Videokonferenzen sollen bei vielen Unternehmen nach Ende der Krise wieder dem persönlichen Austausch weichen
29.09.2020    Hilka H. Jeworrek
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New Work

Videokonferenz reines Krisentool?

Laut einer Umfrage von MeisterTask haben seit Beginn der Corona-Pandemie 52 Prozent der befragten deutschen Unternehmen Software eingeführt, die das Arbeiten zum Beispiel im Homeoffice erleichtert. Dazu gehören sowohl Management- als auch die sehr populären Videokonferenztools. Auf Letztere möchte jedoch ein Teil der Unternehmen nach Ende der Krise wieder verzichten.

Die Erfahrungen mit Remote Work und Homeoffice haben bei vielen Firmen in Deutschland zu einem Digitalisierungsschub geführt. Managementanwendungen zur Projektorganisation wie Trello, MeisterTask oder das auch auf Plattdeutsch erhältliche Agantty und Applikationen wie Zoom, Microsoft Teams oder WebEx für Videokonferenzen haben vermehrt Einzug gehalten. In einer Umfrage, die von der Marktforschungsplattform Appinio im Auftrag des Softwarehauses Meister mit insgesamt 800 Teilnehmern durchgeführt wurde, kam heraus, dass 92 Prozent der befragten Anwender mit den neuen Tools zufrieden sind.

Insbesondere in Abteilungen in denen mehr als elf Mitarbeiter tätig sind, wurde mit 74 Prozent ein hoher Wert angegeben, wenn es um den Unterstützungsbedarf durch Software zur Erleichterung von Heimarbeit geht. Von diesen Teams hat wiederum rund ein Drittel während der Pandemie begonnen, mit Aufgabenverwaltungstools zu arbeiten. Führend sind branchenübergreifend jedoch mit 56 Prozent der neu eingeführten Anwendungen Videokonferenzprogramme, gefolgt von Firmenchats mit 24 Prozent.

Einige Programme nach Krise obsolet

Mit 44 Prozent wird fast die Hälfte aller Unternehmen die Digitalisierungmaßnahmen weiter beibehalten. Allerdings planen aktuell von den restlichen Befragten wiederum 46 Prozent, Videotools und Chatprogramme nach Ende der Krise wieder abzuschaffen. Manch eine Branche ist möglicherweise doch noch nicht bereit, den Weg zu New Work vollumfänglich zu gehen.

Till Vollmer, Mitgründer und Management Director bei Meister, sieht dies insbesondere in Bezug auf den Trend zum Homeoffice differenzierter: „Bereits vor der Krise haben wir einen kontinuierlich steigenden Bedarf an Task-Management-Tools gesehen. Dieser Trend wird anhalten. Denn auch ohne den schnellen Austausch im Büro muss die Arbeit reibungslos funktionieren.“ Die Umfrageergebnisse bestätigen dies. Aus der Gruppe der Befragten, die sich wieder von Tools trennen möchte, haben nur 18 Prozent der Befragten in der Zukunft vor, Projekte wieder ohne eine Aufgabenwerwaltungs-Software durchzuführen.

29.09.2020    Hilka H. Jeworrek
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