Achtung, Rutschgefahr: eine Bananenschale
26.04.2021    Arne Gottschalck
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Anlegerschutz

Spacs: Vier Tipps, um nicht auszurutschen

Spacs sind die derzeit heißesten Instrumente in Sachen Geldanlage. Die Experten der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz haben daher genau hingesehen. Und eine Reihe von Stolpersteinen ausgemacht.

Unternehmerisches Denken? Jemand hat eine Idee, entwickelt sie, treibt sie voran – und gründet. Oder greift einfach bei einem zu, der schon einen Schritt weiter ist, und kauft dessen Unternehmen. Möglich machen das auch Spacs. Die Abkürzung steht für Special Purpose Acquisition Companies. Eine Mantelgesellschaft, die alles umhüllen kann – Tech-Unternehmen, aber auch Old-School-Industry. Spacs gehen an die Börse und sind damit für Anleger offen. 2020 floss viel Geld in die SPACs. 2019 gab es weltweit 73 Spacs, ein Jahr später waren es schon 256. Und im ersten Quartal des Jahres 2021 schafften es 267 dieser Mäntel an die Börse, so die „FAZ“.

Ein Spielfeld auch für die Großinvestoren: Bill Ackman beispielsweise, als Lenker des Hedgefonds-Anbieters Pershing Square Capital Management bekannt, hat mit einem solchen Vehikel rund vier Milliarden Dollar eingesammelt, rund 3,3 Milliarden Euro. Und Goldman Sachs konnte im ersten Quartal dieses Jahres den Nettogewinn versechsfachen – auch wegen Spacs, so der „Spiegel“.

Viel Geld, viel Verlockung. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat daher einen Kanon dessen aufgestellt, worauf Spac-Interessierte achten sollten. Das sind die vier wichtigsten Regeln:

1. Immer an die Idee denken

Ein Spac ist ein Mantel. Sein erster Zweck? Geld einzusammeln und dann zu investieren. Anders als in bestehenden Unternehmen gibt es zunächst keine Maschinen, keine Patente oder andere Vermögensgegenstände.

2. Trau, schau, wem

Spac-Anleger vertrauen also auf die Fähigkeit des Manns oder der Frau an der Spitze, clever bei anderen Unternehmen zuzugreifen. Das kann klappen. Ein Indikator dafür ist die Erfolgsbilanz der Geschäftsführung. Wie ist es zum Beispiel um die Erfahrung des Managements mit dem Sektor bestellt, in dem es aktiv sein will?, fragt die DSW.  Werden womöglich Hoffnungen gesät, die sich nicht erfüllen werden?

3. Nicht blenden lassen

Etwas ältere Anleger erinnern sich mit Grausen an den Telekom-Titel. 1996 ging der Konzern an die Börse. Seinerzeit bewarb der Schauspieler Manfred Krug die Aktie des Unternehmens. 1,9 Millionen Kleinanleger griffen zu. Das Platzen der Tech-Blase beendete für viele Deutsche das Kapitel Aktienanlage. Auch für Spacs stehen inzwischen bekannte Gesichter, mahnt die DSW. „Celebrity Involvement“, nennt sich dieser Ansatz. Rapper Jay-Z zum Beispiel tummelt sich medienwirksam in diesem Feld. Doch das allein darf nicht den Ausschlag geben, mahnt auch die US-Börsenaufsicht SEC.

4. Das eherne Gesetz beachten

Bei der Geldanlage gibt es eine Grundregel, die in der Begeisterung über neue Investment-Ideen auch Profis nicht immer im Visier behalten: Es geht immer darum, Dinge günstig einzukaufen und teurer zu verkaufen. Das gilt für Aktien genauso wie für Spacs. Das Problem: Spacs investieren gern in Start-ups. Doch genau die sind derzeit so gefragt, dass ihre Preise tendenziell steigen, wie die DSW feststellt. Und das bedeutet, dass auch Spacs zu möglicherweise überhöhten Preisen auf Einkaufstour gehen und damit die Rendite des Anlegers schmälern, so die DSW.

 

 

26.04.2021    Arne Gottschalck
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