Porträt von Kristin Leopold
03.05.2021    Andreas Busch
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Karriereplanung überdenken

Neustart statt Frust

Einige Branchen setzt Corona immens unter Druck. Angestellte sind in Kurzarbeit oder haben ihren Job bereits verloren. Viele bangen um die Zukunft in ihrem erlernten Beruf. Manche warten hoffnungsvoll auf Besserung, andere suchen nach neuen Horizonten und wechseln in attraktivere Bereiche – so wie die einstige Eventmanagerin Kristin Leopold.

Tausende Künstler, Discjockeys und Eventmanager waren dem Aufruf des Aktionsbündnisses #AlarmstufeRot zur Demons­tration in Berlin gefolgt. Nach über einem Jahr Lockdown macht sich in der Branche Verzweiflung breit. Genau so geht es vielen anderen, die etwa in den Bereichen Gastronomie, ­Messebau, Touristik oder Fitness tätig sind und sich in der Kurzarbeit befinden oder als Selbstständige vom Überbrückungsgeld zehren. Die einen warten frus­triert in der Hoffnung auf Normalisierung, die anderen suchen nach neuen Perspektiven – zumal die Aussichten in den besonders betroffenen Sparten auch nach einer Bewältigung der Pandemie ungewiss sind.

Freiraum gesucht

Kristin Leopold ist heute froh, dass sie schon vor einiger Zeit den Mut zum Wechsel in einen zukunftsträchtigen Bereich fand. Sie tauschte ihren Job als Eventmanagerin mit einer selbstständigen Tätigkeit unter dem Dach der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Nach ihrem Eventmanagement- und BWL-Studium war Leopold zunächst im sächsischen Riesa im Sportsponsoring tätig. „Parallel betreute ich ein Fahrgastschiff auf der Oberelbe, wo ich Events wie Hochzeiten oder diverse Themenabende anbot.“ Obwohl ihr die Arbeit in der Veranstaltungsbranche Spaß machte, hatte der Job Nachteile. „Man ist immer von vielen anderen Personen und auch Behörden abhängig.“ 

„Früher Events, heute Vermögensberatung.“
Kristin Leopold, Vermögensberaterin

Leopold war Kundin bei der DVAG – und ihr Vermögensberater hatte der lebhaften Eventmanagerin viel von seiner Arbeit und den Möglichkeiten erzählt. „Während eines Amerika-Urlaubs traf ich den Entschluss zum Wechsel und fuhr nach der Rückkehr direkt vom Flughafen zu seinem Büro.“ 

DVAG: Über 45 Jahre Erfahrung

Das Unternehmen: Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) wurde im Jahr 1975 von Professor Reinfried Pohl gegründet. Heute ist sein Sohn Andreas Pohl Vorstandsvorsitzender des Familienunternehmens und leitet Deutschlands größte eigenständige Finanzberatung mit rund 18.000 hauptberuflichen Vermögensberatern. 2020 betrug der Umsatz 1,98 Milliarden Euro. Betreut werden circa acht Millionen Kunden, also in etwa zehn Prozent der Bundesbürger.

Der Beruf: Die Vermögensberater arbeiten als selbstständige Unternehmer unter dem Dach der DVAG. Sie teilen sich ihre Arbeitszeit selbst ein. Für die Aus- und Weiterbildung investierte das Unternehmen laut Geschäfts-bericht zuletzt gut 80 Millionen Euro jährlich. Seit der Gründung wurden nicht nur Finanzprofis, sondern auch Quereinsteiger aus anderen Bereichen Schritt für Schritt an den Beruf herangeführt und dabei zu kompetenten Beratern ausgebildet.

Sie startete dann als Vermögensberaterin. „Man hat mir dort die Plattform gegeben, ein Unternehmen aufbauen zu können und es frei zu steuern. Und das ohne einen Kapitaleinsatz meinerseits“, berichtet sie. „Dabei bekam ich viel Unterstützung, und das gilt bis heute in jeder Phase meines Vermögensberaterin-Lebens. Früher Events, heute Vermögensberatung.“

Regelmäßiger Informationsfluss

Leopold entwickelt im Gespräch mit ihren Kundinnen und Kunden Finanzkonzepte. Sie setzt Bausteine aus den Bereichen Altersvorsorge, Absicherung und Geldanlage individuell angepasst zusammen. Aber haben Seiteneinsteiger wie sie die nötigen Fachkenntnisse in Finanzfragen, um fundiert beraten zu können?

Leopold: „Ich hatte als Kundin und durch meinen BWL-Abschluss schon einen groben Einblick. Die Deutsche Vermögensberatung setzt hohe Standards bei der Ausbildung und bietet etliche Möglichkeiten, um sich schlauzumachen. Als Vermögensberater werden wir stets über Änderungen für unseren Berufsalltag informiert. Durch diesen Informationsfluss spare ich enorm viel Zeit, weil ich wichtige Aspekte nicht selbst erarbeiten muss.“ Das gelte auch mit Blick auf die technologische Ausstattung, sagt Leopold. „So haben wir nach Ausbruch der Pandemie alles an die Hand bekommen, was wir brauchen, um unseren Job zu erledigen.“ Heute führt sie viele Kundengespräche über das Videokonferenzsystem Zoom und nutzt das Bera­tungs-Tool „Vermögensplanung Digital“.

Job mit Zukunft?

Den meisten Spaß in ihrem Beruf hat Leopold an der Kundenbetreuung. „So, wie ich früher dem Brautpaar den Traumtag erfüllen konnte, freue ich mich heute darüber, etwa Kunden bei der Finanzierung ihrer eigenen vier Wände helfen zu können. Andere unterstütze ich dabei, ihren Kindern ein Studium zu ermöglichen oder sich später einen Ruhestand ohne finanzielle Sorgen leisten zu können.“ Was ihr zudem gefällt: Sie ist heute viel freier in der Zeiteinteilung als in ihrer früheren Selbstständigkeit.

Und was die Perspektive angeht, so dürften sich die Vermögensberater kaum Sorgen um die Zukunft des Geschäfts machen müssen. Aufgrund der Demografie steigt der Beratungsbedarf in Sachen Altersvorsorge; auch immer mehr junge Menschen machen sich Gedanken über ihre eigenen Finanzen. Das gilt selbst in den schwierigen Zeiten der Pandemie: So verzeichnete die Deutsche Vermögensberatung im Coronajahr 2020 einen Umsatzzuwachs von 5,9 Prozent. 

Leopold ist dabei, ein eigenes Team von Vermögensberatern aufzubauen. Ihr Ziel ist es, die Karriere­leiter bis ganz nach oben zu klettern. Doch sie will nichts überstürzen: „Ich möchte den Menschen, die ich ausbilden darf, ein gutes Vorbild sein. Und ich brauche Zeit für meine Kunden, weil ich zufriedene Kunden haben möchte.“ Denn mit ihnen fällt es leicht, den Kundenkreis zu erweitern. Mundpropaganda lautet das Zauberwort in dem Zukunftsgeschäft.

03.05.2021    Andreas Busch
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