Mentale Gesundheit ist wichtig
14.07.2021
  • Drucken

Jolita Gurskyté, People Experience Specialist bei Vinted

So verbessern Sie das psychische Wohlbefinden Ihrer Mitarbeitenden

Mentale Gesundheit wurde lange Zeit nur abseits von Büro und Arbeitswelt thematisiert. Die Corona-Pandemie führte allerdings dazu, dass Privat- und Arbeitsleben häufiger als je zuvor überlappen. Es liegt nun in der Verantwortung von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, ihren Angestellten Hilfestellung bei psychischen Problemen zu bieten. Betriebe müssen Maßnahmen erarbeiten, die psychischen Belastungen vorbeugen und das mentale Wohlbefinden der Mitarbeitenden fördern.

Depressionen und Angstzustände zählen zu den häufigsten Folgen der Pandemie. Das zeigt eine Metaanalyse von Globalization and HealthAuch unser Unternehmen stand vor der Herausforderung eine Strategie zu entwickeln, die sich der mentalen Gesundheit unserer Mitarbeitenden nicht nur annimmt, sondern das Thema am Arbeitsplatz normal werden lässt.

Es ist nun einmal so: Nur wenige Menschen sprechen gerne offen über ihr mentales Wohlbefinden. Vor allem im Arbeitskontext gilt das als Tabuthema. Eine Studie belegt beispielsweise, dass Arbeitnehmende ihren Vorgesetzten ein mentales Gesundheitsproblem sogar verschweigen würden. Es ist also höchste Zeit, dass sich dies ändert – auch aus unternehmerischer Perspektive. Denn das emotionale Wohlbefinden hat signifikanten Einfluss auf die Performance der Mitarbeitenden und somit auch auf den Unternehmenserfolg. Daher haben wir in unserem Unternehmen eine Wellbeing-Strategie etabliert.

Offene Kommunikation und ein starkes Teamgefühl sind wichtiger denn je

Ein direkter und konstruktiver Austausch unter Kolleginnen und Kollegen und Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern war schon vor der Pandemie eine wichtige Komponente, die sich positiv auf das mentale Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die Begeisterung bei der Arbeit auswirkt. Weil sich die sozialen Kommunikationsmöglichkeiten und Kanäle aber immer mehr in den virtuellen Raum verlagert haben, ist es jetzt umso schwerer, die direkte Kommunikation und den Zusammenhalt im Team zu fördern.

Durch diverse Arbeits-Chats gehen die Emotionen und die entsprechende Mimik oft unter und es kommt leichter zu Missverständnissen, die langfristig negative Auswirkungen auf unsere Beziehungen zu den Kolleginnen und Kollegen haben können. Doch hier bewirken oft kleine Veränderungen schon Großes: Durch regelmäßige Gespräche mit Mitarbeitenden sowie ein Trainingsprogramm für Selbstreflexion fördert man eine freundliche Arbeits- und Teamatmosphäre sowie den Austausch untereinander und vermeidet eventuelle Unklarheiten. 

Apropos Team: Damit man sich durch die fehlende Interaktion im echten Leben nicht voneinander distanziert, lohnt es sich, themenspezifische Channels auf Kommunikationskanälen des Unternehmens zu erstellen, damit gemeinsame Interessen gefunden werden. Ganz egal ob das die Haustiere oder die Kinder sind: So entstehen engere Beziehungen zueinander. Diese Austauschmöglichkeiten für Privates hatte unser Unternehmen zwar schon vor der Pandemie, durch Corona wurden diese aber wieder aktiver genutzt, was sich als sehr hilfreich für unsere Angestellten erwiesen hat.

Therapeutischen Support bieten

Spätestens durch die Corona-Pandemie wurde deutlich hervorgehoben, wie wichtig die mentale Gesundheit ist und das dies kein Tabuthema sein darf. Der Psychreport der DAK-Gesundheit verdeutlicht dies: Es gab noch nie so viele Fehltage im Job aufgrund psychischer Erkrankungen wie im Jahr 2020, als Corona-Lockdowns ihre Hochphase hatten. 

Dennoch ist eine Wellbeing-Strategie keine kurzzeitige Corona-Lösung, sondern sollte als Langzeitstrategie gedacht und umgesetzt werden. Wir bei Vinted sehen uns dazu verpflichtet, unseren Angestellten nicht nur dabei zu helfen, das Gefühlsleben zu stabilisieren, sondern auch eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die sich positiv auf ihr mentales Wohlbefinden auswirkt.

Mit psychotherapeutischen Apps wie Mindletic können die Mitarbeitenden ihre Emotionen tracken. Diese Mitgliedschaft ermöglicht außerdem bis zu zehn bezahlte Video-Therapiestunden mit ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten und bietet ein Emotionstagebuch sowie Anleitungen zu Atemübungen. Sinn und Zweck dieser Anwendung ist es, einen sogenannten safe-space zu kreieren und Stress, Angststörungen, Burnouts und anderen seelischen Belastungen vorzubeugen.

Um keinen zusätzlichen Druck zu erzeugen, sollten alle Maßnahmen im Rahmen einer Mental-Health-Strategie auf freiwilliger Basis angeboten und nicht verpflichtend verordnet werden. Auch wenn wir nur bedingt Einfluss auf Ausnahmesituationen wie die Coronakrise haben, können wir mit unseren Handlungen und unserer Empathie zu mehr Menschlichkeit und Verständnis füreinander am Arbeitsplatz beitragen.

Zur Person

Jolina Gurskyte von Vinted

Jolita Gurskytė

Jolita Gurskytė ist People Experience Spezialistin bei Vinted. Mit einer wachsenden Community von über 45 Millionen Mitgliedern ist Vinted das größte Online-C2C-Unternehmen in Europa, das sich der Secondhand-Mode widmet

14.07.2021
  • Drucken
Zur Startseite