Ein geöffneter Laptop.
25.10.2023    Jenny Kunz
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r wen arbeite ich da eigentlich? Gerade für viele jüngere Bewerberinnen und Bewerber ist die Antwort auf diese Frage inzwischen ein ebenso wichtiges Kriterium wie die Position, das Gehalt oder der Standort. Die persönlichen Wertvorstellungen und die des potenziellen Arbeitgebenden sollen möglichst deckungsgleich sein – vor allem wenn es um Green Jobs oder Green Skills geht.

Die Begriffe stehen für Arbeitsplätze und Qualifikationen, die dazu beitragen, die Umwelt zu schützen oder nachhaltige Praktiken zu fördern. Dabei geht es sowohl um völlig neue Berufsbilder wie Nachhaltigkeitsbeauftragte oder Klimatechniker als auch erweiterte Jobbeschreibungen. Ein Kfz-Mechatroniker beispielsweise muss sich heute auch mit Elektroautos auskennen und ein Dachdecker die passende Solar-Lösung bieten können.

Aber nicht nur offensichtliche Branchen im Zentrum der Energiewende müssen und wollen grüner werden. 

Green Jobs gibt es vor allem in IT & Data

Die ManpowerGroup hat dazu nun 1.020 Unternehmen in Deutschland befragt – in allen Größen, Branchen und Regionen. Dabei gaben 66 Prozent an, dass sie gerade Personal für Green Jobs beziehungsweise für Stellen, die Green Skills erfordern, suchen. Es zeigt sich, der Bedarf steigt mit zunehmender Größe stark an. Während 39 Prozent der Micro-Unternehmen hier aktuell rekrutieren, sind es bei den Großkonzernen fast doppelt so viele; genauer: 73 Prozent.

Auffällig: Auf die Frage, in welchem Bereich gerade grüne Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gebraucht werden, antworteten 37 Prozent „IT & Data“. Wobei das ja nicht nur für grüne Jobs gilt. Erst danach folgen „Operations & Logistics“ mit 35 Prozent und „Manufacturing & Production“ mit 31 Prozent. Das verdeutlicht, dass Green Jobs oder viel mehr Green Skills über alle Branchen und Funktionen hinweg an Bedeutung gewinnen.

„Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden nicht nur für Unternehmen immer wichtiger, auch für Bewerberinnen und Bewerber ist es bedeutend, wie nachhaltig Unternehmen sind“, sagt Iwona Janas, Country Managerin der ManpowerGroup Deutschland. „Sie fragen verstärkt nach dem ESG-Engagement von Unternehmen. Aufgrund des Fachkräftemangels können viele Unternehmen aber offene Stellen nicht besetzen.“

Ein bisschen ist es wie bei der Henne und dem Ei: Bewerberinnen und Bewerber legen großen Wert auf glaubwürdige und umfassend verankerte Nachhaltigkeit. Unternehmen wollen diese bieten und ausbauen, finden aber schwer Personal dafür. Laut Umfrage empfinden 53 Prozent der Unternehmen das Finden qualifizierter Arbeitskräfte als größte Herausforderung. Erst danach folgen Punkte wie Wirtschaftlichkeit oder die Definition von Aufgaben.

Mehr als nur ein vorübergehender Trend

„Gefragt sind unterschiedliche kreative Maßnahmen im Recruiting und die Investition in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen der Belegschaften, um Green Skills zu entwickeln“, so Janas. Transparenz rund um den Veränderungsprozess ist dabei wichtig, so die Empfehlung der ManpowerGroup. Statt sich grüner zu verkaufen, als sie sind, sollten Unternehmen vermitteln, was ihre ökologischen Ziele sind, was dafür bereits erreicht wurde und was wie geplant ist. Mit dieser Ehrlichkeit ist es leichter, gerade auch die jüngere Generation zu begeistern. Denn diese will oft aktiv zur Veränderung beitragen.

Ein weiterer Tipp: Das Thema Nachhaltigkeit, ähnlich wie Vorsorge oder New Work, direkt schon in Stellenanzeigen aufnehmen und proaktiv im Bewerbungsgespräch thematisieren. So können junge Talente direkt überprüfen, ob die eigenen Nachhaltigkeitsziele mit denen des Unternehmens in Einklang stehen. In einem entsprechenden Whitepaper der ManpowerGroup heißt es dazu: „Nachhaltigkeit ist für die nachwachsenden Generationen ein natürliches Thema. Ja, eine Lebensgrundlage. Sie ist kein Nice-to-have.“

Das erweiterte Verständnis, was Green Jobs und Skills sind, haben jedoch nicht alle. Auf die Frage, warum ein Unternehmen aktuell kein Personal für Green Jobs beziehungsweise Skills rekrutiere, antworteten 34 Prozent, dies sei auf ihre Branche nicht anwendbar. 29 Prozent waren unsicher, wie sie grüne Stellen oder Fähigkeiten für sich definieren sollten.

25.10.2023    Jenny Kunz
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