Jahresringe in Holzscheiben
27.04.2021    Martin Hintze
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Nachhaltige Investments

Wie sich mit Impact Investments gute Renditen erzielen lassen

Ökologisch und ethisch anzulegen – das ist über alle Anlageklassen hinweg möglich, inzwischen selbst bei Hedgefonds. Davon ist Jan Köpper von der GLS Bank überzeugt. Allerdings ist der Einfluss der Anleger nicht überall gleich groß. 

Die Ansprüche sind hoch: „Alles, was wir tun, soll zu 100 Prozent transparent sein“, sagt Jan Köpper. Für den Leiter der Abteilung Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit bei der GLS Gemeinschaftsbank ist Geld ein soziales Gestaltungsmittel. Die Genossenschaftsbank finanziert ausschließlich sozial-ökologische Projekte.

Zur Person

Jan Köpper von der GLS-Bank

Jan Köpper

Als Leiter der Wirkungstrans­parenz und Nachhaltigkeit der GLS Bank verantwortet Köpper unter anderem die Integration nachhaltiger Prozesse in das interne Nachhaltigkeitsmanagement.

Nachhaltigkeit ist auch in der Finanzwelt ein relativ schwammiger Begriff. Wie lässt sie sich messen?

Jan Köpper: Mittlerweile gibt es eine Reihe von Nachhaltigkeits-Ratingagenturen. Sie wenden häufig ein vierstufiges Prüfungsverfahren an. Dabei bilden die Ziele, das Managementsystem, das Reporting und die Performance einen Rating-Score. Die Ergebnisse der Ratingagenturen sind zwar nicht immer miteinander vergleichbar, aber sie bieten wertvolle Anhaltspunkte für Anleger.

Lässt sich auch die Wirkung von Impact-Investing-Fonds messen?

Köpper: Beim Impact-Investing liegt der Fokus stark auf den Output-Faktoren. Wie groß ist die CO2-Ersparnis? Verbraucht ein Unternehmen weniger Wasser für das gleiche Produkt? Richtig spannend wird es dann, wenn diese Zahlen in einen Kontext gesetzt werden. Etwa: Ist die CO2-Ersparnis mit dem 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens kompatibel?

Beim Impact-Investing wollen Anleger aktiv Veränderungen herbeiführen. Wie stark ist der Druck, den sie auf Unternehmen ausüben können?

Köpper: Es kommt auf die Anlageklasse an. Bei Anleihen ist die Wirkung gering, wenn sie am Sekundärmarkt gehandelt werden. Da ist man nur ein Rädchen in einem großen Getriebe. Deswegen versuchen Impact-Investoren am Primärmarkt aktiv zu sein.

Wie sieht es bei Aktien aus? Spielen nachhaltige Investoren eine Rolle bei den aktuell laufenden Hauptversammlungen?

Köpper: Unbedingt. Wenn kritische Investoren auftreten, kann es unangenehm werden – besonders wenn die Entlastung des Vorstands ansteht. Über die Hauptversammlungen werden oftmals fragwürdige Themen publik. Das kann durchaus die Öffentlichkeit alarmieren und das Unternehmen in ein schlechtes Licht rücken.

Einfluss zu nehmen ist die eine Seite. Aber kann sich Impact-Investing auch auszahlen?

Köpper: Ja, mit Impact-Investments lassen sich gute Renditen erzielen. Denn sie bieten durch ihre ganzheitliche Betrachtung in der Regel ein optimiertes Rendite-Risiko-Profil. Ein Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat es kürzlich so formuliert: „Jeder heute nicht nachhaltig investierte Euro ist in 15 Jahren ausfallgefährdet.“

Ist Nachhaltigkeit in allen Anlageklassen machbar?

Köpper: Ja, in unterschiedlichen Abstufungen. Selbst Hedgefonds kann man nachhaltig gestalten.

27.04.2021    Martin Hintze
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