Ein Schild zeigt den Fluchtweg.
03.03.2022    Arne Gottschalck
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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, heißt es im Fußball. Auf Unternehmerinnen und Unternehmer übertragen bedeutet das: Ausruhen ist nicht; Vorbereitung ist alles. Denn noch immer kippen Pandemie und Lieferschwierigkeiten Sand ins Getriebe der Wirtschaft. Das sorgt für Unruhe in Unternehmerkreisen – und für ein Umdenken, zeigt eine Untersuchung der Beratung Inverto. Die Kernaussage: Die Zeiten sind unsicher. Denn 86 Prozent der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer spüren bereits Engpässe. Höhere Lagerkapazitäten aufzubauen gehört also zu den Hausaufgaben, um lieferfähig zu bleiben.

Liquiditätspolster für alle Fälle

Entsprechend wird gehandelt: 86 Prozent der Unternehmen haben sich nach neuen Lieferanten umgesehen, 78 Prozent setzen auf ein striktes Cash-Management oder planen es. Zum einen, um ein Liquiditätspolster für alle Fälle zu haben: Immerhin geht laut einer Befragung von DZ Bank und Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken ein Großteil der Firmen davon aus, dass sich das Umfeld nicht so schnell ändert.

Zum anderen aber, um sich die unternehmerische Manövrierfähigkeit für Investitionen in die Zukunft zu erhalten. Und diese Freiheit ist wichtig: Denn 76 Prozent der Mittelständler gaben an, sie wollten in den nächsten sechs Monaten investieren.

Um im Fußballjargon zu bleiben: Es geht um eine robuste Defensive, aber auch um die Fähigkeit, jederzeit punkten zu können. Möglich machen das clevere Strategien. „Das Interesse daran ist groß“, beobachtet etwa Stephan Ninow, Geschäftsführer von abcfinance. Der Finanzierungsspezialist bietet verschiedene solcher Ansätze.

Factoring und Leasing: smarte Doppellösung

Factoring zum Beispiel kann die Liquidität sichern. Das Grundprinzip: Unternehmen treten Forderungen gegen Cash an spezialisierte Finanzinstitute ab und ersparen es sich so, auf die Bezahlung der Außenstände zu warten. „Wir verzeichnen seit Beginn der Pandemie eine deutlich gestiegene Nachfrage“, sagt Ninow. Das passt zu generellen Beobachtungen. „Factoring in 2021: Ein guter Start trotz Corona“, schrieb etwa der Deutsche Factoring Verband im Sommer 2021.

Auch Leasing kann helfen. Statt etwa eine Maschine zu kaufen und damit den Liquiditätspuffer zu reduzieren, wird sie geleast. „Die Raten finanzieren sich im Idealfall aus den mit ihr erwirtschafteten Erträgen“, erklärt Ninow das „Pay as you earn“-Prinzip.

Entsprechend steige das Interesse. Das zeigt auch die Vogelperspektive: Zwar hätten Firmen ihre Investitionspläne schon 2020 coronabedingt oft auf Eis gelegt, so der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen. Doch wenn investiert wurde, dann oft mit Leasing. Nach dem Spiel ist schließlich vor dem Spiel.

03.03.2022    Arne Gottschalck
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