Blumen werden gegossen
07.06.2021    Arne Gottschalck

Streuung bei der Geldanlage

Können teure Aktien noch teurer werden?

Jetzt noch in Aktien investieren, trotz der Bewertungen? Das geht, sagt Gerald Rosenkranz von der Vermögensverwaltung Pecunia. Es bedarf aber einer Menge Disziplin.

Geldflut hin, Pandemie her: Investieren ist nicht einfacher geworden. Doch wie in so einer Gemengelange ein ausgewogenes Portfolio aufbauen? Können Anleihen noch dabei helfen, die Kursschwankungen von Aktien auszugleichen? Gerald Rosenkranz von Pecunia Vermögensmanagement hat dazu eine klare Meinung. Und einen eigenen Ansatz – abseits des Mainstreams.

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Zur Person

Gerald Rosenkranz Pecunia Vermögensverwaltung

Gerald Rosenkranz 

ist Geschäftsführer von Pecunia Vermögensmanagement, Vermögensverwalter und Fondsberater des Varios Flex Fonds

Ist Streuung schwieriger geworden?

Gerald Rosenkranz: Sie ist nicht schwieriger geworden, sondern anders. Wir setzen im Fonds und in der Vermögensverwaltung auf Aktien, Renten und Cash. Im Fonds haben wir 2020 die letzten Anleihenanteile verkauft. Den hohen Risiken, wie etwa Ausfallrisiken, stehen keine attraktiven Renditen mehr gegenüber. Man muss sich dem Markt immer stellen. Und der hat immer recht. Wir nutzen daher ein technisches System zur Aktienauswahl, das uns anhand bestimmter Parameter klare Signale liefert, sowohl für den Ein- als auch für den Ausstieg.

Sie wollen mehr zum Thema erfahren? Dann melden Sie sich jetzt zum Webinar „Die richtige Aktie zur richtigen Zeit finden. Varios Flex Fonds – Die Strategie für langfristigen Vermögenszuwachs“ an. Dieses findet am 6. Juli um 9 Uhr statt. Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

Sie setzen zur Vermögensverwaltung vor allem auf Aktien. Was bildet das absichernde Element in diesen unruhigen Zeiten?

Rosenkranz: Emotionen bleiben außen vor. Das Risiko wird auf alle Aktien gleich verteilt und durch Verlustschwellen permanent abgesichert. Unsere aktive Liquiditätssteuerung und der Einsatz von Put-Optionen bei Marktstress sorgen für eine dynamische, der aktuellen Marktsituation angepasste Aktienquote von 0 bis 100 Prozent.

Die Bewertungen sind aber schon deutlich von günstigen Kursen entfernt. Wie sehen Sie die Bewertungen von Aktien?

Rosenkranz: Das spielt für unseren Ansatz keine Rolle. Vor über 20 Jahren haben wir nach unserer Investmentstrategie ein technisches System entwickelt, um in vier Schritten die richtige Aktie zum richtigen Zeitpunkt zu selektieren. Wenn eine Aktie im historischen Vergleich unsere Risikokennzahlen nicht durchbricht, können wir diese Aktie halten oder kaufen. Auch teure Aktien können teurer werden. Und: Im Verhältnis zu Anleihen sind Aktien günstig. Aber eben nur im Verhältnis …

Was bedeutet das in der Anlagepraxis?

Rosenkranz: Es unterstreicht die Rolle der Disziplin. Unser System hilft dabei, weil es ganz klare Grenzen bei der Geldanlage setzt. Unsere Meinung zählt dabei nicht.

Was ist derzeit der wichtigste Ratschlag für Anleger?

Rosenkranz: Anleger, die eine wertstabile Lösung suchen und sich nicht immer darum kümmern möchten, sollten über Mischfonds nachdenken. Wichtig ist, auf die Entwicklung eines Fonds in Verlustphasen zu schauen. Wie viel Risikobegrenzung wird erreicht, und wie partizipiert der Fonds an den Ertragschancen? Man sollte sich dann einfach fragen: Mit welchen Verlusten kann ich leben?

 

07.06.2021    Arne Gottschalck
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