Geldscheine verschwinden in einem Erdspalt.
03.02.2022    Arne Gottschalck
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Unternehmer zu sein heißt Risiken einzugehen. So oder ähnlich heißt es in vielen Management-Büchern. Diesen Maßstab angelegt, haben Unternehmer derzeit viel zu tun. Die Risikomanagement Studie 2022 des Beratungshauses Inverto zeigt, wie viel (hier das Whitepaper dazu).

Beispiel Risikoeinschätzung: Die befragten Unternehmen sollten angeben, worin sie derzeit die größte Gefahr sehen. 93 Prozent sprachen von Versorgungsengpässen. Aber 78 Prozent gaben steigende Preise für Vorprodukte und entsprechende Dienstleistungen als Stolperstein Nummer eins an, 63 Prozent die steigenden Energiepreise. Eine Wahrnehmung, die sie sich mit Anlegern teilen.

Auch Robert Shiller, immerhin Wirtschaftsnobelpreisträger, erklärte jüngst gegenüber dem „Focus“: „Die Öffentlichkeit hält Inflation für etwas wirklich Schlimmes.“ Kein Wunder, immerhin bedeutet sie für Anleger, dass gegengesteuert werden muss. Das gilt auch für Unternehmer. Welche Maßnahmen sie ergreifen, zeigt die Inverto-Studie.

Es dreht sich was

Umso überraschender, dass der Anteil jener Unternehmer, die Risiken systematisch erfassen, im Vergleich zum Vorjahr gesunken sind. 55 Prozent bestätigten diesen Befund, im Jahr zuvor waren es 61 Prozent. Immerhin – nach der Nutzung digitaler Tools gefragt, um damit Risiken besser fassen zu können, nickten 16 Prozent der befragten Unternehmen, 2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

83 Prozent haben Maßnahmen ergriffen, die Beschaffungsrisiken zu senken. Und 6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, nämlich 78 Prozent, schlossen zum Beispiel langfristige Rahmenverträge ab. „Mehr Lager“ war ebenfalls für viele Unternehmer eine Antwort, nämlich für 60 Prozent. Da waren 17 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Und um 10 Prozentpunkt stiegen auch Unterstützungsprogramme für Lieferanten (21 Prozent).

Unternehmer sein? Heißt Risiken eingehen. Aber auch damit umgehen.

03.02.2022    Arne Gottschalck
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