Private Krankenversicherung: Eine ältere Frau bekommt im Krankenhaus Besuch
18.06.2024
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Mal ist es die Idee, homöopathische Mittel aus dem Leistungsangebot der Krankenkassen zu streichen, dann soll mithilfe eines neuen Bonusmodells die Zahl unnötiger Arztbesuche reduziert werden. An Einfällen mangelt es nicht in den öffentlichen Diskussionen, wie die gesetzlichen Krankenkassen die ausufernden Kosten des Gesundheitswesens in den Griff bekommen sollen. Nur: Sie steigen weiter. Genauso wie die Beiträge. Eine Reihe von Krankenkassen hat zum Jahreswechsel den Zusatzbeitrag auf 1,7 Prozent oder mehr erhöht – zusätzlich zu den ohnehin fälligen 14,6 Prozent des Gehalts.

Zuwachs bei privaten Krankenversicherungen

Einige nehmen diese Entwicklung zum Anlass, in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Die Zahl der PKV-Vollversicherten stieg im vergangenen Jahr um 0,03 Prozent auf 8,71 Millionen. Der Vorsitzende des Verbands der Privaten Krankenversicherung, Thomas Brahm, teilte bei der Veröffentlichung der Zahlen mit: „Dieses Wachstum belegt: Die Menschen wollen sich privat versichern. Sie suchen Sicherheit und vertrauen dem stabilen und zukunftsfesten System der PKV. Das ist auch ein starkes Signal an die Politik, diesen klaren Willen der Versicherten zu respektieren und ihnen mehr Wahlfreiheit zu geben. Der Zugang zur PKV darf nicht weiter erschwert, sondern muss erleichtert werden.“

Hohe Hürden für Beschäftigte

Allerdings hob die Bundesregierung zum Jahreswechsel die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf jährlich 62.100 Euro pro Jahr, respektive 5.175 Euro im Monat, an – also das maximale Bruttoeinkommen, bis zu dem Beiträge in der GKV und Pflegeversicherung erhoben werden. Erst ab dieser Grenze ist das Gehalt beitragsfrei. Und nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, welche in diesem Jahr die Versicherungspflichtgrenze von 5.775 Euro pro Monat überschreiten, dürfen sich wie Selbstständige privat krankenversichern.

Viel Gestaltungsfreiheit

Die PKV bietet ihren Versicherten eine Reihe von Vorteilen: Da ist zum einen die Wahlfreiheit beim Versicherungsschutz. Kundinnen und Kunden können bei Vertragsabschluss festlegen, welche Leistungen abgedeckt werden sollen. Dies bestimmt genauso über die Prämie wie ein frei wählbarer Selbstbehalt bis zu einer Höhe von 5.000 Euro pro Jahr.

Einige Tarife bieten erhebliche Beitragsrückerstattungen, wenn Leistungen nicht in Anspruch genommen werden. Über die Prämienhöhe bestimmt zudem die vor Vertragsabschluss nötige Gesundheitsprüfung. Bei Vorerkrankungen können Risikozuschläge anfallen. Das häufig genannte Argument gegen die PKV – rascher steigende Beiträge – wird allerdings durch die Statistik nicht belegt. Für Ehepartner oder -partnerinnen und Kinder ist in der PKV ein individueller Schutz abzuschließen.

Private Krankenversicherung wird digitaler

Die privaten Anbieter arbeiten an ihrer Zukunftsfähigkeit. So heißt es etwa von der Debeka: „Wir richten unsere Digitalisierungsaktivitäten konsequent an den Bedürfnissen der Mitglieder und Kunden aus. Neben der Modernisierung unserer Leistungssysteme wird insbesondere die digitale Kommunikation in der Kundeninteraktion stetig erweitert. Innovative digitale Produkte und Dienstleistungen für unsere Mitglieder und Kunden, aber auch für unsere Mitarbeitenden haben einen hohen Stellenwert.“ Moderne und benutzerfreundliche Arbeitsmittel befähigten Mitarbeitende, ihre Arbeit effizienter auszuführen und Arbeitsweisen zu optimieren.

Mit dem Thema Künstliche Intelligenz, kurz KI, beschäftigt sich die Debeka seit circa dreieinhalb Jahren: „Mit allen drei großen Säulen: prozessorientierter KI – lernen aus unseren eigenen Daten mit dem Ziel der Optimierung und Automatisierung unserer Geschäftsprozesse –, generativer KI wie Chat GPT und Co. sowie vertrauenswürdiger KI, also Transparenz und Regularien. Die Entwicklung von KI, was vor allem das Lernen von Algorithmen aus großen Datenmengen beinhaltet, benötigt neue Vorgehensweisen in der Softwareentwicklung, aber auch im Umgang mit Regularien sowie Datenschutz und bietet Potenziale in unterschiedlichsten Bereichen.“

Kooperationen mit der Wissenschaft

Auch die Versicherungskammer zeigt sich innovativ: „Wir verstehen uns nicht als reiner Kostenerstatter, sondern vielmehr als Gesundheitspartner unserer Versicherten. So bieten wir eine Palette an Serviceleistungen wie Telemedizin, medizinische Hotline oder Apps an, die über die bloße Erstattung von Leistungen deutlich hinausgehen. Zudem kooperieren wir mit vielfältigen Partnern im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich, beispielsweise mit der Herz-Hirn-Allianz oder der Ludwig-Maximilians-Universität München und stellen somit innovative und bedarfsgerechte Leistungen für unsere Versicherten sicher.“

Die Münchner sehen sich auch im B2B-Bereich gut aufgestellt: „Einen weiteren Wettbewerbsvorsprung bietet unsere langjährige Erfahrung im Bereich der betrieblichen Versicherungen. Bei der betrieblichen Krankenversicherung sind wir einer der Marktführer, jeder fünfte Vertrag wurde bei uns geschlossen.“

18.06.2024
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