Illustration einer Hand mit einer Pflanze
06.10.2021
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Wie definieren wir wirtschaftlichen Erfolg in einer Welt, in der wir als Unternehmen – und insbesondere als Menschen – mit so gravierenden ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen wie etwa dem Klimawandel konfrontiert sind? Unser unternehmerisches Handeln hat lange Zeit negative Umwelteinflüsse billigend in Kauf genommen. Die Gesellschaft hat ihre Arbeitswelt ohne Rücksicht auf die ökologischen Folgen eingerichtet – und genau hier liegt das Problem.

Vor allem die Natur leidet unter diesem Missstand. Die Schäden, die durch das unternehmerische Handeln entstehen, müssen wahrgenommen und bepreist werden. Da uns die Natur aber keine Rechnung für den Schaden stellen kann, ist dringend eine neue und nachhaltige Art des Unternehmertums gefragt. Dabei darf es nicht nur darum gehen, was wir tun und für wen, sondern auch wie wir die Dinge tun. Das ist ein ganz anderer Blickwinkel, der im besten Fall das komplette Handeln des Unternehmens beeinflusst.

„Doing Good” und wirtschaftlicher Erfolg gehen Hand in Hand

Also: Wie wollen wir wirtschaftlichen Erfolg künftig definieren? Ich habe meine Antwort auf diese Frage bereits gefunden und bin überzeugt, dass sie für alle Unternehmerinnen und Unternehmer gelten sollte. Für mich gibt es keinen wirtschaftlichen Erfolg und kein Unternehmen, auf das wir wirklich stolz sein können, wenn wir nicht gleichzeitig daran denken, Gutes in der Welt zu tun. Lange Zeit dachte ich, ich müsse erst ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen, um mich dann mit meiner Zeit und meinem Geld für eine Non-Profit-Organisation einzusetzen, um die Welt zu einer besseren machen zu können. Heute weiß ich, dass dieses Denkmuster in gewisser Weise heuchlerisch ist. Etwas Gutes zu tun, sollte bereits früh – wenn nicht gar ab dem ersten Tag – in allen Unternehmensaktivitäten mitgedacht werden. Mehr noch: Ich möchte mit dem digitalen Marktforschungsunternehmen Appinio den Beweis antreten, dass „Doing Good” und maximaler wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können.

Neben dem Erhalt unseres starken Wachstums und der positiven Firmenkultur verfolgen unsere Unternehmensaktivitäten das Ziel, eine weitere, feste Säule zu etablieren, die bereits in unserer Satzung verankert ist: „Doing Good”. Unser Engagement dient neben den betriebswirtschaftlichen Zielen auch dem aktiven Klimaschutz. So spenden wir jedes Jahr einen Teil unseres Umsatzes für den Klimaschutz. Jeder Mitarbeitende bei Appinio soll so Teil der Lösung sein und leistet persönlich einen wichtigen Anteil am großen Ganzen. Mit „Doing Good” möchten wir ein neues Level von Zugehörigkeit und Engagement institutionalisieren, das von tiefgreifenden Initiativen geprägt ist.

Mehr als 51.000 neue gepflanzte Bäume durch Marktforschung

Durch eine Partnerschaft mit den „Eden Reforestation Projects”, die sich der Wiederaufforstung in Madagaskar, Nepal, Haiti, Indonesien, Mosambik und Kenia verschrieben haben, konnten wir beispielsweise bisher mehr als 51.000 Bäume pflanzen. Der Mechanismus dafür ist simpel und für andere Unternehmen adaptierbar: Wir spenden auf Basis der eingegangenen Aufträge – bei uns pro in Auftrag gegebener Befragung. Außerdem konnten wir durch eine Partnerschaft mit Planetly mehr als 422 Tonnen CO2 kompensieren und zu einem klimaneutralen Unternehmen werden. Darüber hinaus gehört zu unseren „Doing Good”-Maßnahmen auch, dass wir NGOs, die sich keine Marktforschung leisten können, mit kostenlosen Befragungen unterstützen. Beispielsweise arbeiten wir mit „Jugend gegen Aids” seit einiger Zeit zusammen und führen für die Organisation kostenlose Befragungen durch, um zur sexuellen Aufklärung beizutragen.

Das Flying Wheel gewinnt an Geschwindigkeit

Wir möchten mit diesen Maßnahmen dazu beitragen, die Arbeitswelt neu zu definieren. Die Arbeitswelt der Zukunft muss eine sein, in der Mitarbeitende nicht nur einen Shareholder Value, sondern insbesondere auch einen Environmental Value schaffen. Je mehr Gutes eine Organisation tut, desto motivierter sind die Mitarbeitenden. Motivierte Mitarbeitende tragen wiederum zu einem größeren Erfolg der Organisation bei, wodurch wieder mehr Gutes getan werden kann. Ist dieses Flywheel erstmal zum Laufen gebracht, gewinnt es an Geschwindigkeit. Ich bin überzeugt davon, dass diese Philosophie langfristig nicht nur zu erfolgreicheren Unternehmen, sondern auch zu glücklicheren Mitarbeitenden führt, die sich komplett mit der Organisation identifizieren und somit auch bessere Leistung erbringen können.

Wenn wir beweisen können – und davon bin ich felsenfest überzeugt –, dass Gutes tun und maximaler kommerzieller Erfolg nicht nur Hand in Hand gehen, sondern dies letztlich sogar der vielversprechendere Weg ist, um ein Unternehmen aufzubauen, dann schaffen wir einen hervorragenden Präzedenzfall, der nachfolgende Generationen von Gründerinnen und Gründern inspiriert und sie unternehmerischen Erfolg künftig ebenfalls anders definieren lässt.

Zur Person

Porträt von Jonathan Kurfess

Jonathan Kurfess

ist Mitgründer und CEO des globalen Marktforschungsunternehmens Appinio mit Sitz in Hamburg. Das Unternehmen ermöglicht es Kundinnen und Kunden, innerhalb weniger Minuten spezifische Zielgruppen zu befragen

Kolumnen, Kommentare und Gastbeiträge auf DUP-magazin.de geben ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin wieder, nicht die der gesamten Redaktion.
06.10.2021
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