global und mit Erfolg höchste Aufmerksamkeit schenken. Unser Außendienst und unsere Serviceteams auf allen Kontinenten sind darauf geschult „das Gras wachsen zu hören“, wenn es um die Servicebelange unserer Anwender geht. Hinhören, verstehen, machen – das ist unsere Devise. In der Praxis hilft uns der 2021 neu etablierte Unternehmensbereich PROject weiter. Wir begleiten die Produkt- oder Systemidee eines Auftraggebers von der Entwicklung und Erprobung über die Fertigung und Qualitätssicherung bis zur Installation und Inbetriebnahme. Dabei berücksichtigen wir alle Wünsche des Kunden, darunter zum Beispiel die Wahl der Ressourcen.

Welche Schwäche sehen Sie aktuell bei Witte Barskamp?

Düffert: Wir sehen leider eine Standortschwäche – zumindest in Bezug auf Recruiting. Unsere Lage im niedersächsischen Elbvorland ohne direkte Nähe zu den Metropolen macht es uns teilweise nicht leicht bei der Akquise von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Was tun Sie, um Witte als attraktiven Arbeitgeber am Markt zu positionieren?

Düffert: Grundsätzlich sind wir sehr stolz, dass wir eine sehr treue Belegschaft haben. Wir dürfen uns über einen sehr hohen Anteil jahrzehntelanger Betriebszugehörigkeit freuen. Gleichzeitig gehören wir zu den engagiertesten Ausbildungsbetrieben der Region und haben hunderten jungen Menschen den Einstieg in den Beruf ermöglicht – übrigens mit einer 99-prozentigen Erfolgsquote bei den Abschlussprüfungen. Vorhandene und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden bei Witte eine durchlässige Hierarchie mit sehr guten Aufstiegschancen vor. Verbunden mit den reizvollen Möglichkeiten eines international aufgestellten und denkenden Unternehmens. Ganz zu schweigen von den spannenden Aufgaben in einem Kundenumfeld der industriellen Hochtechnologie.

18.07.2022    Mark Simon Wolf
  • Drucken
Zur Startseite