Illustration von einem Mann, der einen Ladebalken auffüllt
27.07.2021    Maya Timmann
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In Kürze:

  • Mitarbeitende wünschen sich Flexibilität, zum Beispiel durch Homeoffice-Angebote, aber auch klare Werte und offene, wertschätzende Kommunikation.
  • Fürs Recruiting bedarf es neuer innovativer Ideen. Dabei sollte auch ein Fokus auf Diversität liegen.
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1. Gute Kommunikation ist die halbe Miete

„Was die Kommunikation angeht, habe ich in der Krise viel gelernt“, sagt Reiner Louis von Computacenter. Videokonferenzen waren für uns als IT-Unternehmen kein Neuland, dennoch haben wir die Intensität massiv erhöht. Mitarbeitende wollten mehr denn je auf dem Laufenden gehalten werden.“

Eine Beobachtung, die DUP UNTERNEHMER-Herausgeberin Brigitte Zypries ebenfalls gemacht hat: In der Coronakrise ist klar geworden, dass ein Chef nicht immer körperlich präsent sein, aber die Richtung vorgeben muss“, so die ehemalige Bundesministerin. „Entsprechend hat die Kommunikationsfähigkeit eine sehr hohe Bedeutung – sowohl nach innen als auch nach außen. Wir sehen immer wieder, wie wichtig es ist, dass man richtig und gut kommuniziert. Man muss wach sein und wissen, wie man zum Beispiel mit Themen der Diversität umgehen muss.“ 

Am DUP Digital Business Talk nahmen teil:

  • Reiner Louis, Sprecher der Geschäftsführung, Computacenter
  • Brigitte Zypries, DUP-Herausgeberin und Bundeswirtschaftsministerin a.D.

Moderation: Thomas Eilrich, Chefredakteur, DUP UNTERNEHMER

2. Auch Führungskräfte müssen sich stetig weiterbilden

Kommunikation muss allerdings gelernt sein. Nicht jede Führungskraft könne mit veränderten Umständen – etwa das plötzliche remote Arbeiten in der Coronapandemie – umgehen, so Louis. „Es braucht andere Skills – je nachdem, ob Sie ein Team vor Ort oder remote führen. Wir haben daher einige Trainings für Führungskräfte durchgeführt, die im Umgang mit der virtuellen Zusammenarbeit noch nicht so fit waren. So haben wir ihnen zum Beispiel nähergebracht, dass man durchaus auch mal zum Online-Kaffee einladen kann. Nicht jeder ist für virtuelle Führung geschaffen, aber man kann es trainieren.“

3. Eine Work-Life-Balance ermöglichen

Auch nach der Pandemie wird laut Louis für die Mitarbeitenden eine zentrale Frage bleiben: Wie kann das Privatleben mit dem Beruf so kombiniert werden, dass beide Lebensbereiche optimal ausgeglichen sind? Dazu gehört auch Remote-Work – und das muss man als Arbeitgeber unterstützen, sagt Louis. 

Es gehe darum, dass Menschen auf der Arbeit glücklich und zufrieden sind, betont Zypries. „Und zufrieden sind sie auf Dauer nur, wenn sie in einer Art und Weise arbeiten, die es ermöglicht, ein Privatleben zu haben, Sport zu treiben, einen Ausgleich zu finden und andere Anregungen zu bekommen.Unternehmerinnen und Unternehmer stünden dahingehend auch in der Verantwortung, Anreize für die Beschäftigten zu schaffen – zum Beispiel Abwechslung durch Betriebssportgruppen zu bieten.

4. Identifikation mit dem Unternehmen schaffen

Zugegeben: Die Arbeit im Homeoffice hat Vorteile. Aber: „Was macht ein Unternehmen aus, wenn Mitarbeitende kaum noch direkt zusammentreffen? Die Identifikation mit dem Unternehmen und die Loyalität mit dem Arbeitgeber ist in der Pandemie ein Stück weit verloren gegangen“, so Louis. Um gegenzusteuern, sei die Formulierung klarer Werte von höchster Bedeutung. „Hier geht es weniger um das geschriebene Wort, sondern darum, was Angestellte wirklich wahrnehmen. Ehrlichkeit zählt am Ende mehr als Hochglanzfolien, auf denen tolle Worte stehen.“

5. Diversität ermöglichen und Stärken verknüpfen

Diversität bereichert die Arbeit im Team, davon ist Louis überzeugt: Ein wichtiges Thema bei uns ist die Diversität in der Altersstruktur. Wir haben viele junge Mitarbeitende, die begeistert sind, wie ältere Kolleginnen und Kollegen ihnen zur Seite stehen und beim Einstieg helfen.“ Aus Sicht des Sprechers der Computacenter-Geschäftsführung wird ein Optimum an Qualität dann erreicht, wenn im Team ältere und jüngere Mitarbeitende zusammentreffen: „Die Frage ist weniger, ob die Generationen unterschiedlich sind, sondern wie man die jeweiligen Stärken verknüpfen kann.“

6. Recruiting flexibel und innovativ gestalten

Um im War for Talent bestehen zu können, reichen gute Rahmenbedingungen bei der Arbeit nicht aus. Auch der Bewerbungsprozess muss stimmen. Und dafür brauche es neue und innovative Ideen, so LouisZunächst muss man je nach Zielgruppe die richtigen Medien und Plattformen bedienen. Aber auch darüber hinaus müssen Unternehmen einiges bieten.“ Bei Computacenter gibt es so zum Beispiel Mentoring-Programme oder Schnuppermonate, in denen Bewerberinnen und Bewerber das Unternehmen und das Team erst einmal kennenlernen können. „Insgesamt muss man deutlich flexibler sein“, resümiert er.

7. Wertschätzung zeigen

Für Brigitte Zypries gehört Anerkennung zwingend dazu, wenn ein Arbeitgeber Talente langfristig binden will. Ein hohes Grundgehalt, Prämien, Lob für gute Arbeit oder mehr Freiheiten: Wertschätzung kann auf vielen Wegen zum Ausdruck kommen. „Mitarbeitende wollen einen Job, in dem sie gebraucht werden und in dem es von der Führungsetage gesehen wird, wenn sie gute Arbeit leisten“, so Louis. „Auch der Zusammenhalt im Team und die Möglichkeit, sich im Team entfalten zu können, fördert die Zufriedenheit und ist damit eine Form der Wertschätzung.“

27.07.2021    Maya Timmann
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