Corona News: Update aus der Klinik Videocast mit Essener Klinikchef Prof. Jochen Werner

Videocast „19 – die Chefvisite”

Mit High-Tech gegen Herzschwäche

Was tun gegen Herzschwäche? Wie erkennt man Herzinsuffizienz – und was hat Künstliche Intelligenz damit zu tun? Mehr

Podcast

Was tun gegen Herzschwäche? Wie erkennt man Herzinsuffizienz – und was hat Künstliche Intelligenz damit zu tun? Antworten gibt der bekannte Essener Kardiologe Prof. Dr. Tienush Rassaf im Gespräch mit Prof. Dr. Jochen Werner, Chef der Uniklinik Essen. Außerdem erklärt Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin a. D., warum die Solaranlage auf dem Dach selbstverständlich sein und die Flugreise in den Mallorca-Urlaub trotz Klimawandel möglich bleiben sollten.

Die Gäste:

– Prof. Dr. Tienush Rassaf, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Essen

– Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin a. D.

Moderation:

– Prof. Dr. Jochen A. Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Essener Uniklinik

– Fanny Rosenberg vom Medienverbund „Chefvisite“

Bei „Zukunftsvisite – dem Magazin für Nachhaltigkeit und Gesundheit“ – einer Sondersendung von „19 – die Chefvisite“ – werden aktuelle Trends und spannende Zukunftsperspektiven in Medizin und Wirtschaft von wechselnden Experten diskutiert und leicht verständlich eingeordnet.

Talk-Gäste: Wirtschaft

07.06.2021

Schlank, schön und schlau im Schlaf

80 Prozent der Deutschen klagen über Schlafprobleme, neue Therapien ermöglicht die Digitalisierung – und wie diese Büros klimaschonender macht.
07.06.2021

Kritik an Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung

Virus-Mutation aus Indien ist „sehr gefährlich“, Verbrennungsmotoren sollen CO2-neutralen werden, digitale Bankkunden haben Rückenwind. Mehr
18.05.2021

Impferfolge lassen auf sorgenfreien Sommer hoffen

„Pandemische Depression“ unnötig, mehr Schwung für die Impfkampagne durch Betriebsärzte, Versicherer fordern Zugriff auf Unfalldaten aus autonomen Fahrzeugen. Mehr
08.06.2021

Corona: Wer darf künftig zusammen arbeiten?

Genesene, Geimpfte und Getestete brauchen sichere Arbeitsplätze, Shitstorm auf Twitter nach Zoff mit Elon Musk. Mehr
29.04.2021

Uniklinik: „Klares Nein“ zu Liefers-Schicht auf Intensivstation

Ein Praktikum des „Tatort“-Schauspielers ist für Essener Klinikum „definitiv kein Thema“, TK-Chef fordert Schließung kleinerer Krankenhäuser, Arzneimittelkosten drohen zu explodieren. Mehr
21.05.2021

FDP-Bundes­schatzmeister: Warnung vor grüner Bevormundung

Liberale sehen durch Verbote Arbeitsplätze in Gefahr, Klimaschutz mit Investitionen in Forschung verbessern, „nicht verzetteln“ bei der Digitalisierung von Impfpässen. Mehr
03.06.2021

96-Boss Kind: Missmanagement in der Bundesliga

Fußball-Traditionsklubs wie Schalke und Werder in Nöten, mehr Digitalisierung für bessere Transferentscheidungen, Bundesliga steht vor Krise. Mehr
16.03.2021

Corona-Politik erhält Schulnote „ungenügend“

Kritik aus dem Mittelstand am Entscheidungs- und Planungsversagen der Regierung, „zwölf Monate verschwendet“, AstraZeneca-Impfstopp ist Schwarzer Tag für Corona-Bekämpfung. Mehr
04.05.2021

Corona-Impfzentren als „überflüssig“ kritisiert

Länder horten Impfzubehör, Arztpraxen impfen deutlich schneller und günstiger, auch Apotheker wollen impfen, Pharma-Engpässe drohen wegen Corona-Welle in Indien. Mehr
11.06.2021

Streit um Rechte für Ungeimpfte auf der Arbeit

Die wichtigsten Fragen für Arbeitnehmer erklärt, Rechte und Pflichten von Geimpften und Ungeimpften am Arbeitsplatz unter Juristen „total umstritten“. Mehr
22.02.2021

Corona: Über 250 Impfstoff-Kandidaten weltweit

Biotechnologie lässt auch auf Medikamente gegen Krebs hoffen, „Revolution in der Medizin“ möglich, Stufenplan für Lockdown-Ausstieg gefordert. Mehr
01.04.2021

Bahn erwartet „guten Reise-Sommer“

Studie zu Infektionsrisiko im Zug läuft, Boom für nachhaltige Mobilität erwartet, Geständnis von „kapitalem Fehler“ durch Weltärztebund-Chef Montgomery gelobt. Mehr
12.05.2021

Einschränkungen für Impfverweigerer?

Urlaubsreisen für Nicht-Geimpfte fraglich, Regelwerk muss rasch kommen, das leise Sterben der Schausteller-Betriebe. Mehr
07.05.2021

Schadensersatzforderung: Verfassungsklage von Händlern kommt Mitte Mai

Wettbewerbsverzerrungen durch Bundes-Notbremse, rasche Öffnung des Fachhandels möglich, Inzidenz könnte binnen zwei Wochen unter 100 sinken. Mehr
26.05.2021

Corona-Impfung: Bürgern beim Nachweis vertrauen

Gelben Impfpass trotz Digital-Zertifikat mitnehmen, neue Geschäftsmodelle bringen Wirtschaft „enorme Dynamik“, Intensivstationen mit Künstlicher Intelligenz ausstatten. Mehr
28.04.2021

Isolation nach Corona-Impfung: Alarm im Altersheim

Pflegeheime mit „absurder Übervorsicht“, Neiddebatte über Freiheitsrechte für Geimpfte und Genesene abgelehnt, Betriebsrenten trotz Kurzarbeit stabil. Mehr
17.12.2020

Trigema-Chef: „Gute Unternehmer rufen nicht nach dem Staat“

Wolfgang Grupp: „Flexibilität am Standort Deutschland“ nötig, Impfvorbereitungen laufen in Essener Uniklinik auf Hochtouren, beim Thema Impfung „kommt Dynamik rein“. Mehr
28.05.2021

Corona-Impfung: Vorerkrankte brauchen Vorrang

Schüler nicht zulasten gefährdeter Patienten impfen, Autofahren erlebt eine „Renaissance“, Zahl der Geschäftsreisen soll wieder zunehmen. Mehr
11.05.2021

Doppelt Geimpfte als Dankeschön zum Bundesliga-Finale

Veranstaltungen für Helden der Krise statt „nur klatschen“, ein Viertel der Bühnenkünstler könnte aufgeben, Hotellerie erlebt Personal-Aderlass. Mehr
29.03.2021

Warnung vor Corona-Welle in Kitas und Schulen

Kinder und Jugendliche mit „deutlich mehr“ Bedeutung beim Infektionsgeschehen, zwei Tests pro Woche angemahnt, Ruf nach Reform der Gesundheitsversorgung. Mehr
15.06.2021

Boom nach Corona: Wirtschaft kämpft um neue Mitarbeiter

Mitarbeitersuche wird immer schwieriger, qualifiziertes Personal ist Mangelware, Start-ups brauchen eher Fachkräfte als Kapital. Mehr
14.05.2021

Arztpraxen droht Chaos nach Impffreigabe

Reihenfolge beim Impfen „noch ein paar Wochen durchhalten“, deutsche Erfinder sollten sich stärker vermarkten, das 14. deutsche Weinanbaugebiet liegt in Ostfriesland. Mehr
20.05.2021

Fokus auf Schulkinder bei Corona-Impfung

Noch vor den Sommerferien Impfangebot für Schüler gefordert, kurzfristig erhöhte Inflation, nachhaltiges Geldanlegen liegt im Trend. Mehr
04.06.2021

Corona: Gefahr durch Fernreisen

Einschleppung von Virus-Mutation möglich, mittelfristig verliert Auto Bedeutung als Statussymbol, Fortschritte beim Klimaschutz im Einzelhandel. Mehr
02.06.2021

Keine Panik bei Corona-Fluchtmutanten

Laut Klinikchef bieten Impfungen hohen Schutz auch gegen Virusmutationen, in Krankenhäusern kehrt Normalbetrieb ein, umweltschonendere Kreuzfahrtschiffe möglich. Mehr
01.06.2021

Corona-Impfung statt Quarantäne

Klinikchef will mehr impfen gegen Virus-Mutationen aus Asien, Einzelhandel vor Rabattschlacht, Verbraucherpreise dürften mittelfristig steigen. Mehr
10.05.2021

Freigabe von Impf-Patenten bringt Patienten in Gefahr

Bedrohung für deutsche Innovationskraft, Sorge um globales Impfversagen, bei der Altersvorsorge ist Beratung vor Ort nötig. Mehr
06.05.2021

Intensivstationen geben Entwarnung

Stabilisierung der Covid-Lage in Krankenhäusern, kein Lieferstopp für indische Pharmaprodukte absehbar, in Krisenzeiten steigt Interesse an Unternehmensverkäufen. Mehr
19.01.2021

Essener Klinikchef: Inzidenzwert von 50 ist „Feigenblatt“

Corona-Infektionsketten digital leichter nachzuverfolgen, Kritik an möglicher Datenpanne beim RKI, Investition in Bitcoins reine Spekulation. Mehr
12.02.2021

Hoffen auf neues Corona-Medikament

Essener Klinikchef: „Werden noch einige Impfungen bekommen“, Inzidenzwert könnte weiter gesenkt werden, Unternehmensumbau Richtung Nachhaltigkeit oft ein „Schreckgespenst“. Mehr
05.05.2021

Warnung vor Kontroll-Chaos bei Corona-Öffnungen

„Nicht mehr zeitgemäß“ gelber Impfpass soll digitalisiert werden, elektronisches Zertifikat auch für Covid-Genesene, Anbieter rechnen mit Boom bei Flusskreuzfahrten. Mehr
16.12.2020

Altenpflege: „Impfschutz im Doppelpack“

Essener Klinikchef will Seniorenpflegekräfte gleich mitimpfen lassen, er beklagt einen „traurigen Rekord“ in seinem Haus, politischer „Fokus auf Investitionen und Infrastruktur“ gefordert. Mehr
19.05.2021

Corona-Impfung: Hausärzte an Belastungsgrenze

Bei Impfterminvergabe herrscht teils aggressive Stimmung, Fitnessstudios erreichen Vorkrisenniveau frühestens 2024, digital gegen den Fachkräftemangel. Mehr
14.04.2021

Alarm in Kliniken: Triage vor Krankenhäusern droht

In Großkliniken spitzt sich die Covid-Belastung zu, beim Personal „kommen wir im Moment an unsere Grenzen“, Krankenversicherung warnt vor Beitragsexplosion. Mehr
30.04.2021

„Grünes Krankenhaus“: Nachhaltigkeit revolutioniert Kliniken

Digitalisierung ist Voraussetzung für Nachhaltigkeit im Gesundheitssystem, Klimaschutz durch Innovationen, Kritik an planloser Politik. Mehr
02.02.2021

TK-Chef: Warnung vor explodierenden Krankenkassenbeiträgen

Elektronische Patientenakte als Grundlage für digitales Gesundheitswesen, Essener Klinikchef: Impfdaten zentral erfassen, „teilweise dramatische“ Lage auf Intensivstationen. Mehr
20.04.2021

Corona-Mutante macht Schüler zur Risikogruppe

Studie zeigt starke Gefährdung von Schulkindern, rund ein Drittel der Neuinfektionen trifft Unter-25-Jährige, Chef der Luca-App greift TV-Satiriker Böhmermann an. Mehr
19.04.2021

Klinikchef fordert kompletten Lockdown bis Muttertag

Schließung nutzen für Digitalisierung von Kontaktnachverfolgungen, „Aussitzen wird nicht genügen“, China rüstet bei E-Autos auf. Mehr
01.02.2021

Essener Uniklinik: Neue Corona-Medikamente im Einsatz

Antikörper-Versuch läuft seit letzter Woche, Klinikchef: Mehr Forschung nötig, Job-Bewerbung per Chefspaziergang. Mehr
14.12.2020

Essener Klinikchef zu Weihnachts-Lockerungen: „Inakzeptabel“

Festtage könnten Superspreader-Events werden, medizinisches Personal in Essen „extrem belastet“, Corona-App kritisiert: „Viel Geld für wenig Leistung“. Mehr
10.03.2021

Kik-Chef: Lockdown ist Raub am Einzelhandel

Textildiscounter will Klage gegen Ladenschließungen „bis zum Ende durchfechten“, neue Ideen im Einzelhandel gefragt, Digitalisierung im Gesundheitswesen stößt auf Skepsis. Mehr
21.04.2021

Warnung vor digitalem Rufmord an AstraZeneca

Umstrittener Impfstoff „außer Frage“ hoch wirksam, Impfung schützt Hochbetagte vor schwerer Covid-Erkrankung, mehr Soziales Unternehmertum durch die Pandemie. Mehr
11.03.2021

Corona bald unter Kontrolle gebracht?

Medizin nicht mehr wehrlos gegen Covid, Pandemie bringt digitales Gesundheitswesen voran, Corona verändert Gesellschaft nachhaltig. Mehr
16.04.2021

Klinikchef: Impf-Happy-Hour für Tempo beim Impfen

Beim Impfen innovativ bleiben, TÜV-Straßen sollen zum Impf-Drive-In werden, massive Insolvenzwelle befürchtet. Mehr
15.03.2021

Unternehmerin kritisiert Zauder-Politik

Medienmanagerin Christiane zu Salm: Politik, nein danke!, Impfen wird „totreguliert“, hohes Gefahrenpotenzial in der häuslichen Pflege. Mehr
06.04.2021

Gesundheitsämter mit Corona-Zahlendebakel

Brücken-Lockdown droht an Blindflug zu scheitern, mehr Selbstständige nutzen Pfandleihhäuser, Frankreich: „Jeder impft, der eine Spritze halten kann.“ Mehr
19.02.2021

Weniger Corona-Tote mit neuem Barmer-Impfsystem

Entlastung für Gesundheitssystem durch digitale Datenanalyse, RKI macht Barmer zum Partner, vor kostenlosen Corona-Selbsttests besteht „großer Informationsbedarf“. Mehr
13.02.2020

McFit öffnet Outdoor-Fitness-Studios in Deutschland

Die größte deutsche Fitnessstudio-Kette McFit bietet ihren Mitgliedern ab heute wieder Trainingsmöglichkeiten an. Mehr
21.12.2020

Essener Klinikchef kritisiert Auslandsurlauber

Ferienreisende „feiern mit infizierten Briten“, höchste Zahl an Covid-Intensivpatienten im Uniklinikum Essen, Hörgeräte-Unternehmer Kind fordert Aussetzung des Datenschutzes. Mehr
18.02.2021

Debatte um AstraZeneca-Impfstoff: „Alarmglocken läuten“

Wahlfreiheit beim Impfstoff abgelehnt, Aufklärungskampagne zur Impfung gefordert, Datev-Chef: „Wer vorher digital war, kommt besser durch die Krise.“ Mehr
18.12.2020

Essener Klinikchef warnt vor Panikmache bei Patientenversorgung

Trotz Covid-19 werden auch andere Erkrankte versorgt, deutschlandweit mehr als 30.000 Neuinfizierte binnen 24 Stunden, bei reiner Homeoffice-Arbeit droht „blaues Wunder“. Mehr
26.01.2021

Essener Klinikchef: Warnung vor Covid-Langzeitfolgen

Long-Covid: Angststörungen und Depressionen bei einem Viertel der Betroffenen, Infektionszahlen „gehen klar runter“, Städte und Gemeinden durch Pleitewelle bedroht. Mehr
17.03.2021

Corona: Politik soll runter vom hohen Roß

Alle Fachleute beteiligen, Auseinandersetzung mit dem Thema Tod in Pandemie-Zeiten nötig, hohe Beteiligung an Massen-Impfung in Tirol könnte Südafrika-Mutante eindämmen. Mehr
03.02.2021

Essener Klinikchef: Hoffnung durch russischen Impfstoff

Studie: „Sputnik V“ hat „hohe Wirksamkeit“ auch bei Älteren, Uniklinik beklagt insgesamt 260 Corona-Tote, die Lufthansa will auch Ungeimpfte an Bord lassen. Mehr
26.02.2021

Klöckner-Chef: Stellenabbau durch Digitalisierung

Automatisierung bei Klöckner & Co. kostet Arbeitsplätze, stärkstes Quartal seit 15 Jahren für Stahlhändler absehbar, Altenheimbewohner wieder besuchen. Mehr
12.03.2021

Klinikchef gegen AstraZeneca-Pause

Essener Klinikchef: Impfung mit AstraZeneca fortsetzen, keine alarmierenden Nebenwirkungen, Südkorea-Experte: Fassungslosigkeit über deutsches Corona-Krisenmanagement. Mehr
08.04.2021

Nur mit Corona-Impfung zu Sport- und Kulturevents?

Veranstalter Michael Mronz warnt: „Mehrheit nicht bestrafen“, alle Corona-Apps sollen mit QR-Codes umgehen können, Drive-in-Test in NRW ein „Signal“ für Massenimpfung. Mehr
20.01.2021

Impfstopp im Krankenhaus

„Sehr schwierige Situation“ durch Mangel an Impfstoff, Warnung vor Ausbreitung von Coronavirus-Mutationen, „der Zins ist weg“ für Sparer. Mehr
13.01.2021

Essener Klinikchef warnt vor Politiker-Aktionismus

Impflicht: „Unsinnige Diskussion“, Umsetzung der Teststrategie eingefordert, Kleinstunternehmer zu Anträgen auf Staatshilfe aufgerufen. Mehr
22.01.2021

Essener Klinikchef fordert neue Corona-Medikamente

Trotz erster Erfolge mit Antikörpern in den USA kein EU-Zulassungsverfahren, Neuinfektionen: positiver Trend „hält an“, dank Künstlicher Intelligenz sind Restaurants in China wieder voll Mehr
07.01.2021

Essener Klinikchef: „Schwere dritte Welle“ droht

Ausbreitung der englischen Corona-Mutation beunruhigt, Sonderregeln in einigen Bundesländern kritisiert, „Wahlkampf mithilfe der Pandemie“ gerügt. Mehr
08.12.2020

Essener Klinikchef: Silvester-Lockerungen „nicht nachvollziehbar“

Forderung: Auch Schwerkranke rasch impfen, viele Hausärzte arbeiten nahe der Belastungsgrenze, Uniklinik spürt „leichte Druckzunahme“ bei Kapazitäten. Mehr
03.03.2021

Digitalisierung „Riesenchance“ im Kampf gegen Krebs

Diagnosen, Therapien und Vorsorge werden besser, im internationalen Vergleich steht Deutschland gut da, Ruf nach bundesweitem Konzept für Corona-Schnelltests. Mehr
07.04.2021

Corona bringt Gesundheitsvorsorge in Gefahr

Krankenhäuser: Versorgung von Nicht-Covid-Patienten unter Druck, „Trauerspiel“ bei RKI-Zahlen kritisiert, WHO fürchtet mehr als 500.000 Tuberkulose-Tote. Mehr
08.03.2021

Corona-Selbsttests vom Aldi: Inzidenzwerte werden steigen

Bei Corona-Maßnahmen nicht nur Inzidenzwerte berücksichtigen, Toyota plant autonomes Fahren bei Olympia, Künstliche Intelligenz soll „Menschen unterstützen, nicht ersetzen“. Mehr
25.11.2020

Essener Klinikchef warnt vor Bürger-Frust

„Neue Stufe“ bei Corona-Opfern, täglich fast so viele Tote wie durch Krebs, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank setzt auf Verlierer-Aktien. Mehr
24.03.2021

Luxus-Fincas auf Mallorca heiß begehrt

Käufer wollen „dem deutschen Lockdown“ entfliehen, Uniklinik muss wegen „Oster-Arrest“ OPs verschieben, Unternehmen sorgen mehr für Mitarbeiter-Gesundheit vor. Mehr

„Es wäre richtig gewesen, noch einige Wochen zu warten“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, kritisiert das heutige Aus für die Reihenfolge bei der Corona-Impfung. Bei „19 – die Chefvisite“ verweist Werner auf die zuerst in Indien nachgewiesene Delta-Variante des Coronavirus, die „für ungeimpfte Risikopersonen sehr gefährlich“ und „noch infektiöser“ sei. Nach Angaben aus Großbritannien ist die Mutation, die dort auf dem Vormarsch ist, um 40 Prozent ansteckender als die Alpha-Mutante, die in Deutschland vorherrscht. Klinikchef Werner hofft, dass trotz des Endes der Priorisierung möglichst viele Risikopatienten schnell geimpft werden können. Denn diese seien es, „die ins Krankenhaus kommen und unsere Intensivstationen belegen“.

Eine „lange Zukunft für Verbrenner“ sieht der Vorstandsvorsitzende des Motorenbauers Deutz AG, Frank Hiller, im Nutzfahrzeugbereich. Anders als bei Pkw sei es absehbar nicht möglich, zum Beispiel Landmaschinen über acht Stunden elektrisch zu betreiben, sagt Hiller in der Sendung. Daher gehe es darum, den „Verbrennungsmotor CO2-neutraler zu gestalten“, so Hiller mit Blick auf den möglichen Einsatz von grünem Wasserstoff aus Ökostrom oder synthetischen Kraftstoffen. Wo wie etwa bei Gabelstaplern die Anwendung von Elektroantrieben umsetzbar sei, gebe es bereits eine „extrem hohe Durchdringung“, betont, Hiller.

Während der private Autokauf in der Pandemie eingebrochen sei, sei der Absatz an Firmenkunden trotz Corona „stabil“ geblieben, berichtet der Chef der Toyota Kreditbank, Axel Nordieker, im Videocast. Eine Erkenntnis für den Autofinanzierer: „Der digitale Bankkunde hat Rückenwind bekommen.“ Darauf habe sein Unternehmen reagiert und sei „quasi über Nacht zur mobilen Bank geworden“, so Nordieker. Für ihn ist der Kampf gegen den Klimawandel ohne neue Formen der Mobilität wie beispielsweise Car-Sharing kaum denkbar. Daher wolle sich die Toyota Kreditbank zu einem Mobilitätsdienstleister weiterentwickeln und setze dabei vor allem auf die Zusammenarbeit mit Kommunen und Immobilienentwicklern, so Nordieker.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Dienstag, den 8. Juni: Klaus Josef Lutz, Vorstandschef der BayWa AG, und Tijen Onaran, Gründerin des Netzwerks Global Digital Women. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Es gibt viele Gründe für einen positiven Blick nach vorn“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, hält einen Sommer mit nur wenigen Corona-Einschränkungen für möglich. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick auf die Impfkampagne. Ab dem 7. Juni werde die Reihenfolge bei der Impfung bundesweit aufgehoben – „ab dem Tag werden dann auch die Betriebsärzte und Privatärzte regelhaft eingebunden“, so der Mediziner. Das verspricht noch mehr Schwung bei den Impfungen. Bis dahin sollten „vor allem in den bisher priorisierten Gruppen noch 15 Millionen Impfungen vorgenommen werden“, sagt Werner. Die guten Aussichten dürften „uns auf der einen Seite nicht übermütig werden lassen, uns aber auf der anderen Seite auch nicht in eine pandemische Depression versetzen“.

Die Kfz-Versicherer fordern Zugriff auf Daten aus autonom fahrenden Autos, um nach einem Unfall die Schuldfrage klären zu können. Das sei in dem vorliegenden Gesetzentwurf zum autonomen Fahren „noch nicht geregelt“, kritisierte der Vorstandschef der Allianz Versicherungs-AG, Frank Sommerfeld, in der Sendung. Positiv an der geplanten Regelung sei das Festhalten am „Prinzip der Halterhaftung“: Bei einem Schaden greift also weiterhin zunächst die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters. Diese könne nach der Regulierung des Schadens den Verursacher klären und sich so eventuell Geld zurückholen. Dazu benötige der Versicherer aber den Zugriff auf die Fahrzeugdaten, so Sommerfeld.

Angesichts von immer mehr Autos mit autonomen Fahrfunktionen im Straßenverkehr „brauchen wir mehr Transparenz, welche Daten an die Hersteller übermittelt wird“, sagt Sommerfeld. Ein Halter müsse zum Beispiel die Möglichkeit bekommen, die Ermittlung des Standortes durch das Auto zu blockieren. Sommerfeld sieht einen „schmalen Grad zwischen personenbezogenen Daten und relevanten Daten, die die Hersteller für die Weiterentwicklung benötigen“. „Jeder Mensch hat das Recht auf seine Daten“, stellt Sommerfeld klar. Dieses dürfe im Streitfall nur durch ein Gericht aufgehoben werden, damit beide Parteien vollen Zugriff auf Unfalldaten erhielten.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 19. Mai, sind der Chef des Fitness-Vermarkters Aciso, Thomas Nemmaier, und der Gründer des Software-Anbieters Weclapp, Ertan Özdil, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, fordert von der Politik klare Regeln für die Zusammenarbeit von Geimpften und Ungeimpften im Betrieb. So müsse die Frage beantwortet werden, ob der Arbeitgeber zum Beispiel verpflichtet sei, „bei Nicht-Einverständnis zur Testung alternative Arbeitsplätze anzubieten“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Es müsse festgelegt werden, ob Geimpfte und Nicht-Geimpfte voneinander getrennt ihre Pausen verbringen sollten, wenn sie „ohne Maske essen oder Kaffee trinken“. Ein weiterer Punkt für den Klinikchef: „Kann ich als Arbeitgeber meine Beschäftigten auffordern, mich kontinuierlich über den Status ihrer Immunisierung zu informieren?“ Solche „Unklarheiten aussitzen zu wollen, ist für alle Gruppen unbefriedigend“, mahnt Werner. Dies seien nur einige Beispiele für den großen Regelungsbedarf im betrieblichen Alltag, dem sich die Politik jetzt stellen müsse.

Wie sehr das Thema polarisiert, hat der Mediziner selbst erlebt: Nachdem er bei „19 – die Chefvisite“ über das absehbare Spannungsfeld zwischen Geimpften und Ungeimpften gesprochen hatte, geriet Werner in einen Shitstorm im Internet. Ihm sei mit „Nürnberger Prozessen“ gedroht worden, „man vergesse nie“. Auf der anderen Seite seien „absurde Forderungen“ erhoben worden, etwa Arbeitslager für Ungeimpfte.

„Man kann sich wehren“, ist die Unternehmerin und Social-Media-Expertin Tijen Onaran überzeugt. In der Sendung berichtet sie von einer persönlichen Auseinandersetzung mit Tesla-Gründer Elon Musk auf Twitter. „Die Elon-Musk-Liebenden haben mich gehasst“, beschreibt Onaran den Shitstorm nach dem Zoff. Sie betont, dass eine „gesunde digitale Distanz“ nötig sei und Menschen im privaten Umfeld, „mit denen man darüber reden kann“. Hilfe böten auch Organisationen wie die Beratungsstelle „HateAid“. Onaran, die sich für die Gleichstellung von Frauen einsetzt, hat festgestellt, dass es bei Kritik an Frauen im Netz „sofort sexistisch wird und auf Äußerlichkeiten geht“. Einen „Maulkorb“ sollte sich dadurch niemand verpassen lassen: „Wir brauchen Leute, die ihre Meinung sagen und dazu stehen“, so Onaran.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 9. Juni, ist der Bonner Virologe Prof. Hendrik Streeck als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Eine klare Abfuhr erteilt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, einer Schicht auf der Intensivstation seines Krankenhauses für den „Tatort“-Schauspieler Jan-Josef Liefers. „Für uns ist das definitiv kein Thema“, sagte Werner bei „19 – die Chefvisite“. Liefers hatte als einer der Hauptdarsteller der umstrittenen Kunst-Aktion #allesdichtmachen zuvor zu einem Angebot der Essener Notfallmedizinerin Carola Holzner, im Netz als „Doc Caro“ bekannt, unter dem Motto #allemalneschichtmachen in einem Interview gesagt, er habe sich „schon angemeldet“. Klinikchef Werner hält eine Inszenierung wie „Bergdoktor im Ruhrgebiet“ für „undenkbar“: „Wer bis heute nicht begriffen hat, was in Krankenhäusern geleistet wird, der begreift es auch in einer Schicht nicht“, so Werner.

Die Bundesbürger sind nach Angaben des Chefs der Krankenversicherung TK, Jens Baas, mit der Arbeit des deutschen Gesundheitssystems „sehr zufrieden“. Baas sagte in der Sendung, eine repräsentative Umfrage seines Unternehmens zu diesem Thema habe einen „absoluten Höchststand ergeben wegen der Pandemie“. Diese habe belegt, dass das deutsche Gesundheitswesen „extrem leistungsstark“ und „vielleicht das beste der Welt“ sei, so Baas. Fast 90 Prozent der Befragten hätten sich zudem bereit gezeigt, ihre digital erhobenen Gesundheitsdaten für wissenschaftliche Forschung freizugeben. Baas forderte, die gesetzlichen Grundlagen dafür zu schaffen – „immer auf freiwilliger Basis“. Es sei ein „Trauerspiel“, dass dies bislang nur mit hohen bürokratischen Hürden möglich sei.

Baas warnte, die steigenden Kosten für die Gesundheitsversorgung seien „mit Wirtschaftswachstum nicht mehr abzupuffern“. Beitragserhöhungen seien daher ohne Einsparungen unumgänglich. Ein Weg sei die Reduzierung der Zahl von Kliniken. „Nicht jedes Dorf braucht ein eigenes Krankenhaus“, sagte Baas. In kleinen Häusern werde häufig fehlerhaft operiert, was dann in Unikliniken repariert werden müsse. Seine Forderung: „Weniger Betten, dafür mehr Spezialisierung.“ Baas kritisierte zudem die explodierenden Preise für einzelne Arzneimittel-Therapien, die schon „siebenstellige Summen im Jahr“ erreichen könnten. Damit mache die Pharmaindustrie „Milliardengewinne auf Kosten der Versicherten“. „Gegen diese Tendenzen müssen wir vorgehen“, so Baas.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 30. April, sind die Unternehmensberater Andreas Steinberger von Ecovis und Ann-Katrin Hardenberg von The Mak’ed Team als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Die Grünen wollen Bevormundung“: Der Bundesschatzmeister der FDP, Harald Christ, warnt vor „Verboten und Regulatorik“ im Wahlprogramm der Grünen zur Bundestagswahl. „Für den Mittelstand wäre das die Abrissbirne und gefährdet Arbeitsplätze“, sagt Christ bei „19 – die Chefvisite“. Statt auf „Staatsökologismus“ setze die FPD auf „Investitionen in Forschung und Innovationen“, um „viel mehr zu tun für Klima und Umweltschutz“, so Christ. Mit den Grünen werde „auf dieser Basis eine Koalition sehr schwer“. Er sieht daher die Union als idealen Partner für die Liberalen. Trotz aktuell hoher Umfragewerte für die Grünen ist der FDP-Bundesschatzmeister überzeugt: „Eine grüne Kanzlerin wird es nach der Wahl nicht geben.“

Das „jahrzehntelange Vernachlässigen der Digitalisierung“ in Deutschland führt nach Einschätzung des Chefs der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, bei der Dokumentation der Corona-Impfungen zu einer „Zettelwirtschaft“. „Hoffentlich verzetteln wir uns nicht auf dem Weg zum digitalen Covid-Zertifikat“, sagt Werner in der Sendung mit Blick auf die Einführung eines EU-weiten elektronischen Zertifikats, das ab 1. Juli gelten soll. Es könne Geimpften, Genesenen und Getesteten als „Freifahrtschein“ dienen, zum Beispiel auf Reisen. Werner mahnt Tempo bei der Umstellung vom gelben Papier-Impfpass zum digitalen Zertifikat an – wobei die Hausärzte schon „abgewunken“ hätten, diese zusätzliche Aufgabe zu übernehmen. „40 Tage sind eine kurze Zeit“, so Werner.

Von der Digitalisierung kann „jedes Unternehmen profitieren“, sagt der Digitalisierungsexperte des Softwareanbieters Celonis, Lars Reinkemeyer, im Videocast. Das gelte für Großkonzerne ebenso wie für kleinere Mittelständler. „Wir helfen mit einem Röntgenbild der Prozesse und schaffen Transparenz“, so Reinkemeyer. Mithilfe „digitaler Spuren“ sei es möglich, manuelle Aktivitäten in Geschäftsprozessen zu identifizieren, die Einsparpotenziale eröffneten. Celonis sei in diesem Sinne ein „digitaler Fitnesscoach für Unternehmen“. Dabei sei die Digitalisierung aber kein „Selbstläufer“. Reinkemeyer empfiehlt daher „Kernteams, die den Wandel antreiben“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Dienstag, den 25. Mai: Professor Jalid Sehouli, der Leiter des gynäkologischen Tumorzentrums und des Europäischen Kompetenzzentrums Eierstockkrebs an der Berliner Charité. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Die sportlich Verantwortlichen in der Bundesliga haben häufig nicht genügend Managementqualität“: Martin Kind, Geschäftsführer der Profi-Abteilung des Zweitligisten Hannover 96, fordert „neue Profile und mehr Realismus“ im deutschen Fußball. „Viele Bundesligavereine treffen Risikoentscheidungen wie Spielertransfers, ohne wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen“, sagt Kind bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick auf die Probleme, die zurzeit Traditionsvereine wie Schalke 04 oder Werder Bremen plagen. Mutmaßliche „Unterschiedsspieler“ dürften nicht mehr „aus dem Bauch heraus“ unter Vertrag genommen werden. Es brauche „mehr Digitalisierung“, so Kind: „Wir haben eine umfassende Datenbasis, die müssen wir nutzen.“ Das werde zu „besseren Personalentscheidungen“ führen.

Der Hörgeräte-Unternehmer fordert weiter die Abschaffung der 50+1-Regel, die den gemeinnützigen Vereinen das letzte Wort bei Entscheidungen auch im Profifußball lässt – obwohl das Kartellamt aktuell bei dem Thema eine Niederlage beschert hat. „Niemand gibt Geld, damit ein anderer darüber verfügt“, so Kind, der selbst die Profi-Mannschaft von 96 zusammen mit zwei anderen Hannoveranern finanziert und mit der Breitensportabteilung des Vereins im Clinch liegt. Eine 50+1-Regel gebe es „fast nirgendwo in Europa“. Wenn sie falle, „dann haben wir Wettbewerbsfreiheit“, sagt Kind. Daher ist aus seiner Sicht eine Landesbürgschaft, wie sie NRW in der Corona-Krise für Schalke beschlossen hat, „nicht mehr zu vertreten“. Dass der Steuerzahler Profi-Fußballer stütze, „ist heute und in der Zukunft kein Geschäftsmodell“.

Der frühere Vorstand des Traditionsklubs Hamburger SV, Joachim Hilke, warnt in der Sendung davor, dass die Bundesliga unattraktiver wird. „Es macht keinen Spaß, ein Spiel zu sehen, von dem ich weiß, wie es ausgeht“, sagt Hilke mit Blick auf die Dominanz des FC Bayern München. „Wir müssen aufpassen, dass uns die Nachfrage nicht wegbricht.“ Die Fans brauchten die Emotionalität von Derbys, daher seien Traditionsvereine mit großer Anhängerschaft wichtig für das „Produkt Fußball“, so Hilke, der für das US-Unternehmen Fanatics International Fan-Artikel vermarktet. Er fordert mehr Chancengleichheit unter den Vereinen und einen „extrem offenen Wettbewerb“ im Sport wie in den USA, um eine Krise der Bundesliga abzuwenden. Für die Traditionsklubs könne die „Hoffnung auf den einen Heilsbringer nicht die Lösung sein“, damit ein Abstieg nicht zu „dauerhafter Bedeutungslosigkeit führt“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Freitag, den 4. Juni: der Chef der Werkstattkette Pitstop, Stefan Kulas, und Nachhaltigkeitsexperte Alexander Holst von der Unternehmensberatung Accenture. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Das Corona-Krisenmanagement der Politik könnte für den Mittelstand gar nicht schlechter sein: Wenn es ginge, würde er „eine Schulnote 7 vergeben“, sagt der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Markus Jerger. Bei „19 – die Chefvisite“ spricht Jerger von „sinnbefreiten Entscheidungen“ und „gegenseitigen Schuldzuweisungen“ – das „Planungs- und Entscheidungsversagen ist dramatisch“. „Wenn unsere Unternehmer so geplant hätten, hätten wir in Deutschland weder Lebensmittel noch Klopapier“, so Jerger.

Aus der Sicht des Mittelstands habe die Politik „zwölf Monate verschwendet“, kritisiert Jerger. So werde hierzulande erst jetzt diskutiert, ob auch Zahn- oder Tierärzte impfen sollten. Gleichzeitig „schauen wir mit Bewunderung nach Großbritannien oder Israel“, wo das Impfen weitaus besser organisiert sei: „Es stimmt etwas nicht mehr in Deutschland.“ Das werde zu einer Pleitewelle beitragen, wenn Insolvenzen wieder angezeigt werden müssen. Hilfsgelder würden „Unternehmen künstlich am Leben erhalten“. Branchen, „die den Anschluss verpasst haben“, könnten aber komplett wegbrechen. Daher sei auch die Verteilung von Geld nach dem Gießkannenprinzip „gefährlich“. Man müsse „extrem gut auswählen“, welche Unternehmen gestützt werden sollten.

„Gestern war ein Schwarzer Tag bei der Pandemiebewältigung“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, kann die Entscheidung, die Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin wegen möglicher Thrombosegefahr auszusetzen, zwar nachvollziehen. Er warnt aber, dass „jegliche Pause im Impfprozess unweigerlich Infektionen bei einigen dann Nicht-Geimpften zur Folge haben wird“. Das „Verrückte“ dabei: „Covid-19 geht ohnehin mit einer erhöhten Anzahl an Thrombosen einher“, so der Mediziner. Wie schwer der Imageschaden für das Präparat sei, ließe sich noch nicht absehen. Werners Hoffnung: „Das Vertrauen in die Wissenschaft sollte weiter gestiegen sein.“ Denn die Aussetzung der Impfungen zeige, „wie sorgfältig auf mögliche Komplikationen hin überwacht wird“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 17. März, sind als Talk-Gäste der Chef der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK, Dr. Hans Unterhuber, und der Generalbevollmächtigte der Sterbegeldversicherung Monuta, Oliver Suhre, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Die Schließung von Impfzentren fordert der Vorstandschef der Apotheker-Genossenschaft Noweda, Michael Kuck. „Impfzentren sind überflüssig“, sagte Kuck, der mehr als 9000 Apotheker vertritt, bei „19 – die Chefvisite“. Er will die „Impfstoffe auf die Hausärzte umleiten“. Dort sei die Schwelle, sich impfen zu lassen, niedriger und das Vertrauen höher. Kuck ist überzeugt, dass es die „teure zusätzliche Infrastruktur“ der Impfzentren gar nicht gebraucht hätte, „wenn man uns denn gefragt hätte“. Die Apotheken seien erst „Ende Februar, Anfang März“ in die Impfkampagne eingebunden worden. Noweda beliefert Apotheken, die Arztpraxen vor Ort mit Impfstoffen versorgen.

Scharfe Kritik übte Kuck daran, dass Impfzubehör wie etwa Spritzen in den Zentren gehortet werde, „während wir uns das Material auf dem freien Markt beschaffen müssen“. „Die Länder sitzen auf dem Zubehör und wir kommen nicht dran“, rügte Kuck. „Da stimmt die Priorisierung nicht.“ Aktuell „kommt es darauf an, möglichst viele möglichst schnell zu impfen“, so der Noweda-Chef. Dazu seien Arztpraxen besser geeignet, sagte er unter Verweis auf die Zahl der Impfungen, die sich mit dem Einstieg der Hausärzte in die Impfkampagne verdoppelt hätten. Dort sei die Impfung zudem günstiger als in einem Zentrum. Experten gehen davon aus, dass die Kosten im Impfzentrum deutlich höher liegen als in einer Arztpraxis. Damit die Impfkampagne weiter Fahrt aufnimmt, plädiert Kuck dafür, dass auch Apotheker impfen sollten. Deutschlandweit hätten sie rund drei Millionen Kundenkontakte am Tag.

„Ganz große Sorge“ bereitet Kuck die Situation in Indien. Das von einer schweren Corona-Welle getroffene Land gilt als „Apotheke der Welt“, ein großer Teil der Wirkstoffe für in Deutschland verwendete Medikamente wird dort produziert. „Wir fahren sicherheitshalber die Vorräte hoch“, so Kuck. Er warnte: Sollte Indien zum Beispiel Exportbeschränkungen erlassen, um zunächst die eigene Bevölkerung zu versorgen, „kommen Deutschland und Europa in ganz erhebliche Probleme“. Bei Pharmaprodukten sei die Abhängigkeit von ausländischen Herstellern lange bekannt, „aber die Pandemie bringt die Lage an den Tag“, sagte Kuck.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 5. Mai, sind die Franchise-Expertin der Restaurantkette Pizza Hut, Gabriele Krueger, und der Kommunikationschef des Reiseveranstalters 1AVista, Dominik Kaven, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Total umstritten“ sind viele Fragen rund um die Corona-Pandemie unter Arbeitsrechtlern. Das stellt die Bielefelder Fachanwältin für Arbeitsrecht, Nicole Mutschke, bei „19 – die Chefvisite“ klar. „Wir zoffen uns über fast alles, was Corona betrifft“, so die Juristin unter Verweis auf die neuartige Situation. In der Sendung ordnet sie die wichtigsten Fragen für geimpfte und ungeimpfte Arbeitnehmer ein.

Kann mich mein Arbeitgeber zur Impfung zwingen?

„Nein, das ist nicht möglich“, sagt Mutschke. Ausnahme könne es allenfalls für Beschäftigte geben, die beruflichen Umgang mit „vulnerablen Gruppen“ haben – also zum Beispiel Risikopatienten in Pflegeheimen. Sonst „darf es keine arbeitsrechtlichen Folgen geben“, so Mutschke. Wenn ein Arbeitgeber möchte, dass alle seine Mitarbeiter geimpft sind, sollte er aus ihrer Sicht auf „Motivation“ setzen: „Ein Corona- Bonus für Geimpfte ist drin“, sagt die Arbeitsrechtlerin.

Kann der Arbeitgeber meinen Impfpass kontrollieren, bevor ich ins Büro darf?

Das geht nicht, sagt Anwältin Mutschke: „Da ist das noch heißere Thema Datenschutz davor.“ Laut Datenschutzgrundverordnung „darf der Arbeitgeber gar nicht danach fragen“. Die Frage sei aber unter Juristen sehr umstritten, so Mutschke. Manche argumentierten mit der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers. Um dieser nachzukommen, sei es eigentlich „zwingend notwendig“, dass Chefs etwa den Impfstatus in der Belegschaft abfragen könnten.

Darf ein Chef Ungeimpfte einfach ins Homeoffice verbannen?

Das ist laut Mutschke nicht möglich. Wichtig in diesem Zusammenhang sei das Maßregelverbot für den Arbeitgeber: „Eigentlich darf er seine Leute nicht bestrafen, wenn sie sich an die Regeln halten“, so Mutschke. Und eine Impfpflicht für alle gebe es eben nicht. Sie betont, dass ein Chef einen Ungeimpfte nicht in den Betrieb lassen muss, wenn er das nicht möchte. Dann habe er aber trotzdem die „Pflicht, ihn zu bezahlen“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Die Talk-Gäste am Montag, den 14. Juni: Bernd Renz, Vertriebsleiter Factoring bei der Targobank, und Dr. Tobias Lindner, sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Weltweit gibt es aktuell mehr als 250 Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus. Damit zeichnen sich „neue Produkte“ im Kampf gegen die Pandemie ab, sagt die DWS-Biotech-Fondsmanagerin Noushin Irani bei „19 – die Chefvisite“. Bei der Entwicklung würden „technologische Durchbrüche wie Zell- und Gentherapie oder mRNA helfen“, so Irani. Das lasse langfristig auch auf Erfolge in der Behandlung von Krebs und anderen unheilbaren Krankheiten hoffen. Durch Biotechnologie seien bereits die schon zugelassenen Impfstoffe in „historisch beispiellosem Tempo“ möglich gewesen, urteilt die Fondsmanagerin.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, hält durch Biotechnologie eine „Revolution in der Medizin und Therapie“ für möglich. Helfen würde dabei eine „digitale Gesamtvernetzung mit Analysemöglichkeit sämtlicher relevanter Gesundheitsdaten“ – zum Beispiel bei der Corona-Impfung, so der Mediziner in der Sendung. Bereits möglich sind aus Werners Sicht „funktionierende Regionalmodelle wie es beispielsweise in der vergangenen Woche für Böblingen mit der Doctorbox-App vorgestellt wurde“. Diese könnten auf andere Regionen ausgeweitet und so die Corona-Maßnahmen gelockert werden. Werner will dabei „lieber kleine Schritte gehen als große Versprechungen zu machen, die außer Vertrauensverlust nichts bewirken“.

„Die Menschen brauchen dringend einen Stufenplan“ für das Ende des Lockdowns, fordert Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, mit Blick auf das nächste Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin am 3. März. Ein Stufenplan wäre für Hagedorn ein „Hoffnungsschimmer“ in Pandemiezeiten. Abhängig vom Infektionsgeschehen könnten dann auch Läden in den Innenstädten wieder öffnen. Für die Zeit nach der Pandemie sei finanzielle Unterstützung des Bundes für Länder und Kommunen nötig, um die Fußgängerzonen wiederzubeleben, so die SPD-Politikerin. Die City müsse aber „neu gedacht“ werden. Denn: „Corona wird unsere Gesellschaft nachhaltiger verändern als es manche wahrhaben wollen.“ Fußgängerzonen will sie künftig als Orte für „Kommunikation, Kultur, Kunst“ positionieren.

„Wir rechnen mit einem guten Reise-Sommer“: Die Deutsche Bahn bereitet sich auf mehr Fahrgäste in den Sommermonaten vor, kündigt Stefanie Berk, Marketing-Vorstand bei der DB-Fernverkehrssparte, an. Bei „19 – die Chefvisite“ sagt Berk: „Wir stellen zusätzliche Züge bereit.“ Die Managerin erwartet, dass „die Menschen nach Aufhebung der Reisebeschränkungen schneller in die Züge zurückkehren als ins Flugzeug“. In den Waggons sieht Berk „kein höheres Infektionsrisiko als im öffentlichen Raum“. Derzeit laufe dazu eine Studie der Berliner Charité, deren Ergebnisse „in Kürze“ vorliegen sollen.

Für die Zeit nach der Pandemie zeichnet sich laut Berk ein „Push für nachhaltige Mobilität“ ab. Denn die Klimakrise sei eine noch größere Herausforderung als Covid-19. Sie ist zuversichtlich, dass diese bewältigt werden kann: Wer ein Jahr lang Corona-Einschränkungen erlebt habe, könne auch die Probleme des Klimawandels überwinden, ist Berk überzeugt. Die Pandemie habe bei vielen Menschen für „mehr Reflexion“ gesorgt und die Erkenntnis: „Es gibt klimafreundliche Alternativen, und die sind gut.“ Die Bahn wolle Service und Pünktlichkeit verbessern und modernisiere dazu auch ihre Flotte: „Derzeit rollt alle drei Wochen ein neuer ICE auf die Schiene“, so Berk.

„Die Art der Analyse hat mich beeindruckt“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, lobt das freimütige Geständnis durch den Chef des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, in der „Chefvisite“. Montgomery hatte gestern von einem „kapitalen Fehler“ der Ärzteschaft bei der Beratung der EU im Zuge der Impfstoffbeschaffung gesprochen. Ärzteverbände hätten die Position vertreten, bei den Kaufverträgen mehr auf die Kosten als auf eine schnelle Lieferung zu achten – aus Sorge, ärmere EU-Staaten könnten sich die Impfstoffe sonst nicht leisten. Nun zeige sich, dass die wirtschaftlichen Schäden durch den Lockdown viel größer seien. Er habe Respekt vor Menschen, die solche Fehler öffentlich eingestehen und daraus „für die Zukunft lernen“, sagt Klinikchef Werner.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag nach Ostern, den 6. April, sind der Juwelier und RTL-Superhändler, Thomas Käfer, sowie der Journalist und langjährige Frankreich-Korrespondent, Peter Heusch, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Für Impfverweigerer soll möglichst rasch ein Regelwerk erarbeitet werden. Darüber müsse „jetzt entscheiden werden, sonst gerät das Thema in den Bundestagswahlkampf“, warnt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, bei „19 – die Chefvisite“. Die Corona-Impfung sei selbstverständlich freiwillig, so der Mediziner. Es müsse aber auch klar sein, dass ein Nein zum Pieks von bis zu zehn Millionen Einwohnern für diese „bedeutet, dass etwas wegfällt“ – denkbar seien zum Beispiel Einschränkungen beim Besuch einer Kirmes oder Sportveranstaltung bis hin Sonderregelungen für Urlaubreisen. Experten wie der Berliner Virologe Christian Drosten gehen davon aus, dass sich letztlich alle Ungeimpften mit dem Corona-Virus infizieren. Klinikchef Werner fordert, die Politik müsse sich bei ihrer Entscheidung „maßgeblich“ an Empfehlungen des Deutschen Ethikrats orientieren. Werner drückt aufs Tempo: Am schlimmsten wäre es, wenn es „keine Entscheidung gibt und das Thema ausgesessen wird“.

Vor einem „Verordnungs-Vakuum“ warnt auch der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, in der Sendung: „Wir brauchen klare Regelungen, aufgeschrieben und durch die Parlamente gegangen, wenn Nicht-Geimpfte nicht mehr reindürfen“, sagt Ritter in der Sendung mit Blick auf Volksfestbesuche. Viele Schausteller seien schwer angeschlagen, hielten sich etwa mit Aushilfsjobs in Testzentren über Wasser. Konkurse in der Branche würden oft nicht erfasst, warnt Ritter vor einem leisen Sterben kleinerer Betriebe: „Die hören einfach auf und machen etwas anderes.“ Er appelliert an die Behörden, Volksfeste „bitte nicht jetzt schon abzusagen“. Die Verantwortlichen sollten angesichts fortschreitender Impferfolge „so lange wie möglich weiter planen“.

Eine sportliche Lebensweise der Versicherten „aktiv fördern“, das hat sich die Krankenkasse Viactiv auf die Fahne geschrieben. „Im Vordergrund steht die Prävention“, betont Viactiv-Vorstand Marcus M. Müller. Die Pandemie habe es „nicht leichter gemacht, Menschen zum Sport zu motivieren. Sein Unternehmen habe daher „Kursangebote in den digitalen Raum geholt“ und biete Kunden „individualisierte Motivation“ an. Auch ein Mentalcoaching mit Bayern-Torjäger und Fußball-Weltmeister Thomas Müller ist im Programm. So sei es der Krankenkasse gelungen, „trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Markt zu wachsen“. Das zeige: „Sport wird angenommen“, so Viactiv-Vorstand Müller.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 14. Mai, ist der Medienunternehmer und Buchautor Julien Backhaus als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Verfassungsbeschwerde gegen die Bundes-Notbremse wird eine Initiative von Händlern „Mitte Mai“ einlegen. Das kündigt der Vorstandschef der Sportfachhandelskette Intersport, Alexander von Preen, bei „19 – die Chefvisite“ an. „Derzeit wird noch ein Gutachten erstellt.“ Die Klage richte sich gegen Wettbewerbsverzerrungen, weil zum Beispiel Discounter öffnen dürfen und dabei auch andere Produkte als Lebensmittel verkaufen können. Ziel sei es, „mögliche Schadensersatzansprüche der Händler für die Zukunft zu sichern“. Der Initiative „Händler helfen Händlern“ geht es laut von Preen ebenso darum, mit ihrer Klage Klarheit für mögliche künftige Pandemien zu schaffen und so Risiken für Unternehmer zu verringern.

Sollten die Corona-Einschränkungen aufgehoben werden, könnte der Handel rasch zu einem „eingeschränkten Normalbetrieb“ zurückkehren. Dazu brauche es „nur ein Wochenende“, so von Preen. „Es dauert ein bisschen, die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zurückzuholen und die Waren aus dem Zentrallager in die Geschäfte zu bringen.“ Dabei wäre eine „klare Strategie hilfreich“, sagt er mit Blick auf unterschiedliche Regelungen in einzelnen Bundesländern. Der stationäre Einzelhandel sei insgesamt in einer „sehr kritischen Situation“. Viele Unternehmen hätten ihre Rücklagen investiert, um den Lockdown zu überstehen. Zudem gebe es einen „Aderlass hochqualifizierter Mitarbeiter“, die nach langer Kurzarbeit keine Perspektiven mehr sähen und in andere Branchen abwanderten.

Eine „relative Normalität im Frühsommer“ erwartet der Chef der Essener Uniklinik, Jochen A. Werner, angesichts sinkender Inzidenzzahlen. „Nach 15-monatiger Erfahrung mit dem Pandemiegeschehen macht sich bei uns im Klinikum der Eindruck breit, dass es über die nächsten vier Wochen deutlich ruhiger werden dürfte“, sagt Werner in der Sendung. Er halte es für möglich, dass binnen zwei Wochen „die Inzidenz unter 100 sinkt“. Dann griffen die Regelungen der Bundes-Notbremse einschließlich Ausgangsverboten nicht mehr. „Wir sehen eindeutig eine Abschwächung der aktuellen Welle“, so der Mediziner: „Die Belegung mit Covid-Patienten nimmt ab.“ Das werde sich „mit Nachlauf“ auch auf den Intensivstationen widerspiegeln.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Montag, den 10. Mai: Marcus Vitt, Vorstandssprecher beim Bankhaus Donner & Reuschel, und Marc Weegen, der die Markenkommunikation der Volksbanken und Raiffeisenbanken verantwortet. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Bei der anstehenden Übertragung des Corona-Impfnachweises in ein digitales Format fordert der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, von den Behörden, „den Bürgerinnen und Bürgern zu vertrauen“. „Sie werden ihre Impfungen nur dann eintragen, wenn sie auch erfolgt sind und dies durch Vorlegen des Nachweises belegbar ist“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Der Mediziner hält es für den „pragmatischsten Weg“, dass auch Geimpfte mit einem elektronischen Zertifikat ihren gelben Impfpass „für Kontrollzwecke mit sich führen“. Angesichts des nahenden EU-Covid-Zertifikats zu Beginn der Urlaubszeit dringt Werner zudem auf mehr Tempo bei der Digitalisierung der Nachweise auch in Deutschland.

„Tradition ist kein Geschäftsmodell“: Der Verleger des DUP Magazins, Jens de Buhr, mahnt in der Sendung, die Chance des Wandels in der Wirtschaft zu nutzen. Während Unternehmen mit langer Geschichte wie die Commerzbank ums Überlegen ringen, „drängen neue Geschäftsmodelle nach vorne“, so de Buhr: „Man muss in der Lage sein, sich neu zu erfinden.“ Das Streben nach mehr Nachhaltigkeit und die Digitalisierung sorgten für eine „enorme Dynamik an den Märkten“.

Die Intensivstationen zu digitalisieren ist das Ziel von Clinomic. Dazu habe das 2019 gegründete Unternehmen das Assistenzsystem Mona entwickelt, berichtet Geschäftsführer Lukas Martin im Videocast. Mona könne die bis zu 1000 einzelnen Daten, die pro Stunde über den Zustand des Patienten erhoben werden, für den Intensivmediziner so aufbereiten, dass bei der Behandlung „wieder rationale Entscheidungen fallen“. Die Steuerung erfolge wie bei Alexa von Amazon per Sprache. Das System biete zudem den Einstieg in die Telemedizin. „So können wir die Expertise in die Fläche bringen“, sagt Martin. Experten aus großen Kliniken könnten damit zum Beispiel Kollegen in kleineren Krankenhäusern auf dem Land unterstützen.

Mit „Biokraftstoffen der zweiten Generation“ will der Hersteller Verbio dem Klimawandel begegnen. Mithilfe eigener Technik könne Verbio Biomethan aus dem Abfallprodukt Stroh herstellen, „um den Schwerlastverkehr zu dekarbonisieren“, sagt Gründer Claus Sauter. Der Einsatz von Nahrungsmitteln zur Produktion von Biosprit sei so nicht mehr nötig. Das Image von Biokraftstoffen wende sich daher gerade wieder zum Positiven, ist Sauter überzeugt: „Der Wandel ist greifbar.“ Die Branche brauche jetzt „politische Leitplanken“ – „konkrete, verbindliche und vor allem verlässliche Rahmenbedingungen“, die nicht immer wieder geändert würden.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Donnerstag, den 27. Mai: Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin und Adrian Willig, Geschäftsführer des IWO Instituts für Wärme und Mobilität. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Die Aufhebung von Kontaktbeschränkungen für doppelt geimpfte Senioren in Pflegeeinrichtungen fordert der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner. „Wir werden ein Regelwerk brauchen“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Obwohl viele Senioren nach einer doppelten Impfung praktisch nicht mehr ansteckend seien, dürften sie sich nicht einmal untereinander treffen – Isolation drohe, schlägt Werner Alarm. Es müsse möglich sein, wieder gemeinsam zu reden, zu spielen, „oder mal einen Vortrag zu hören“. Die Betroffenen „verstehen die Welt ja nicht mehr“, so der Mediziner. Daher müsse Schluss sein mit der „Absurdität der Übervorsicht“ in Pflegeheimen, mahnt Werner.

In der Diskussion um die Rückgabe von Freiheitsrechten an Geimpfte und Genesene warnt der Klinikchef vor einer Neiddebatte. Ohne klare Regelungen sei eine „gefühlte Zweiklassengesellschaft kaum vermeidbar“. So sei das medizinische Personal inzwischen weitgehend geimpft – angesichts der Herausforderungen durch die Pandemie sollte den Beschäftigten die Möglichkeit gegeben werden, „sich außerhalb der Arbeit bei Veranstaltungen oder in der Gastronomie ein wenig zu entspannen“. Gleiches gelte für bereits geimpfte chronisch Kranke: „Die sind durch ihre Krankheit schon genug gehandicapt“, so Werner. Solche Freiheitsrechte dürfen aus seiner Sicht nicht als Privilegien „unter dem Aspekt des Faktors Neid bei Nichtgeimpften“ diskutiert werden.

Entwarnung bei Betriebsrenten von Beschäftigten in Kurzarbeit gibt der Vorstand des Versicherers HDI, Fabian von Löbbecke: Er sieht „keine Auswirkungen“ auf die späteren Zahlungen aus der betrieblichen Altersvorsorge. „Solche Störfälle in der Biographie sind sauber geregelt“, so von Löbbecke in der Sendung. Wer nur noch Kurzarbeitergeld beziehe und kein reguläres Einkommen mehr habe, könne aus eigenen Ersparnissen weiter einzahlen oder Teile seiner Riester-Förderung dazu nutzen. Viele Versicherer böten auch die Möglichkeit einer „Corona-Pause“ bei den Beiträgen. Insbesondere für kleinere Einkommen sei die betriebliche Altersvorsorge der „Königsweg“. Arbeitnehmer hätten einen gesetzlichen Anspruch darauf, Arbeitgeber erhielten einen Teil ihrer Zuschüsse vom Staat zurück, betonte von Löbbecke.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Donnerstag, den 29. April: Dr. Jens Baas, Chef des Krankenversicherers TK. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Gute Unternehmer rufen nicht nach dem Staat“: Für den Chef des Textilherstellers Trigema, Wolfgang Grupp, müssen Unternehmer vor allem Probleme lösen und sich nicht auf finanzielle Unterstützung durch andere verlassen. Bei „19 – die Chefvisite“ nennt der Familienunternehmer als Knackpunkte „schnelle Entscheidungen, Anpassungsfähigkeit und eine kleine Verwaltung“, kurz: „Flexibilität am Standort Deutschland“. So konnte er seine Produktion im Frühjahr rasch auf Masken umstellen, als diese Mangelware waren.

Auf Hochtouren laufen in der Essener Uniklinik die Vorbereitungen für die Impfung des medizinischen Personals. „Wenn wir grünes Licht von der europäischen Zulassungsbehörde EMA haben, geht es los“, sagt Vorstandschef Professor Jochen Werner in der Sendung. Die nötige Freigabe könnte schon am kommenden Montag erfolgen, die Impfung in Senioreneinrichtungen nach Weihnachten starten. Mut macht Werner, dass in Großbritannien binnen einer Woche bereits 150.000 Menschen behandelt wurden – „obwohl die eingerichteten Massenimpfzentren den Betrieb noch gar nicht aufgenommen haben“: „Da kommt Dynamik rein“, so der Mediziner.

Werner betont, dass sich vor allem Ältere schützen sollten: Unter den vielen Covid-19-Toten waren zuletzt „weit überwiegend“ Senioren. Bundesweit sind laut RKI binnen 24 Stunden 698 Menschen am oder mit dem Sars-CoV-2-Virus verstorben, 258 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Mit 26.923 Neuinfektionen liegt die Zahl der Betroffenen in diesem Vergleich um 3244 höher. Die Essener Uniklinik behandelt aktuell 134 Covid-19-Erkrankte, 38 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben.

Risikogruppen wie Asthmatiker und andere Vorerkrankte „verdienen unsere unbedingte Aufmerksamkeit“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, mahnt in der Debatte um die Impfung von Schülern, „die vielen Vorerkrankten nicht zu vergessen, die noch nicht geimpft sind“. Diese gebe es „quer durch alle Altersgruppen, auch von 12 bis 15 Jahren“, betont Werner bei „19 – die Chefvisite“. „Sie sind bei einer Infektion teilweise ums Leben bedroht“, so der Mediziner. Vorerkrankte müssten daher weiter Vorrang beim Zugriff auf die begrenzte Menge an Impfstoffen erhalten – trotz der „verständlichen Diskussion“ um die Impfung von Kindern und Jugendlichen nach dem gestrigen Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer.

Aktuell sei eine „Zeit des Autos“, ist der Vorstandschef des Scheibenspezialisten Junited Autoglas, Michael Schnitzler, überzeugt. Diese „Renaissance“ wird nach seiner Einschätzung zwei bis drei Jahre andauern, weil die Menschen vielfach auch weiterhin das Infektionsrisiko im öffentlichen Personenverkehr scheuten. Weil die dritte Welle der Pandemie in Deutschland abklinge, wachse aber die Mobilität wieder.

Wieder zunehmenden Verkehr bemerkt auch der Deutschlandchef des Autovermieters Avis, Alexander Schuricht: „Der Tiefpunkt ist überwunden.“ Allerdings hinke die Erholung im Bereich Geschäftsreisen noch hinterher. Diese werde aber rasch folgen, ist Schuricht überzeugt. Laut einer Umfrage vermissten „76 Prozent der Geschäftsreisenden den direkten Kontakt“ zu ihren Businesspartnern. Ihnen sei vor allem eine „sehr flexible Reiseplanung“ wichtig, die Avis zu ermöglichen versuche. Bis auch vollständig selbstfahrende Leihwagen zum Einsatz kommen, ist es nach Einschätzung von Schuricht „noch ein paar Jahre hin“. Zwar entwickele sich die Technik weiter, rechtlich sei aber noch der „Gesetzgeber gefragt“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Montag, den 31. Mai: Frank Ulrich Montgomery, der Chef des Weltärzteverbandes. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Als Belohnung für ihren Einsatz in der Corona-Krise fordert der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, für die „doppelt Geimpften aus Pflege-Institutionen, Krankenhäusern, von der Feuerwehr oder von der Polizei“ Eintrittskarten für die Stadien am letzten Spieltag der Bundesliga. „Bedanken, nicht nur klatschen“, müsse die Devise lauten, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. So wären aus Sicht des Mediziners 10.000 bis 15.000 doppelt geimpfte Zuschauer beim DFB-Pokalfinale an Himmelfahrt kein Problem gewesen: „Unter freiem Himmel gibt es keine Infektionen“, so Werner. Das zu organisieren, wäre aber zu kurzfristig gewesen. Dennoch: „Man sollte so etwas jetzt tun“, sagt Werner mit Blick auf die steigende Zahl von Impfungen und bundesweit sinkende Inzidenzwerte.

„Ein Viertel der Leute werden wir nie wieder auf der Bühne sehen“: Der Kabarettist Wolfgang Trepper beklagt in der Sendung die geringen staatlichen Hilfen für Künstler. Viele hätten schon vor der Krise wenig verdient, jetzt würden sie sich anderweitig orientieren. Die Kultur habe von der Politik im Frühjahr 2020 einen „Kann Warten“-Stempel aufgedrückt bekommen – sei dann aber im weiteren Jahresverlauf vergessen worden, nach dem Motto: „Alles, was Kultur angeht, ist nicht systemrelevant.“ Niemand habe eine Blaupause für die Pandemie gehabt, so Trepper. Aber im Superwahljahr 2021 hätten sich zu viele Politiker „mit sich selbst beschäftigt. Da ging die Linie verloren“, rügt der Kabarettist.

Nicht nur bei Bühnenkünstlern, auch beim Hotelpersonal zeichnet sich ein Aderlass ab. Bei der Hostel-Kette a&o habe sich die Zahl der Mitarbeiter in der Pandemie auf 600 halbiert, berichtet Gründer und Chef Oliver Winter: „Ohne, dass wir jemanden entlassen mussten, die sind in andere Branchen gegangen.“ Ob sie zurückkehrten, sei ungewiss. „Wir verlieren jeden Monat Fähigkeiten“, die gebraucht würden, wenn touristische Übernachtungen wieder erlaubt seien. Positiv nimmt Winter aus der Krise mit: „Der Mittelstand hilft sich gegenseitig.“ Vermieter, Lieferanten – „das sind keine Großkonzerne, die entwickeln Verständnis.“ So würden zum Beispiel Mietzahlungen gestundet. Aber: „Wir gehen mit einem Berg von Schulden aus der Krise raus“, warnt der a&o-Chef.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Mittwoch, den 12. Mai: Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, und Markus M. Müller, Vorstand bei der Krankenkasse Vivactiv. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathekauf DUP-magazin.de!

Mehr Corona-Infektionen an Kitas und Schulen fürchtet der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner: Bei „19 – die Chefvisite warnt Werner, Kindern und Jugendlichen komme angesichts der Ausbreitung der britischen Virusvariante eine „deutlich stärkere Bedeutung bei der Infektionsausbreitung zu als noch vor vier Monaten“. Darum sei es entscheidend, dass die „erforderlichen Testungen zweimal die Woche“ in Schulen und Betreuungseinrichtung „wirklich umgesetzt werden“, mahnt der Mediziner. Dies sei der „zentral relevante Fragenkomplex“ neben der Diskussion um Verschärfungen des Lockdowns oder Modellversuchen für Öffnungen.

„Nach der Pandemie müssen wir unser Gesundheitswesen grundlegend überdenken“: Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Krankenversicherers IKK Classic, Kai Swoboda, plädiert in der Sendung für eine Reform der Krankenhäuser und der Gesundheitsversorgung. Als Ziel nennt er „integrierte Versorgungszentren“ mit stationärer und ambulanter Behandlung sowie Therapiemöglichkeiten – „alles unter einem Dach“. Zudem müssten Intensivbetten vorgehalten und finanziert werden. In der Pandemie machten die deutschen Kliniken einen „sehr guten Job“, so Swoboda. Aber: „Die Last liegt aber bei einigen wenigen Häusern.“

Die Herausforderungen durch die Pandemie machen den Mittelstand digitaler. Das berichtet Dieter Weißhaar, Deutschlandchef beim IT-Beratungshaus Experis, im Videocast. Seien 2018 noch 75 Prozent der mittelständischen Unternehmen „technische Nachzügler“ gewesen, habe sich der Anteil nun deutlich verringert, so Weißhaar. Er stellt klar: „Digitalisierung ist Chefsache.“ Es reiche nicht aus, neue Computerausrüstung zu beschaffen. Vielmehr müssten „Arbeitsweisen der Vergangenheit“ über Bord geworfen werden. „Ausdrucken, unterschreiben und dann einscannen, ist nicht digital“, sagt der Experte. Die Unternehmensführungen sollten sich Rat von außen holen und den Prozess des Wandels den Mitarbeitern gegenüber klar kommunizieren.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Dienstag, den 30. März: Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in Nordrhein-Westfalen. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Experten erwarten nach dem Abflauen der Pandemie einen Wirtschaftsboom. Bei der Besetzung dadurch entstehender neuer Arbeitsplätze werde der „Kampf um neue Mitarbeiter“ immer schärfer, sagt Mark Wittbrock, Geschäftsführer des Deutschen Innovationsinstituts für Nachhaltigkeit und Digitalisierung bei „19 – die Chefvisite“. Auf der schwierigen Suche nach dem richtigen Bewerber müssten sich Unternehmen daher noch stärker nach außen als guter Arbeitgeber präsentieren, so Wittbrock: „Wer das nicht tut, geht kaputt.“ In der Außendarstellung helfen könnten Gütesiegel wie das von seinem Institut vergebene Prädikat „Arbeitgeber der Zukunft“. So bekämen Interessenten Orientierung. „Neue Talente zu finden wird das Thema der 20er-Jahre für die Wirtschaft“, ist Wittbrock überzeugt.

Für den Gründer und Chef des Matratzenherstellers Emma, Manuel Müller, ist es „noch ein bisschen schwieriger, neue Mitarbeiter zu finden als Matratzen zu verkaufen“. Das Unternehmen hat in der Krise kräftig expandiert und die Beschäftigtenzahl quasi verdoppelt. Am Firmensitz im Großraum Frankfurt sei es aber „nicht möglich gewesen, 100 oder 200 Mitarbeiter über das Jahr zu rekrutieren“, berichtet Müller in der Sendung. Fachkräfte seien Mangelware. Müller will daher ausweichen und bis Ende 2021 ein neues Büro in Mexiko eröffnen. Er spricht von einem „heißen Wettbewerbsumfeld“ bei der Einstellung neuer Beschäftigter. Keine Stelle sei mehr „einfach zu besetzen“.

Auch jungen Unternehmen mangelt es eher an passendem Personal als an Kapital, sagt Sascha van Holt von der Investmentgesellschaft Crosslantic Capital Management. Im letzten Jahr seien rund 15 Milliarden Euro allein in Start-ups aus der Gesundheitswirtschaft geflossen, so van Holt, der auch in diesem Bereich investiert. Viele dieser neuen Unternehmen würden „nicht überleben“ stellt van Holt klar. Es gebe zu wenig Fachkräfte etwa aus dem IT-Bereich, die auch „grundsätzliches Verständnis“ für die Arbeit von Ärzten und medizinischem Personal mitbrächten. Hinzu kämen „strukturelle Probleme“ bei der Bildung, vor allem im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich.

Bei „19 – die Chefvisite“ gibt es am Mittwoch, den 16. Juni, einen Ausblick in die Zukunft der Medizin jenseits der Corona-Krise, unter anderem zum Kampf gegen Krebs. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Angesichts der Aufhebung der Impfpriorisierung in vielen Bundesländern warnt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, vor chaotischen Zuständen in den Arztpraxen. Bei „19 – die Chefvisite“ bedauert Werner, dass nicht auch die Betriebsärzte bereits impfen – diese könnten den Ansturm „abpuffern“, so der Mediziner. Aus seiner Sicht wäre es besser, die bislang geltende Reihenfolge noch „einige Wochen durchzuhalten“. Auch die Ständige Impfkommission empfehle, neben Risikogruppen zunächst die Über-60-Jährigen zu schützen. Denn diese hätten „maßgeblichen Einfluss auf den Inzidenzwert und vor allem auf die Auslastung der Krankenhäuser“, betont Werner. Das Problem dabei sei, „dass dadurch viele in Konflikt mit ihrem Urlaub kommen“.

Superreiche sind so erfolgreich, weil sie ihre „Vision eiskalt verfolgen“. Sie wollten „nicht anderen gefallen, sondern sich selbst treu bleiben“, sagt der Medienunternehmer und Autor Julien Backhaus in der Sendung, der sich in einem Buch mit dem Thema befasst hat. Superreichen wie Tesla-Chef Elon Musk oder Microsoft-Gründer Bill Gates sei wichtig, „eigene Standards zu erfüllen“. Ihre „Geschichte“ müssten sie immer wieder erzählen, um Erfolg zu haben – ein bekanntes Konzept aus dem Marketing. „Die Amerikaner haben ein größeres Mundwerk als Fähigkeiten“, so Backhaus: „Wir erfinden es, sie vermarkten es“, sagt er mit Blick auf deutsche Ingenieurserfolge. Doch so ließen sich auch Ideen zum Geschäft machen, die anfangs eher verrückt erschienen.

Wein aus Ostfriesland – auch diese Idee scheint zunächst verrückt und klingt nach einer Schnapsidee. Dennoch hat die Erste Ostfriesische Winzergenossenschaft (OWG) um Torsten Oltmanns das erste Weinfeld im Landkreis Leer eingerichtet: „Wir haben hier so viele Sonnenstunden wie Stuttgart“, so Oltmanns. Er hofft auf einen Spitzenwein, der in zwei oder drei Jahren für rund 20 Euro die Flasche verkauft werden könnte. Möglich werde das nunmehr 14. Weinanbaugebiet in Deutschland durch den Klimawandel, berichtet die OWG-Winzerin Angelina Schmücker. Sie verweist darauf, dass große Champagnerhäuser inzwischen Flächen in Großbritannien ankaufen würden: „Der Wein aus dem Süden wird zu süß“, so die „Quereinstiegswinzerin aus dem Ruhrgebiet“, wie sie sich selbst bezeichnet. Daher sieht sie „gutes Potenzial“ für den Tropfen aus Ostfriesland.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Montag, den 17. Mai, ist Prof. Helga Rübsamen-Schaeff, Virologin und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Die Schulkinder in den Fokus der Aufmerksamkeit zu nehmen, ist absolut richtig“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, begrüßt den Vorstoß von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, „noch vor den Sommerferien Impfangebote für Schüler zu machen“. Ziel sei, möglichst viele Kinder noch vor Ferienbeginn zu impfen, sofern die Zulassung für diese Altersgruppe vorliegt, damit „nach den Sommerferien noch mehr Sicherheit in den Schulen möglich“ sei, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite. Laschet hatte gefordert, die Bundesländer, die zuerst in die Ferien gehen, auch vorrangig mit Impfstoff zu beliefern. Die Impfung von Schulkindern hänge allerdings an der Zulassung des Biontech-Impfstoffes für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren, betont Werner. Für ihn ist auch wichtig, durch die Impfung aller impfwilligen jungen Menschen über den Sommer „die Präsenz in Ausbildung und Studium im Herbst“ zu ermöglichen.

Trotz aktuell höherer Inflation gibt es „langfristig keine Indikatoren“ für eine dauerhaft stärkere Teuerung. Es gebe „ein Überangebot an Geld durch sparen“, sagt der Chef der GLS Bank, Thomas Jorberg in der Sendung. Die Folge: „Der Zins wird im Null-Bereich bleiben.“ Bei Sparern bemerkt Jorberg ein wachsendes Interesse an nachhaltiger Geldanlage. Ein Grund für ihn: „Unternehmen, die nachhaltiger aufgestellt sind, haben sich auch in der Krise resilienter gezeigt“ – sind also besser durch Pandemie gekommen. Die Finanzbranche sei insgesamt im Umbruch: „Alle Banken müssen sich in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln und tun es auch“, so Jorberg.

Für den Chef der Autowaschkette CleanCar, Holger Dörner, sind Klimaschutzauflagen wie die neue CO2-Abgabe ein wichtiger Grund für die gestiegenen Kraftstoffpreise. Hinzu kämen „fundamentale Unterschiede beim Rohölpreis“, so Dörner, dessen Unternehmen auch Tankstellen betreibt. Er erinnert an teilweise negative Ölpreise an den Märkten im vergangenen Jahr. Wo sich der Preis einpendeln wird, werde sich erst zeigen, wenn solche „Basiseffekte und die Verzerrungen durch den Lockdown durch sind“, sagt Dörner.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 21. Mai, sind der Bundesschatzmeister der FDP, Harald Christ, und der Digitalisierungsexperte des Software-Anbieters Celonis, Dr. Lars Reinkemeyer, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Vor „Fernreisen in exotische Länder“ warnt der Chef der Uniklinik Essen, Professor Jochen A. Werner, wegen der möglichen Einschleppung von Virus-Mutationen bei der Rückkehr. Wenn eine Reise in Hochrisikogebiete unvermeidlich sei, sollte man sich schon vorher die Frage stellen, „wie man anschließend mit Tests und Quarantäne umgeht“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Insbesondere die Pandemielage in Afrika bereitet dem Mediziner „große Sorge“. Der Kontinent sei „nicht auf eine dritte Pandemie-Welle vorbereitet“. Das Coronavirus drohe sich dort „rasant“ auszubreiten, weil „Lockdown-Szenarien viel schwieriger durchzusetzen“ seien und Impfstoffe fehlten. Die Industriestaaten ruft Werner auf, die „notwendigen Hilfsmaßnahmen“ für die ärmeren Länder zu verstärken.

Angesichts steigender Umweltauflagen erwartet der Chef der Werkstattkette Pitstop, Stefan Kulas, dass das „Auto als Statussymbol“ mittelfristig ausgedient hat. Beim Wandel der Mobilität warnt Kulas in der Sendung davor, einzig auf E-Mobilität zu setzen: „Das ist kein Allheilmittel“, stellt er klar. Kulas verweist auf ungelöste Probleme bei Recycling und Entsorgung von Batterien sowie den Einsatz von Rohstoffen, die zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen abgebaut würden. „Es interessiert uns in Deutschland wenig, was in anderen Ländern vorgeht“, so Kulas. Das Thema Nachhaltigkeit werde immer wichtiger, auch wenn „Corona den Fokus etwas abgelenkt hat“.

Fortschritte beim umweltfreundlicheren Wirtschaften sieht der Nachhaltigkeitsexperte Alexander Holst von der Unternehmensberatung Accenture vielfach im Lebensmitteleinzelhandel. Insbesondere Rewe, aber auch Discounter wie Aldi und Lidl hätten sich hier in den letzten Jahren „toll bewegt“, so Holst. Er betont, dass es beim Thema Nachhaltigkeit nicht nur um die Vermeidung von CO2-Emissionen gehe und sieht Menschenrechtsfragen oder Wasserknappheit als ebenso drängende Probleme an. So sei zum Beispiel bei Erdbeeren aus Andalusien nicht so sehr der CO2-Ausstoß beim Transport das Problem, sondern die „wachsende Trockenheit in Südspanien“, sagt Holst. Daher gelte bei allen Maßnahmen: „Der Mix macht’s“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Montag, den 7. Juni, sind der Vorstandschef des Motorenbauers Deutz AG, Frank Hiller, und Axel Nordieker, Chef der Toyota Kreditbank, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Angst ist ein schlechter Partner in der Pandemie“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor Panik und einer „Dauerunruhe über den Sommer“ wegen Mutationen des Coronavirus. Bei „19 – die Chefvisite“ betont Werner, die Corona-Impfung biete „sehr hohen Schutz“ gegen Varianten des Virus. Das gelte auch für sogenannte Fluchtmutanten, die das Immunsystem überlisten könnten, sodass selbst Genesene und Geimpfte erkranken, wie der „Spiegel“ berichtet. Der Mediziner rät, auf Wissenschaftler zu hören. „Die werden uns sagen, wenn es beunruhigend wird“, so Werner. Die Essener Uniklinik kehre aktuell in den „weitgehenden Normalbetrieb“ zurück. „Wir haben wieder eine volle OP-Kapazität, Wartelisten werden abgearbeitet“, sagt der Klinikchef.

Obwohl schon viele Kreuzfahrer 2020 unterwegs waren, sieht der Chef des Anbieters Nicko Cruises, Guido Laukamp, einen „Nachholstau“ an Passagieren. Diesen werde die Branche wegen der immer noch reduzierten Kapazitäten an Bord wohl erst nächstes Jahr abbauen können, sagt Laukamp in der Sendung. Kreuzfahrtschiffe bezeichnet er als „Vorreiter bei Umwelttechnologie“ auf See. Die Reiseform werde „durch Kampagnen in eine Schmuddelecke gestellt, wo sie nicht gehört“, so Laukamp. Containerfrachter, die „im Internet bestellte Waren aus China“ liefern, stießen viel mehr Schadstoffe aus. „Kein vernünftiges Kreuzfahrt-Unternehmen fährt mehr mit Schweröl“, betont er. Laukamp verweist auf millionenschwere Investitionen bei Nicko in Katalysatoren und effiziente Kläranlagen an Bord.

Umweltschonendere Kreuzfahrten hält die Nachhaltigkeitsexpertin des Outdoor-Ausrüsters Vaude, Lisa Fiedler, für möglich. Und für nötig, weil viele Verbraucher durch die Corona-Krise ein „viel höhere Bewusstsein für Umweltschutz entwickelt haben“. Denn die Pandemie habe „jedem Einzelnen seine Grenze aufgezeigt“ und viele zum Nachdenken über den Sinn des Lebens angeregt. „Nachhaltigkeit ist ein Faktor für wirtschaftlichen Erfolg und Zukunftsfähigkeit“, ist Fiedler überzeugt. Das zeigten die Erfahrungen bei Vaude. Das Unternehmen setze „seit über einem Jahrzehnt“ auf Nachhaltigkeit und sei unter anderem deswegen ein „gefragter Arbeitgeber“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 3. Juni, sind der Hörgeräte-Unternehmen und Geschäftsführer des Fußball-Zweitligisten Hannover 96, Martin Kind, sowie Joachim Hilke von Fanatics International als Talk-Gäste dabei.

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„Das Virus hat auch in Vietnam einen Weg gefunden hat, die bisherigen Gegenmaßnahmen zu überwinden“: Ohne verstärkte Impfung droht in asiatischen Ländern eine „große Welle“ von Neuinfektionen, warnt der Chef der Uniklinik Essen, Professor Jochen A. Werner, bei „19 – die Chefvisite“. Im Blick hat Werner dabei eine neue, in Vietnam entdeckte Virus-Mutation. Dort seien im Mai mehr Covid-Fälle aufgetreten als im bisherigen Verlauf der Pandemie zusammen. Das Coronavirus könne nicht mehr mit der in Asien gängigen Strategie von „Ausgangsverbot, Massentestungen, der Sperrung ganzer Straßenzüge oder Städte“ eingedämmt werden, fürchtet der Mediziner. Anders als die Impfung seien diese Quarantäne-Maßnahmen „kein Zukunftsmodell“. Für Deutschland ist Werner dagegen optimistisch: „In diesem Jahr werden alle geimpft sein, die wollen. Das ist eine ganz andere Ausgangssituation.“ Wenn allerdings „die Pandemie künftig in asiatischen Ländern viel stärker als bisher wütet, dann wird das wiederum wirtschaftliche Folgen für uns haben“, warnt er.

Angesichts sinkender Inzidenzwerte in Deutschland und voller werdender Innenstädte erwartet der Chef des Reisegepäckherstellers Stratic Lederwaren, Axel Bree, eine „große Nachlasswelle im Einzelhandel“ – eine Art Sommerschlussverkauf, „bis die Lager leer sind“. So würden die Geschäfte versuchen, wieder Kunden anzulocken, sagt Bree in der Sendung. Der Nachholbedarf der Verbraucher sei nach den Schließungen im Lockdown groß. Aber: „Wenn dann der Nachschub an Waren kommt, wird es leider Preiserhöhungen geben müssen.“ Bree verweist auf gestiegene Rohstoffpreise und Transportkosten. Diese könnten die Produzenten nicht vollständig auffangen.

Mittelfristig „eher steigende Preise“ auch für Energie sieht die Geschäftsführerin des Strom- und Gasvermarkters E wie einfach, Katja Steger. Für sie ist klar: „Wir müssen etwas für den Klimaschutz tun – und das wird kosten.“ Steger nennt als Beispiel den Ausbau der Netze, um in Norddeutschland produzierten Windstrom nach Süden zu leiten. Hinzu kämen höhere Einkaufpreise für Öl und Gas sowie neue Steuern wie die CO2-Abgabe. Für Energieanbieter sieht sie die Aufgabe, diese Preissteigerungen „möglichst nicht in einer Welle weiterzugeben, damit die Verbraucher nicht alles auf einmal stemmen müssen“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Mittwoch, den 2. Juni: Lisa Fiedler, die Leiterin der Vaude Academy für nachhaltiges Wirtschaften, und Guido Laukamp, Geschäftsführer des Kreuzfahrtanbieters Nicko Cruises. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor einer Freigabe von Patenten der Impfstoffentwickler. Diese würde „eher Patienten gefährden“, weil nicht einfach nachgemacht werden könne, „was erfahrene Produzenten seit 20 Jahren machen“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Er beruft sich dabei auf den Erfinder der mRNA-Technologie und Gründer von CureVac, Ingmar Hoerr. Hoerr habe bei einem Vortrag betont, dass es bei der Herstellung „nicht nur um die Patente, sondern ganz besonders auch um das Know-how“ gehe. Viele Prozesse von CureVac seien gar nicht patentiert, „weil natürlich durch die Patentierung eine Veröffentlichung stattfindet“. Dieses Wissen fehle anderen Unternehmen, die auf Basis von CureVac-Patenten produzieren wollten, was die Sicherheit der Impfstoffe verringere.

Eine Aussetzung von Patentrechten, wie sie US-Präsident Joe Biden ins Spiel gebracht hatte, drohe zudem „die Innovation in Deutschland herunterzudrücken“, so Werner. Denn Investoren würden weniger Geld in die Forschung stecken, „wenn einfach jeder Staat einem die Patente aus den Taschen nehmen“ könne. Grund für den Vorstoß Bidens ist laut Werner, dass Impfstoffe „nicht schnell genug in Indien sowie afrikanischen und südamerikanischen Staaten“ ankommen würden. Experten gingen aber davon aus, dass „nicht so sehr die Mengen an Impfstoffen das Problem sein dürften, sondern die Logistik, diese an die Weltbevölkerung zu verimpfen“, sagt Werner.

Marc Weegen von den Volksbanken und Raiffeisenbanken sagt in der Sendung, dass „Bankkunden durch das Internet immer besser informiert seien“ und die „Transparenz maximal“ sei. Die genossenschaftlichen Institute unterstützten sogenannte „Selbstentscheider“, die Finanzanlagen allein tätigen. Weegen hat aber festgestellt, dass „ein Großteil der Menschen“ wichtige Themen wie Altersvorsorge „als komplex wahrnimmt und daher jemanden vor Ort zur Beratung braucht“, der regional verwurzelt sei. Für die Banken bestehe „die Chance dieser Zeit in Kooperation“ mit jungen Anbietern von Finanzdienstleistungen, die in der Branche FinTechs genannt werden, sagt der Chef des Hamburger Traditions-Bankhauses Donner & Reuschel, Marcus Vitt. Sein Unternehmen habe mithilfe eines solchen Partners beispielsweise „die komplette Vermögensverwaltung digitalisiert“. Wichtig seien dabei eine „offene Software-Architektur“ sowie eine „schnelle und kundenkonzentrierte“ Umsetzung, so Vitt.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 11. Mai, sind der Kabarettist Wolfgang Trepper sowie Oliver Winter, Chef von A&O Hostels, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Auf den Intensivstationen spüren wir eine Stabilisierung“: Angesichts der sinkenden Zahl von Neuinfektionen in Deutschland gibt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, Entwarnung. Der Abwärtstrend bei den Inzidenzwerten halte an. „Mit einer gewissen Verzögerung“ erreiche diese Entwicklung nun auch die Krankenhäuser, so Werner bei „19 – die Chefvisite“. Hoffnung auf weitere Besserung macht ihm, dass die Zulassung des Biontech-Impfstoffs für 12- bis 15-Jährige inzwischen bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt worden sei und „rasch erfolgen“ dürfte. „Dann könnte die Altersgruppe noch vor dem Schulstart nach den Ferien zumindest einmal geimpft sein.“

Ganz anders die Lage in Indien. Dort hätten die Neuinfektionen heute mit über 412.000 einen neuen Höchstwert erreicht, berichtet der aus der Hauptstadt Neu-Delhi live zugeschaltete Leiter der dortigen Konrad-Adenauer-Stiftung, Peter Rimmele, in der Sendung. „Die Zahlen werden noch einen halben Monat weiter steigen“, fürchtet er. Religiöse Feste mit fast zehn Millionen „weitgehend ungeschützten“ Teilnehmern sowie Massenveranstaltungen im Wahlkampf hätten zur aktuell katastrophalen Lage im Land geführt, so Rimmele. Dort geht der medizinische Sauerstoff für Covid-Erkrankte aus. Die Dunkelziffer der Covid-Betroffenen sei „ungeheuer hoch“. Opfer, „die zuhause sterben, gehen nicht in die Statistik ein“, so Rimmele: „Es ist ganz ruhig geworden auf den Straßen Neu-Delhis.“ Einen befürchteten Lieferstopp von medizinischen Produkten aus der „Apotheke der Welt“ erwartet Rimmele nicht. Indien werde weiter Pharma-Vorprodukte exportieren und „fast ganz Afrika“ mit Impfstoffen versorgen – aus Gründen der „Impfdiplomatie, damit China nicht allein als Impfwohltäter auftreten kann“.

In Deutschland suchen immer mehr Unternehmer einen Käufer für ihre Firma. Die Pandemie habe vielen Inhabern „Zeit zum Nachdenken gebracht“, sagt Holger Fischer von der Unternehmensberatung Ecovis im Videocast. Das höhere Angebot stoße auf eine „verstärkte Nachfrage, gerade nach kleineren, familiengeführten Unternehmen“ mit 5 bis 15 Millionen Jahresumsatz. Viele Verkäufer würden „Mondpreise für ihr Lebenswerk“ verlangen. Sie müssten sich aber klar machen, „dass sie sich selbst überflüssig machen“, so Fischer. Käufer seien an der Zukunft interessiert und würden abschätzen, „was das Unternehmen ohne den Unternehmer wert ist“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 7. Mai, ist Intersport-CEO Dr. Alexander von Preen als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Kritik am starren Inzidenzwert von 50 übt der Chef der Essener Universitätsklinik, Professor Jochen Werner. Die Digitalisierung bringe den Gesundheitsämtern bereits „enorme Erleichterungen“ bei der Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Es könne nicht sein, dass diese Verbesserungen „keinerlei Einfluss auf den uns täglich vorgehaltenen Orientierungswert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner über sieben Tage haben“. Dieser werde „wie eine Monstranz“ herumgetragen und diene als „Feigenblatt“: „Es passt einfach nicht mehr“, so der Mediziner mit Blick auf den technischen Fortschritt in den Gesundheitsämtern. Diese erhielten zum Beispiel alle Labordaten seit Jahresbeginn elektronisch und nicht mehr per Fax. Unter anderem deswegen könne der Richtwert für die Nachverfolgung auch höher angesetzt werden.

In diesem Zusammenhang hält es der Klinikchef für „bedenklich“, dass die gestrigen RKI-Zahlen „möglicherweise nicht komplett“ waren. Die Werte hatten einen spürbaren Rückgang der Neuinfektionen gezeigt, es könnte aber eine Datenpanne gegebene haben. Aktuell meldet die Behörde bundesweit 11.369 neue Fälle, 1433 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Das RKI berichtete zudem von 989 weiteren Toten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus binnen 24 Stunden. Die Universitätsmedizin Essen versorgt zurzeit 120 Patienten wegen Covid-19, 51 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben.

„Es ist viel Geld unterwegs“, sagt der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, Dr. Ulrich Stephan, in der Sendung. Ursache seien extrem niedrige Notenbank-Zinsen und große Konjunkturpaketen. Damit erklärte Stephan das scheinbare Paradox von darbender Wirtschaft und boomenden Börsen. Der Industrie gehe es „verhältnismäßig gut“, „Stay at Home“-Aktien von Corona-Gewinnern seien zudem „in unglaubliche Höhen geschossen“. Trotz hoher Staatsausgaben und -schulden in der Krise erwartet Stephan derzeit keine Inflationswelle: „Da muss keiner Angst haben.“ Auch ein Währungsschnitt stünde nicht an. Das elektronische Zahlungsmittel Bitcoin bewertet er als reines Spekulationsobjekt. Der Kurs sei „hoch volatil“, Bitcoins daher nur geeignet für Menschen, „die in Risiko investieren wollen“.

„Es könnte ein weiteres Medikament gegen Covid-19 geben“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, berichtet bei „19 – die Chefvisite“ von Hoffnung auf ein Präparat des Schweizer Pharmariesen Hoffmann-La Roche. Dieses könnte anders als bisher eingesetzte Medikamente „auch in der schon fortgeschrittenen Phase einer Covid-19-Erkrankung wirken“. An solchen Mitteln arbeite die Pharmaindustrie mit Hochdruck. „Wir sollten uns über jedes Medikament freuen“, so Werner – denn Corona werde „lange bleiben“. „Wir werden noch eine ganze Reihe von Impfstoffen in den Arm gespritzt bekommen“, so der Mediziner mit Blick auf die wegen der Virus-Mutationen nötige Weiterentwicklung der Impfstoffe.

Aktuell erkennt der Klinikchef einen weiter „guten Trend“ bei den Neuinfektionen: Das RKI meldet bundesweit mit 9860 neuen Fällen binnen 24 Stunden 3048 weniger als am Freitag der Vorwoche. Auch die Zahl der Toten in Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus nimmt ab: Das RKI berichtet von 556 Verstorbenen, in diesem Vergleich ein Rückgang um 299. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Behörde mit 62,2 an – deutlich über dem neuen Zielwert von 35. Diesen „wird die Politik aber wohl weiter senken“, erwartet Werner.

„Transformation ist ein Schreckgespenst, die Leute können es nicht mehr hören“: Der Nordeuropachef des Reifenherstellers Michelin, Anish Taneja, berichtet in der Sendung von seinen Erfahrungen beim Umbau des Unternehmens Richtung Nachhaltigkeit. Sein Rezept: „Offen und ehrlich kommunizieren, dass wir in 10, 15 Jahren nicht mehr nur von Reifen leben können. Dann setzt Transformation Energien frei.“ Die Autoindustrie liege beim Thema Nachhaltigkeit „weit zurück“, so Taneja. Sein Unternehmen sieht er dabei allerdings gut aufgestellt und verweist etwa auf Entwicklungen wie den luftlosen Reifen. Mit diesem stießen Autos weniger CO2 aus, er sei „nahezu unzerstörbar“ und eigne sich damit auch für Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren.

„Dokumentieren im gelben Impfpass ist nicht mehr zeitgemäß“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, fordert, „die Impfungen von Dezember bis heute zu digitalisieren und jede künftige Impfung digital zu erfassen“. Angesichts von Betrügereien mit gefälschten Impfausweisen auf Papier drohe sonst ein Chaos bei den Kontrollen, wenn Geimpfte Freiheitsrechte zurückerhalten und zum Beispiel in wieder geöffneten Restaurants essen wollen. Werner warnt, dass das „Digitalisierungsdefizit den Papierimpfpassträgern keine Hindernisse“ bereiten dürfen: „Die kriminelle Energie einzelner Gesetzesbrecher darf den Geimpften nicht von Nachteil sein“, sagt Werner.

„Man muss daher den gelben Pässen vertrauen“, bis das elektronische grüne Impfzertifikat der EU eingeführt sei, so der Klinikchef. Dieses könne in der Corona-Warn-App abgespeichert werden. Er erwartet eine „Anlaufphase, vielleicht bis in den Sommer“. Die Übertragung der Daten vom Papier in das Digital-Zertifikat sei eine „Zusatzaufgabe“ für die ohnehin stark belasteten Mitarbeiter von Arztpraxen, Impfzentren und Apotheken, so Werner. „Und dann muss auch noch vermerkt werden, ob Covid-19 vorlag und vor allem wann, im Zweifel mit Antikörperstatus.“ Auch Genesene müssten „möglichst papierlos“ erfasst werden und Zugriff auf eine digitale Bescheinigung erhalten, um dieselben Rechte wie vollständig Geimpfte oder negativ Getestete wahrnehmen zu können.

„Der Reisehunger ist da“: Mit einem Boom bei Flusskreuzfahrten rechnet der Anbieter 1AVista. „Die Kunden sehen Perspektiven und wollen raus“, sagt Kommunikationschef Dominik Kaven in der Sendung mit Blick auf sinkende Inzidenzzahlen. 1AVista wolle auf Rhein und Mosel starten. Er spricht sich gegen eine „Heute so und morgen anders“-Strategie aus, die die Pläne gefährde. „Planungssicherheit gewährleisten“ fordert auch Gabriele Krueger, Franchise-Expertin der Schnellrestaurantkette Pizza Hut. Die Betreiber könnten dann ihr Angebot schnell über das aktuelle Bringen und Abholen hinaus ausweiten und die Restaurants wieder öffnen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Donnerstag, den 6. Mai: Der Unternehmensberater Dr. Holger Fischer und Peter Rimmele, der das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Indien leitet. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Altenpflege braucht Impfschutz im Doppelpack“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, appelliert an Seniorenpflegekräfte, sich „gemeinsam und zeitgleich mit den ihnen anvertrauten alten Menschen impfen zu lassen“. „Das erspart Wege und Zeit“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Der Mediziner sieht eine „gewisse moralische Pflicht“ beim Personal von Senioreneinrichtungen, sich selbst ebenso wie Ältere gegen das Coronavirus zu schützen. Schließlich sei es „großartig, dass es einen Impfstoff gibt“: „Das wird die Pandemie verkürzen“, so Werner.

Das scheint nötig. Denn der Klinikchef muss von einem „traurigen Rekord“ in seinem Haus berichten: „Wir haben die 1000-Patienten-Marke im Zusammenhang mit Covid-19 überschritten.“ Eine „beunruhigende Entwicklung“ sieht Werner bei der Zahl der Verstorbenen. Laut RKI-Daten sind bundesweit 952 Tote binnen 24 Stunden zu beklagen – ein neuer Höchstwert. Die Behörde meldet zudem 27.728 Neuinfektionen, 6913 mehr als am Mittwoch der Vorwoche. Im Essener Uniklinikum sind seit gestern vier weitere Patienten an oder mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben. Aktuell werden dort 136 Covid-19-Fälle behandelt, 38 davon auf der Intensivstation.

„Der Blick in die Zukunft hat gefehlt“: Die Unternehmerin Marie-Christine Ostermann beklagt in der Sendung, dass es in der Politik der letzten Jahre mehr um Verteilungs- als um Zukunftsfragen gegangen sei. „Wir brauchen einen Fokus auf Investitionen und Infrastruktur“, fordert die Chefin des Gastronomiezulieferers Rullko aus Hamm. Zudem fehlt ihr eine Langfriststrategie. Über diese sollte öffentlich in den Parlamenten debattiert und nicht „nur in Hinterzimmerrunden entschieden werden“, sagt Ostermann mit Blick auf die Ministerpräsidententreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Das darf auf keinen Fall so bleiben.“

Die Corona-Impfung in Hausarztpraxen „kommt an ihre Grenze“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor Überlastung. Es gebe bereits eine „extrem aggressive Stimmung“ bei der Terminvergabe, denn viele wollten sich noch vor ihrem Urlaub impfen lassen. Dabei seien die Hausärzte mit der „umfassenden Regelversorgung für all ihre Patientinnen und Patienten“ bereits alarmierend stark ausgelastet. Erste Praxen stiegen schon wieder aus der Impfung aus. Werner mahnt, nicht mehrfach Termine in verschiedenen Praxen zu buchen: „Damit würde anderen der Termin weggenommen.“ Immer mehr Fach- und Betriebsärzte sowie Ärzte für Privatpatienten beteiligten sich an der Impfkampagne und sorgten für noch mehr Tempo. Der Mediziner verwies auf die Möglichkeit von Tests: „Mit einem PCR-Test in den Urlaub zu fahren, nimmt Druck aus der Impfung“, so Werner.

Auf die Wiedereröffnung zumindest in Bayern freuen sich die Fitnessstudios. „Die Euphorie ist riesig“, sagt Thomas Nemmaier, Geschäftsführer beim Münchener Fitnessstudiovermarkter Aciso, in der Sendung, nach einer entsprechenden Entscheidung der Landesregierung. Allerdings habe der Branche seit Oktober bis zu 20 Prozent der Kunden verloren. Trotz durch die Pandemie gestiegenem Interesse an Sport und Gesundheit erwartet Nemmaier daher, dass es „mindestens 2024 wird, bis das gleiche Niveau wie vor dem Lockdown erreicht wird“. Die Schließungen hätten das Interesse an Online-Angeboten gestärkt. Letztlich würden die Kunden aber in die Studios zurückkehren: „Die persönliche Betreuung, das Treffen im Club bleibt wichtig“, so Nemmaier.

Als ein „Segen für die Digitalisierung im Mittelstand“ habe sich die Pandemie erwiesen, berichtet der Gründer des Software-Anbieters Weclapp, Ertal Özdil. Es gebe große Nachfrage nach Lösungen, die es Unternehmen ermöglichen, Geschäftsprozesse zu digitalisieren. „Irgendeinen Browser an irgendeinem Endgerät öffnen und direkt auf Unternehmensdaten zugreifen können – das ist der Wow-Effekt“, hat Özdil beobachtet. Arbeiten werde so von überall, sogar vom Strand aus möglich. Viele kleine und mittelgroße Unternehmen spürten noch einen weiteren Digitalisierungseffekt: „Sie merken, ich kann dann auch überall Mitarbeiter finden, und nicht nur an dem Standort, an dem ich bislang aktiv war“, sagt Özdil. Dieser Vorteil sei angesichts des weiter herrschenden Fachkräftemangels nicht zu unterschätzen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Donnerstag, den 20. Mai: Thomas Jorberg, Chef der GLS Bank, und Holger Dörner, CEO von Clean Car. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor einer „Triage vor den Mauern der Krankenhäuser“. Sein Klinikum erreichten von anderen Krankenhäusern „täglich mehrere Anfragen zur Übernahme schwerstkranker Covid-19-Patienten“ – diese könnten nicht alle an der Essener Uni-Klinik versorgt werden, sagte Werner bei „19 – die Chefvisite“. Insofern gebe es eine „Selektion von Zuweisungen“, sodass „nicht alle Patienten mit Lungenversagen die für sie denkbar bestmögliche Therapie bekommen dürften“. Diese Situation – die sogenannte Triage, also die Auswahl, welche Patienten von anderen Kliniken übernommen werden können und welche nicht –, beschäftige das medizinische Personal „täglich“: „Man darf das nicht überbewerten, aber auch nicht verschweigen“, so Werner.

Knapp sind vor allem Intensivbetten mit sogenannten künstlichen Lungen. Diese ECMO-Geräte reichern das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff an, wenn die Lunge so schwer geschädigt ist, dass sie diese Funktion nicht mehr erfüllen kann. Davon verfügt die Essener Universitätsmedizin über eine begrenzte Anzahl – kleinere Krankenhäuser hätten gar keine und würden „extrem kranke Patienten“ daher in die Großklinik überweisen. Aber: „Wir können nicht alle annehmen“, sagte Werner. Denn viele ECMO-Geräte seien „längerfristig belegt“. Zudem erforderten die Bedienung der Lungenmaschine und die Pflege solcher Patienten entsprechend ausgebildetes, „exzellentes“ Personal. „Da kommen wir im Moment an unsere Grenzen“, warnte der Klinikchef vor einer weiteren Zuspitzung der Lage.

Eine „Verlängerung der Sozialgarantie bis 2023“ forderte der Chef der Krankenversicherung AOK Rheinlang/Hamburg, Günter Wältermann, in der Sendung. Wie schon in diesem Jahr müsse der Bund einen Steuerzuschuss an die Krankenkassen gewähren, um fehlende Beitragseinnahmen durch die schwierige wirtschaftliche Lange auszugleichen. Mittel für die drohende Deckungslücke von über 16 Milliarden Euro seien aber „nicht in der Haushaltsplanung vorgesehen“, kritisierte Wältermann: „Wir brauchen eine verlässliche Garantie von der Politik.“ Sonst drohten um etwa einen Prozentpunkt höhere Krankenversicherungsbeiträge für Beschäftigte und Arbeitgeber. „Das kann für den Wirtschaftsstandort Deutschland nicht gewollt sein“, sagte Wältermann. Im Rahmen der sogenannten Sozialgarantie unterstützt der Bund 2021 die Krankenversicherer mit rund acht Milliarden Euro.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Donnerstag, den 15. April: Dr. Bernd Ohnesorge, der beim Medizingerätehersteller Siemens Healthineers das Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika verantwortet, sowie die frühere Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Nachhaltige „grüne“ Krankenhäuser sind für den Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, die „zweite große Herausforderung“ neben der Digitalisierung des Gesundheitssystems. Bei „19 – die Chefvisite“ sagt Werner, dass „große Krankenhäuser die Umwelt relevant belasten“, zum Beispiel mit den „völlig unterschätzten Narkosegasen“, Verpackungen und Einmalartikeln. „Einiges haben wir in Essen bereits auf den Weg gebracht“, so der Klinikchef. Als Beispiel nennt er die Ernennung eines Klimamanagers und von „über 100 Nachhaltigkeitsbeauftragten“. So könne ein grünes Bewusstsein in der Belegschaft „für zahlreiche umweltschonende Projekte“ geweckt werden. Werner betont, zu dieser Revolution „gehört der zwingende Einsatz digitaler Technologien“.

„Klimaschutz wird wichtiger denn je.“ Das steht für den Verleger Jens de Buhr nach dem gestrigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts fest. Die „Mammut-Aufgabe“ Nachhaltigkeit könne nur mit neuen Technologien bewältigt werden, so de Buhr in der Sendung. „Sobald die Pandemie vorbei ist, heißt es: Klima, Klima, Klima“. Innovationen wie der Wasserstoffantrieb seien „dringend nötig“. „Wir reden wirklich von einem Zeitenwechsel“, betont der Verleger der DUP UNTERNEHMER-Plattform. Dieser Wechsel werde „alle Lebensbereiche erfassen“, einschließlich der Wirtschaft.

Für die Unternehmensberaterin Ann-Katrin Hardenberg von The Maked Team hat die Politik in der Pandemie „die Nähe zum Leben der Menschen und zur Wirtschaft verloren“. Sie vermisst „klare Kommunikation“ und beklagt Planlosigkeit: „Bei den unzähligen Verordnungen blickt keiner mehr durch.“ Die Bürger müssten sich ständig aktiv informieren, „was gilt“. Unternehmer müssten sich in jede Neuerung tief einarbeiten. Sie rät der Politik, vom Krisenmanagement in der Wirtschaft zu lernen. Nötig seien „Krisenszenarien in der Schublade, anhand derer man Entscheidungen fällt“ sowie „Profis für die Beschaffung“, zum Beispiel von Masken oder Impfstoffen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Montag, den 3. Mai, geben der Aufsichtsrat des deutschen Impfstoffentwicklers CureVac, Dr. Friedrich von Bohlen, und der Chef-Virologe der Universitätsmedizin Essen, Prof. Ulf Dittmer, Antworten auf Fragen rund um Corona-Impfung. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Der Chef der Techniker-Krankenkasse, Jens Baas, erwartet explodierende Beiträge zur Krankenversicherung: „Ein ganzer Prozentpunkt kann es durchaus werden“, sagt Baas bei „19 – die Chefvisite“. Die Corona-Krise sei dafür „nur zum Teil verantwortlich“ – sie habe zwar die Einnahmen verringert, die höheren Ausgaben beruhten jedoch auf vorherigen Entscheidungen der Politik. Eine mögliche Lösung sei, dass die Kassen mehr Geld aus dem Staatshaushalt erhielten. Baas plädiert aber dafür, zunächst Kosten im Gesundheitssystem einzusparen „und erst dann über einen Steuerzuschuss oder eine Beitragserhöhung zu sprechen“. Der Techniker-Chef hofft dabei auch auf die elektronische Patientenakte (ePA). Sie sei die „Grundlage der Digitalisierung des Gesundheitswesens“. Mit einer breiten Einführung rechnet Baas zur Jahresmitte.

Mit mehr Digitalisierung will der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, den Kampf gegen die Pandemie verstärken. „Israel hätte die dortigen Impfungen niemals so reibungslos hinbekommen, wenn es wie wir als Digitalwüste konzipiert wäre“, sagt Werner in der Sendung. Die für den Sommer geplanten Millionen von Impfungen sind für ihn eine „Riesenchance, alle damit einhergehenden Daten zu erfassen“ – die Auswertung könne bei der Pandemiebekämpfung für „Patientensicherheit und Wissenschaft“ genutzt werden. Es fehle aber eine Plattform für die zentrale Datenerfassung. So sei bei den schon bewältigten rund zwei Millionen Impfungen diese Chance bereits vertan, bedauert der Mediziner.

„Die Situation ist teilweise dramatisch“, berichtet Werner aus dem Essener Uniklinikum. Auf den Intensivstationen mussten zweitweise bis zu 13 Covid-Patienten extrem personalintensiv mit einer Ecmo-Lungenersatzmaschine behandelt werden, weil eine herkömmliche Beatmung nicht mehr ausreichte. Aktuell werden in Essen 35 von insgesamt 102 Corona-Erkrankten intensiv versorgt, seit gestern sind zwei weitere Betroffene verstorben. Das RKI meldet mit bundesweit 6114 Neuinfektionen binnen 24 Stunden 294 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Die RKI-Angabe von 861 weiteren Corona-Toten belegt für Klinikchef Werner, dass die Zahl am Montag wegen eines Übertragungsfehlers „deutlich zu niedrig“ war.

„Knapp über 30 Prozent der aktuell Neuinfizierten sind noch keine 25 Jahre alt“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt, dass sich zurzeit vor allem Jüngere mit Corona infizieren. Bei „19 – die Chefvisite“ stützt sich Werner auf eine Studie aus Österreich: „Am häufigsten infizierte das Coronavirus im untersuchten Zeitraum die 15- bis 24-Jährigen“, so der Mediziner. Nur „knapp dahinter“ lägen die 6- bis 14-Jährigen, bei denen eine Inzidenz von 274 neuen Fällen auf 100.000 Einwohner ermittelt worden sei. Die Daten zeigten, dass „die britische Variante B1.1.7 vor allem Jüngere befällt und diesen beim Ausbruchsgeschehen eine hohe Bedeutung zukommt“, so Werner. Dagegen sei nur jeder zehnte Neuinfizierte älter als 65 Jahre gewesen: „Daraus schließen die dortigen Wissenschaftler, dass die Schutzimpfung gegen Covid-19 greift.“

Der Geschäftsführer der Luca-App, Patrick Hennig, kritisiert in der Sendung den TV-Satiriker Jan Böhmermann. „Dass ich alles missbrauchen kann, ist völlig klar“, so Hennig. Böhmermann hatte ein Foto vom QR-Code des Zoos in Osnabrück genutzt, um sich dort nachts scheinbar einzuchecken, und die Aktion über Social Media geteilt. Es dürfe „kein Wettrennen geben, wer das System maximal missbraucht“, rügte Hennig: „Unser Tool kann nur helfen, wenn es sinnvoll eingesetzt wird.“ Inzwischen seien 240 Gesundheitsämter an die App angeschlossen, Anfang Mai sollen es mehr als 300 sein, berichtet Hennig. Das Programm ermöglicht die digitale Kontaktnachverfolgung und erleichtert den Ämtern so diese Arbeit.

Hennig wies Kritik von Datenschützern an der App zurück. Persönliche Daten würden nur auf dem Smartphone und nicht auf den Servern der Betreiber gespeichert, die Sicherheit gewährleisteten dezentrale Schlüssel. Auch Gastgeber einer Veranstaltung oder Restaurantbetreiber „können nicht auf persönliche Daten zugreifen“, wenn man sich mit Luca einchecke. Hennig kündigte eine Erweiterung der App an, um Impfzertifikate und Schnelltestergebnisse darin zu speichern. „Die werden aber niemals über unsere Server laufen“, betont der Luca-Chef: „Wir können keine Daten verkaufen, weil wir die nicht lesen können.“ Die Corona-Warn-App sieht Hennig als Ergänzung zu Luca: Diese messe zum Beispiel anonym die Distanz zu Kontakten. Eine Zusammenlegung der Funktionen sei wegen der „Trennung der Datenhaltung“ technisch nicht möglich.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Mittwoch, den 21. April: Cornelia Röper vom Sozialunternehmen Mitunsleben und Dr. Ulrich Krantz, Vorstandschef des Pflegeheimbetreibers K&S. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Beten wird nicht reichen“: Einen kompletten Lockdown bis zum Muttertag am 9. Mai fordert der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, um eine Überlastung der Intensivstationen zu verhindern. Bei „19 – die Chefvisite“ warnt Werner: „Aussitzen genügt nicht. Eine Pandemie verzeiht keine Verzögerung.“ Er warnt: „Wenn die Zahlen wieder hochgehen, läuft uns die Zeit davon.“ Angesichts der aggressiven britischen Variante des Coronavirus dürfe es nicht mehr um die Frage gehen, „ob man um 20 oder um 21 Uhr mit der Ausgangssperre beginnt“. Betriebe und Schulen müssten geschlossen werden. Der Mediziner verweist dabei auf positive Erfahrungen aus anderen Ländern, zum Beispiel Portugal.

In einem etwa dreiwöchigen Voll-Lockdown müsse dann „Tag für Tag, Stunde für Stunde“ daran gearbeitet werden, die Systeme für Tests und Kontaktnachverfolgung zu digitalisieren, unterschiedliche Angebote untereinander kompatibel zu machen und mit den Gesundheitsämtern zu vernetzen, fordert der Mediziner. So könnten Tausende Todesfälle und eine Zunahme der Langzeitfolgen einer Infektion verhindert werden. Solche Long-Covid genannten Gesundheitsprobleme entwickelten sich zu einem „echt relevanten Thema – auch volkswirtschaftlich“, mahnt Werner.

China entwickelt sich bei der Elektromobilität zu einem starken Konkurrenten für die deutsche Autobranche. „Der Wettbewerb kommt nicht mehr nur aus dem Westen“, sagt der Mobilitätsexperte und Vorstandschef der Ergo-Direktversicherung, Karsten Crede, in der Sendung. Er beobachtet ein „Aufrüsten der chinesischen Autoindustrie“ in diesem Bereich, dass durch die einfachere Fertigung von E-Autos und staatliche Subventionen erleichtert werde. Die Kfz-Versicherer müssten auf den Wandel der Mobilität und die stärkere Digitalisierung des Verkehrs reagieren, so Crede. Diese müssten sich zum Beispiel „sehr viel intensiver mit neuen Technologien beschäftigen“, um deren Risiken richtig einschätzen zu können.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 20. April, sind die Influencerin und Moderatorin, Cathy Hummels, sowie der Geschäftsführer der Luca-App, Patrick Hennig, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Wir dürfen die Forschung zur medikamentösen Behandlung von Covid-19 auf keinen Fall vernachlässigen“: Im Kampf gegen Corona setzt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, neben der Impfung vor allem auf neue Medikamente. Diese könnten „in der Frühphase der Erkrankung bestimmten Menschen helfen, denen man unbedingt einen schweren Verlauf ersparen muss“, hält Werner bei „19 – die Chefvisite“ Kritikern der Antikörpertherapie entgegen. Anders als in anderen Unikliniken werde diese Möglichkeit in seinem Haus seit vergangener Woche versuchsweise eingesetzt. Eine Zulassung in der EU gibt es noch nicht, die Chancen dafür sind laut dem Mediziner aber gut. Werner begrüßt daher die Bestellung entsprechender Präparate durch die Bundesregierung: „Die absolut richtige Entscheidung.“

Das Infektionsgeschehen in Deutschland scheint sich weiter leicht zu entspannen: Das RKI meldet mit 5608 Neuinfizierten binnen 24 Stunden über 1000 Fälle weniger als am Montag der Vorwoche. Die von der Behörde verzeichnete Zahl von 175 Toten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus erscheint Klinikchef Werner indes „relativ gering“ – das RKI bestätigt inzwischen, dass in die Werte keine Daten aus Sachsen-Anhalt eingeflossen sind. Das Universitätsklinikum Essen behandelt aktuell 103 Covid-Patienten, 36 davon auf der Intensivstation. Gestern ist dort ein weiterer Betroffener am oder mit dem Coronavirus verstorben.

„Der Zeitgeist hat sich verändert“: Einen Bewusstseinswandel bei jüngeren Managern hin zu mehr Nachhaltigkeit spürt der Unternehmensberater Fabian Kienbaum. Dies stehe „ganz oben auf der Agenda“ vieler Unternehmen, sagt er in der Sendung. Das Streben, ökologisch bewusster zu agieren, führe vielfach zum Wunsch nach beruflicher Veränderung – zumal die Pandemie oft „mehr Zeit zur Selbstreflektion“ lasse. Darauf müssten sich Arbeitgeber einstellen. Kienbaum, der selbst Manager in neue Positionen vermittelt, hat noch keinen Bewerber rein virtuell untergebracht. „Auf der Zielgeraden wird es persönlich“, berichtet der Unternehmensberater. Dann gebe es häufig „Gespräche in Form von Chefinnen- und Chefspaziergängen“.

„Winterschlaf mit Unterbrechung“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, kritisiert die über die Weihnachtstage geplanten Ausnahmen von den verschärften Anti-Corona-Maßnahmen. Diese nennt Werner bei „19 – die Chefvisite“ aus Sicht eines großen Krankenhauses „schlichtweg inakzeptabel“. Der Mediziner fürchtet, dass die Möglichkeit zu größeren Familientreffen an Weihnachten sogar mehrfach am Tag genutzt werden könnte. So droht das Fest zum Superspreader-Event. Das würde nicht nur mehr neue Covid-19-Fälle bedeuten, sondern auch Klinikkapazitäten binden, die dann nicht für andere Patienten zur Verfügung stünden: „Das sind die Leidtragenden“, warnt Werner.

Ob die verschärften Maßnahmen greifen, wird sich laut dem Mediziner erst Mitte Januar beurteilen lassen. Werner fordert daher mehr Funktionen bei der Corona-App. Ein Umbau der App reicht ihm nicht: „Das geht nur neu.“ Sein Grundsatz dabei: „Gesundheitsschutz geht vor Datenschutz“ – weil die Pandemie „nicht nur die Volksgesundheit, sondern auch die Volkswirtschaft zutiefst schädigt“. Auch Tobias Schlösser, Geschäftsführer beim Sparkassen-Finanzportal und damit verantwortlich für die Digitalisierung der Gruppe, kritisiert in der Sendung die rund 68 Millionen Euro teure App: „Zu viel Geld für zu wenig Leistung“, lautet sein Urteil. Insgesamt begrüßt er aber den Digitalisierungsschub durch Corona, der sich „langfristig bestätigen“ wird. Die Sparkassen-Gruppe sieht er für diese digitale Zukunft gut aufgestellt: „Wir holen auf“, sagt Schlösser.

Am Wochenende gab es bei den Essener Medizinern einen „sehr intensiven Notfallbetrieb“, berichtet Klinikchef Werner: „Das hängt damit zusammen, dass sich manche Krankenhäuser von der Notfall- und Intensivversorgung abgemeldet haben.“ Dies belastet das medizinische Personal „extrem“. Aktuell werden im Uniklinikum 135 Covid-19-Patienten behandelt, 41 liegen auf der Intensivstation. Dort sind zudem vier weitere Verstorbene im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus zu beklagen. Das RKI meldet bundesweit 188 Tote und 16.362 Neuinfizierte – 4030 mehr als am Montag der Vorwoche.

„Wir sind förmlich beraubt worden“: Der Chef des Textildiscounters Kik, Patrick Zahn, kritisiert die Lockdown-Schließung der Einzelhandelsgeschäfte, die keine Lebensmittel anbieten. Bei „19 – die Chefvisite“ sagt Zahn, ihn überkomme ein „gewisses Ungerechtigkeitsgefühl“, wenn Kunden nur unter Angabe ihrer persönlichen Daten in seinen Läden bedient werden können, „während sie ohne Kontrolle in die Drogerie oder den Discounter nebenan gehen“. „Auflagen müssen für alle gelten“, so Zahn, dessen Eilantrag gegen die Maßnahmen vor Gericht abgelehnt wurde. Er will die juristische Auseinandersetzung aber „bis zum Ende durchfechten“. Durch die Schließungen fehlten seinem Unternehmen rund 200 Millionen Euro Vorsteuergewinn, der nun auch nicht für Investitionen in die Zukunft zur Verfügung stehe.

Der stationäre Einzelhandel kann nach Einschätzung von Thomas Harms, Branchenexperte bei der Unternehmensberatung EY, gegen Konkurrenz aus dem Internet bestehen. „Ware anziehen, probieren, sich zeigen lassen, das gibt es online nicht“, sagt Harms in der Sendung. Der Online-Anteil am Umsatz werde aber steigen, vor allem bei Gütern des täglichen Bedarfs. Stationär seien die „Trüffelschweine der Einzelhändler gefragt, die sich etwas Neues einfallen lassen“. Die Beharrungskräfte seien allerdings groß: „Es geht uns in Summe noch zu gut. Viele wünschen sich nach der Pandemie ein Wiedererwachen in der alten Welt“, so Harms.

Auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens droht ins Stocken zu geraten. Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, fürchtet, dass nach der Bundestagswahl im Herbst viele von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angestoßene Digitalprojekte nicht umgesetzt würden. Das Positive, dass er bisher an der Entwicklung gesehen habe, „schlägt jetzt in Skepsis um“, so Werner im Videocast. Seinen digitalen Kurs will der Mediziner im Uniklinikum aber fortsetzen. Nicht nur im Gesundheitswesen gelte für Deutschland: „Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.“

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 11. März, sind Daniel Cardinal, der Leiter des Geschäftsbereichs Versorgungsinnovation bei der Techniker Krankenkasse, und der Gründer und CEO des Statistikportals Statista, Dr. Friedrich Schwandt, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Es steht außer Frage, dass der AstraZeneca-Impfstoff hoch wirksam gegen eine Covid-Erkrankung ist“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, verteidigt das Präparat bei „19 – die Chefvisite“ gegen Kritik. In sozialen Medien werde „jedes Ereignis der Pandemie kommentiert – richtig oder falsch“, warnt Werner vor digitalem Rufmord an dem Impfstoff. Dieser Wahnsinn gefährde den Erfolg der Impfkampagne und damit die Gesundheit vieler Menschen. „Ich empfehle AstraZeneca nach wie vor für Über-60-Jährige“, betont der Mediziner. Kritik übt Werner am „Sonderweg in Sachsen“, wo die Priorisierung bei der Impfung mit AstraZeneca aufgehoben wird. Er hält ein Festhalten an der Reihenfolge für „angemessen“. Das diene „auch dem Schutz der Intensivstationen“ vor Überlastung.

Den Schutz vor schweren Verläufen durch eine Impfung bestätigt Ulrich Krantz, Vorstandschef beim Pflegeheimbetreiber K&S: „Wir haben erlebt, dass sich Bewohner trotz Impfung anstecken. Aber sogar Hochbetagte haben dann nur ganz milde Symptome gezeigt“, berichtet Krantz in der Sendung. Schlimme Erkrankungen habe es nicht gegeben. Trotzdem müssten in Pflegeeinrichtungen weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln penibel eingehalten werden. Denn es sei immer noch nicht klar, in wie weit auch Geimpfte andere mit dem Coronavirus infizieren könnten, so Krantz.

Einen Schub für Soziales Unternehmertum erwartet Cornelia Röper durch die Pandemie. „Wir können nicht ernsthaft das Wohl der Gesellschaft am Dax messen“, sagt die Gründerin der Pflege-Plattform mitunsleben.de mit Blick auf den Deutschen Aktienindex. Daran sei eben nicht zu abzulesen, „wie sich unser Nachbar gerade fühlt“. „Wir müssen dringend umdenken“, so die Sozialunternehmerin. Mit ihrer Plattform will Röper dazu beitragen, den „Pflegedschungel in Deutschland zu durchbrechen“ und darüber informieren, „welche Angebote es zwischen ambulanter und stationärer Pflege noch gibt“. Hier sei die „Bandbreite noch nicht ausgeschöpft“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 22. April, ist der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Wir stehen der Erkrankung nicht mehr hilflos gegenüber“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, erwartet, dass die Corona-Pandemie bald unter Kontrolle gebracht werden kann. Bei „19 – die Chefvisite“ sagt Werner: „Wir haben ein Teil des Weges geschafft“, weil immer mehr Hochbetagte und Risikopatienten geimpft sind. Hinzu kämen Antikörper-Medikamente, die in der Uniklinik bereits erfolgreich eingesetzt würden und von denen bald weitere zugelassen werden sollen. Beides führe zu einer aktuell „relativ entspannten Situation in den Krankenhäusern“, obwohl das RKI mehr Neuinfektionen meldet. Daher sind nach Einschätzung des Mediziners auch die Lockerungen des Lockdowns nachvollziehbar: „Sie müssen besonnen und unter einem engen Monitoring mittels zahlreicher Testungen überwacht werden“, so Werner. Dazu sollten Apps zur Registrierung der Testergebnisse und zur Kontaktnachverfolgung „flächendeckend eingeführt werden“.

Die Pandemie hat die Beharrungskräfte im Gesundheitswesen verringert und dessen Digitalisierung beschleunigt. Davon zeigt sich Daniel Cardinal, Leiter des Bereichs Versorgungsinnovation bei der Techniker Krankenkasse, in der Sendung überzeugt. Cardinal verweist etwa auf starke Steigerungsraten bei der Nutzung von Videosprechstunden und die laufende Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA). Nächster Schritt sei nun die Einbindung von E-Rezepten auf dem Handy – TK-Versuche hätten gezeigt: „Es ist kein Hexenwerk, das datensicher umzusetzen“, so Cardinal. Er erwartet, dass mit der Anbindung aller Arztpraxen voraussichtlich Mitte des Jahres die ePA-Nutzung „explodiert“.

„Gigantisch“ sind auch die Veränderung durch Corona beim Online-Statistikportal Statista. Unternehmenschef Friedrich Schwandt berichtet im Videocast, dass sich die Zahl der monatlichen Nutzer verdoppelt habe. Gesucht werde hauptsächlich „alles rund um E-Commerce“. Aus den Daten lasse sich ablesen, dass auch der zuvor eher schwache Online-Lebensmittelhandel „durch die Decke geht“, so Schwandt. Darin zeigt sich die nachhaltige Veränderung der Gesellschaft durch die Pandemie. Die Gründung eines Digitalunternehmens in Deutschland sei nicht so schwer, wie sie oft dargestellt werde, sagt Schwandt. Viele Start-ups unterschätzten aber die Bedeutung des Vertriebs, der von Anfang an im Mittelpunkt stehen müsse: „Dann kommen sie auch durch die Durstphase am Anfang“, so Schwandt, der Statista 2007 gegründet hat.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Freitag, den 12. März: Dr. Christian Taaks, Leiter des Korea-Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Wir müssen beim Impfen innovativ bleiben“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, schlägt „eine Art Impf-Happy-Hour“ zum Beispiel an Impfzentren „in den späteren Abendstunden“ vor, um die Impfkampagne besser in Fahrt zu bringen. „Hier ginge es um ein zunächst kleineres Kontingent und vor allem Restdosen am Ende des Tages“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Der Mediziner rät, zu den regulären Zeiten an der von der Stiko festgelegten Impf-Reihenfolge „noch eine Zeit lang festzuhalten“, also zunächst Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe zu immunisieren. Dies führe auch dazu, dass Intensivstationen entlastet würden, so Werner.

TÜV-Straßen als Drive-In-Impfstationen – damit würde der Vorstandschef des TÜV Nord, Dirk Stenkamp, gerne jetzt starten. „Wir haben viele Gedanken an politische Stellen gespielt, bekommen aber keine Rückmeldung“, so Stenkamp in der Sendung. Er fordert zudem, die Betriebsärzte in die Impfkampagne mit einzubeziehen. Sein Unternehmen organisiere seit Jahrzehnten die Grippeimpfung in rund 21.000 Betrieben. Die TÜV-Betriebsärzte „könnten sofort mit der Corona-Impfung loslegen“, sagt Stenkamp. „Aber wir warten auf entsprechende Verordnungen und die Zuweisung von Impfstoffen.“ Für den TÜV-Nord-Chef kann die Bekämpfung der Pandemie nur gelingen, wenn die Impfkampagne an Tempo gewinnt und zugleich getestet werde sowie Hygienemaßnahmen eingehalten würden.

Eine massive Pleitewelle erwartet Robert Jacobsen von der Deutschen Unternehmerbörse DUB.de, wenn die aktuell ausgesetzte Pflicht zur Anzeige einer Insolvenz wieder greift. Für den Experten der Plattform, auf der auch insolvente Unternehmen erworben werden können, zeichnet sich aber auch eine Gründerwelle ab, „wenn die wirtschaftlichen Perspektiven wieder besser werden“. In der Krise resignierte Unternehmer würden ihre Firmen abgeben. Auch hätten viele ältere Inhaber die Nachfolgesuche zurückgestellt. Zugleich würden nach der Pandemie viele potenzielle Gründer den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Das werde insgesamt dazu führen, dass „mehr Unternehmen denn je“ den Eigentümer wechseln würden, so Jacobsen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Montag, den 19. April: Karsten Crede, Vorstandschef der ERGO Direkt Versicherung AG. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Die Unternehmerin Christiane zu Salm kann sich keine politische Karriere vorstellen: „Das Wertegefüge von Politikern und Unternehmern unterscheidet sich fundamental.“ In der Wirtschaft müsse man „machen, entscheiden und mit Fehlern umgehen“. Genau diese unternehmerische Mentalität sei in der Politik nicht vorhanden. „Ich könnte in der Politik nur scheitern“, sagt zu Salm bei „19 – die Chefvisite“. Ihre Message: Politik – nein danke!

Tacheles spricht auch die Schwimmlegende Michael Groß: „Die Politik muss dafür sorgen, dass möglichst viel geimpft und getestet wird“, sagt der heutige Unternehmensberater in der Sendung. „Aber wenn das Impfen totreguliert wird, geht viel Energie flöten.“

Unterdessen warnt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, vor möglichen Covid-Ansteckungen älterer Menschen außerhalb der Pflegeheime. „In der häuslichen Pflege ist das Gefahrenpotenzial weiterhin hoch“, sagt Werner. Diese Menschen seien noch nicht vollständig geimpft. „Wir können noch keine Entwarnung für die Alten geben.“ Zugleich ist die Sieben-Tages-Inzidenz auf 82,9 gestiegen. Laut RKI gab es 6604 Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Deutschland – 1593 mehr als vor einer Woche. Hinzu kommen 47 Covid-assoziierte Todesfälle.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Dienstag, den 16. März: Markus Jerger, Geschäftsführer des Bundesverbands Mittelständische Wirtschaft. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Scharfe Kritik am „Zahlendebakel“ in den Gesundheitsämtern übt der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner: „Selbst in dieser entscheidenden Phase der dritten Welle bekommen wir keine belastbaren Zahlen vom RKI, weil einige Gesundheitsämter über Wochenende und Feiertage nicht fristgerecht melden“, rügt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Es werde „akzeptiert, dass für Präzision stehende Zahlen unvollständig sind und Schwächen haben – seit einem Jahr“, so der Mediziner. An diesem Blindflug drohe auch der von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) angeregte „Brücken-Lockdown“ zu scheitern. Denn durch das Desaster sei unklar, wie sich die Pandemie tatsächlich entwickele. Zudem könne nicht sichergestellt werden, dass nach einem von Laschet auf zwei bis drei Wochen Dauer angesetzten harten Lockdown die digitale Nachverfolgung von Infektionsketten wirklich funktioniere.

Von einem Wandel seiner Kundschaft durch die Krise berichtet der Münchner Pfandleiher Thomas Käfer in der Sendung: „Es kommen viele Freiberufler, Selbstständige und Handwerker“, so Käfer. Sie nutzten in guten Zeiten erworbene Luxus-Uhren, Krügerrand-Münzen oder „der Goldschmuck der Ehefrau, um Liquiditätsprobleme zu lösen“. Der Besuch in seinem Ladengeschäft sei für die meisten „kein einfacher Gang, es ist ihnen sichtlich unangenehm – aber sie haben keine Wahl“, sagt Käfer mit Blick auf die zögerliche Auszahlung staatlicher Hilfsgelder. Auch erhielten insbesondere kleine Selbstständige oftmals keine Kredite, weil „ihre Bilanzen nicht den Standards der Bankenwelt entsprechen“.

Frankreich befindet sich seit gestern Abend im dritten harten Lockdown – „vier Wochen Zähne zusammenbeißen“ laute die Devise von Präsident Emanuel Macron, wie der Journalist und Frankreich-Korrespondent Peter Heusch im Videocast sagt. Die Hoffnung ruhe dabei auf dem Impfen, das ähnlich schleppend gestartet sei wie in Deutschland. Zurzeit seien zwischen 20 und 25 Prozent der Franzosen durch Impfung oder Infektion gegen Covid geschützt. Bis Anfang Mai „sollen zehn Millionen Impfungen dazukommen“. Die dazu nötigen Impfstoffe würden jetzt schneller geliefert. Und: „Jeder impft, der eine Spritze halten kann“, sagt Heusch und zählt neben Medizinern, Tierärzten, Hebammen und Apothekern auch Militärs und Feuerwehrleute auf.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Mittwoch, den 7. April: Julia Ganglbauer, Vorstandsmitglied bei Biogena, und Gaby Krueger, Franchise-Koordinatorin bei Pizza Hut. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Die Zahl von Corona-Toten in Deutschland könnte um bis zu 45 Prozent sinken, wenn die Reihenfolge beim Impfen mit einem neuen Modell der Barmer „optimiert“ wird. Das sagt der Vorstandsvorsitzende der Krankenversicherung, Professor Christoph Straub, bei „19 – die Chefvisite“. Das wissenschaftliche Institut der Barmer habe das Risiko für schwere Corona-Verläufe bei bestimmten Vorerkrankungen auf Basis von Versichertendaten ermittelt. Die Analyse habe zum Beispiel ergeben, dass „psychische Erkrankungen ein hohes Risiko“ darstellten. Diese seien aber bei der Impf-Priorisierung durch die Ständige Impfkommission (Stiko) und den Ethikrat gar nicht berücksichtigt worden, so Straub. Zudem habe sich gezeigt, dass Menschen mit mehreren Vorerkrankungen, die in Kombination das Risiko verstärken, maximal gefährdet seien. Diese müssten möglichst sofort priorisiert und geimpft werden, um die Belastung des Gesundheitssystems zu senken.

Weil zunächst die am stärksten gefährdeten Hochbetagten geimpft werden, sei es „noch nicht zu spät“, die Ergebnisse der Barmer-Analyse zu berücksichtigen, betont Straub. Die neue Identifizierung von Risikopatienten durch Datenanalyse könne jetzt greifen, wenn Vorerkrankte an die Reihe kommen. „Dann kann es einen relevanten Zugewinn an Sicherheit geben“, sagt Straub. Vor allem würden durch eine Verringerung schwerer Krankheitsverläufe Kliniken entlastet, denen wegen der Mutationen des Coronavirus eine neue Welle von Covid-Patienten droht. Das neue Barmer-Impfsystem eröffnet so die Chance, schneller aus dem Lockdown zu kommen. Letztlich werde auch die Fairness bei der Vergabe von Impfterminen gesteigert, sagt Straub: „Das ist für den Zusammenhalt in den nächsten Monaten extrem wichtig.“ Er freut sich, dass die Barmer als Partner des Robert-Koch-Instituts (RKI) agiere.

„Großen Informationsbedarf“ sieht der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, vor den angekündigten kostenfreien Corona-Schnelltest, zum Beispiel in Apotheken. Dort gebe es „eine Reihe von Fragen und damit auch Unsicherheiten“, etwa über mögliche Warteschlangen, Schutzmaßnahmen, Versicherungsfragen oder Kosten. Nach dem Impfstart stehe mit der Testoffensive die nächste „Mammutaufgabe“ für die Beteiligten bevor, sagt Werner in der Sendung. Der Mediziner warnt zugleich vor „zu großen Hoffnungen“. Die Schnelltests sollen laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab 1. März zur Verfügung stehen.

„Nach wie vor sind wir davon überzeugt, dass Fitness für die Gesundheit der Menschen elementar wichtig ist. Nach 15 Wochen im zweiten Lockdown müssen sich die Menschen wieder bewegen und Fitness als Sportart Nummer 1 betreiben – und das in einem sicheren und verantwortungsvollen Umfeld im Umgang mit dem Virus“, begründet Schaller die Entscheidung.

Weil bloßes Jogging auf Dauer eine einseitige Belastung sei und „die Möglichkeiten zuhause für ein ganzheitliches Training in den meisten Fällen nicht ausreichen“, habe man überlegt, wie eine temporäre Lösung aussehen könnte. Schaller: „Wir bieten unseren Mitgliedern deshalb jetzt die Möglichkeit, ihr Training bei uns an ausgewählten Standorten deutschlandweit wieder durchzuführen – allerdings draußen im Freien.“

Mit dem Infektiologen Prof. Dr. Klaus-Dieter Zastrow sei ein spezielles Hygienekonzept entwickelt worden. Dieses enthält strenge Regeln für den Ablauf: Um größere Ansammlungen zu verhindern, können sich die Mitglieder ausschließlich vorab und online für einen 45-minütigen Trainings-Slot anmelden. Nach der Einheit werden die Geräte 15 Minuten lang desinfiziert, ehe neue Kunden kommen. Fazit des Gutachtens von Professor Zastrow zu den Outdoor-Gyms ist: „Bei Beachtung und Einhaltung der obengenannten Funktions- und Organisationsabläufe ist eine Weiterverbreitung von Corona-Viren ausgeschlossen.“

Die Outdoorstudios von McFit werden an diesem Samstag in Berlin, Hamburg, Bremen, Rostock, Braunschweig, Mannheim, Wiesbaden, Mainz, Magdeburg und Neunkirchen errichtet und um 13 Uhr in Betrieb genommen. Öffnungszeit sei täglich von 6 bis 22 Uhr, wo keine Sperrstunde herrscht. In Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Sachsen habe McFit, so Schaller, aufgrund der aktuellen Rechtslage auf Outdoorstudios verzichtet.

Schaller: „Als Marktführer sehen wir es als unsere Aufgabe an, mit dem Öffnen von aktuell zehn Outdoor Gyms eine Bewegung zu starten, um die Aufmerksamkeit auf uns als Branche und die Wichtigkeit von Fitness, Sport und Bewegung ins Bewusstsein der Politik zu rücken. Wir hoffen sehr, dass uns viele weitere Studiobetreiber folgen werden und ebenfalls individuelle Trainingsmöglichkeiten im Freien für ihre Mitglieder errichten.“

„Die Bilder von den deutschen Flughäfen am Wochenende haben mich fassungslos gemacht“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner“, ist entsetzt über Urlaubsreisende, die dem Lockdown entfliehen wollen. Diese „fliegen zu Zehntausenden in alle möglichen Länder, auf die Kanaren, nach Mallorca, wo sie gemeinsam mit infizierten Briten feiern“, kritisiert Werner bei „19 – die Chefvisite“ vor dem Hintergrund der neuen Coronavirus-Variante, die sich von London und Südengland aus verbreitet. „Dafür haben wir alle die Zeche noch zu zahlen“, warnt der Mediziner. „Das Personal im Gesundheitswesen riskiert täglich das eigene Leben, während andere so tun, als sei alles normal – Solidarität sieht anders aus!“

Die Belastung nimmt im Essener Uniklinikum zu: Aktuell werden dort 44 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation behandelt – „die bislang höchste Zahl für dieses Krankheitsbild“, so Werner. Insgesamt versorgt sein Haus 134 mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierte stationär. Über das Wochenende sind dort zwei weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Entspannung zeichnet sich nicht ab: Das RKI meldet bundesweit 16.643 neue Fälle binnen 24 Stunden, 281 mehr als am Montag der Vorwoche. Die Zahl der Todesopfer steigt um 226 auf nunmehr insgesamt 26.275.

Die „analoge Bearbeitung der Pandemie“ in Deutschland kritisiert der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind in der Sendung. In Asien werde das Coronavirus digitaler und erfolgreicher bekämpft. „Bei uns scheitert das am Datenschutz. Den müssen wir temporär aussetzen, damit wir handlungsfähig sind“, lautet Kinds Forderung. Denn durch den zweiten deutschen Lockdown steigt das Risiko von Unternehmensinsolvenzen „deutlich“, so der Manager – auch im Profifußball, für den der Geschäftsführer der Lizenzspielerabteilung des Zweitligisten Hannover 96 Pleiten „nicht ausschließen“ will.

Die Debatte um die Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffes lässt beim Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, die „Alarmglocken läuten“. Bei „19 – die Chefvisite“ lehnt Werner eine Wahlfreiheit der Bürger für Impfstoffe ab und warnt vor einer „damit verbundenen, möglichen Verlängerung des ganzen Impfplans in Deutschland“. Dem britisch-schwedischen Hersteller hält der Mediziner „unzureichende Studienplanung“ zur Wirksamkeit des Präparats vor. Diese habe zu Verwirrung geführt. Dagegen fordert Werner eine „intensive, bundesweite Aufklärungskampagne“ unter Einsatz von Impf-Fürsprechern „mit hoher Glaubwürdigkeit entlang der Altersgruppen bis Anfang 60“ – „natürlich parteiübergreifend“, betont er.

Beim Rückgang der Neuinfektionen „flacht die Kurve ab“: Das RKI meldet mit bundesweit 10.207 neuen Fällen binnen 24 Stunden „fast den Wert von vor einer Woche“, so der Klinikchef. Zudem sind 534 weitere Menschen an oder mit dem Sars-CoV-2-Virus verstorben. Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche mit 57,1 „stabil“ bleibt, mahnt Werner, die Entwicklung im Auge zu behalten.

„Wer vorher digital war, kommt besser durch die Krise“: Der Chef des Softwarehauses Datev, Robert Mayr, berichtet in der Sendung von Erfahrungen seiner Kunden – vor allem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – im Lockdown. Einige Kanzleien seien durch die Einschränkung „niemals in ihrer Arbeit beeinträchtigt“ gewesen. Das hätten inzwischen auch viele Mittelständler erkannt. „Das Berufsbild des Steuerberaters wandelt sich hin zum Digitalisierungscoach“, so Mayr. Er hat festgestellt, dass ein Unternehmen mit rund 8000 Mitarbeitern wie die Datev „in klassischen Organisationsformen nicht mehr bestehen kann“. 90 Prozent der Belegschaft seien zeitweise im Homeoffice gewesen, „trotz physischer Distanz sind wir in der Krise aber näher zusammengerückt“. Der Datev-Chef erwartet, dass sich der Wechsel zwischen Büro- und Heimarbeit durchsetzen wird. Er freue sich auf menschlichen Kontakt nach einer Impfung: „Wir müssen wieder raus und uns wieder treffen“, sagt Mayr.

„Angst ist kein guter Berater in Krisenzeiten“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt vor Panikmache bei der Patientenversorgung. „Die meisten Krankenhäuser sind nicht in einem Panikmodus“, betont der Mediziner bei „19 – die Chefvisite“. Sein Haus halte „eine zwar reduzierte, aber immer noch relevante Funktionalität“ für Menschen mit anderen Erkrankungen vor – obwohl die Essener Klinik „eine der höchsten Zahlen an Covid-19-Patienten in Deutschland“ verzeichne. Kurzfristige Engpässe seien zurzeit „immer auf eine Stadt bezogen“, Patienten würden nötigenfalls in andere Kliniken verlegt, so Werner.

Die heutigen RKI-Zahlen nennt Werner „durch eine Übertragungspanne in Baden-Württemberg verzerrt“. Aber: „Egal, wie man es rechnet, es sind über 30.000 Neuinfektionen an einem Tag und damit ein neuer Höchststand.“ Offiziell meldet die Behörde bundesweit 33.777 neue Fälle binnen 24 Stunden und 813 Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus. Im Essener Uniklinikum sind aktuell 131 Covid-19-Patienten in Behandlung, 37 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben.

„Unsere Vermögensberater haben so viel zu tun wie nie zuvor“, berichtet Helge Lach, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Vermögensberatung DVAG, in der Sendung. Sie müssten zum Beispiel bei Kunden, die in Kurzarbeit sind, Lebensversicherungsbeiträge anpassen. Andere Kunden hätten Unterstützung gebraucht, etwa weil sie den Börsenabsturz zum Einstieg in Aktien nutzen wollten. Angesichts der großen Nachfrage in der Bevölkerung nach mobiler Beratung freut sich Lach, dass inzwischen viele Kundenberater von Banken und Sparkassen zur DVAG wechseln. Nach der Pandemie erwartet er ein allgemeines Abflauen des aktuellen Homeoffice-Trends: „Menschen brauchen Menschen, Kollegen. Das Büro ist eine tragende Säule des Soziallebens“, ist Lach überzeugt. „Unternehmen, die voll aufs Homeoffice setzen, könnten ihr blaues Wunder erleben“, sagt er.

Wir müssen uns schon jetzt mit den Langzeitfolgen der Covid-19-Patienten befassen“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt, dass „Long-Covid ein enormes gesellschaftliches Problem werden kann“. Bei „19 – die Chefvisite“ sagt Werner: Im chinesischen Wuhan, wo das Coronavirus zuerst verstärkt auftrat, litten laut einer Studie „drei von vier Patienten auch noch nach sechs Monaten unter mindestens einem Symptom“. Ein Viertel der Betroffenen habe Angststörungen und Depressionen. „Wir dürfen das Thema Langzeitfolgen nicht liegen lassen, nur weil wir uns aktuell auf die Intensivstationen fokussieren“, mahnt der Mediziner.

Der Chef des Versicherers Signal Iduna, Ulrich Leitermann, sieht bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung „keine Notwendigkeit“, wegen Covid-19 die Gesundheitsprüfung zu ändern – „Stand: heute“, betont Leitermann in der Sendung. Denn: „Wir wissen zu wenig über die Langzeitwirkungen“ der Krankheit. Insgesamt komme die Branche stabil durch die Krise, so der Versicherungschef. Vielen Selbstständigen unter seinen Kunden drohe aber die Insolvenz, aktuell insbesondere Friseuren. Diesen müsse „dringend stärker geholfen werden“ – am besten dadurch, dass sie mit einem strengen Hygienekonzept rasch wieder öffnen dürften, so Leitermann. Dem Mittelstand drohe eine Pleitewelle, die „die Strukturen in den Städten und Gemeinden verändern wird“.

„Mal positive Nachrichten“ hat Klinikchef Werner über die Neuinfektionen: Das RKI meldet bundesweit 6408 neue Fälle binnen 24 Stunden – 4961 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Die Zahl der weiteren Toten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus wird mit 903 angegeben. Aber: „Die Infektionszahlen gehen klar runter“, so der Mediziner, „wir spüren, dass es weniger wird.“ Die Uniklinik in Essen versorgt jedoch aktuell immer noch über 100 Covid-Patienten, 36 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zwei weitere Erkrankte verstorben.

Mit einem Angebot zum Mitmachen an alle Interessierten und „nicht auf hohem Roß mit Ansagen von oben nach unten“ sollte die Politik den Herausforderungen der Corona-Krise begegnen – davon ist der Chef der Siemens-Betriebskrankenkasse, Hans Unterhuber, überzeugt. Bei „19 – die Chefvisite“ berichtet Unterhuber, dass er in seinem Unternehmen einen Krisenstab eingerichtet habe, „um die täglichen Überraschungen zu meistern“: „Vor Entscheidungen ziehen wir alle Fachleute hinzu, so kommen wir ganz gut durch die Krise“, sagt Unterhuber. Kritik übt er an mangelnder Transparenz in der Politik und „Ansagen, die im Hinterzimmer produziert werden“.

Gerade in Corona-Zeiten sollten sich die Menschen „mit der Endlichkeit des irdischen Lebens auseinandersetzen“, sagt der Deutschland-Chef des Sterbegeldversicherers Monuta, Oliver Suhre, in der Sendung. Wer für den Fall der Fälle plane, „ist entspannter“. Sonst könne man von einem plötzlichen Sterbefall „überrannt“ werden und in Panik verfallen, warnt Suhre. Vorsorge sei vor allem wichtig für alle, „die Nachkommen oder ein Unternehmen haben – die etwas hinterlassen“ – insbesondere Familien und Mittelständler sollten sich „frühzeitig mit dem Thema Tod auseinandersetzen und Fragen klären“. In den Niederlanden, Sitz der Monuta-Muttergesellschaft, sei man dabei weiter und gehe „sachlicher und neutraler damit um“, berichtet Suhre.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, lobt die hohe Beteiligung an der regionalen Massenimpfung in Tirol gegen die zuerst in Südafrika aufgetretene Sars-CoV-2-Variante: „Ein Beispiel dafür, wie wir künftig bei Mutanten reagieren müssen, die nicht vom aktuellen Impfstoff erfasst werden“, so Werner. In diesem europäischen Pilotprojekt hätten sich 72 Prozent der rund 64.000 in Frage kommenden Personen freiwillig mit einem weiterentwickelten Biontech-Präparat impfen lassen. So könnte die Ausbreitung der bedrohlichen Mutation eingedämmt werden, sagt der Mediziner.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Donnerstag, den 18. März: Der Arzt und Autor Professor Dietrich Grönemeyer. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Hier dürfte sich ein weiterer weltweiter Impfstoffanbieter abzeichnen“: Nach Einschätzung des Chefs der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, kann der in Russland entwickelte Impfstoff „Hoffnung geben“. Auch in der Gruppe der Über-60-Jährigen gebe es „eine hohe Wirksamkeit von 90 Prozent“, berichtet Werner bei „19 – die Chefvisite“. Das zeigten Zwischenergebnisse, die gestern im renommierten Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht wurden. Es handelt sich um einen klassischen Vektorimpfstoff wie das Präparat von AstraZeneca. Im Gegensatz zu diesem sei das als „Sputnik V“ bekannte russische Mittel aber an einer ausreichenden Zahl von älteren Probanden getestet worden und könnte auch bei Senioren verimpft werden, so der Mediziner.

Im Universitätsklinikum Essen sind laut Werner nunmehr insgesamt 260 Patienten am oder mit dem Coronavirus verstorben, seit gestern sind es allein zwei. Aktuell werden dort 103 Menschen wegen Covid-19 versorgt, 34 davon auf der Intensivstation. Das RKI meldet bundesweit 9705 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, 3493 weniger als am Mittwoch der Vorwoche. Die Zahl der registrierten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus wird mit 975 angegeben. Das sind nur sieben weniger als vor Wochenfrist.

Zugang zu Maschinen der Lufthansa nur für Geimpfte soll es nicht geben: „Wir hätten das Recht dazu, haben das aber nicht vor“, stellt der Kommunikationschef der Fluggesellschaft, Andreas Bartels, in der Sendung klar. Eine solche Entscheidung müsste aus Sicht des Unternehmens „von den Behörden kommen, nicht von einer privaten Airline“. Das Passagieraufkommen wird nach Bartels‘ Einschätzung „erst zur Mitte der Dekade“ wieder Vorkrisenniveau erreichen. Ein Grund sei die stetige Abnahme von Geschäftsreisen, die vielfach durch Videokonferenzen ersetzt werden. Daher verkleinere die Lufthansa ihre Flotte um 150 Flugzeuge – von 800 auf 650 Maschinen: „Wir schrumpfen eine mittelgroße Airline weg“, so Bartels.

Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender des Stahlhändlers Klöckner & Co, nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die Folgen der Digitalisierung seines Unternehmens geht: „Der Wandel zu einem Plattformunternehmen hat zur Folge, dass in den Kernprozessen weniger Mitarbeiter benötigt werden“, sagt Rühl bei „19 – die Chefvisite“. 2020 sei die Zahl der Angestellten um 15 Prozent geschrumpft, die Hälfte davon durch digitale Prozesse.

„Die Anforderungen an die Mitarbeiter haben sich völlig geändert. Wir unterstützen Fortbildung durch unsere Digital Academy, aber wer den Wandel nicht mitmachen kann oder will, muss gehen. Das ist keine Frage des Alters, sondern des Mindsets“, sagt der CEO. Für das laufende Quartal erwartet Klöckner & Co das stärkste Ergebnis seit dem Börsengang vor 15 Jahren. „Wir spüren einen starken Boom, auch durch die Knappheit bei Stahl“, so Rühl in der Sendung. Im vergangenen Jahr sei die Nachfrage durch die Corona-Krise um 18 Prozent eingebrochen, das Unternehmen habe aber „früh gegengelenkt und die Krise als Chance gesehen“.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, rief in der Sendung dazu auf, die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen nach den erfolgreichen Impfungen wieder zu besuchen. „Wir dürfen und müssen uns diesen Menschen auch wieder körperlich nähern. Die Zeit einer angstbesetzten Distanz muss vorbei sein“, sagt Werner. Das RKI meldet bundesweit 9997 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, das sind 884 mehr als vor einer Woche. Hinzu kommen 394 Covid-assoziierte Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist auf 62,6 gestiegen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Unsere Talk-Gäste am Montag, den 1. März: Biogena-Managerin Julia Ganglbauer und „Tagesspiegel“-Redakteur Joachim Huber. Die Live-Sendung startet wie gewohnt um 10 Uhr, via Zoom kann jeder dabei sein – einfach auf diesen Link klicken: https://dub-magazin.de/chefvisite-zoom/

Nach dem Stopp der Impfungen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca in Dänemark, Norwegen und Island spricht sich der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, gegen eine Pause hierzulande aus: „Ich bin sehr froh, dass Deutschland nach Analyse der Situation an diesem Impfstoff festhält“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“.

Die Berichte über schwere Blutgerinnsel bei Geimpften in Dänemark müssten genau analysiert werden. Bislang sei die Thrombosehäufigkeit nach einer Impfung mit AstraZeneca aber nicht höher als bei Nicht-Geimpften. „Auch Unterbrechungen bei den Impfungen können Todesfälle zur Folge haben“, mahnt Werner. Unterdessen ist die Zahl der Infizierten abermals gestiegen. Das RKI meldet bundesweit 12.834 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, das sind 2254 mehr als vor einer Woche. Hinzu kommen 252 Covid-assoziierte Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz ist auf 72,4 gestiegen.

Angesichts der hohen Ansteckungszahlen und der schleppenden Impfungen kritisiert der Südkorea-Experte Dr. Christian Taaks das Krisenmanagement der Bundesregierung: „Mit Blick auf Deutschland herrscht bei den Südkoreanern Fassungslosigkeit“, sagt Taaks in der Sendung. Er leitet seit 2018 das Koreabüro der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung mit Sitz in Seoul. In Südkorea gab es bislang insgesamt 92.000 Covid-Infektionen und etwa 1600 Todesfälle bei einer Bevölkerungszahl von knapp 52 Millionen. „Südkorea war bei der Pandemiebekämpfung schneller, konsequenter und durchdachter als Deutschland. Hier ist es kein Politikum, sondern eine Sache der Wissenschaft.“

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Die Talk-Gäste am Montag, den 15. März: die Medienunternehmerin Christiane zu Salm und die Schwimmlegende Michael Groß. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Sport- und Eventveranstaltungen könnten für vollständig Geimpfte wieder geöffnet werden, „wenn die rechtliche Grundlage dafür da ist“. Das sagte der Eventmanager Michael Mronz bei „19 – die Chefvisite“. „Dann werden Kultur und Sport sobald wie möglich ein Angebot machen“, so Mronz, der unter anderem das Reitturnier CHIO in Aachen managt. „Wenn alle ein Impfangebot bekommen haben und einige sich nicht impfen lassen wollen, dann können wir die Mehrheit nicht bestrafen.“ Denkbar sei eine „Kombination“ mit ergänzenden Schnelltests, um Sicherheit für die Zuschauer zu schaffen. Dafür böte sich der Einsatz von Smartphone-Apps zur Dokumentation an. Diese stießen in der Krise auf eine höhere Akzeptanz. „Dabei ist der Datenschutz zentral“, sagte Mronz.

Einheitliche Standards für unterschiedliche Corona-Apps forderte der IT-Unternehmer Jürgen Simon, der selbst mit Placelogg ein solche Angebot entwickelt hat. „Alle Apps müssen mit den QR-Codes umgehen können“, so Simon in der Sendung. Darüber hinaus müsse eine digitale Anbindung an die zuständigen Gesundheitsämter sichergestellt werden. Simon sieht die Parallelentwicklung mehrerer Apps positiv: „Es gibt kein Allheilmittel.“ Der Wettbewerb zwischen verschiedenen Angeboten sei der beste Weg, „das Infektionsrisiko zu minimieren“.

Als ein „klares Signal für eine Ausweitung der Impfstrategie und -geschwindigkeit“ wertete der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, Drive-in-Impfungen, wie sie gestern in NRW testweise durchgeführt wurden. Bei der „beeindruckenden Initiative“ hätten Einwohner des Ennepe-Ruhr-Kreises „ihre Impfung sitzend im Wagen erhalten“, so Werner in der Sendung. Sorge bereitet dem Mediziner, dass immer mehr jüngere Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen lägen. Diese würden meist länger beatmet, was die Belastung für das Personal noch erhöhe. Zudem sei das Risiko für Langzeitschäden bei diesen Patienten hoch.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Freitag, den 9. April: Der Virologe Professor Hendrik Streeck. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Nach nur zwei Tagen ist wieder Schluss: „Wir müssen die Impfungen an der Klinik erstmal aussetzen, weil kein Impfstoff verfügbar ist“, berichtet der Chef des Essener Uniklinikums, Professor Jochen Werner, bei „19 – die Chefvisite“. Damit steht sein Haus beispielhaft für die Lage im Land: „Der Engpass betrifft Gesamtdeutschland“, so Werner. Für das Klinik-Personal sei die Pause eine „sehr schwierige Situation“ – denn „unser Impfstart vor zwei Tagen hatte vielen Hoffnung gegeben“. Werner erwartet, die Immunisierungen Anfang Februar wieder aufnehmen zu können.

Erfreut ist der Klinikchef, dass sich bei der Abnahme der Infektionszahlen „der Trend fortsetzt“: Das RKI registriert bundesweit mit 15.974 neuen Fällen binnen 24 Stunden 3626 weniger als am Mittwoch der Vorwoche. Werner warnt jedoch vor einer Ausbreitung der infektiöseren Variante des Coronavirus, die zuerst in England auftrat: Dies sei „nur eine Frage der Zeit“ – zumal Essen nicht weit von den Niederlanden entfernt liege, wo die Mutation bereits stärker verbreitet ist. Hoch bleibt die Zahl der vom RKI im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldeten Todesfällen, die mit 1148 um 88 über dem Mittwochswert der Vorwoche liegt. In der Universitätsmedizin Essen werden aktuell 120 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 50 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zwei weitere Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben.

Nachhaltigkeit ist als Megatrend „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt der globale Vertriebschef der Fondsgesellschaft DWS, Dirk Görgen, in der Sendung. Seine Prognose: „Niemand wird sich entziehen können.“ Görgen fordert, in Deutschland eine „Investmentkultur zu leben“ und in Aktien zu investieren, denn: „Der Zins ist weg.“ Eine weitere Alternative zum Sparbuch ist für ihn „Betongold“. Bei Pflegeimmobilien sei die Nachfrage seitens privater Kapitalanleger derzeit trotz Pandemie „sehr hoch“, berichtet Karl Reinitzhuber, Chef von Carestone, dem Marktführer in diesem Bereich. Das liege auch am zu geringen Angebot an altersgerechten Wohnungen – auf 300.000 schätzt Reinitzhuber den Bedarf an Neubauten in den kommenden zehn Jahren. „Wir produzieren den VW-Golf der Pflegeimmobilie“, so der Carestone-Chef.

„Beendet die unsinnige Debatte um eine Impflicht!“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt Politiker vor Aktionismus. „Wir dürfen nicht jeden Tag eine neue Sau durch Dorf treiben und so tun, als wäre alles andere erledigt“, kritisiert Werner bei „19 – die Chefvisite“. Die aktuelle Diskussion „bis hin zum Berufsverbot“ erzeuge Unruhe beim Personal von Pflegeeinrichtungen, warnt der Mediziner. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe erneut betont, dass es keinen Impfzwang geben werde: „Ich hoffe, das Thema ist damit endlich durch“, so Werner. Der Mediziner fordert eine konsequente Umsetzung der Corona-Teststrategie. Wichtig sei auch die Einhaltung aller Hygienevorschriften in Senioreneinrichtungen.

Die Krankenhäuser sind aus Sicht des Klinikchefs durch die vielen Covid-Erkrankten weiter „hoch belastet“  – Entwarnung geben kann er nicht: Das RKI meldet mit bundesweit 19.600 Neuinfektionen 1636 Fälle mehr als am Mittwoch der Vorwoche. „Beunruhigend“ nennt Werner die Zahl von 1060 Toten binnen 24 Stunden in Verbindung mit dem Coronavirus. Das Uniklinikum Essen behandelt aktuell 115 Patienten wegen Covid-19, 48 davon auf der Intensivstation. Seit gestern ist dort ein weiterer Mensch im Zusammenhang mit dem Sars-CoC-2-Virus verstorben.

„Für Kleinstunternehmer ist die Lage katastrophal“: Der Steuerberater Stefan Buschmann, der für Klienten viele Anträge auf Staatshilfe ausgearbeitet hat, berichtet in der Sendung von „wirtschaftlichen Depressionen“ bei Solo-Selbstständigen, etwa Künstlern oder Messebauern. Sein Aufruf an Betroffene: „Gehen Sie zum Steuerberater, nutzen Sie alle staatlichen Möglichkeiten!“ Gelder würden fließen, wenn auch mit zwei oder drei Monaten Verzögerung. Zunehmend lethargisch sind nach Einschätzung von Management-Berater Jens Vogt, Partner bei Heidrick Consulting, inzwischen auch viele Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten. Nach einer „Euphorie“ im ersten Lockdown „stellt sich nun Müdigkeit ein“, beobachtet der Experte. Manager müssten daher „mehr Stunden für Führungsarbeit“ und Mitarbeitermotivation aufwenden.

„Diesen Ansatz sollten wir auch in Europa verfolgen“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert, stärker nach neuen „alternativen Behandlungsmethoden“ mit Antikörpern zu suchen. In den USA gebe es dafür bereits Notfallzulassungen, ein entsprechender Prozess bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA laufe aber noch nicht, berichtet Werner bei „19 – die Chefvisite“. Mit einer Studie an 965 Personen wurde „nachgewiesen, dass das Risiko einer Covid-19-Erkrankung bei Pflegeheimbewohnern durch die Antikörpertherapie erheblich gesenkt werden konnte“, so der Mediziner. Antikörper „können in ausgewählten Fällen offensichtlich dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs zu senken“.

Der positive Trend beim Infektionsgeschehen in Deutschland „hält an“, zeigt sich der Klinikchef erfreut. Das RKI registriert bundesweit 17.862 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – 4506 weniger als am Freitag der Vorwoche. Aber: „Die Anzahl der Verstorbenen ist leider noch deutlich zu hoch“, so Werner. Das RKI meldet 859 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus, insgesamt ist damit die Schwelle von 50.000 überschritten. Seit gestern sind im Essener Uniklinikum zwei weitere Covid-19-Patienten verstorben. Dort werden aktuell 113 mit dem Coronavirus Infizierte behandelt, 42 davon auf der Intensivstation.

„Die aktuellen Kontaktbeschränkungen sind eigentlich kein Problem für uns“: Der Chef des Bankhauses Hauck & Aufhäuser, Michael Bentlage, sagt in der Sendung, dass sein Unternehmen bereits zuvor viel auf Telefonberatung gesetzt habe. Das weiter ausgebaute digitale Angebot werde von den Kunden viel genutzt – „auch Ältere sind da inzwischen sehr versiert“, so Bentlage. Bei der Neukundengewinnung wird sich aus seiner Sicht allerdings ein hybrides Angebot mit persönlichem Erstkontakt und Videoberatung durchsetzen. Die älteste Privatbank Deutschlands gehört inzwischen zum Fosun-Konzern aus China – von seinen Kollegen dort hört Bentlage: „Die Restaurants sind voll, die Ferienanlagen auch.“ Die Chinesen seien technologisch weiter als Deutschland: „Künstliche Intelligenz hilft ihnen, die Krise besser zu bekämpfen“, so der Vorstandschef.

„Die Lage ist definitiv sehr ernst“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, befürchtet „verheerende Auswirkungen“, sollte sich die zuerst in England aufgetretene Mutation des Coronavirus auch in Deutschland ausbreiten. „Damit stiege die Gefahr einer schweren dritten Welle mit langfristigen Lockdowns und vielen Toten“, warnt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Daher nennt er es „sehr bedauerlich“, dass „einzelne Bundesländer keine 24 Stunden nach der Vereinbarung vom Dienstag wieder Sonderwege ankündigten und Lockerungen einläuten“.

Über teils „absurde Regelungen“ in unterschiedlichen Bundesländern klagt Ulrich Becker, Chefredakteur der Südwestpresse aus dem baden-württembergischen Ulm, das direkt an der Grenze zu Bayern liegt. „Der Föderalismus verwirrt teilweise und mindert die Bereitschaft der Menschen, den Regeln zu folgen“, sagt Becker in der Sendung. Vorstöße wie den von Landeskultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), die Kitas und Schulen unabhängig von den örtlichen Infektionszahlen öffnen will, kritisiert er als „Wahlkampf mithilfe der Pandemie“. Dies sei „empörend und enttäuschend“. Baden-Württemberg wählt am 14. März einen neuen Landtag.

Als „vielleicht ein gutes Zeichen“ wertet Klinikchef Werner, dass das RKI bundesweit mit 26.391 Neuinfektionen binnen 24 Stunden über 6000 Fälle weniger registriert hat als am Donnerstag der Vorwoche – wegen der Datenverzerrung durch die Feiertage „müssen wir das aber beobachten“, mahnt Werner. Das RKI meldet zudem 1070 weitere Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus. Im Uniklinikum Essen sind seit gestern drei weitere Patienten am oder mit dem Coronavirus verstorben. Aktuell sind dort 125 Covid-19-Patienten in Behandlung, 45 davon liegen auf der Intensivstation – darunter auch „Allerschwerstkranke“, berichtet der Mediziner.

„Absurd“: Lockdown-Lockerungen zu Silvester hält der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, für „nicht nachvollziehbar“. Bei „19 – die Chefvisite“ betont der Mediziner, dass Partys zum Jahreswechsel „immer Begleitschäden“ haben, die das Gesundheitssystem noch stärker belasten. Auch der Chefredakteur der Berliner Zentralredaktion der Funke-Mediengruppe, Jörg Quoos, sieht in der aktuellen Debatte um die Anti-Corona-Maßnahmen „große Chancen, dass Silvester ausfällt – vor allem die Böllerei“. Dagegen ist für Quoos die Wahrscheinlichkeit von Lockerung über Weihnachten hoch. Denn: „Dieses christliche Fest hat für die konservativ regierten Bundesländer eine ganz andere Bedeutung.“

Klinikchef Werner fordert, bei der Reihenfolge der Risikogruppen für die anstehende Impfung Schwerkranke höher zu priorisieren. Diese würden neben Einwohnern von Seniorenheimen und medizinischem Personal „zu wenig benannt“, so der Mediziner in der Sendung. Er betont, dass für insgesamt 8,5 Millionen Gefährdete bei drei Millionen vorhandenen Impfdosen vorerst nur 1,5 Millionen immunisiert werden können, weil eine Doppelbehandlung mit dem Serum nötig ist. Werner erwartet, dass für eine „Festlegung, wer dieses Kriterium Schwerkranke erfüllt“, ein Attest erforderlich ist – wohl vom Hausarzt. Das Problem: „Ein Teil von diesen arbeitet schon heute an der Belastbarkeitsgrenze.“ Er appelliert an Betroffene, die Hausärzte „nicht schon jetzt mit Telefonanfragen zu einer noch vollkommen unklaren Situation“ zu überschütten.

Bei der Auslastung spürt das Essener Klinikum „eine leichte Druckzunahme durch Anfragen für Verlegungen“, so Werner. Aktuell werden in seinem Haus 128 Patienten wegen Covid-19 behandelt, davon liegen 39 auf der Intensivstation. Seit gestern ist ein weiterer Patient im Zusammenhang mit der Krankheit verstorben. Bundesweit nennt das RKI eine Zahl von 423 Toten binnen 24 Stunden, die Neuinfektionen liegen mit 14.054 um 450 über dem Wert des Dienstags der Vorwoche. Bei der Gesamtzahl der Todesopfer „bewegen wir uns auf die 20.000er-Grenze zu“, mahnt der Klinikchef.

Als „Riesenchance“ im Kampf gegen Krebs wertet der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Bei „19 – die Chefvisite“ berichtet Werner von besseren Diagnosen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Auswertung von Röntgenbildern. Maschinen erzielten dabei bessere Ergebnisse, „der Mensch wird irgendwann müde“. Genauere Diagnostik ermögliche bessere Therapien, die durch Digitalisierung an den Patienten angepasst werden könnten. Das gelte auch für die Vorsorge, die digital individueller werde. „Insgesamt ist es absolut klar, dass es digital besser wird“, urteilt der Mediziner.

Der Sprecher des Verbands der Privaten Krankenversicherungen, Stefan Reker, sieht Deutschland im Kampf gegen Krebs gut aufgestellt. In der Sendung berichtet er, dass Krebsmedikamente hierzulande im Schnitt 82 Tage nach der europäischen Zulassung zur Verfügung stünden – der EU-Durchschnitt liege bei 445 Tagen. Ein Grund sei die Digitalisierung. Für diese sei die Corona-Krise ein „Turbolader“, so Reker. Herzstück für die Gesundheit sei in Zukunft die elektronische Patientenakte. Bei deren Einführung sei die aktuell größte Herausforderung die flächendeckende Anbindung aller Arztpraxen an das neue System. Der Zugriff auf die gesammelten Daten sei aber zurzeit nur mit der Gesundheitskarte möglich. „Wir wollen eine digitale App, damit das auch ohne Chipkarte funktioniert“, so Reker.

Für das heutige Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den weiteren Corona-Maßnahmen hofft Klinikchef Werner auf eine „besonnene Öffnungsstrategie, gerne als Stufenkonzept“. Er fordert zudem ein „klares Konzept zum bundesweiten Vorgehen mit Schnelltests“. Zur Bedeutung von Schnelltests verweist Werner auf die Stadt Flensburg. Diese habe zusammen mit einer benachbarten Kommune in Eigenregie Schnelltests beschafft und biete diese bereits jetzt den Bürgern kostenlos an. „An den ersten beiden Tagen wurde die Infektion bereits bei 40 unauffälligen Personen nachgewiesen“, sagt der Mediziner. So lasse sich das Infektionsrisiko mindern.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Donnerstag, den 4. März: der frühere Firmenkunden-Vorstand der Commerzbank, Roland Boekhout. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Die Bereitschaft der Bevölkerung für Vorsorgeuntersuchungen leidet“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, schlägt Alarm. Bei „19 – die Chefvisite“ warnt er vor den Nebenwirkungen der Pandemie auf die Gesundheitsvorsorge. Diese werde vernachlässigt – „von A bis Z, also von Augendruckmessungen über Krebsvorsorge bis hin zum Zahncheck“, so der Mediziner. Eine Folge: Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind wohl über eine halbe Million Menschen an Tuberkulose gestorben, weil ihre Krankheit in Corona-Zeiten nicht rechtzeitig erkannt wurde. Werner sorgt sich zudem, dass die wachsende Zahl von Covid-Intensivpatienten die Versorgung anderer schwerkranker Menschen in den Krankenhäusern gefährde.

Als „Trauerspiel“ bezeichnet der Klinikchef das Meldeverhalten der Behörden über die Feiertage. Dadurch entstehe eine „Pseudogenauigkeit“ der RKI-Daten. „Die Zahlen sind sicher höher“, so Werner mit Blick auf den offiziellen Inzidenzwert von aktuell 110,1. Für eine bessere Einschätzung der Pandemie-Entwicklung empfiehlt Werner einen Blick auf die Bettenbelegung der Kliniken – und zwar „nicht nur der Intensivkapazitäten“. Denn auf den Intensivstationen landeten Sars-CoV-2-Infizierte bei schweren Verläufen erst mit einer Verzögerung von bis zu einer Woche.

In Österreich gibt es nach Einschätzung von Julia Ganglbauer „verlässlichere Zahlen“. Die Managerin des österreichischen Herstellers von Nahrungsergänzungsmitteln, Biogena, berichtet in der Sendung aber, dass im Nachbarland das Angebot an Impfungen an Sonn- und Feiertagen eingeschränkt sei: „Das sehe ich kritisch.“ Die Teststrategie funktioniere hingegen. Außerhalb der im Lockdown befindlichen östlichen Landesteile sei Einkaufen teils ohne Anmeldung möglich. In den Biogena-Läden herrsche unter strengen Hygieneauflagen reger Kundenbetrieb. Dabei steht nicht nur der Einkauf im Mittelpunkt: „Es geht auch um den zwischenmenschlichen Kontakt“, so Ganglbauer. Von der österreichischen Politik wünscht sie sich „mehr Klarheit und Planbarkeit und eine Nuance mehr Verlässlichkeit“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 8. April, sind der Sport- und Event-Manager Michael Mronz sowie der Berliner Software-Unternehmer Jürgen Simon als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Die Inzidenzzahl wird steigen“: Wegen der zunehmenden Verbreitung von Corona-Selbsttests rechnet der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, mit mehr erkannten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Solche Tests waren bereits am zurückliegenden Wochenende bei Discountern wie Aldi erhältlich. Bei „19 – die Chefvisite“ warnt Werner davor, „reflexartig in Panik zu verfallen“: Bei Entscheidungen über strengere oder lockerere Corona-Maßnahmen müssten künftig auch Daten über die Anzahl von Covid-19-Patienten in Krankenhäusern und Sterbefälle berücksichtigt werden, fordert der Mediziner: „Wir müssen lernen, eine höhere Inzidenzzahl zu tolerieren und zielstrebig weiter zu öffnen“ – solange die Krankenhausauslastung stabil bleibe und die Todesrate sinke.

Nach einer Übergangszeit wird sich nach Einschätzung des japanischen Autoherstellers Toyota der Wasserstoffantrieb für Fahrzeuge durchsetzen. Toyota-Sprecher Thomas Schalberger sagt in der Sendung, mit grüner Technologie erzeugter Wasserstoff sei „eine der besten Alternativen“ zu herkömmlichem Sprit. Bei der dafür nötigen Tankstelleninfrastruktur sei Deutschland gut aufgestellt, so Schalberger. Er kündigt an, dass Toyota bei den Olympischen Spielen in Tokio „erste vollautonome Fahrzeugsysteme“ einsetzen werde. In diesen Kleinbussen sollen aber die Fahrer nicht abgeschafft werden: „Unser Ziel ist es, dass die Fahrzeuge jede Art von Verkehrsunfällen verhindern können“, betont Schalberger.

Künstliche Intelligenz, wie sie auch für autonomes Fahren nötig ist, sei dafür gedacht, den Menschen zu unterstützen, sagt Christophe Hocquet, Gründer des KI-Start-ups natif.ai. „Es geht darum, Fehler zu minimieren – und nicht darum, Mitarbeiter zu ersetzen“, so Hocquet. So könnten Programme mit Künstlicher Intelligenz etwa Dokumente auslesen und die darin enthaltenen Informationen aufbereiten sowie verarbeiten. Als Beispiel nennt Hocquet Stauwarnungen auf dem Smartphone oder Filmempfehlungen bei Streamingdiensten,

die mit KI funktionierten. Die Unterstützung des Menschen durch Künstliche Intelligenz habe letztlich auch die rasche Entwicklung von Corona-Impfstoffen ermöglicht.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 9. März, ist Dr. Janosch Dahmen als Talk-Gast dabei. Der Grünen-Politiker sitzt im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Wir sind bei den anstehenden großen Aufgaben auf die Unterstützung der Menschen angewiesen“, so der Chef der Uniklinik Essen, Professor Dr. Jochen Werner. Er sieht die Gefahr, dass die Politik zu ehrgeizige Ziele setzt. Bei „19 – die Chefvisite“ warnt Werner vor Demotivation und fordert mehr Lob für die Bürger, die seit Wochen die Vorgaben einhalten: „Sonst führt diese Appellations-Maschinerie zum Ausstieg aus dem Regelwerk und ist mit der In-Aussicht-Stellung einer Belohnung, in Form von ein paar Festtagen, nicht zu kompensieren.“ Er spricht sich daher gegen die von Bundeskanzlerin Angela Merkel gesteckte Marke einer Sieben-Tages-Inzidenz von 50 je 100.000 Einwohnern aus: „Wenn man die bisherige Ausbreitung der Pandemie interpretiert, dann halte ich ein Erreichen dieses Ziels in bevölkerungsreichen Bundesländern über die Wintermonate für nahezu ausgeschlossen.“

Besorgt zeigt sich der Mediziner über den vom RKI gemeldeten Höchststand von 410 Corona-Toten binnen 24 Stunden – „eine neue Stufe“. Damit nähert sich die Zahl der Verstorbenen jener der Krebstoten in Deutschland von im Schnitt 650 am Tag. „Das ist nicht wegzureden.“ Zwar sind bundesweit mit 18.633 Neuinfektionen 1072 weniger Fälle registriert worden als am Mittwoch der Vorwoche. Doch behandelt das Essener Uniklinikum weiter 135 Covid-Patienten, darunter 47 auf der Intensivstation. Seit gestern ist dort zudem ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Corona zu beklagen.

Covid-19 belastet auch die Wirtschaft. Aber Impfstoffe und vielleicht bald Medikamente sollten laut des Chef-Anlagestrategen der Deutschen Bank Privat- und Firmenkundensparte, Dr. Ulrich Stephan, zu einer Erholung der Weltwirtschaft beitragen. Das dürfte 2021 auch die Börsenkurse beflügeln – dann sind aus seiner Sicht wahrscheinlich „Aktien gefragt, die durch Corona stark betroffen waren“. Eine nachlassende Dynamik könnten dagegen Technologiewerte erleben, die bisher zu den Gewinnern des Digitalisierungsschubs durch Corona zählen. Wegen der andauernden Nullzinsphase empfiehlt Stephan Sparern einen langfristigen Vermögensaufbau mit Aktien: „Sehr diszipliniert auf monatlicher Basis investieren und auch mit kleineren Beträgen immer wieder kaufen.“

„Die Leute wollen ihre Gelder retten und gehen in Betongold“: Von einem Run auf Luxusliegenschaften auf der spanischen Urlaubsinsel berichtet der selbstständige Immobilienmakler Marcel Remus aus Palma de Mallorca bei „19 – die Chefvisite“. „Die Preise steigen in guten Lagen“, so Remus. Seit Reisen nach Mallorca wieder möglich seien, verzeichnet er einen „Ansturm“ von Kunden. Die Käufer wollten „im Sommer als Eigentümer in ihren Häusern hier sein und dem deutschen Lockdown entfliehen“, sagt Remus. Viele würden sich dort ihr Homeoffice einrichten. „Mallorca wird noch exklusiver“, lautet das Fazit des Experten. Zugleich würden die Schlangen der von der Krise getroffenen Mallorquiner vor Hilfsorganisationen, die Lebensmittel verteilen, immer länger.

Überrascht zeigt sich der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, vom „Oster-Arrest“ im Zuge der neu beschlossenen Corona-Maßnahmen. Am Gründonnerstag – „bis vorgestern ein ganz normaler Werktag“ – seien diverse Operationen geplant gewesen: „Diesen Patienten werden wir jetzt wohl absagen müssen“, so Werner. Wegen der hohen Belastung durch Covid-19-Patienten werde es „gar nicht so einfach sein, den Betroffenen einen neuen Termin anzubieten“, fürchtet der Mediziner. Er kritisiert, dass die Neuregelungen über Ostern „sehr zeitnah“ umgesetzt werden müssen und noch keine Klarheit zum Beispiel über Sonn- und Feiertagszuschläge bestehe. Werner hofft, „dass wir all diese Fragen heute im Laufe des Tages beantwortet bekommen“. Nach der Live-Sendung berichteten Medien, die Oster-Regelungen sollten gekippt werden.

Nach Einschätzung von Oliver Schwab, Leiter des Firmenkundenbereichs bei der Süddeutschen Krankenversicherung SDK, ist das Thema Gesundheit „bei den Unternehmen angekommen“. Die Belegschaften seien in den letzten zehn Jahren im Schnitt um fünf Jahre älter geworden – „mehr Krankheitstage sind die Folge“. Daher unterstützten mehr Arbeitgeber Vorsorgeprogramme, um ihre Beschäftigten produktiv zu erhalten. Dabei gehe es auch darum, „die Mitarbeiter zu halten“, so Schwab in der Sendung. Denn durch den Fachkräftemangel werde es schwieriger, neues Personal zu finden, die Ausbildung laufe in der Pandemie schlechter. Und: „Corona hat da noch eins draufgesetzt“, weil durch mehr Homeoffice die Bindung der Mitarbeiter an ihre Unternehmen sinke, so Schwab.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 25. März, sind der Leiter der Justizvollzugsanstalt Kassel I, Jörg-Uwe Meister, und der Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn, Rasem Baban, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Talk-Gäste: Politik

22.03.2021

Altkanzler Schröder: Sputnik V schnell einsetzen

Kanzlerin Merkel wegen Fehlen einer nationalen Impfreserve kritisiert, regionale Lockdown-Verschärfungen erwartet, Russland-Sanktionen sind „gescheitert“. Mehr
10.06.2021

Linken-Politikerin Wagenknecht: Warnung vor digitalem Impfpass

Auswertung von Gesundheitsdaten durch „amerikanische Konzerne“ möglich, bei Impfnachweisen Bürgern vertrauen, Ausnahmezustand in der Logistikbranche. Mehr
16.02.2021

Sigmar Gabriel: Kampf gegen Corona „wie im Mittelalter“

Früherer Vizekanzler: harten Lockdown fortsetzen, Erdgaspipeline Nord Stream 2 wird fertig gebaut, Chef der Essener Uniklinik für kostenfreie „Wohnzimmer-Tests“ nach Vorbild Österreichs Mehr
27.05.2021

Klinikchef: Kinder in Impfdebatte schützen

Debatte um Impfung ab zwölf Jahren sorgt für Verunsicherung, Ölwirtschaft fordert Energiesteuer 2.0, Ex-Minister Trittin erwartet Fertigstellung von Gaspipeline Nordstream 2. Mehr
15.04.2021

Absage an bundesweit einheitliche Ausgangssperren

Ex-Justizministerin Zypries nennt geplante Regelung „höchst problematisch“, permanenter Krisenstab gefordert, Kritik von Essener Klinikchef Werner an Virologe Drosten. Mehr
25.02.2021

Gregor Gysi: Ministerpräsidenten entscheiden verfassungswidrig

Linken-Politiker: Beschluss durch Ministerpräsidenten und Kanzlerin „steht nicht im Grundgesetz“, unlogische Corona-Politik kritisert, wieder mehr Neuinfektionen. Mehr
14.06.2021

Grüne warnen vor Fake-News-Wahlkampf

Russische Kampagne gegen grüne Kanzlerkandidatin Baerbock, Grüne wollen „heilige Kuh Tempolimit“ schlachten, deutsche Wirtschaft mit guten Aussichten. Mehr
12.01.2021

Essener Impfarzt: Ostern zuhause bleiben!

„Unweigerlicher Anstieg“ der Infektionen nach „Urlauberinvasion“ auf Mallorca, EU-Parlamentsvize Beer fordert: testen und impfen, allein in Essen bereits 218 Covid-Tote. Mehr
15.01.2021

Boris Palmer: „kopflose Debatte“ um härteren Lockdown

Tübinger Oberbürgermeister will Kitas und Grundschule öffnen, Kindern droht sonst „Verwahrlosung und Missbrauch, Essener Klinikchef: Covid-Todesrate „alarmierend“. Mehr
18.11.2020

Wolfgang Kubicki: Pandemie bis 2022

Bundestagsvize: Personal für Durchimpfung fehlt, „angespannte Lage“ in Essener Uniklinik, Krankenhauschef will genesene Senioren zurück in Pflegeheime entlassen. Mehr
30.03.2021

Corona-Test im Job soll Shopping ermöglichen

NRW-Minister Laumann: mit Negativ-Test im Betrieb in Baumärkte und Kaufhäuser, Covid-Impfung durch Zahnärzte sorgt für Streit, Corona-infizierten Kindern droht PIMS-Syndrom. Mehr
19.03.2021

NRW-Wirtschaftsminister kritisiert Corona-Politik der Kanzlerin massiv

Lockdown-Lockerungen durch neue Corona-Therapien möglich, Bundesgesundheitsminister Spahn hat „nichts vorbereitet“, NRW will Hotels zu Ostern öffnen. Mehr
10.11.2020

Impf-Euphorie verfrüht

Herausforderungen bei Logistik erschweren Immunisierung der Bevölkerung, Grenzen für Intensivkapazitäten im Uniklinikum Essen, CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kritisiert Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. Mehr
11.11.2020

Sorge wegen Hype um Impfung

Essener Klinikchef warnt vor zu großen Erwartungen, das Infektionsgeschehen scheint im „Lockdown light“ abzuflachen, Wirtschaftsministerin a. D. Brigitte Zypries sieht bei Homeoffice vor allem Vorgesetzte in der Pflicht. Mehr
09.02.2021

Russland soll EU-Zulassung für Impfstoff beantragen

Sputnik V in EU willkommen, Plan für Ostern von Politik gefordert, TUI Cruises will Kreuzfahrten entzerren. Mehr
02.03.2021

Sylt-Urlaub nur mit PCR-Test möglich

Sylter Bürgermeister will rechtliche Grundlage für Kontrollen bei Insel-Einreise, Selbsttests im Kampf gegen mutierte Coronaviren, „willkürlicher Akte der Zensur“ bei LinkedIn. Mehr
09.03.2021

Corona-Krisenmanagement „vom Champion zum Schlusslicht“

Grünen-Abgeordneter legt Jens Spahn den Rücktritt nahe, Vertrauensverlust der Bürger durch Masken-Korruption „tödlich“, Lockdown-Inzidenzwert soll erweitert werden. Mehr
02.12.2020

Essener Klinikchef: Gesundheit braucht Digitalisierung

Digitale Nachrüstung „untrennbar verbunden“ mit Gesundheit von morgen, Zahl der Corona-Toten erreicht Höchststand, Impfstoff: Hoffnung für Risikogruppen. Mehr
21.01.2021

Hamburgs 2. Bürgermeisterin: „Kein Masterplan“

Katharina Fegebank: Fahrplan aus der Krise nötig, Essener Klinikchef rügt Wucherpreise für FFP2-Masken, bei Infektionszahlen „ein bisschen Entwarnung“. Mehr
30.11.2020

Weihnachten: Essener Klinikchef mahnt Vorsicht an

Zunahme bei älteren Verstorbenen, allein in Essen am Wochenende 13 Toten im Zusammenhang mit Corona, Krise trifft Eishockey unter allen Sportarten am schlimmsten. Mehr

Altbundeskanzler Gerhard Schröder fordert die schnelle Prüfung, Zulassung und Verwendung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V. „Man muss die Ideologie beiseitelassen und sagen: Wir nehmen, was wir kriegen können und was hilft“, sagte Schröder bei „19 – die Chefvisite“. Vor allem die Europäische Arzneimittelbehörde EMA „sollte flotter vorankommen“. Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, zeigte sich verwundert, dass die EMA-Prüfung von Sputnik V so lange dauere. Der Impfstoff habe ein „Gütesiegel“ durch Untersuchungen erhalten, die in einem „hochkarätigen Fachjournal“ publiziert worden seien. „Die Zweifel der EMA treffen auch die Fachzeitschrift“, so der Mediziner.

Kritik übte Bundeskanzler a. D. Schröder an der Bundesregierung, die „keine nationale Impfreserve aufgebaut“ habe: „Da sind Fehler gemacht worden.“ Die EU-Bürokratie sei „überfordert“ bei der Beschaffung von Impfstoffen für alle Mitgliedsstaaten. Zudem sei es ein Fehler gewesen, nicht gleich zu Anfang der Pandemie auf eine Strategie von Tests und Kontaktverfolgung zu setzen. Angesichts steigender Infektionszahlen bleibe der heute zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tagenden Ministerpräsidentenkonferenz daher wohl nur die Entscheidung zu „zumindest regionalen Verschärfungen des Lockdowns“, so Schröder.

Schröder plädierte für mehr Dialog mit Russland. „Die Sanktionspolitik ist gescheitert“, sagte er. Sie habe dafür gesorgt, dass sich etwa in der Krim-Frage „die Positionen in Russland nur verhärtet haben“. Schröder: „Das nutzt auch der deutschen Wirtschaft nicht.“ Deutschland dürfe sich als souveräner Staat auch von den befreundeten USA nicht vorschreiben lassen, welcher Energieträger genutzt werde. Verflüssigtes Erdgas, das „woher auch immer“ per Schiff geliefert werde, sei zum Beispiel „qualitativ schlechter“ und teurer als russisches Gas aus einer Pipeline. Gas werde noch Jahrzehnte gebraucht, um ausreichend Kapazitäten von erneuerbaren Energien aufzubauen: „Die nächsten 20 bis 30 Jahre heißt die Brückentechnologie Gas“, so Schröder, der Aufsichtsrat der umstrittenen Ostseepipeline ist. Die Vorstellung, dass Atomkraft die Lücke schließen könne, nannte er „heillos veraltet“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 23. März, sind die Leiterin der Berufsbildenden Schulen Buchholz, Kira Buchmann, und ihr Abteilungsleiter Sven Gamasin als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathekauf DUB-magazin.de!

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht kritisiert den digitalen Impfpass. „Alles, was auf dem Smartphone gespeichert ist, liegt auf den Servern amerikanischer Konzerne und kann von Algorithmen ausgewertet werden“, sagt Wagenknecht im Videocast „19 – die Chefvisite“. Dabei seien „Gesundheitsdaten besonders sensibel“. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellt heute die deutsche Version des EU-weiten digitalen Impfzertifikats vor. Wagenknecht fordert eine „europäische Plattform“, auf der Daten sicher ausgetauscht werden können. Allerdings habe sie Verständnis für Bürger, die das Angebot nutzen wollten: „Das vereinfacht vieles“, so Wagenknecht.

In der Debatte um möglicherweise gefälschte Impfnachweise mahnt der Chef der Uniklinik Essen, Professor Jochen A. Werner, mehr Vertrauen in die Bürger an. „Man muss nicht immer gleich an Betrügereien denken“, sagt Werner in der Sendung. Es gehe darum, die „Menge von nur auf Papier dokumentierten Impfungen nun zügig zu digitalisieren“. „Die Menschen werden ungeduldig“, sagt Werner mit Blick auf mögliche Wartezeiten bei Urlaubsreisen über europäische Grenzen hinweg und Wartezeiten bei der Kontrolle.

Von einem Ausnahmezustand in der Logistik zu Corona-Zeiten berichtet der Verantwortliche für globale Innovationen des Transportkonzerns Schenker, Erik Wirsing, im Videocast. „Wir sind seit 14, 15 Monaten daueragil und improvisieren“, sagt Wirsing. Viele Warenströme hätten sich gedreht, zum Beispiel sei Ausrüstung wie Monitore für das Homeoffice weitaus gefragter als vor Corona. „Man muss immer schauen, wie es in anderen Ländern aussieht“, betont Wirsing. Nachdem unlängst die Havarie des Containerfrachters „Ever Given“ im Suezkanal globale Transporte behindert habe, drohten neue Probleme durch strenge Hygienemaßnahmen nach einem Corona-Ausbruch in der südchinesischen Region Shenzen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 11. Juni, sind die Fachanwältin für Arbeitsrecht, Nicole Mutschke, und der Chef des Telekommunikationsanbieters Pascom, Mathias Pasquay, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Der frühere Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kritisiert, dass „Wegsperren wie bei der Pest im Mittelalter“ der vermeintlich wichtigste Ansatz zur Pandemiebekämpfung in Deutschland sei. Bei „19 – die Chefvisite“ rügt Gabriel, die Politik gehe „nicht mit Mitteln des 21. Jahrhunderts, mit Künstlicher Intelligenz und Daten-Tracking“ gegen das Coronavirus vor. Die vorhandene Corona-App sei nutzlos, der Datenschutz müsse gelockert werden. Er spricht sich zugleich gegen Lockerungen der Corona-Maßnahmen aus: „Ein Stop-and-go-Lockdown ist das Problematischste für die Wirtschaft.“ Hätten die Ministerpräsidenten im letzten Sommer nicht gelockert „und auf die Kanzlerin gehört, wären wir jetzt nicht in einer so schweren Welle“, so der ehemalige SPD-Vorsitzende.

International erwartet der Vorsitzende der Atlantik-Brücke, dass mit der „Rückkehr der USA“ in die Weltpolitik unter dem neuen Präsidenten Joe Biden eine „neue Dynamik“ in den globalen Kampf gegen Corona einziehen wird. Dieser müsse auch die ärmeren Länder einbeziehen, sonst würden diese „einen ganz hohen Preis zahlen“. Für die in den USA heftig kritisierte Erdgaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland erwartet Gabriel eine Fertigstellung des Baus. „Die USA haben auch alle früheren Sanktionen gegen Pipelines aufgehoben“, so Gabriel. Um den US-Widerstand zu dämpfen, kann er sich mehr gemeinsame energiepolitische Projekte mit den Amerikanern vorstellen.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert, nach dem Vorbild Österreichs Corona-Selbsttest für zu Hause auch in Deutschland zuzulassen. „Wir sollten diese ‚Wohnzimmer-Tests‘ auch bei uns einführen – möglichst kostenfrei“, sagt Werner in der Sendung. Denn „ganz besonders die sozial benachteiligten, teilweise in sehr engen Wohnverhältnissen lebenden Menschen könnten von diesen Testungen profitieren“. Die Tests böten zwar keine 100-prozentige Sicherheit, könnten aber „eine Reihe von Infektionen nachweisen und vielleicht auch den einen oder anderen Superspreader identifizieren“, so der Mediziner.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor „Verunsicherung“ unter Kindern und Jugendlichen durch die Debatte um eine rasche Impfung für 12- bis 17-Jährige. „Kinder sollten nicht im Fokus öffentlicher Kontroversen stehen“, mahnt Werner bei „19 – die Chefvisite“ deren Schutz an. Die Ständige Impfkommission werde „zunächst wohl keine allgemeine Empfehlung für diese Altersgruppe geben“. Denn die Stiko betrachte die wissenschaftlichen Daten „aus dem Blick des Impflings“, so der Mediziner. Dagegen habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der auf eine Impfung von Kindern und Jugendlichen dringt, „die Herdenimmunität im Blick“. Werner hofft darauf, „dass man sich möglichst zeitnah auf eine einheitliche Linie einigen wird“. Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich heute zu einem Impfgipfel mit den Länderchefs, um unter anderen über dieses Thema zu beraten.

„Der Schlüssel zum Stopp des Klimawandels sind neue Technologien“, sagt der Verleger des DUP Magazins, Jens de Buhr, in der Sendung. Mit neuen Ideen klimaschonende Produkte zu entwickeln und zu exportieren, sei „die Basis unseres künftigen Wohlstands“, so de Buhr. Dazu ist für die Ölwirtschaft in Deutschland eine „Energiesteuer 2.0“ nötig. „Die aktuelle Besteuerung ist falsch“, kritisiert der Geschäftsführer des von der Ölbranche getragenen IWO-Instituts, Adrian Willig. Künftig müsse sich die Steuer „an fossilen CO2-Emissionen orientieren“ und nicht alle Kraftstoffe „einfach nur verteuern“, fordert Willig. Dann gebe es auch einen „Anreiz, in erneuerbare Kraftstoffe zu investieren“. Als Beispiele nennt Willig die Herstellung von Wasserstoff aus Ökostrom oder Biosprit.

Um die Klimaziele zu erreichen, wird es nach Einschätzung des Grünen-Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin nicht ausreichen „Erdgas durch Wasserstoff zu ersetzen“. Er setzt auf eine umfassende Elektrifizierung, die auch wirtschaftlichen Erfolg verspreche: Seit die deutschen Autohersteller mit batterieelektrischen Premium-Modellen auf dem Markt seien, „sinken die Verkaufszahlen von Tesla“ – obwohl insgesamt mehr E-Autos abgesetzt würden, so der frühere Bundesumweltminister. Zur umstrittenen Pipeline Nordstream 2, die Erdgas aus Russland in die EU liefern soll, sagt Trittin, sie werde sicher „zu Ende gebaut“. In Frage stehe aber, „ob sie sich jemals rechnen wird“. Die Wirtschaftlichkeit des Projektes sei offen, selbst wenn Nordstream 2 „vielleicht die letzte Pipeline sein wird, die vom Netz geht“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 28. Mai, sind der Chef von Junited Autoglas, Michael Schnitzler, und der CEO des Autovermieters Avis Deutschland, Alexander Schuricht, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hält die Pläne für bundesweit einheitliche Ausgangssperren für „juristisch gesehen höchst problematisch“. Eine solche Bundes-Notbremse bei der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes „verletzt den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit“, sagte Zypries bei „19 – die Chefvisite“ und erteilte den Plänen damit eine „Rote Karte“. „Wer in einem Villenviertel abends allein spazieren geht, kann sich nicht anstecken“, so Zypries. Konkrete Infektionsherde müssten identifiziert werden, überall gleich geltende Ausgangssperren seien „unverhältnismäßig“. Kritik übte Zypries am Krisenmanagement des Bundeskanzleramts. Dort seien die Treffen mit den Ministerpräsidenten „nicht ordentlich vorbereitet worden“. Ihre Forderung: „Wir brauchen einen Krisenstab, der dauernd tagt und Informationen beschafft.“ Dieser solle von einem Bürgerkomitee beraten werden, damit unterschiedliche Positionen in Entscheidungen einflössen.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnte in der Sendung vor Zweifeln an der Aussagekraft von Corona-Schnelltests. „Jeder hat begriffen, dass es ein Restrisiko gibt“, so Werner. Der Mediziner reagierte damit auf Aussagen des Berliner Virologen Christian Drosten. Dieser hatte gesagt, Schnelltests würden an den ersten drei Tagen einer Infektion, wenn der Betroffene andere bereits anstecken kann, ein negatives Ergebnis zeigen. Damit hatte Drosten eine Strategie von Testen und Öffnen quasi für tot erklärt. Eine solche Diskussion, „sechs Wochen, nachdem wir eigentlich schon flächendeckend testen wollten“, schüre die Unsicherheit in der Bevölkerung nur weiter, sagte Werner.

Bernd Ohnesorge, der beim Medizinproduktehersteller Siemens Healthineers unter anderem das Europageschäft leitet, hält einen Dreiklang von Impfungen, Hygienemaßnahmen und Tests für das beste Vorgehen gegen die Pandemie. Zusammen werde so „ein besseres Ergebnis erzielt, als wenn wir Tests weglassen“, so Ohnesorge. Sein Unternehmen bietet Selbsttests an. Wichtig sei, „gut zu kommunizieren, welche Möglichkeiten wir damit haben“. Auch Selbst- und Schnelltest müssten sachgerecht durchgeführt werden. Daher sollten vor Tests bei Schülern „Eltern und Lehrer geschult werden“, mahnte Ohnesorge.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Freitag, den 16. April, sind der Vorstandschef des TÜV Nord, Dr. Dirk Stenkamp, sowie Robert Jacobsen von der Deutschen Unternehmer-Börse DUB.de als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Als verfassungswidrig kritisiert der Linken-Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi die Entscheidungsfindung in der Corona-Politik. Der Beschluss von Freiheitsbeschränkungen durch die Ministerpräsidentenkonferenz und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „steht nicht im Grundgesetz“, sagt Gysi bei „19 – die Chefvisite“. Statt durch diese „komische Konferenz“ müssten Einschränkungen der Grundrechte durch den Bundestag legitimiert werden, fordert der Rechtsanwalt. Er warnte, dass das Parlament sonst auch in anderen Fragen übergangen werden könnte: „Da müssen wir hellwach bleiben.“

Nötig sei bei den Corona-Maßnahmen „ein Konzept, eine langfristige Perspektive“. Die Verwirrung um unterschiedliche Inzidenzwerte müsse enden: „Erst 100, dann 50, jetzt 35 – das nehmen die Leute nicht mehr ernst“, so Gysi. Die Bundesregierung dürfe „nicht nur auf Virologen hören“: „Die einseitige Beratung war falsch“, urteilt der Linken-Politiker. Es müssten auch Stimmen aus der Wirtschaft, den Gewerkschaften, den Kirchen gehört werden. Dann werde der Kampf gegen Covid-19 auch berechenbarer und logischer. Für seine Fraktion gelte: „Wir stellen nicht die Maßnahmen in Frage, uns fehlt die Logik“, sagt Gysi.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, hält den aktuellen Zielwert von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen „bundesweit gesehen für zurzeit kaum erreichbar“. Aktuell liegt der Inzidenzwert mit 61,7 etwas höher als am Vortag. Das RKI meldet mit 11.869 neuen Fällen 1162 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. „Die Seitwärtsbewegung nimmt eine Entwicklung nach oben“, so Werner. Die Zahl der am oder mit dem Sars-CoV-2-Virus Verstorbenen erhöht sich laut RKI um 385 auf insgesamt 69.125.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Freitag, den 26. Februar: Gisbert Rühl, der Chef des Stahlhändlers Klöckner & Co. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Der grüne Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner warnt vor einem Wahlkampf zur Bundestagswahl mit „Desinformation und Wahlbeeinflussung, wie wir es noch nie erlebt haben“. Russland habe offenbar bereits die Kanzlerkandidatin seiner Partei, Annalena Baerbock ins Visier genommen, sagt Lindner bei „19 – die Chefvisite“. Angebliche Nacktbilder von Baerbock hätten sich als Fälschung auf Basis von Fotos eines russischen Models entpuppt. Hintergrund der Kampagne könnte die „grüne Haltung zu Nord Stream 2“ sein, so Lindner. Die Partei lehnt diese Pipeline ab, die russisches Erdgas nach Deutschland liefern soll. „Das zeigt, wie der Wahlkampf laufen kann“, mahnt der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.

Auf ihrem Parteitag am Wochenende haben die Grünen ihr Wahlprogramm verabschiedet – darin findet sich auch die Forderung nach einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen. „Die Zeit ist reif für diese Diskussion“, sagt Lindner. Fahren ohne Tempolimit gebe es fast nirgends sonst in Europa. Die „heilige Kuh Tempolimit“ gehöre geschlachtet. Das fordere im Übrigen auch die SPD. Die Grünen wollten aber nicht nur mit Verboten gegen den Klimawandel vorgehen. Entscheidend ist dabei aus Lindners Sicht die „Förderung von E-Mobilität und anderen CO2-freien Antriebstechniken“.

Gute Perspektiven für die deutsche Wirtschaft sieht Bernd Renz, Vertriebsleiter Factoring bei der Targobank in Mainz. „Wir glauben nicht an eine Pleitewelle“, sagt Renz in der Sendung. Aber: „Die Kneipe am Eck und die kleine Textilboutique ohne Onlinepräsenz werden es nach der Pandemie schwerer haben.“ Auch die Targobank setze auf Unternehmen, die sich stärker dem Kampf gegen den Klimawandeln widmeten. So gebe es bankintern eine Schwarze Liste von Unternehmen aus „sehr schwierigen Branchen“, mit denen die Bank keine Geschäfte machen wolle. Als Beispiel nennt Renz Öl- und Erdgasförderung per Fracking oder die Kohleverstromung.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Im 150. Videocast am Dienstag, den 15. Juni, sind Manuel Müller, Chef des Matratzenherstellers Emma, Sascha van Holt, Geschäftsführer bei Crossatlantic Capital Management, und Marc Wittbrock, Geschäftsführer des Deutschen Innovationsinstituts für Nachhaltigkeit und Digitalisierung, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Bleiben Sie möglichst zuhause“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, appelliert dringend, in den Osterferien nicht zu verreisen. Bei „19 – die Chefvisite“ verweist Werner auf die „Urlauberinvasion“ über Weihnachten auf Mallorca, der nun der „unweigerliche Anstieg der Neuinfektionen“ folge. Konsequenz: Auf der Ferieninsel sowie den gesamten Balearen sind Treffen im privaten Kreis vorerst bis zum 30. Januar sogar zuhause untersagt – Geschäfte und Gastronomie müssen schließen. Werner mahnt, den „internationalen Virenaustausch zu unterlassen“, auch mit Blick auf neue Corona-Mutationen.

„Konsequent testen und durchimpfen, um den Lockdown schnell zu beenden“: Das fordert die stellvertretende Vorsitzende des Europaparlaments, Nicola Beer, in der Sendung. „Wir sehen jetzt schon große und kleine Insolvenzen“, warnt die FDP-Politikerin. Beer rügt „unsinnige Schritte“, zum Beispiel, dass zurzeit Insolvenzen nicht angezeigt werden müssen. Dies könne zu einer Verschärfung der Pleitewelle führen. Der Staat dürfe „Altes nicht künstlich beatmen“ – nötig seien stattdessen die Stärkung der Infrastruktur, mehr Digitalisierung und der Abbau von Bürokratie, damit die Wirtschaft wieder Tritt fasse. Die studierte Rechtsanwältin ist zudem überzeugt, dass die Einschränkung von Bürgerrechten nach einer Impfung juristisch „nicht mehr haltbar“ ist, wenn der Geimpfte niemand anderen mehr anstecken könne und „kein Risiko mehr ist“.

Allein in der Essener Uniklinik sind inzwischen insgesamt 217 Menschen an oder mit Covid-19, verstorben – „im Durchschnittsalter von 74 Jahren“, wie Krankenhauschef Werner berichtet. Seit gestern kamen zwei weitere Tote hinzu. Aktuell werden dort 122 Patienten wegen des Sars-CoV-2-Virus behandelt, 48 davon auf der Intensivstation. Bundesweit registrierte das RKI 12.802 Neuinfektionen binnen 24 Stunden und damit 905 mehr als am Dienstag der Vorwoche. Die Zahl der Todesopfer stieg laut der Behörde seit gestern um 891 auf nunmehr insgesamt 41.577.

Eine „kopflose Debatte über härtere Maßnahmen“ kritisiert Boris Palmer, Oberbürgermeister der Stadt Tübingen. „Viele Todesfälle werden auch durch den Lockdown nicht verhindert“, sagt der Grünen-Politiker bei „19 – die Chefvisite“. Palmer findet es „verräterisch, dass nur über schärfere und nicht über wirksamere Maßnahmen“ gesprochen werde. Es gebe zum Beispiel „keine Belege“ für eine erhöhte Infektionsrate in Deutschland durch die zuerst in England aufgetretene Coronavirus-Mutation. Trotzdem gehe es bereits jetzt um eine Verlängerung des Lockdowns bis März – „nur aufgrund einer Vermutung“.

Palmer verurteilt die aktuelle Fokussierung: „Kitas und Grundschulen müssen geöffnet werden“, lautet seine Forderung. Die Gefahr durch Corona sei für Kinder eher gering – ohne Kontakte drohten aber insbesondere sozial Benachteiligten „Verwahrlosung oder sogar Missbrauch“. Für ältere Schüler hält er Unterricht per Video für angemessen. Der Infektionsschutz müsse vor allem „da ansetzen, wo das Risiko sitzt“: in Alten- und Pflegeheimen. Diesen empfiehlt Palmer eine „konsequente Teststrategie“. Sie sollten ohne Test „niemanden reinlassen“.

Für „alarmierend“ hält der Chef der Universitätsmedizin Essen, Professor Jochen Werner, die Covid-Todesrate in Deutschland. Auf eine Million Einwohner gerechnet liege diese über der in den USA und dem EU-Durchschnitt. „Wir müssen mit Leistungen statt mit Worten glänzen“, fordert Werner in der Sendung. Das RKI meldet mit bundesweit 22.368 Neuinfektionen zwar rund 9500 weniger Fälle als am Freitag der Vorwoche. Die Gesamtzahl der Betroffenen hat aber die Marke von zwei Millionen überschritten. Binnen 24 Stunden registrierte das RKI 1113 weitere Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus – insgesamt sind es nunmehr „nahezu 45.000“, so Werner. Im Uniklinikum Essen ist seit gestern kein weiterer Covid-Patient verstorben. Dort werden aktuell 106 Corona-Erkrankte behandelt, 47 davon auf der Intensivstation.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki erwartet, dass die Corona-Krise bis 2022 andauern wird. „Wir reden über anderthalb Jahre“, bis die Herdenimmunität erreicht ist, sagt der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende bei „19 – die Chefvisite“. Denn auch bei Genehmigung eines Impfstoffes fehlt für eine raschere Durchimpfung der Bevölkerung das Personal. Für die Wirtschaft fordert Kubicki eine „Strategie, die Planbarkeit ermöglich“: „Mental sind viele Menschen am Ende – ihnen fehlt die Planbarkeit“, so der FDP-Politiker. In den Unternehmen belastet dies die Mitarbeiter und verhindert Investitionen. „Das macht die Menschen mürbe.“ Für Kubicki haben sich Bundes- und Landesregierungen im Sommer nicht ausreichend auf die zweite Corona-Welle vorbereitet: „Wir haben gewartet, statt uns ans Werk zu machen.“ Daher sollten jetzt „alle Möglichkeiten genutzt“ werden.

„Wie kriegen wir ältere Patienten raus aus den Krankenhäusern?“: Der Chef der Essener Uniklinik beklagt, dass wegen Covid-19 behandelte Senioren trotz Genesung nicht schnell genug in ihre Pflegeeinrichtung zurückkehren können und so Kapazitäten belegt bleiben. „Die Pflegeheime haben Sorgen, sich eine Infektion ins Haus zu holen“, sagt Professor Dr. Jochen Werner. Das liegt auch an übergenauen Corona-Schnelltests: Laut dem Mediziner kann es vier bis fünf Wochen dauern, bis diese Virenfreiheit signalisieren – dabei sind von Beschwerden genesene Patienten „mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr ansteckend“.

Werner berichtet zudem von einer „angespannten Lage im Klinikum in den letzten zwei Tagen“. Zwar meldet das RKI mit 17.561 Neuinfektionen 926 weniger als am Mittwoch der Vorwoche. Doch werden in Essen weiterhin 128 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 37 davon liegen auf der Intensivstation. Seit gestern ist ein weiterer Patient in Zusammenhang mit der Krankheit verstorben.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann fordert, dass vom Arbeitgeber ausgestellte Bescheinigungen über einen negativen Corona-Test im Betrieb als Berechtigung für den Besuch von Läden gelten sollen. „Damit könnten die Leute dann in den Baumarkt oder ins Kaufhaus gehen“, so Laumann, der auch das Ressort Arbeit verantwortet, bei „19 – die Chefvisite“. Er sei in dieser Frage anderer Meinung als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Unternehmen rief Laumann auf, ihre Beschäftigten testen zu lassen. „Von der Struktur her sind die Voraussetzungen gegeben“, betonte der Minister. Falls die dazu bestehende freiwillige Vereinbarung mit der Wirtschaft nicht eingehalten werde, „werden wir das vorgeben müssen“. Ziel sei es, „durch Tests ein Stück Sicherheit zurückzubringen“.

Laumann kritisierte, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (alle CDU) die Zahnärzte in Deutschland keine Corona-Impfungen durchführen lassen will. „Ich stehe staunend davor“, sagte Laumann in der Sendung. Der Bundesgesundheitsminister berufe sich unverständlicherweise auf Haftungsfragen und die Gefahr allergischer Schocks, rügte Laumann. „Wir sollten die Zahnärzte einbinden“, so Laumann. Auch der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, hält die Zahnärzte für „unterschätzt“: „Die haben ihre Notfallketten, wenn etwas schief geht“, so Werner in der Sendung.

Klinikchef Werner berichtete in der Sendung von Erfahrungen aus seinem Haus mit Kindern, die unerkannt an Covid-19 erkrankt waren und als Spätfolge unter dem neuen PIMS-Syndrom litten. Es handele sich um „schwere Entzündungsprozesse im ganzen Körper als Folge einer irregeleiteten Reaktion des Immunsystems“ auf die Corona-Infektion, so der Mediziner. Symptome seien hohes Fieber, Bauschmerzen und Durchfall, auch Hautausschläge seien möglich. Ein gefährlicher Blutdruckabfall drohe. „Unter bundesweit 245 betroffenen Kindern stammen 19 vom Essener Uniklinikum“, sagte Werner. Den jungen Patienten gehe es aber „meist nach ein oder zwei Tagen deutlich besser“, wenn sie mit Immunglobulinen und Kortison behandelt würden.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 31. März, ist der Vorstandschef des Weltärzteverbands, Frank Ulrich Montgomery, als Talk-Gast in der 100. Sendung dabei. Alle Videocasts sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Massive Kritik übt der Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart (FDP), an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer ausschließlichen Orientierung an Inzidenzwerten. „Es gibt andere medizinische Möglichkeiten als vor zwölf Monaten“, sagte Pinkwart bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick auf inzwischen die verfügbaren Antikörpertherapien gegen Covid-19. „Wir müssen das Thema Therapie in den Mittelpunkt rücken“, so der aktuelle Vorsitzende der Wirtschaftsministerkonferenz. Denn sie reduzierten das Risiko von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus und ermöglichten Lockerungen des Lockdowns. Der Kanzlerin warf er vor, sie lasse sich einseitig von einer „kleinen Gruppe“ falsch beraten. Merkel höre zum Beispiel keine Stimmen aus der Krankenhausmedizin, so Pinkwart.

Pinkwart berichtete, dass die NRW-Landesregierung „auf eine nationale Teststrategie ab 1. März gebaut“ habe, um Freiheiten zu ermöglichen, „wenn es einen gewissen Schutz durch Tests gibt“. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe aber „nichts vorbereitet“, kritisierte Pinkwart. Es gebe weder eine zentrale Bestellung von Tests noch eine einheitliche App zur digitalen Erfassung der Ergebnisse. „Wir müssen in Eigenregie machen, was eigentlich Aufgabe des Bundes gewesen wäre“, rügte Pinkwart.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, nannte die Möglichkeit, den Osterurlaub auf Mallorca zu verbringen „absolut absurd“: „Die werden mit Mutanten zurückkommen“, warnte Werner in der Sendung. „Und das kleine Hotel im Schwarzwald muss zubleiben.“ Minister Pinkwart will Mallorca-Rückkehrer „strikt testen und in Quarantäne nehmen“. Das müsse beim Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin nächste Woche beschlossen werden, forderte er. Die Öffnung von Hotels in Deutschland über die Feiertage bezeichnete der FDP-Politiker als „vernünftige Alternative“. Er verweist auf bewährte Hygienekonzepte.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Montag, den 22. März: Altkanzler Gerhard Schröder! Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Trotz Optimismus hinsichtlich eines Corona-Impfstoffs dämpft der Chef der Essener Uniklinik Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie: „Von der Logistik der Durchimpfung haben viele keine Vorstellung“, sagt Prof. Dr. Jochen Werner bei „19 – die Chefvisite“ und erinnert an die Herausforderungen bei Lagerung, Transport und Verteilung eines Impfstoffes nach dessen Zulassung. Hinzu kommt die Frage, welche Bevölkerungsgruppen zuerst immunisiert werden sollen.

Obwohl das Essener Klinikum noch über eine Reserve an Intensivbetten verfügt, macht sich dessen Chef Werner Gedanken: „Wir fokussieren auf Covid-19-Patienten, aber der Großteil hat eine andere Erkrankung.“ Auch für diese muss Platz sein. Eine Analyse seines zuständigen Epidemiologen ergibt: „Im Dezember stoßen wir voraussichtlich an unsere Kapazitätsgrenzen“, so Werner. Im Haus befinden sich derzeit 121 Patienten wegen Corona-Infektionen auf Station, 31 von ihnen werden intensiv behandelt, zwei Erkrankte sind über Nacht im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben.

Die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus in Deutschland hat der Klinikchef fest im Blick: Zwar meldet das RKI heute mit 15.332 Neuinfektionen bundesweit nur einen Wert auf dem Niveau vom Dienstag der Vorwoche. Doch gab es am Samstag offenbar Probleme bei der Datenübermittlung. Auch Studiogast Wolfgang Bosbach, CDU-Politiker und langjähriger Vorsitzender des Innenausschusses im Bundestag, sieht das Land trotz „Lockdown light“ noch nicht über den Berg: „Es wäre ein Wunder, wenn wir am 30. November eine völlig andere Lage hätten.“ Dann sollen die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens enden.

Die Maskenpflicht dürfte jedoch bleiben. Bosbach nimmt es gelassen. Sein Credo: „Ich lasse mich nicht verrückt machen, halte mich aber an die Regeln.“ Bei diesen vermisst er allerdings eine gute Begründung „für jede einzelne Maßnahme“. Ein Fragezeichen setzt er etwa hinter das geltende Beherbergungsverbot oder den verkaufsoffenen Sonntag letzte Woche in Köln. Skeptisch zeigt er sich zudem hinsichtlich der aktuellen Neufassung des Infektionsschutzgesetzes: „Gerichte und Anwälte werden viel Arbeit bekommen“, sagt der Jurist angesichts der Masse unklarer Regelungen vorher.

Branchen, die der Lockdown in Gefahr bringt wie die Fluggesellschaften, benötigen laut Bosbach staatliche Hilfe: „Wir brauchen einen großen nationalen Carrier, sowohl für den Personen- als auch für den Gütertransport“, stellt er klar. Die Stützung der angeschlagenen Lufthansa hält er daher für gerechtfertigt. Denn für eine europäische Airline-Lösung 27 Länder unter einen Hut zu bringen, ist für ihn unwahrscheinlich. Seine Prognose für die deutsche Wirtschaft: „Wir werden autarker werden müssen.“ Nicht nur bei Schutzkleidung oder Medikamenten sollte die Abhängigkeit von globalen Lieferketten sinken – auch wenn dann Einiges etwas teurer werden könnte.

Der Chef der Uniklinik Essen warnt vor zu großen Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Corona-Krise durch einen Impfstoff. Ihn sorge „dieser immense Hype um die Impfung“, sagt Prof. Dr. Jochen Werner bei „19 – die Chefvisite“. „Natürlich ist die Impfung von allerhöchster Wichtigkeit, und es ist großartig, dass wir so weit sind, wie wir sind. Aber jetzt bitte einen Gang zurückschalten!“, fordert der Mediziner.

Ansonsten droht laut Werner große Enttäuschung in der Bevölkerung: „Wir machen wieder die Fehler, die wir schon hatten“, mahnt er mit Blick auf das Hin und Her über die Wirksamkeit von Alltagsmasken in der Vergangenheit oder das teilweise chaotische Vorgehen bei Corona-Tests. „Ich schlage vor, ehrlich zu sagen, dass es alles eine riesige Herausforderung wird, die ihre Zeit braucht“, so der Ärztliche Direktor. Dann bleibt auch Spielraum für die Gewinnung des nötigen Personals sowie dessen Schulung.

Positiv nimmt Werner die aktuellen Zahlen des RKI auf – die heute gemeldeten bundesweit 18.487 Neuinfektion könnten zeigen, dass das exponentielle Wachstum gebrochen und die Kurve abzuflachen scheint. „Die Maßnahmen haben wahrscheinlich gegriffen“, sagt er über den aktuellen „Lockdown light“. Trotzdem werden in der Uniklinik Essen zurzeit 129 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 31 davon liegen auf der Intensivstation. Werner bedauert zudem den Tod eines weiteren Erkrankten.

Befeuert haben die neuerlichen Anti-Corona-Maßnahmen indes den Trend zum Homeoffice. Damit die Unternehmen dabei leistungsfähig blieben, „sind vor allem die Vorgesetzten gefragt“, sagt Studiogast Brigitte Zypries, Bundeswirtschaftsministerin a. D. Sie sollten Mitarbeitern, die von zu Hause aus arbeiten, helfen, ihren Tag zu strukturieren – und zum Beispiel durch einen gemeinsamen morgendlichen Start in den Arbeitstag „mit einer Tasse Kaffee vor dem Bildschirm“ Führungsstärke demonstrieren. Ebenfalls denkbar seien digitale After-Work-Partys. Sie könnten Gelegenheiten bieten, sich auch über Privates auszutauschen. Zypries‘ Fazit: „Die Vorgesetzen sind in der Pflicht.“

Michael Roth, der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, hat sich für den Einsatz des russischen Impfstoffs Sputnik V ausgesprochen. „Wir sollten die politischen Konflikte für den Schutz der Menschen beiseitelegen. Russland sollte eine Zulassung des Impfstoffs in Europa beantragen“, sagte der SPD-Politiker bei „19 – die Chefvisite“. Sollte die Europäische Arzneimittelagentur EMA den Wirkstoff für unbedenklich erklären, müsse man ihn auch einsetzen. „Wenn wir das nicht täten, wären wir ja mit dem Klammerbeutel gepudert.“

„Die Skepsis gegenüber dem russischen Impfstoff ist nicht angebracht“, bestätige der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, in der Sendung. Vor den Bund-Länder-Beratungen zu Corona am Mittwoch forderte der Klinikchef die Politik auf, den Bundesbürgern eine klare Perspektive für die Osterfeiertage zu geben. „Ich erwarte eine planbare Entscheidung, was mit Reisen zu Ostern ist“, sagte Werner. Bei den aktuellen Infektionszahlen stimme ihn der Trend optimistisch. Das RKI meldet bundesweit 3379 Neuinfektionen binnen 24 Stunden und 481 Covid-assoziierte Todesfälle. Vor genau einer Woche waren es 6114 Neuinfektionen und 861 neue Todesfälle.

Zu Gast in der Sendung war auch Wybcke Meier. Die Chefin der Kreuzfahrtgesellschaft TUI Cruises kündigte an, die Reisepläne der Kreuzfahrtschiffe zu entzerren. „Bewussteres Konsumieren ist für mich eine Lehre aus der Corona-Krise. Wir werden für mehr Entschleunigung sorgen und nicht jeden Tag einen Hafen anlaufen“, sagte Meier. Bis zum Jahr 2030 will TUI Cruises klimaneutrale Kreuzfahrten anbieten. Dafür wird ein Mix aus grünen Technologien wie Landstrom oder Flüssiggas eingesetzt, erklärte die Topmanagerin in der Sendung.

Wer auf Sylt Ferien machen will, soll künftig einen PRC-Test oder einen Schnelltest vorweisen müssen, der durch qualifiziertes Personal durchgeführt wurde. Das kündigte der Bürgermeister der Inselgemeinde, Nikolas Häckel, bei „19 – die Chefvisite“ an. „Nicht einfach losreisen“, sagte Häckel. „Es wäre fatal, wenn wir einen zweiten Insel-Lockdown bekämen.“ Negative Tests müssten dann spätestens beim Check-In in Hotel oder Ferienwohnung vorgezeigt werden. Danach solle eine App zur Kontaktnachverfolgung auf Sylt genutzt werden.

Bürgermeister Häckel forderte den Kreis Nordfriesland und das Land Schleswig-Holstein auf, die rechtlichen Grundlagen für Einreisekontrollen durch die Bundespolizei zu schaffen. „Willkür wollen wir nicht“, so Häckel. Reisende ohne oder mit einem positiven Test müssten aber schon vor Betreten der Insel identifiziert werden. Vorerst müsse die Gemeinde jedoch auf Appelle und Information setzen: „Wir wissen ja, wer gebucht hat“, so Häckel.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, begrüßte in der Sendung die Entscheidung der Bundesregierung, jetzt doch jedem Bürger pro Woche zwei kostenlose Schnelltest durch qualifiziertes Personal in Aussicht zu stellen. „Wir müssen aber auch über Schnelltests im häuslichen Bereich nachdenken“, so Werner. Die Bereitschaft der Menschen dazu schätzte er als hoch ein, denn sie könnten damit „ihre Grundrechte zurückbekommen“. Die schnelle Identifizierung von Infektionen sei nötig, um die rasche Ausbreitung von Corona-Mutationen einzudämmen, sagte der Mediziner.

Verleger Jens de Buhr, Leiter des bundesweiten Medienverbunds Chefvisite, beklagte im Videocast einen „willkürlichen Akt der Zensur“ auf der Plattform LinkedIn. Dort habe er zur gestrigen Sendung einen kritischen Kommentar über die Maskenpflicht an der Hamburger Außenalster gepostet, den LinkedIn gesperrt habe – „es gab keine Begründung“, berichtete de Buhr. Auf Nachfrage sei von einem „Irrtum“ die Rede gewesen und der Artikel wieder online gestellt worden. De Buhr nannte solche Vorgänge „gruselig“: „Demokratie lebt auch von der Diskussion, dem Diskurs“, mahnte der Verleger der DUB UNTERNEHMER-Medien.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 3. März, ist der Sprecher des Verbands der Privaten Krankenversicherer, Stefan Reker, als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Im Corona-Krisenmanagement hat sich Deutschland für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Janosch Damen „vom Champion zum Schlusslicht“ entwickelt. „Wir sind ständig zu langsam, laufen hinterher, und wenn es darauf ankommt, haben wir zu wenig“, kritisiert der Arzt bei „19 – die Chefvisite“. Das liege auch an mangelhaften Konzepten aus dem Bundesgesundheitsministerium. Dort herrsche die „Denke, dass es die eine magische Kugel gibt, die die Pandemie erledigt“, so Dahmen, der im Gesundheitsausschuss des Bundestags sitzt. Für eine „verstärkt operative Bewältigung der Krise“ seien ressortübergreifende Strukturen statt eines Handelns in „Zuständigkeitssilos“ nötig.

Besonders ärgert Dahmen, dass Verantwortung „auf der letzten Ebene abgeladen wird“ – bei den Leitungen von Gesundheitsämtern, Schulen oder Pflegeheimen. Dabei müsse Gesundheitsminister Jens Spahn die Verantwortung tragen, „wenn‘s nicht läuft“. Mit diesem schlechten Arbeitszeugnis legt Dahmen dem CDU-Politiker den Rücktritt nahe. „Extrem sauer“ zeigt sich Dahmen angesichts der „Masken-Korruption“. Dadurch drohe die Demokratie Schaden zu nehmen: „Dann verlieren wir das Vertrauen der Bürger, und das ist in der Pandemiebekämpfung tödlich.“ Schon jetzt seien die Menschen „frustriert und wütend über das schlechte Krisenmanagement“, sagt der Grünen-Abgeordnete.

Angesichts erster Lockerungen im Einzelhandel rügt Dahmen eine „Notbremse, die erst greift, wenn wir vor die Wand gefahren sind“. Statt des reinen Inzidenzwerts von 100, über dem wieder ein harter Lockdown gilt, fordert er ein „Sicherheitsgeländer“, in das auch andere Daten einfließen. Wie zum Beispiel die Belegung der Krankenhausbetten sein, fordert der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, in der Sendung. Denn diese müssten auch Patienten zur Verfügung stehen, die nicht an Covid-19 erkrankt seien. Außerdem gebe dieser Wert einen Hinweis darauf, „wie viele Intensivbetten wir demnächst benötigen“. Werner rügte zudem, dass die deutsche Teststrategie „bei der für breite Öffnungen notwendigen Geschwindigkeit wieder hinterherhinkt“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Die Talk-Gäste am Mittwoch, den 10. März: Der Chef des Textil-Discounters Kik und EY-Handelsexperte Thomas Harms. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Digitalisierung ist untrennbar mit der Volksgesundheit verbunden“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert bei „19 – die Chefvisite“ größere Anstrengungen bei der Digitalisierung Deutschlands. Im Gesundheitswesen sieht er ein „Verharren in alten Strukturen“. So werden etwa die täglichen RKI-Zahlen nicht „in Echtzeit“ gesammelt, sondern über die Landesgesundheitsämter an die Zentralbehörde gemeldet. Den Deutschen fehle ein digitales Bewusstsein, sagt Werner.

Die vom RKI gemeldete Zahl von bundesweit 17.270 Neuinfektionen will der Klinikchef „nicht überbewerten“, aber der Rückgang um 1363 im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche weist auf „eine gewisse Stabilität“ hin. Diese ist jedoch mit einer hohen Todesrate verbunden, so der Mediziner: Mit insgesamt 487 mit oder am Coronavirus Verstorbenen binnen 24 Stunden registrierte das RKI einen neuen Höchstwert. Auch das Essener Klinikum beklagt seit gestern zwei weitere Tote im Zusammenhang mit der Infektionskrankheit. Aktuell werden dort 117 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 40 davon auf der Intensivstation.

Ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Pandemie ist für die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die Corona-Warn-App. Diese muss aus ihrer Sicht ausgebaut werden, ohne den Datenschutz aufzuweichen: „Da geht jetzt schon mehr“, sagt die FDP-Politikerin in der Sendung. Große Hoffnungen verbindet sie mit dem Impfen und glaubt, dass sich viele Bürger immunisieren lassen – insbesondere Risikogruppen. Leutheusser-Schnarrenberger erwartet, dass etwa das Angebot mobiler Impfteams für Senioreneinrichtungen sehr gut angenommen wird: „Die Bewohner sind froh, wenn sie leichter Besuch bekommen können, weil sie geimpft sind.“

„Einen Masterplan hat keiner in der Tasche“: Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank räumt ein, dass der Kurs der Politik in der Corona-Krise manchen als „Stückwerk“ erscheinen könne. Bei „19 – die Chefvisite“ sagt die Grünen-Politikerin, nötig sei ein „planbarer Fahrplan“ aus der Pandemie, auf den sich die Bürger einstellen könnten. Die Gefahr durch die zuerst in England aufgetretene Coronavirus-Mutation sei jedoch bisher nicht einschätzbar. Die Senatorin für Wissenschaft und Forschung verteidigt daher die „präventiven“ Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz. Als deren „Herzstück“ bezeichnet Fegebank die Einschränkung der beruflichen Mobilität durch Ausweitung von Homeoffice.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, kritisiert in der Sendung Wucherpreise für FFP2-Masken. Er habe schon Angebote für 20 Euro gesehen – pro Stück. „Da wird mit der Angst der Leute gespielt“, so Werner. „Froh“ ist er daher, dass die jüngsten Corona-Beschlüsse auch die Verwendung von OP-Masken im öffentlichen Raum zulassen. Bei einer ausschließlichen Verwendung von FFP2-Masken bundesweit wäre es bei diesen „in den Krankenhäusern, auch auf den Covid-Stationen, unweigerlich zu Mangelsituationen gekommen“, so der Mediziner.

„Ein bisschen Entwarnung“ gibt der Klinikchef hinsichtlich des Infektionsgeschehens. Das RKI meldet mit bundesweit 20.398 neuen Fällen binnen 24 Stunden 4766 weniger als am Donnerstag der Vorwoche. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus steigt um 1013 auf 49.783. „Erfreulich“ nennt es Werner daher, dass im Essener Uniklinikum seit langer Zeit von gestern auf heute kein weiterer Covid-Patient verstorben ist. Dort werden derzeit 120 Corona-Infizierte medizinisch versorgt, 46 davon auf der Intensivstation.

Der Chef der Essener Uniklinik beklagt eine „Zunahme der im hohen Alter Verstorbenen“: Wie Professor Jochen Werner bei „19 – die  Chefvisite“ berichtet, sind über das Wochenende allein in seinem Krankenhaus 13 Patienten in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der insgesamt Behandelten hat sich zwar mit zurzeit 116 etwas entspannt, doch liegen immer noch 40 Erkrankte auf der Intensivstation. „Man sieht genau, was man aus dem Frühjahr kannte“, beschreibt Werner die aktuelle Entwicklung.

Damals war schnell thematisiert worden, „dass man den Kontakt mit den Großeltern einschränken muss“, so der Mediziner. „Jetzt stehen viele von uns vor dem Dilemma, wie wir in der emotionalsten Phase des Jahres, also zum Weihnachtsfest, damit umgehen.“ Vorsicht ist geboten, betont Werner mit Blick auf die vom RKI bundesweit registrierten 11.169 Neuinfektionen – 305 mehr als am Montag der Vorwoche. Kontakteinschränkungen an Weihnachten können aus seiner Sicht „kaum behördlich vorgegeben werden“: „Man muss es abwägen, man muss in der Familie darüber sprechen.“ Für Lockerungen zu Silvester sieht er indes „keine Notwendigkeit“.

Die Corona-Krise trifft unter allen Sportarten am schlimmsten das Eishockey, das „am stärksten von den Zuschauereinnahmen abhängt“, wie Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, in der Sendung sagt. Nicht nur dem Eishockey sichert sie finanzielle Unterstützung zu: „Am Geld von staatlicher Seite wird es nicht scheitern“, so die SPD-Politikerin mit Blick auf die Lage der Vereine. Als ein Gebot der Fairness bezeichnete sie es aber, dass keine Vereine gerettet werden sollten, „die ohnehin nicht überlebt hätten“.

Talk-Gäste: Wissenschaft & Soziales

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Virologe Streeck: Keine Herdenimmunität in Sicht

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Keine „Horrorszenarien“ für Corona mehr!

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„Wurstigkeit“: Weltärztechef Montgomery greift Bundesgesundheitsminister an, Unklarheit über Ausmaß von Test-Betrug, Deutschland ist „Komplettversager“ bei Digitalisierung. Mehr
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Oberärztin der Essener Notaufnahme: Morddrohungen

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Schwangere mit Restrisiko bei Corona-Impfung

In der Schwangerschaft gehäuft schwere Covid-19-Verläufe, Impfung und wärmeres Wetter können Infektionszahlen senken, Hersteller arbeiten an kühlschranktauglichem Impfstoff Mehr

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck erwartet nicht, dass im Kampf gegen dier Corona-Pandemie Herdenimmunität erreicht werden kann. „Impfungen bieten einen Primärschutz gegen schwere Verläufe, nicht gegen die Weitergabe des Virus“, betont Streeck bei „19 – die Chefvisite“. Statt dieser Illusion sei allerdings ein „Herdeneffekt“ möglich, der den Anstieg der Infektionszahlen dämpfe. Diesen erwartet der Virologe in Deutschland: „Im Herbst werden die Infektionszahlen steigen“, so Streeck. Niemand könne vorhersagen, wie sehr, aber: „Wir sollten uns auf einen starken Anstieg vorbereiten.“

Die Erkenntnisse der Forschung zu Corona-Impfstoffen könnten laut Streeck auch einem Schutz vor dem AIDS-Virus HIV zum Durchbruch verhelfen. Die aktuelle Pandemie habe gezeigt: „Wenn wir einen Impfstoff finden wollen, dann schaffen wir das – in Lichtgeschwindigkeit“, so Streeck. Es gebe eine „Kreuzbefruchtung“ zwischen der Corona- und der HIV-Forschung. Impfungen mit Adenoviren als Vektoren, die zum Beispiel beim Impfstoff von AstraZeneca zum Einsatz kommen, würden auch im Kampf gegen AIDS getestet. Versuche an Affen mit mRNA-Impfstoffen zeigten „einige positive Signale“, sagte Streeck.

Der Virologe, der mit seinen Einschätzungen oft polarisiert hat, räumte ein, auf Hass im Internet zunächst nicht reagiert zu haben. „Am Anfang habe ich das laufen lassen“, so Streeck mit Blick auf Hetzkommentare in sozialen Medien. Inzwischen zeige er einschlägige Fälle an: „Wenn es um Morddrohungen oder Exekutionsaufforderungen geht, gebe ich das sofort an die Polizei weiter.“ Streeck rät „Neueinsteigern“, die sich erstmals mit klassischen oder sozialen Medien auseinandersetzen müssten, sich gegen Beleidigungen und Verleumdung zur Wehr zu setzen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Donnerstag, den 10. Juni: die Linken-Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht und Erik Wirsing, Leiter des Bereichs globale Innovationen beim Logistikunternehmen Schenker. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Im Herbst müssen wir einen Anstieg erwarten“: Die Top-Virologin Helga Rübsamen-Schaeff warnt vor einer vierten Corona-Welle im weiteren Jahresverlauf. Bei „19 – die Chefvisite“ mahnt Rübsamen-Schaeff trotz aktuell sinkender Infektionszahlen: „Aufmerksamkeit, Wachsamkeit ist geboten.“ Deutschland befinde sich zurzeit in einer „instabilen Situation“, so das Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldoldina mit Blick auf die zuerst in Indien aufgetretene Variante des Coronavirus. Als Vorbild nennt sie Großbritannien. Dort habe die Regierung „vorsichtig geöffnet und vier Wochen geschaut, wie sich die Lage entwickelt“.

Die Virusforscherin rät: „Impfen, was das Zeug hält“. Damit seien die Menschen vor schweren Covid-Verläufen geschützt, aber nur bedingt gegen eine Infektion. Daher ist Rübsamen-Schaeff „fest überzeugt, dass eine dritte Impfung nötig sein wird“. Die Impfstoffhersteller arbeiteten bereits an neuen Vakzinen, die auch gegen Mutationen schützen können. Wenn sich das Infektionsgeschehen mit Ende der warmen Jahreszeit wieder verschärfe, müssten möglichst viele Menschen geimpft, um eine drohende vierte Welle klein zu halten. Insgesamt ist sie „skeptisch, ob Corona je wieder verschwinden wird von dieser Welt“.

„Absolut nicht zufrieden“ ist Rübsamen-Schaeff mit der staatlichen Förderung der Erforschung von Covid-Medikamenten. Die Bundesregierung müsse „deutlich mehr Geld“ in diesen Bereich investieren, fordert sie. Bisherige Therapien würden vor allem in der frühen Phase eine Infektion helfen – nötig seien aber Mittel gegen schwere Erkrankungen. Neue Medikamente müssten „das Virus von mehr als einer Seite angreifen“. Rübsamen-Schaeff warnt daher auch davor, „den Impfstoffherstellern die Patente wegzunehmen“. Unter anderem hatte US-Präsident Joe Biden gefordert, die Patentrechte auszusetzen, um weltweit schneller mehr Impfstoff produzieren zu können. Das wäre ein falsches Signal, auch bei der Suche nach Covid-Medikamenten, so die Virologin: „Man muss der Industrie den Anreiz lassen“, mit Neuentwicklungen Geld verdienen zu können, sagt sie.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Dienstag, den 18. Mai: Frank Sommerfeld, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

„Wir sollten aufhören, Angst zu schüren“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, warnt vor „Horrorszenarien“, im Herbst könne die Pandemie mit voller Wucht zurückkehren. „Wir sind nicht unvorbereitet auf Mutanten und fangen nicht bei null an“, betont Werner bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick auf mögliche weitere Varianten des Coronavirus. Entscheidend sei es „entschlossen zu handeln, wenn es so weit ist“, so der Mediziner. Werner erwartet ein weiteres Abebben des Infektionsgeschehens in den Sommermonaten. Dabei helfe auch die Impfung gegen das Sars-CoV-2-Virus.

Impfstoffe seien mithilfe der neuen mRNA-Technologie „unfassbar schnell“ entwickelt worden, sagt Werner in der Sendung. Diese böten „natürlich auch Chancen für die Krebstherapie“, für die die Technologie ursprünglich entwickelt wurde. „Die erfolgreiche Anwendung ist aber ungleich schwieriger als bei der Virusinfektion“, so der Mediziner unter Verweis auf die vielen verschiedenen Krebstypen. Er habe Hoffnung, dass es „für die eine oder andere Krebsart wirkliche Erfolge zu vermelden gibt“. Aber: „Hier mit der mRNA-Technologie eine Generalwaffe zu erwarten, würde über das Ziel hinausschießen.“

Durch neue digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz finde in der Medizin derzeit ein Umdenken statt, berichtet Werner. „Die größeren Möglichkeiten liegen in der Prophylaxe, nicht in der Therapie“, so der Professor. Bald lasse sich mit „hohen Wahrscheinlichkeiten“ vorhersagen, ob ein Patient in einigen Jahren an einer schweren Krankheit zu erkranken droht. Eine Neigung zum Beispiel zu Alzheimer könne bald durch über Biomarker erkannt werden, hofft Werner. Solche Hinweise seien dann natürlich „belastend“. Aber durch eine Umstellung der Lebensführung einschließlich Ernährung und die Einnahme bestimmter Medikamente werde sich bei verschiedenen Erkrankungen der Ausbruch um Jahre verzögern lassen. Werners Fazit des Wandels: „Reagieren ist nicht mehr zeitgemäß.“

Alle Folgen von „19 – die Chefvisite“ sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de! Professor Jochen A. Werner und der Verleger Jens de Buhr geben künftig im neuen Videocast „Zukunftsvisite – das Magazin für Gesundheit und Nachhaltigkeit“ einmal in der Woche Einblicke in neue Entwicklungen bei der Megatrends Gesundheit und Nachhaltigkeit. Dazu diskutieren sie mit renommierten Ärzten und Vordenkern aus großen Unternehmen über neue Therapieansätze und eine klimaschonendere Wirtschaft.

Der Chef des Weltärzteverbands, Frank Ulrich Montgomery, wirft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine „schlampige“ Verordnung zur Regelung der Corona-Testzentren vor. Diese „fordert zu Betrug auf“, sagte Montgomery bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick auf Ermittlungen wegen des Verdachts auf betrügerische Abrechnungen von Schnelltests. Es sei „unverschämt“ von Spahn, die Kontrolle auf Gesundheitsämter und Kassen abschieben zu wollen, so Montgomery. Während der Bundesgesundheitsminister für einen „Bürokratiemarathon beim Impfen“ gesorgt habe, falle Spahn jetzt seine „Wurstigkeit beim Testen“ auf die Füße. Der Weltärztechef betonte, er rechne nur mit einem „sehr, sehr kleinen Anteil“ von Betrügerei bei den rund 60 Millionen abgerechneten Tests.

Beim digitalen Impfzertifikat habe Spahn sich ebenfalls „verzettelt“, so Montgomery. Daher stehe Deutschland einmal mehr als „Komplettversager bei der Digitalisierung“ da. Schaffe es das Bundesgesundheitsministerium nicht, rasch eine Software für das Digitalzertifikat zu entwickeln, „wird man sich über uns totlachen“, prophezeite Montgomery. Denn: „So lange müssen wir uns mit dem gelben Impfpass behelfen.“ Minister Spahn rief er auf, die Möglichkeit zu prüfen, die Zertifikatssoftware aus Israel zu kaufen – dort habe die Entwicklung „sechs Wochen gedauert“.

Sollte die Software einsatzfähig sein, fordert Montgomery Vertrauen in die Bürger. Sie sollten nach dem Motto „Selbstauskunft und Sanktionsmechanismen“ ihre Digitalzertifikate selbst ausfüllen. Dabei müssten Strafen angedroht werden, falls bei späteren Kontrollen Unregelmäßigkeiten ans Licht kommen. So wäre der Streit darüber, wer für die Umschreibung vom Impfpass auf Papier in das Digitalzertifikat zuständig ist, zu lösen.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Dienstag, den 1. Juni, sind der Chef des Reisegepäckherstellers Stratic, Axel Bree, und die Geschäftsführerin des Energiedienstleisters E wie einfach, Katja Steger, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Der Chef-Virologe der Essener Uniklinik, Professor Ulf Dittmer, zerstreut Sorgen um Nebenwirkungen der Corona-Impfung. „Die Antibabypille ist gefährlicher“, sagt Dittmer bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick mögliche Komplikationen beim Impfen. Zusammen mit dem Aufsichtsrat des deutschen Impfstoffentwicklers CureVac, Friedrich von Bohlen, beantwortet Dittmer in der Sendung die wichtigsten Fragen rund um die Impfkampagne.

Wann können wir die mRNA-Technologie im Kampf gegen Krebs einsetzen?

Von Bohlen hält den Einsatz der mRNA-Technik gegen Krebs „in weniger als fünf Jahren“ für möglich. Denn die Corona-Impfung sei ein „Beschleuniger“ für Präparate auf Basis dieser Technologie, so der CureVac-Aufsichtsrat. „Wir stehen am Beginn des mRNA-Zeitalters“, ist von Bohlen überzeugt. Gegen Krebs werde es aber keine vorbeugende Impfung geben, sondern eine „Kombitherapie“, die zusammen mit anderen Medikamenten die Krankheit bekämpfe.

Sollen wir die Impfpriorisierung aufheben und jetzt Jüngere impfen?

Nein, sagt Virologe Dittmer. Die weit fortgeschrittenen Impfkampagnen etwa in Großbritannien oder Israel hätten gezeigt, dass zunächst die Über-50-Jährigen durchgeimpft werden müssten. „Dann werden die Krankenhäuser leerer, die Inzidenzen gehen runter“, so Dittmer. Er ist optimistisch, dass bereits im Juni „so viele geimpft sind, dass sich die Corona-Lage deutlich zum Positiven verändert“. Wichtig für ihn: Auch Jugendliche müssen geimpft werden. Ab einem Alter von zwölf Jahren gebe es „keine Unterschiede bei der Infektiösität“ im Vergleich zu Erwachsenen. Seitdem sich die britische Mutante B1.1.7 in Deutschland durchgesetzt habe, seien „Kinder häufiger Überträger“.

Helfen die Impfstoffe auch gegen die Mutationen des Coronavirus?

Gegen alle bisher ermittelten Varianten des Coronavirus seien die aktuellen Impfstoffe „gut genug“, stellt von Bohlen fest. So sei durch die Impfung die zuerst in Südafrika ermittelte Variante hierzulande „fast wieder verdrängt“ worden. Die Hersteller könnten „schnell nachziehen“, sollten neue Mutanten entdeckt werden. Dazu sei aber nötig, „bei jedem Infizierten“ die tatsächliche Form des Virus festzustellen. Von Bohlen: „Sequenziert das Ding, damit wir Bescheid wissen.“ Die Sequenzierung zur Ermittlung der Virus-Varianten wird in Deutschland weitaus seltener durchgeführt als zum Beispiel in Großbritannien.

Kann ich nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca bei der zweiten Dosis einen mRNA-Wirkstoff nehmen?

Für Professor Dittmer spricht „nichts dagegen“. Einen Wechsel zwischen Wirkstoffklassen „machen wir auch bei anderen Infektionskrankheiten“, so der Virologe. „Häufig ist dann die Immunreaktion sogar noch stärker“, betont er. Genaue Daten für einen solchen Wechsel bei der Corona-Impfung würde zurzeit von der Universität Oxford erhoben. Diese sollten Anfang Mai veröffentlicht werden.

Wann kommt der CureVac-Impfstoff – und wie viel?

Die Zulassung des Impfstoffes kann nach Einschätzung des Aufsichtsrats von Bohlen „in Kürze“ erfolgen. „Wenn alles gut geht, Anfang Juni“, spätestens aber Ende nächsten Monats, sagt er in der Sendung. Bis Jahresende könne CureVac dann rund 300 Millionen Dosen liefern. „Wir könnten auch mehr produzieren“, so von Bohlen mit Blick auf den häufigen Mangel an nötigen Vor- und Zwischenprodukten. Vor allem mit Zulieferern aus den USA seien zwar Verträge geschlossen worden, die Amerikaner hätten dann aber ein „Gesetz aus der Vergangenheit“ – den sogenannten War Act – herausgeholt und „konnten so schnell impfen“. In dieser Frage seien sie „beinhart patriotisch“ nach der Devise „America first“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Dienstag, den 4. Mai: Michael Kuck, Vorstandschef beim Pharmagroßhändler Noweda. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Berichte in Sozialen Medien über eine angebliche Unfruchtbarkeit durch eine Corona-Impfung sind „weit hergeholt“. „Fake News“, stellt der Gynäkologe und Leiter des Europäischen Kompetenzzentrums Eierstockkrebs an der Berliner Charité, Jalid Sehouli, bei „19 – die Chefvisite“ klar. „Diese Debatte hat auf keinen Fall eine Legitimation“, so Sehouli. Für die Frage, ob sich auch Schwangere als Risikogruppe impfen lassen sollten, sieht der Mediziner „noch keine definitive Antwort“. Die Prüfung der Daten durch die Behörden dauere weiterhin an, betont Sehouli.

Den Einsatz der auch bei den Corona-Impfstoffen von Biontech und Moderna verwendeten mRNA-Technologie im Kampf gegen Krebs hält Sehouli bei einigen Tumorarten für „attraktiv“. Aber: „Eine einzige Impfung für alle Krebsarbeiten wird es nicht geben.“ Denn „eine Krebserkrankung ist evolutionär und nicht so einfach zu brechen“. Dennoch ist der Ansatz, mit mRNA-Therapien gegen Krebs vorzugehen, für den Experten vielversprechend. Letztlich weise sie den Weg hin zu einer „personalisierten Medizin“, bei der Therapien passgenau auf den Patienten abgestimmt werden.

Für die Krebsbehandlung fordert Sehouli, „der Nachsorge eine höhere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen“. So müssten etwa „Patientinnen, die ihre Erfahrungen weitergeben, stärker unterstützt werden“. Dafür sollte es „strukturierte Rahmenbedingungen“ im Gesundheitswesen geben, aber auch Selbsthilfenetzwerke wie die Initiative „yeswecan-cer.org“. Das deutsche Gesundheitssystem sei „das beste der Welt, aber nicht gut genug“, sagt Sehouli. Er plädiert dafür, die „Zentralisierung im Rahmen von Netzwerken zu stärken“ und fordert ein „weg vom Gießkannenprinzip“ bei der Finanzierung von Kliniken.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 26. Mai, ist der Gründer und Chef des Biokraftstoffherstellers Verbio, Claus Sauter, als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUP-magazin.de!

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, spricht sich für einen „radikalen Lockdown“ aus, um die Infektionszahlen zu senken. Strikte Maßnahmen um das öffentliche Leben komplett herunterzufahren hätten in anderen Ländern geholfen, sagte Bedford-Strohm bei „19 – die Chefvisite“. „Wenn das stimmt, dann bin ich bereit dafür“, so der bayerische Landesbischof. Tests seien nicht so sicher wie erhofft. Daher müsse man „grundsätzlich den Entzug von Freiheiten daran binden, ob Gesundheitsgefahren bestehen“. Das sei auch ein „Gebot der Nächstenliebe“. Er forderte, „das zu berücksichtigen, was die Wissenschaftler sagen“ und dann „das zu tun, was nötig ist, auch wenn es mir nicht passt“.

Die Hygienekonzepte für Präsenzgottesdienste an Ostern habe er wissenschaftlich überprüfen lassen, betonte der EKD-Ratsvorsitzende: „Das konnte ich verantworten.“ Zudem hätten „80 Prozent der Gemeinden“ Gottesdienste im Livestream angeboten. So hätten „zehn Millionen Menschen mehr Ostern erlebt. Die wären nicht in die Kirche gegangen“, sagte Bedford-Strohm. „Viele dieser digitalen Formate werden bleiben.“ Er selbst habe gute Erfahrungen mit Gottesdiensten über Zoom gemacht: „Du siehst die Leute alle, die Gesichter, ein Lächeln, auch mal eine Träne“, so der Landesbischof, der die Gemeinde bei regulären Gottesdiensten im Rücken hat. Online-Veranstaltungen hätten „Potenziale, die uns nach vorne führen“.

Bedford-Strohm bietet an, Kirchen für den Schulunterricht zu öffnen, damit die Kinder mehr Abstand wahren können. Seine Botschaft an die Schulen: „Wenn ihr etwas braucht, sind wir da.“ Die Evangelische Kirche habe „immer wieder Angebote gemacht“, sei aber vielfach nicht durchgedrungen. Vor Ort leisteten allerdings viele Gemeindemitglieder freiwillig wichtige Aufgaben im sozialen Bereich.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Freitag, den 23. April: Jürgen Böhm, Vizepräsident des Deutschen Lehrerverbandes und stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Morddrohungen von Corona-Leugnern erhält die Oberärztin der Notaufnahme der Uniklinik Essen, Dr. Carola Holzner, auf ihrer Facebook-Seite, wo sie als „Doc Caro“ über ihre Pandemie-Erfahrungen bloggt. „Beschimpfungen und einen Shitstorm in diesem Ausmaß habe ich nicht erwartet“, sagt Holzner bei „19 – die Chefvisite“. Viele ließen sich von der Anonymität des Internets zu Beleidigungen verleiten, berichtet die Medizinerin. Sie spüre aber auch einen „unheimlich hohen Informationsbedarf“ und erfahre viel Zuspruch. Holzner zeigt sich „irritiert“, dass sie als „Covid-Versorgerin an der Front“ zunächst keinen Termin für ihre Impfung erhalten habe. Dabei sei medizinisches Personal in der Impfkampagne genauso hoch priorisiert wie die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen.

Der Offene Brief, den sie deswegen an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geschrieben hat, will sie als „Appell und Hilferuf“ verstanden wissen. Aus ihrer Sicht mangelt es angesichts der Rolle der Bundesländer bei der Umsetzung der Impfungen an zentraler Koordination: „Einer muss die Großschadenslage managen“, fordert Holzner in der Sendung. Eine schnelle Impfung wäre für sie auch ein Zeichen der Wertschätzung: „Wir sind mehr wert als Geklatsche, Schokolade und Streichwurst“, sagt Holzner mit Blick auf symbolische Geschenke, die medizinisches Personal statt eines finanziellen Bonus zum Teil erhalten habe.

In der Essener Notaufnahme sieht Holzner „trotz Lockdowns keine Entlastung“. Klinikchef Professor Jochen Werner betont, dass die aktuellen RKI-Daten durch die Feiertage verzerrt seien. So habe es „zwei Tage etwas weniger Todesfälle“ gegeben – nun aber meldet das RKI bundesweit weitere 944 Verstorbene im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus sowie 11.897 Neuinfektionen, 995 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Im Uniklinikum Essen werden weiterhin über 130 Covid-19-Patienten versorgt, 44 davon liegen auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zwei weitere Menschen am oder mit dem Coronavirus verstorben.

Der Bonner Virologie-Professor Hendrik Streeck warnt vor einem härteren Lockdown mit Ausgangssperren. „Dadurch feuern wir das Infektionsgeschehen weiter an“, sagte Streeck im Videocast „19 – die Chefvisite“. Aktuell infizierten sich laut RKI vor allem sozial Schwache in beengten Wohnverhältnissen. Bei einer Ausgangssperre „können die sich nicht Corona-konform aus dem Weg gehen“, so Streeck. Seine Forderung: „Wir schaffen sichere Bereiche draußen, wo die Menschen sich treffen können, anstatt sie weiter zusammenzudrängen.“ Streeck denkt zum Beispiel an gelüftete Turnhallen mit Sicherheitspersonal. Diese Lösung sei besser als „private Graubereiche, wo keiner sehen kann, ob die Regeln eingehalten werden“. Das heiße „Ventile schaffen“, betonte er. Dabei könne auch die Außengastronomie eine Rolle spielen, wo das Infektionsrisiko vergleichsweise gering sei.

Verwundert zeigte sich Streeck über die Alarmrufe von deutschen Intensivmedizinern. In Frankreich liege die Inzidenz bei 400 auf 100.000 Einwohnern binnen einer Woche und damit vier Mal höher als in Deutschland. „Die gehen damit relativ gelassen um“, so der Virologe. Hierzulande führten steigende Inzidenzwerte dagegen zu Warnungen, als ob Deutschland „kurz vor der Triage steht“. Angesichts der unklaren Datenlage nach Ostern mahnte Streeck „ruhige Abwägung und Langzeitblick“ an. Er geht davon aus, dass sich „Coronaviren saisonal verhalten“ und rechnet mit einem „Abfall des Infektionsgeschehens in den nächsten Monaten“, wenn es wärmer wird. Hinzu kämen die Fortschritte bei der Impfung.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Montag, den 12. April, ist die Schauspielerin Uschi Glas als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Wir brauchen keine Schauspieler auf der Intensivstation“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, lehnt es ab, Schauspieler von der Aktion #allesdichtmachen bei der Arbeit von Intensivmedizinern „zuschauen zu lassen“. Bei „19 – die Chefvisite“ reagierte Werner damit auf die Forderung der Essener Notfallmedizinerin und Influencerin Carola Holzner. Im Netz als „Doc Caro“ bekannt, hatte Holzner in der Gegenaktion #allemalneschichtmachen die beteiligten Künstler zu einer Schicht in einer Intensivstation oder einer Notaufnahme aufgerufen. Klinikchef Werner mahnt mehr Gelassenheit in der Debatte um die umstrittene Videokritik an den Corona-Maßnahmen an. Von den Künstlern „hat niemand eine Pflegekraft oder einen Arzt brüskieren wollen“, ist der Mediziner überzeugt. Die Diskussionen um die Aktion „bringen uns null weiter“ bei der Pandemiebekämpfung, so Werner: „Wir sollen uns mit dem Wesentlichen beschäftigen.“

Drohungen mit beruflichen Konsequenzen für die #allesdichtmachen-Initiatoren hält der Basler Soziologieprofessor Oliver Nachtwey für „falsch“. Die Gruppe um Schauspieler wie Jan-Josef Liefers oder Nadja Uhl hätten aber „damit rechnen müssen, dass sie scharf kritisiert werden. Ihre Kritik war ja auch heftig“, sagt Nachtwey in der Sendung. Er sehe nicht, dass keine Kritik geäußert werde dürfe, so der Wissenschaftler, der Corona-Proteste und Querdenker untersucht. In diesem Milieu gebe es aber die „Imagination einer Diktatur“: „Die empfinden so, als könnten sie ihre Meinung nicht mehr sagen und demonstrieren dann.“ Die Bewegung „wächst nicht wahnsinnig, sie stabilisiert sich auf niedrigem Niveau“, hat Nachtwey festgestellt. Für „besorgniserregend“ hält er die stärkere Verbreitung von Verschwörungstheorien und die wachsende „Indifferenz, dass bei den Demos Neonazis mitmarschieren“.

Bob Hanning, Vize beim Deutschen Handballbund und Geschäftsführer der Füchse Berlin, sorgt sich um die Zukunft seines Sports: Mannschaften im Jugendbereich brächen in der Pandemie auseinander, berichtet Hanning: „Wir werden Generationen verlieren.“ Ihn sorgt, „was mit Kindern und Jugendlichen passiert, die ihren Sport nicht ausüben dürfen“. Für sie müsse der Profi-Handball als „Leuchtturm“ erhalten bleiben. Dazu sollten wieder Zuschauer in den Hallen zugelassen werden, denn die Teams seien auf die Einnahmen angewiesen. „Wir brauchen Mut zur Öffnung“, so Hanning. Das Hygienekonzept bei der Handball-WM in Ägypten hat aus seiner Sicht gezeigt, dass man „das eine tun kann, ohne das andere zu lassen“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Dienstag, den 27. April: Die Moderatorin und Influencerin Cathy Hummels sowie Reinhard Straub, der beim Finanz- und Versicherungsvertrieb Dr. Klein den Bereich Franchise verantwortet. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Der Deutsche Lehrerverband warnt davor, die Schulen wieder zu öffnen und plädiert für Distanzunterricht. „Wir dürfen die Kinder auf der Zielgerade der Pandemie nicht gefährden“, sagt der Vizepräsident des Verbandes, Jürgen Böhm, bei „19 – die Chefvisite“. Böhm bricht eine Lanze für den Distanzunterricht: Dadurch hätten „die Abschlussklassen mehr Unterricht als vorher“, denn Klassenfahrten und Wandertage seien ausgefallen. Böhm erwartet daher „solide Abschlüsse“. Er lehnt „Panikmache“ ab, eine „Bildungskatastrophe“ stehe nicht bevor.

Böhm betont, dass „Distanzunterricht eine Übergangsform, kein Dauerzustand“ sei. Zwar litten die Kinder darunter. Aber man dürfe „Leiden nicht mit Gefahr garnieren“, wenn die Schüler zusätzlich Infektionsrisiken im Präsenzunterricht ausgesetzt werden. „Wir wollen die Schulen so schnell wie möglich wieder aufmachen“, so Böhm. Dazu müssten aber zunächst die Inzidenzwerte sinken. Diese lägen bei Jugendlichen in Bayern aktuell bei 300. Sollten Kinder in die Schule gehen, muss aus Böhms Sicht die Teststrategie „unbedingt nachjustiert werden“. Fahren diese im Bus an und werden in der Schule getestet, „ist das Kind schon in den Brunnen gefallen“. Er fordert: „Wir müssen die Eltern mit ins Boot holen und Tests zuhause durchführen.“

Scharfe Kritik übte Böhm an der deutschen Bildungspolitik: „Wir haben die mittleren Abschlüsse über Jahre zu wenig gewürdigt.“ Die Vernachlässigung von Haupt- und Realschulabschlüssen zugunsten einer Akademisierung sei der falsche Weg. Beim Facharbeitermangel „wird uns die Abiturquote nicht weiterbringen“. Mit Blick auf die hohe Zahl von Studienabbrechern sagt er: „Wir dürfen die Kinder nicht auf einen Weg schicken, auf dem sie scheitern.“ Es müsse deutlicher gemacht werden, dass man auch als Facharbeiter gutes Geld verdienen kann, so Böhm.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Montag, den 26. April, sind der Basler Soziologieprofessor Oliver Nachtwey und der Geschäftsführer des Berliner Handball-Bundesligisten Füchse, Bob Hanning, als Talk-Gäste dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Einen absoluten Lockdown in Deutschland mit umfassender Kontaktvermeidung fordert der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery. „Man darf nicht über Lockerungen reden, sondern darüber, wie wir das exponentielle Wachstum wieder einfangen“, sagte Montgomery bei „19 – die Chefvisite“ mit Blick auf die laufende dritte Pandemiewelle. „Wir müssen unsinnige Kontakte unbedingt vermeiden – es ist nicht die Zeit für Partys im Park“, so der Mediziner. Die Leute sollten strikt zu Hause bleiben, bis der Inzidenzwert sinkt, „am besten deutlich unter 30“. In diesem Total-Lockdown-Szenario wären nur noch Lebensmitteleinkäufe, Gassigehen oder Individualsport im Freien erlaubt. Und auch dabei sollten FFP2-Masken getragen werden. Montgomery kritisierte den „Irrsinn“ der Ministerpräsidenten, die die Lockdown-Maßnahmen zu früh gelockert hätten. Jetzt sei „konsequente politische Führung“ gefragt.

Zugleich ist für Montgomery klar: „Impfen ist das einzige, das hilft.“ Er kritisierte daher scharf den „flapsigen Satz“ des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), dass den seit gestern nur noch für Über-60-Jährige empfohlene Impfstoff von AsztraZeneca weiter nutzen könne, „wer sich’s traut“. Diesen Satz müsse Söder „wieder einfangen“, forderte Montgomery. Er beklagte das „Informations-Chaos“ rund um AstraZeneca, das das Vertrauen der Bevölkerung zerstört habe. Dadurch sei dieser Impfstoff „nicht wissenschaftlich, aber aus Kommunikationssicht verbrannt“. Dabei bilde er mit einem Anteil von einem Viertel „das Rückgrat der deutschen Impfkampagne“.

Hoffnung setzt Montgomery auf den russischen Impfstoff Sputnik V. Dieser könne „der Retter für die Leute sein, die ihre erste Impfung mit AstraZeneca hatten und die zweite damit jetzt nicht mehr wollen“. Beide Präparate sind Vektorimpfstoffe, fußen also auf derselben Technologie. Dennoch sollte die europäische Arzneimittelbehörde EMA in der laufenden Zulassung von Sputnik V „ein geregeltes Verfahren durchhalten“, mahnte Montgomery. Die Russen hätten lange Erfahrung mit der Produktion von Impfstoffen, er halte das Präparat für gut. Aber: „Das muss Sputnik V beweisen, bevor wir ihn an den Menschen lassen.“

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Donnerstag, den 1. April: Stefanie Berk, Marketingvorstand bei der Fernverkehrssparte der Deutschen Bahn. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Das Hin und Her der Politik untergräbt das Vertrauen in die Demokratie“: Der Mediziner Dietrich Grönemeyer geht mit der Pandemiebekämpfung der Bundesregierung hart ins Gericht. „Hört auf, Wahlkampf zu machen. Die Menschen interessiert nur, wie sie gesund bleiben können“, sagt der Medizinprofessor bei „19 – die Chefvisite“. „Wir fliegen auf den Mars, sind aber nicht in der Lage, die Kompetenzen der Mediziner wirklich zu nutzen. Viele aus dem politischen Raum maßen sich an, sich auszukennen. Aber dem ist nicht so.“

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, plädiert dafür, Hausärzte und Kliniken stärker bei der Impfung von Risikogruppen einzubeziehen. „Wir tun so, als seien wir völlig unvorbereitet, aber das medizinische Personal ist weitgehend geimpft“, sagt Werner in der Sendung. Um die aktuelle Situation besser einschätzen zu können, solle man nicht nur auf die Statistiken des Robert-Koch-Instituts blicken. „Die RKI-Zahlen sind nur ein Aspekt. Wie viele Normalbetten in Deutschland mit Covid-Patienten belegt sind, wissen wir immer noch nicht“, stellt Werner fest.

Medizinprofessor Grönemeyer warnt zudem eindringlich vor großen Problemen bei der „Generation Corona“. „Viele Kinder und Familien haben große Fragezeichen angesichts des Schulchaos. Auch wenn ein Teil gut mit dem Homeschooling zurechtkommt, werden wir viele soziale und psychologische Probleme bei Kindern erleben“, sagt Grönemeyer. Zudem warnt er vor Leistungsproblemen, weil der Schulstoff in den Lockdowns nicht vollständig vermittelt werden konnte.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gast am Freitag, den 19. März: NRW-Wirtschaftsminister Professor Andreas Pinkwart. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Der Chef der Essener Uniklinik geht etwas entspannter in die zweite Woche des „Lockdown light“. Sein Eindruck: „So unglaublich schnell geht es nicht mehr nach oben“, sagt Prof. Dr. Jochen Werner in der zweiten Folge von „19 – die Chefvisite“ mit Blick auf die offiziellen Zahlen des RKI. Heute wurden 13.363 Neuinfektionen gemeldet nach 12.097 am Montag der Vorwoche. Im Klinikum Essen sind am Wochenende zwei Menschen in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben. Werner freut sich daher, dass in der Klinik mehr Mitarbeiter an der laufenden Grippeimpfung teilnehmen und erinnert an schlechte Erfahrungen aus der Grippewelle 2017/18. Seit Fazit auch mit Blick auf eine erwartete Corona-Impfung: „Die Bereitschaft ist da.“

Impfexperte und Studiogast Friedrich von Bohlen dämpft Hoffnungen. „Wir wissen nicht, was am Ende schützt“, sagt das Aufsichtsratsmitglied bei Curevac – einem der deutschen Vorreiter bei der Impfstoffentwicklung – und verweist auf ungeklärte Fragen über das Virus selbst sowie über das Impfverfahren, zum Beispiel die Logistik oder die Kühlung des Impfstoffes während des Transports. Zudem schützt auch eine Grippeimpfung nur etwa jeden zweiten Patienten. „Dahin zielen auch die Strategien gegen Corona.“ Es geht darum, den Verlauf der Krankheit zu mildern – durch eine Impfung „wird das Virus nicht verschwinden“, betont er.

Von Bohlen verweist aber auch darauf, dass die Suche nach einem Corona-Impfstoff auf Basis sogenannter Messenger-RNA auch Vorteile im Kampf gegen andere Krankheiten bietet. Er ist überzeugt, dass sich mit dieser Methode Impfstoffe gegen alle Virusinfekte entwickeln lassen – und möglicherweise auch „Co-Medikamentationen gegen Krebs“. Der Vorteil: Das Verfahren „verlagert die Produktion des Proteins in den Körper“. Das mindert unter anderem die Herstellungskosten.

Die Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung in den letzten neun Monaten nennt von Bohlen „sensationell“. Die zuständigen Genehmigungsbehörden in der EU und den USA haben Eilverfahren zugesagt. Er selbst ist bereits mit einem Curevac-Kandidaten behandelt worden und wartet auf Ergebnisse. Die Fortschritte in China und Russland kann von Bohlen wegen fehlender Daten nur schwer beurteilen. Letztlich ist aber nicht entscheidend, wem zuerst der Durchbruch gelingt: „Es ist schön, der erste zu sein“, so der Experte. Es gehe aber um bis zu acht Milliarden Impfdosen im Jahr. Daher kommt es für ihn letztlich darauf an, welches Produkt am wirksamsten, am verträglichsten und am günstigsten ist: „Darüber reden wir in einem Jahr.“

Die Schulen könnten nach Einschätzung des Hygiene-Experten Professor Klaus-Dieter Zastrow wieder geöffnet werden – wenn die Schüler zusätzlich zur Maske regelmäßig den Rachenraum desinfizieren. „Jeden dritten Tag die Mundhöhle mit einem Schleimhautdesinfektionsmittel spülen, unter Aufsicht der Lehrer“, sagt Zastrow bei „19 – die Chefvisite“. Bei Kindern gäbe es kaum schwere Covid-19-Verläufe, so der Mediziner. Sie spielten aber bei der Virusverbreitung eine Rolle. Dem könne eine Desinfektion des Rachenraums entgegenwirken, weil diese Maßnahme direkt an der Verminderung von Viren ansetze. Mittel dafür seien „geprüft und seit 40 Jahren auf dem Markt“: „Viele kennen die Spülung vom Zahnarzt, zum Beispiel nach dem Ziehen der Weisheitszähne“, sagt Zastrow. Dafür geeignet sei Betaisodona-Lösung – diese müsse länger im Mund wirken, einfach nur Gurgeln reiche nicht aus.

Als zusätzliche Schutzmaßnahme sei die Rachendesinfektion für alle geeignet – „die einzige sofort wirksame Methode“, um Viren zu beseitigen. Für Zastrow gehört sie zur Hygiene als Teil der AHA-Regeln. Der Experte kritisiert die Politik als „unzulänglich“, weil sie diesen Punkt vernachlässige. Selbst vielen Gesundheitsämtern fehlten Hygiene-Kenntnisse: „Konkret kann dazu keiner was sagen außer Desinfektion und Händewaschen.“ Dabei komme es entscheidend auf das richtige Desinfektionsmittel an. So sorge ein Mittel für Flächen erst nach 30 Minuten für Sicherheit, eines für Hände bereits nach 30 Sekunden. Hier sei die Politik gefordert. Diese höre stattdessen aber auf die „Pandemie-Modellierer“ und ihre am Computer erstellten Vorhersagen für die Corona-Ausbreitung. Sein Fazit dazu: „Alles Pipifax, das tritt sowieso nicht ein.“

Der Aufsichtsrat des Impfstoffentwicklers CureVac, Dr. Friedrich von Bohlen, verteidigt den Kurs der Europäischen Union bei der Anschaffung von Impfstoffen: „Die EU hat meines Erachtens alles getan, um genügend Impfstoff zu beschaffen“, sagt von Bohlen beim Impf-Spezial von „19 – die Chefvisite“. „Ich erkenne auch kein Versäumnis Deutschlands, da geschlafen zu haben“, betont er. Von Bohlen fordert „Fairness“ bei der Verteilung des Impfstoffs. „Die perfekte Lösung gibt es nicht. Man muss Augenmaß bewahren und an andere Menschen denken“, so von Bohlen mit Blick auch auf afrikanische Länder. Im Impf-Spezial beantworten weitere Experten Fragen, die für viele wichtig sind:

Was bringt eine Zero-Covid-Strategie?

„Die können wir im Sommer wieder aus der Schublade holen“: Der Chefvirologe der Essener Uniklinik, Professor Ulf Dittmer, hält wenig vom Versuch, die Ausbreitung des Coronavirus im Winter komplett zu stoppen. „Das kriegt noch nicht einmal China hin – mit Methoden, die wir hier nicht haben wollen“, sagt er in der Sendung. Gelingen könne es vielleicht in Australien oder Neuseeland, wo gerade Sommer ist. Auch Friedrich von Bohlen hält die Strategie für unrealistisch: Dazu bräuchte es „weltweit vier Wochen Shutdown, keiner trifft niemanden“. Das Virus sei zudem wahrscheinlich von Fledermäusen ausgegangen – „und denen können sie das Treffen gar nicht verbieten“. Das Coronavirus „wird nicht wieder weggehen“, so von Bohlen – daher „brauchen wir Medikamente und Therapien“.

Schützen FFP2-Maske und Abstand auch vor mutierten Coronavarianten?

NRW-Impfbotschafterin Dr. Carola Holzner sieht die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske kritisch – diese sei „eigentlich für medizinisches Personal konzipiert, zum Schutz vor Aerosolen“. Wer sie im Alltag trägt sollte vor allem darauf achten, dass sie kein Ventil hat, betont die leitende Oberärztin der Zentralen Notaufnahme Nord in Essen – und dass die Maske richtig genutzt wird. Brillenträger könnten die Wirksamkeit der Maske leicht überprüfen: „Wenn die Gläser beschlagen, sitzt sie falsch.“ Virologe Dittmer hält den FFP2-Standard bei Risikopatienten als Eigenschutz für geeignet, eine allgemeine Pflicht aber für „übers Ziel hinausgeschossen“. Der empfohlene Abstand zu anderen sei auch für Mutationen ausreichend: „Bei zwei Metern ist man ziemlich auf der sicheren Seite“, so Dittmer.

Wann kommt die Impfstoffproduktion in Gang?

CureVac-Aufsichtsrat von Bohlen verweist darauf, dass alle Hersteller zugelassener Impfstoffe „mit Hochdruck arbeiten“, um die Produktion hochzufahren. Die verwendete mRNA sei zwar „deutlich einfacher zu produzieren als Antikörper“, die für herkömmliche Impfstoffen genutzt werden. Aber: Bei den nötigen Zusatzstoffen für das mRNA-Serum wie beispielsweise Nano-Partikeln komme es zu Lieferengpässen „wegen der weltweit hohen Nachfrage“. Wichtig sei, dass die gelieferten Impfstoffe „qualitativ hochwertig seien“, betont er.

Wer erforscht, ob Geimpfte das Virus nicht mehr weiterverbreiten?

„Das wird gerade in Israel geklärt“, sagt Dittmer. Der Entwickler Biontech habe entsprechende Verträge abgeschlossen und erhebe Daten bei der in dem Land rasch fortschreitenden Impfkampagne. Die vielen behandelten Menschen ergäben eine große Datenmenge, die analysiert werden müsse, so Dittmer. Bis ein Ergebnis vorliege, „kann es noch ein bisschen dauern“, bedauert der Virologe.

Wann können wir uns endlich wieder treffen und umarmen?

Mit einer konkreten Prognose tun sich die Experten schwer. Impfbotschafterin Holzner setzt vor allem darauf, dass die Impfkampagne „nach dem holprigen Start jetzt Fahrt aufnimmt“. Ihr Wunsch: „Möglichst bald Sonnenschein“, der die Ausbreitung des Coronavirus hemmt – und: „keine Mutationen!“ Stefan Steinmetz, der die Impfkampagne in Essen leitet und dort bereits die Bewohner in 70 von 74 Pflegeheimen mindestens einmal geimpft hat, ist optimistischer. „Ich habe für Mai einen Flug in die USA gebucht“, sagt er. Dort wolle er seinen Enkel besuchen, der drei Jahre alt wird. „Ich hoffe, das klappt“, so Steinmetz.

„Überall sind Nachbestellungen da“: Laut Dr. Stefan Steinmetz, der die Impfung in der Stadt Essen leitet, überzeugt die Corona-Impfung auch anfangs skeptische Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen. Viele wollten nach der ersten nun auch die zweite Impfung, „weil die Nebenwirkungsquote so gering ist“, berichtet Steinmetz bei „19 – die Chefvisite“. Nach Verabreichung von rund 6000 Dosen hält der Mediziner den Schutz gegen das Coronavirus für besser verträglich als eine Grippeimpfung: „Ich habe keine Komplikationen festgestellt.“

In Essen hat Steinmetz mit seinem Team bereits 40 von 76 Senioreneinrichtungen versorgt – die übrigen seien „sicher im Laufe dieses Monats durch“, zeigt er sich zuversichtlich. Am 1. Februar sollte dann die Behandlung der Über-80-Jährigen in den Impfzentren beginnen. Diese „dauert allerdings zwei bis drei Monate“, so Steinmetz: „Wir könnten schneller sein, wenn mehr Impfstoff da wäre.“ Der Mediziner warnt Arbeitgeber davor, mit Kündigungsdrohungen Druck auf ihre Mitarbeiter auszuüben und sie zur Impfung zu drängen: „Keine Impfpflicht“, betont er, „das würde die Impfbereitschaft zerstören.“ Steinmetz setzt vielmehr darauf, durch „Information und Aufklärung“ zu überzeugen.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, rügt in der Sendung, dass trotz der „angespannten Pandemiesituation“ nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende ihre Zahlen melden. Dadurch seien die deutschen Daten montags immer noch verzerrt, obwohl China bereits vor genau einem Jahr vom ersten Todesopfer in Zusammenhang mit Covid-19 berichtet habe. Bundesweit registrierte das RKI binnen 24 Stunden mit 12.497 Neuinfektionen 2650 Fälle mehr als am Montag der Vorwoche. Mit 343 Verstorbenen gab es in diesem Vergleich einen Zuwachs um 41. Im Universitätsklinikum Essen werden aktuell 115 Covid-19-Patienten versorgt, 48 davon auf der Intensivstation. Dort sind über das Wochenende weitere fünf Menschen am oder mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben.

„Digitalisierung ist im deutschen Datenschutzkorsett unwirksam“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, ist empört über das „Digitalversagen“ der deutschen Corona-Politik. Bei „19 – die Chefvisite“ rügt Werner, dass nach einem Jahr Corona die „Faxgeräte in den Gesundheitsämtern noch nicht entsorgt“ seien – an Wochenenden würden weiterhin keine Daten gemeldet. „Pandemie ist eben nicht mit Bürokratie zu bekämpfen“, so der Mediziner. Werners Fazit: „Digitalwüste Deutschland!“ Für ihn müssen bestehende Regelungen gelockert werden: „Gesundheit ist wichtiger als Datenschutz.“

Bei den Infektionszahlen erkennt der Klinikchef „weiter den Trend einer Abnahme“. Das RKI registriert mit bundesweit 13.202 Fällen binnen 24 Stunden 2772 Neuinfektionen weniger als am Mittwoch der Vorwoche. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus Verstorbenen bleibt mit 982 aber hoch. In der Universitätsklinik Essen werden aktuell 112 Covid-19-Patienten versorgt, davon 35 auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zwei weitere an Corona Erkrankte verstorben.

Indizien für eine Zunahme psychischer Erkrankungen durch Homeoffice hat der Gesundheitsforscher Professor Stephan Böhm von der Schweizer Universität St. Gallen festgestellt. Problematisch sei insbesondere die Kombination mit Schulschließungen, betont Böhm. Gemeinsam mit dem Krankenversicherer Barmer untersucht er in der Langzeitstudie „Social Health@Work“ die Auswirkungen des Arbeitens von zuhause. „Die Kinder nehmen Bandbreite und Aufmerksamkeit weg“ – sich um Arbeit und Betreuung gleichzeitig zu kümmern, sei „kaum umsetzbar“, so der Experte in der Sendung. Zum Stressabbau könnten Fitnessstudios einen Beitrag leisten, sagt Betreiber Sascha Mößinger, der seinen Betrieb coronabedingt schließen muss. In Gesprächen mit Politikern sei ihm aufgefallen, dass diesen oft nicht bewusst sei, „wie viele Existenzen auch an kleinsten Unternehmen hängen“. Für die Schließung seiner Branche hat Mößinger angesichts ausgefeilter Hygienekonzepte kein Verständnis. Wegen mangelnder Fitness drohten auch „die Kosten im Gesundheitswesen langfristig anzusteigen“, warnt er.

„Kinder berichten vermehrt von Gewalt in den Familien“: Tobias Lucht, leitender Sozialpädagoge beim Kinderprojekt „Die Arche“ in Hamburg, warnt, dass angesichts der Schulschließungen viele Fälle häuslicher Gewalt unentdeckt bleiben. Einige seien nur aufgefallen, „weil die Kinder zu uns ins Haus kommen“, sagt Lucht bei „19 – die Chefvisite“. Einige Kinder seien zurzeit „schutzlos“: „Die Probleme waren schon vorher da, verschärfen sich jetzt aber.“ Luchts Sorge: „Manche Kinder bleiben auf der Strecke.“

Einen Hilferuf richtet der Sozialpädagoge an die Behörden. „Ich wünsche mir ein größeres Engagement der Stadt Hamburg“, so Lucht. In seinem Projekt sei zurzeit zu wenig Zeit, um aktiv auf die Behörden zuzugehen. Von deren Seite würde er daher „gern ein bisschen mehr hören, da kommt relativ wenig“. „Die Arche“ finanziert sich aus Spenden, die coronabedingt spärlicher fließen, und arbeitet auch mit ehrenamtlichen Helfern. In Hamburg werden zurzeit täglich rund 450 Kinder betreut, bundesweit sind es über 4000.

„Ich stelle mich auf einen sehr langen Lockdown ein“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, glaubt nicht an rasche Öffnungen nach dem Treffen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern. Der Lockdown ist vorerst bis zum 7. März verlängert worden. Nachdem aber eine Annäherung an den vorgegebenen Inzidenzwert von 50 „in Sicht war“ sei „die Messlatte jetzt 15 Zentimeter höher gehängt worden – oder Kilometer“, kritisiert Werner mit Blick auf die neue Zielvorgabe von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche. Er fordert nun eine „angemessene öffentliche Debatte zu den Maßnahmen der Regierung“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel muss „Impf-Fluencerin“ werden und so „Deutschland zum Impfland“ machen. Das fordert der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, bei „19 – die Chefvisite“. Die CDU-Politikerin oder Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sollten sich selbst öffentlichkeitswirksam immunisieren lassen und so das Vorbild von drei US-Ex-Präsidenten aufgreifen. Das würde vor allem Ältere zur Impfung ermutigen, die besonderen Schutz benötigen, so Werner. „Das Impfprojekt könnte zum Lackmustest der Politik werden“, warnt der Mediziner in der Sendung. Derzeit sieht er Deutschland zwischen „kaum zu überbietenden Erwartungen“ und „Menschen, die heute schon mehr Angst vor dem Impfstoff haben als vor der Erkrankung“.

Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit dem Coronavirus bleibt vor allem unter Senioren hoch: Das RKI registrierte binnen 24 Stunden 432 weitere Verstorbene, insgesamt sind in Deutschland nun mehr als 18.000 Tote zu beklagen. Mit 23.449 Neuinfektionen wurden zudem 643 mehr Fälle gemeldet als am Freitag der Vorwoche. Im Uniklinikum Essen werden aktuell 113 Patienten wegen Covid-19 behandelt, 38 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort weitere drei Patient an oder mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben.

Die konsequente Digitalisierung des Gesundheitswesens könnte die Kosten um 10 bis 15 Prozent senken: Der Gesundheitsökonom Professor Dr. David Matusiewicz nannte in der Sendung eine Summe von 4,9 Milliarden Euro, die allein „bei der Umstellung auf papierlose Kommunikation“ eingespart werden könnte. Zwar hat sich nach Matusiewicz‘ Beobachtung seit 2016 so viel getan, dass die Digitalisierung für ihn fast schon einer „Revolution des Gesundheitssystems“ gleichkommt und „Deutschland international als Vorbild dasteht“. Aber der Weg ist noch weit: Dem Experten zufolge wird derzeit in der Medizinkommunikation zu 70 Prozent Fax eingesetzt – „das wird auch noch in zehn Jahren genutzt“.

Gezielt starten“: Zuversichtlich zeigt sich der Chef der Essener Uniklinik angesichts erster Berichte über Impfpläne gegen die Corona-Pandemie in NRW. Wenn neben Risikogruppen gleich zu Beginn auch das Krankenhauspersonal geschützt wird, „würden wir damit unser Gesundheitswesen maßgeblich stabilisieren“, sagt Professor Jochen Werner bei „19 – die Chefvisite“. „Und genau darum geht es“ zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Zugleich warnt Werner vor Falschmeldungen rund um die Impfung in sozialen Netzwerken, die „Menschen verunsichern“ können. Um Vertrauen zu schaffen, „müssen wir die Hausärzte mit an Bord holen“. Zudem mahnt der Mediziner Geduld an: „Bei Corona geht nichts schnell – außer der Verbreitung des Virus.“

Die Bereitschaft des Personals zur Impfung ist hoch: 80 bis 90 Prozent der Mitarbeiter wollen teilnehmen, wie die Hygienechefin der Uniklinik, Dr. Birgit Ross, in der Sendung schätzt – „deutlich höher“ als bei bisherigen Grippeimpfungen. Ihre Arbeit habe sich vom reinen Patientenschutz hin zu den Mitarbeitern gewandelt, unter denen es einen „unglaublichen Fragebedarf“ gebe, berichtet Ross. Entlastend ist das nicht: Covid-19 kommt für sie „on top“ – „es wäre luxuriös, wenn man sich nur um Corona kümmern müsste“. Gegen das Virus geeignet ist laut Ross auch UV-Licht. Aber um gegen Sars-CoV-2 zu wirken, muss es auf saubere Oberflächen treffen, putzen bleibt also Pflicht. Und: UVC-Licht schädigt die Augen. Ross rät zu Schutzbrillen – „sonst ist das Virus tot und Sie können nicht mehr gucken“.

Der Klinikchef beklagt „neue Höchststände“ bei den Corona-Toten in Deutschland: Laut RKI verstarben allein gestern 426 Menschen – „damit ist in Deutschland die Grenze von 15.000 Opfern überschritten“, so Werner. Zugleich fiel die „Schallmauer“ von mehr als einer Million Infizierten. Neu steckten sich laut RKI bundesweit 23.648 Betroffene mit dem Virus an, 842 weniger als am Freitag letzter Woche. Im Essener Klinikum werden aktuell 128 Covid-19-Patienten behandelt, davon 48 auf der Intensivstation. Zwei weitere Menschen sind dort seit gestern im Zusammenhang mit der Infektionskrankheit gestorben.

„Kinder leiden“: In der Corona-Krise „müssen wir die Kinder im Blick haben“, mahnt der Leiter der Klinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie am LVR-Klinikum Essen, Professor Dr. Martin Teufel, bei „19 – die Chefvisite“. Er setzt darauf, Familien zu informieren und so ihre Kompetenzen zu stärken. Teufel ist zuversichtlich, dass das gelingt: „Die Krise wird uns reifer machen.“ In der Pandemie beobachtet er zwei Handlungsmuster: Einerseits zeige sich „mehr Solidarität“, etwa beim Einkaufen für Ältere. Andererseits wachse der Egoismus, der sich zum Beispiel im Hamstern von Klopapier oder Mehl äußere – dann sei im Supermarkt „Aggressivität da“, so Teufel.

Ein „klares Zeichen der Solidarität und gegen Egoismus“ ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für den Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner. Angesichts der vielen Menschen, die noch immer ohne Maske unterwegs sind, warnt er: „Wir dürfen vor lauter Fokussierung auf die erwarteten Impfungen auf keinen Fall eine Lockerung des Alltagsmaskengebotes zulassen.“ AHA-Regeln und Stoßlüften „werden uns noch viele Monate begleiten“, betont der Mediziner in der Sendung. Werner hält es zwar für möglich, im Januar mit der Impfung zu starten. Der Experte betont aber, dass zuerst gefährdete Gruppen an der Reihe sind – die Immunisierung werde „schrittweise umgesetzt, ohne Ungeduld“.

Die neuesten RKI-Daten sprechen für Werner eine „eindeutige Sprache“, warum die Schutzmaßnahmen eingehalten werden müssen: Mit bundesweit 590 an oder mit Covid-19 Verstorbenen binnen 24 Stunden ist ein neuer Höchststand erreicht – die Zahl der Neuinfektionen liegt mit 20.815 um 3545 über der vom Mittwoch der Vorwoche. Auch in der Essener Klinik hat die Zahl der Corona-Patienten auf aktuell 131 zugenommen. Davon werden 37 auf der Intensivstation behandelt. Seit gestern sind dort vier weitere Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus zu beklagen.

„Weihachten nur im kleinen Familienkreis feiern und mit FFP2-Maske“ – das rät der Essener Chef-Virologe, Professor Dr. Ulf Dittmer, bei geplanten Besuchen der Großeltern zum Fest. Mit diesem Corona-Schutz könne Weihnachten stattfinden, so Dittmer bei „19 – die Chefvisite“, wenn auch anders als gewohnt. Dagegen sollte „Silvester ausfallen“, sagt der Experte: „Keine Partys. Ende. Aus.“ Andernfalls droht laut Dittmer, ein weiterer Anstieg der Neuinfektionen, die nach einer stabilen Phase aktuell zunehmen. Um die Pandemie zu überwinden, müssten diese aber exponentiell fallen: „Die Kurve muss runtergehen wie im letzten Frühjahr“, mahnt Dittmer. Erst dann dürfe der Lockdown gelockert werden.

Entscheidend ist für ihn, alle Kontakte zu vermeiden, bei denen nicht ständig ein Mund-Nase-Schutz getragen werden kann. Kunden in Ladengeschäften sind dabei nicht das größte Problem – Dittmer denkt eher an Bahnreisende, die zwischendurch trinken müssen, und vor allem die Pausen auf der Arbeit. Deshalb sein Appell: „Deutlich mehr Homeoffice!“ Er erinnert zugleich an die bekannten Risiken bei privaten Feiern, auf denen ebenfalls nicht alle konsequent die Maske korrekt tragen.

Die Lage im Gesundheitswesen ist deutlich angespannt – und wird sich noch verschärfen. Der Vorstandschef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, blickt mit Sorge auch auf die Belegung der umliegenden Krankenhäuser. Die Kapazitätenfrage „wird uns nächste Woche noch mehr beschäftigen“, warnt Werner in der Sendung. Dabei sind schon die aktuellen Zahlen alarmierend. Das RKI meldet bundesweit 29.875 Neuinfektionen binnen 24 Stunden – 6426 mehr als am Donnerstag und ein neuer Höchstwert. Der wurde mit 598 Verstorbenen auch bei den Totenzahlen im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus erreicht. Zwei Covid-19-Patienten starben seit gestern in der Essener Klinik. Dort sind zurzeit 123 Corona-Infizierte in Behandlung, davon 35 auf der Intensivstation.

Ganz viele werden um ihr Leben fürchten müssen“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt vor Lebensgefahr durch neue Mutationen des Coronavirus. Das Sars-CoV-2-Virus könnte „noch ansteckender und vielleicht weniger durch den Impfstoff angreifbar“ werden, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. Aktuelle Studien über die zuerst in England und Südafrika aufgetauchten Varianten zeigten, dass das Virus einen Weg finden könnte, der menschlichen Immunabwehr auszuweichen, so der Mediziner. Dagegen helfe nur eins: „Möglichst schnell möglichst viel impfen!“ Die Mutationen belegten zudem, dass „alle Annahmen zu einem Ende der Pandemie vollkommen spekulativ sind“, betont Werner.

Bei der Entwicklung der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit Corona erkennt der Klinikchef eine „erhebliche Dynamik“: „Allein in den letzten beiden Wochen sind jeweils rund 5000 Tote dazugekommen“, so Werner. Die Marke von insgesamt 60.000 Betroffenen ist nun überschritten. In Essen verstarb seit gestern ein weiterer Covid-Patient. Aktuell werden dort 98 Erkrankte wegen des Sars-CoV-2-Virus behandelt, 37 davon auf der Intensivstation. Das RKI berichtet von bundesweit 855 weiteren Corona-Toten binnen 24 Stunden – 16 mehr als am Freitag der Vorwoche. Die Zahl der Neuinfektionen ist dagegen in diesem Vergleich um 1114 auf 12.908 gesunken.

„Es passiert nichts“: Kritik am Internetunterricht der Schulen übt die Leiterin der einzigen reinen Online-Schule Deutschlands, Sarah Lichtenberger. Sie sei angesprochen worden und habe beraten – bewegt habe sich aber „unheimlich wenig“, so die Chefin der Web-Individualschule aus Bochum. Seit 2020 aktiv, richtet sich ihre Einrichtung vor allem an Kinder, die wegen Krankheiten keine öffentlichen Schulen besuchen können. Diesen rät sie zu einem virtuellen Klassenraum, den Lehrer gemäß Stundenplan betreten. „Jeder Lehrer muss greifbar sein, wenn Probleme da sind. Denn viele Kinder sind verunsichert“, so die Pädagogin. An ihrer Schule haben unter anderem die Zwillinge von der Band Tokio-Hotel, Bill und Tom Kaulitz, ihren Realschulabschluss gemacht. Lichtenbergers Erfolgsrezept: „Wir sind ganz nah dran am Schüler, quasi jeden Tag im Kinderzimmer.“

„Im November standen im Essener Klinikum 36 Prozent aller Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus“: Diese hohe Todesrate nennt Krankenhauschef Professor Jochen Werner bei „19 – die Chefvisite“. Gestern war „seit dem 16. November erstmals ein Tag, an dem nicht mindestens ein Patient daran verstorben ist“, so Werner. Daher begrüßt er die von der Politik beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns, vorerst bis zum 10. Januar 2021. Ob das ausreicht, um die Zahl der Neuinfektionen in ausreichendem Maß zu senken, wagt der Mediziner nicht vorherzusagen: „Das ist wie ein Blick in die Glaskugel.“

Auch wenn mit 110 Patienten aktuell „ein bisschen weniger“ an Covid-19 Erkrankte in der Essener Klinik behandelt werden, will Werner nicht von Entspannung sprechen: Die Zahl der Intensivpatienten bleibt mit 40 gleich – und „sie sind länger in der Klinik“. Entwarnung signalisieren auch die Zahlen des RKI nicht, bundesweit wurden 22.046 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Das sind zwar 222 weniger als am Donnerstag der Vorwoche. Doch verstarben seit gestern 479 Menschen an oder mit der Infektionskrankheit: „Wir nähern uns der 500er-Grenze“, warnt Werner.

Von einem digitalen Erfolg in Krisenzeiten berichtet Regina Rumey, die Leiterin der Beratungsstelle phoenikks. Sie hilft Familien mit Therapien, wenn ein Mitglied an Krebs erkrankt ist und hat ihre Organisation „von jetzt auf gleich auf Videoberatung umgestellt“. Das erfordert zwar einen Lernprozess, aber: „Ich hätte nie gedacht, dass das so ein wirksames Medium ist“, so Rumey in der Sendung. Fahrtwege entfallen, Termine können gemacht werden, wenn die Kinder im Bett sind: Rumey ist von den Vorteilen überzeugt. „Wir werden das auch ohne Corona fortsetzen“, sagt sie, beispielsweise bei der Beratung von Klienten im Hospiz.

„Die Intensivstationen laufen voll, das Personal wird nicht mehr können“: Die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit warnt vor einer kritischen Situation für die deutschen Krankenhäuser im Dezember. Bei „19 – die Chefvisite“ fordert Dr. Ruth Hecker daher eine Verschärfung der Lockdown-Maßnahmen: „Rational wird das nicht so weitergehen können.“ Ansonsten besteht die Gefahr, entscheiden zu müssen, welchen Kranken geholfen wird und welchen nicht – die sogenannte Triage. Die Lage ist bereits angespannt, auch wenn noch Betten frei sind: „Das Personal muss einen Dauerlauf machen.“

Das beobachtet auch der Chef der Essener Uniklinik: „Der Druck wird höher“, so Professor Dr. Jochen Werner. „Es zeichnet sich ein zunehmendes Problem ab“, sagt der Mediziner mit Blick auf die 137 Covid-19-Erkrankten, die zurzeit in seinem Haus behandelt werden – davon 38 auf der Intensivstation. „Nachdenklich“ machen ihn auch die aktuellen Zahlen vom RKI. Demnach sind bundesweit 22.609 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 registriert worden, über 700 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Das Plateau hält, die Zahlen sinken aber nicht, so das Fazit von Professor Werner.

Längerfristig will der Klinikchef die Gesamtstruktur der Krankenhäuser angehen: „Wir brauchen eine Kultur der Wertschätzung innerhalb und zwischen den Berufsgruppen“ sowie den unterschiedlichen medizinischen Disziplinen, so Werner. Wichtig ist ihm auch mehr Offenheit bei Fehlern und Kritik. „Speak up – den Mund aufmachen, wenn etwas nicht läuft“, nennt er das. Lösungen für dieses „Dauerthema in den Krankenhäusern“ sollen Ängste reduzieren und das Miteinander stärken.

„Ein Restrisiko bleibt“: Laut dem Aufsichtsrat des Impfstoffentwicklers CureVac, Friedrich von Bohlen, liegen keine ausreichenden Daten über die Verträglichkeit einer Corona-Impfung in der Schwangerschaft vor. „Es gibt noch kein Baby, dass die Impfung durchgemacht hat“, stellt er bei „19 – die Chefvisite“ klar. Keine Schwangere habe an den Zulassungsstudien der Impfstoffe teilgenommen. Vom Wirkungsmechanismus der Impfung her sind aus seiner Sicht aber kaum Probleme zu erwarten. Das sieht der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, ähnlich. Er rät Schwangeren daher, sich eng mit dem Hausarzt abzustimmen. Denn: „Schwangere Covid-19-Patientinnen haben gehäuft mit schweren Verläufen zu kämpfen“, so der Mediziner.

„Wenn Opa geimpft ist, dann können wir ihn auch wieder im privaten Raum umarmen“: Der Chefvirologe des Essener Uniklinikums, Professor Ulf Dittmer, macht den Menschen Hoffnung auf mehr Sozialkontakte mit älteren Angehörigen, wenn die Impfkampagne läuft. In der Sondersendung betont Dittmer aber auch: „Nicht im öffentlichen Raum!“ Dort müsse sich jeder an das Abstandsgebot halten, bis die Folgen der Pandemie besser unter Kontrolle sind. Neben der Impfung ist dabei für ihn „das Wetter der andere Verbündete“: „Das Virus mag den Sommer nicht“, so Dittmer. Er hofft daher auf einen möglichst frühen und warmen Frühlingsbeginn.

Eine „völlig neue Dimension“ der Impfkampagne erwartet Stephan Hofmeister, Vize-Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wenn der Impfstoff weiterentwickelt wird und unter minus 20 Grad transport- sowie lagerfähig ist – denn dann könne in den meisten Arztpraxen geimpft werden. So wie bei der Grippe: „Dagegen haben wir jetzt in sechs Wochen 20 Millionen Patienten geimpft“, so Hofmeister. CureVac-Aufsichtsrat von Bohlen ist optimistisch: „mRNA lässt sich auch gefriertrocknen und dann sogar in heiße Weltregionen transportieren“, sagt er über den neuen Impfstoff. Diesen wollen die unterschiedlichen Hersteller so weiterentwickeln, dass er auch im Kühlschrank haltbar ist. „Da sind alle dran“, betont von Bohlen.

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Die Schauspielerin Uschi Glas sieht sich wegen ihrer Teilnahme an der Impf-Werbekampagne der Bundesregierung einer Welle von Hass-Mails ausgesetzt. Sie werde „schwerst beleidigt“, sagte Glas bei „19 – die Chefvisite“: „Unvorstellbar, was das für eine Masse ist.“ Allein auf YouTube finden sich unter dem Spot mit Glas über 2000 Kommentare. Die Schauspielerin weiter: „Man muss einen guten Magen haben.“ Sie werde sich jetzt beraten lassen, wie sie auf Drohzuschriften reagieren soll. Die Anfeindungen stimmten sie traurig, „aber umso mehr muss man kämpfen“. Dass Krankheiten wie Kinderlähmung oder die Pocken durch Impfungen verschwunden seien, „realisieren viele Menschen heute nicht mehr“. Glas tritt in einem Werbespot der Kampagne #ÄrmelHoch auf, mit der das Bundesgesundheitsministerium für die Teilnahme an der Corona-Impfung wirbt.

Die Schauspielerin setzt sich mit ihrem Verein „Brotzeit“ für Kinder ein, der sie in Schulen mit einem kostenlosen Frühstück versorgt. Glas stellt fest: „Gerade die Kleinen haben nach dem Lockdown nahezu alles vergessen, was sie gelernt haben.“ Viele Kinder mit Migrationshintergrund sprächen „kein Wort Deutsch mehr“. Für umso wichtiger hält sie das Erlebnis des gemeinsamen Essens vor dem Unterricht. Manche hätten „noch nie mit Messer und Gabel gegessen“ und wüssten nicht, „was es bedeutet, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen“. Glas betonte, dass ihr Verein Schulen in sozialen Brennpunkten identifiziere, an denen das Frühstücksangebot dann allen Kindern offenstehe. „Das verhindert Stigmatisierung“, so Glas.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Talk-Gäste am Dienstag, den 13. April: DJ John Jürgens und Frank Dopheide, der frühere Chef der Verlagsgruppe Handelsblatt. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

Eine verkleinerte Fußball-EM nur in Deutschland – das fordert der Sportmoderator Reiner Calmund bei „19 – die Chefvisite“. Die aktuellen Planungen für das Turnier 2021 mit Spielorten in zwölf Ländern hält Calmund angesichts der Pandemie für gefährlich. „In einem Land wäre das aber kein Problem“, so der Fußball-Kommentator beim Sender Sky. Aufgrund der guten Stadioninfrastruktur und des weltweit vorbildlichen Hygienekonzepts sei Deutschland „ganz locker in der Lage“, die Spiele auszurichten. Aus „sportpolitischer Sicht“ wäre ein zusätzlicher Spielort in einem Nachbarland wie den Niederlanden möglich, so Calmund.

Den Vereinen der Bundesliga und der 2. Liga fehlen durch die Corona-Krise jährlich Einnahmen von rund einer Milliarde Euro, wie Calmund in der Sendung vorrechnet. „Die müssen jetzt eingespart werden“, so der Experte. Die Kürzung der Spielergehälter um 23 Prozent leiste dazu einen wichtigen Beitrag. Und: „Die Profis können damit sehr, sehr gut Leben“, so der Ex-Manager von Bayer 04 Leverkusen. Kritik daran von Spielern bezeichnet er als „Stöhnen auf hohem Niveau“.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, rechnet mit einer Verlängerung des Lockdowns durch die heute mit Bundeskanzlerin Angela Merkel tagende Ministerpräsidentenkonferenz. Dabei hält der abnehmende Trend bei der Zahl der Neuinfektionen an: Das RKI meldet bundesweit 8072 neue Fälle binnen 24 Stunden – 1633 weniger als am Mittwoch der Vorwoche.

Die TV-Moderatorin und Influencerin Cathy Hummels stemmt sich gegen Hass im Internet: „Wörter können töten“, warnt Hummels bei „19 – die Chefvisite“. Als ehemaliges Mobbingopfer habe sie früher an Depressionen gelitten. Daher sei es wichtig, „solchen Leuten keine Plattform zu geben“, so die Ehefrau des Dortmunder Fußballprofis Mats Hummels mit Blick auf Hassredner im Netz. Denn: „Was im Internet steht, geht nie wieder weg.“ Ihre Reaktion ist klar: „Ich zeige solche Leute an.“ Die Staatsanwaltschaft München verfolge diese Fälle immer häufiger. Hummels‘ Appell: „Wir müssen alle zusammenstehen und Stopp sagen.“

Bisher keine negativen Reaktionen hat Hummels im Netz wegen ihrer Impfung erhalten. Da sie starke Asthmatikerin sei, habe sie beim Anruf ihres Arztes „nicht gezögert“ und sich mit der ersten Dosis Biontech immunisieren lassen. Allerdings: „AstraZeneca hätte ich nicht genommen“, sagt sie mit Blick auf die bekannte Thrombosegefahr. Hummels fordert: „Man muss sich frei aussuchen können, welchen Impfstoff man will.“ Sie möchte „auf keinen Fall Corona bekommen“. Denn sie sei bei einem Asthmaanfall in der Kindheit „fast erstickt“. Hummels betont, die Impfung müsse „immer eine Sache sein, die man freiwillig macht“.

Auch der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, sagt: „Wir können niemanden zwingen.“ Zögernde sollten sich aber klar machen, dass es „mit Impfung mehr Freiheit gibt“. Zur Impfung motivieren will Werner verstärkt 20- bis 30-Jährige sowie Jugendliche ab 16. Denn diese seien „im Moment die größte infektionstragende Gruppe“. Reinhard Straub, Vorstand beim Finanzvertrieb Dr. Klein, würde sich „sofort“ impfen lassen, wenn er die Möglichkeit habe – „auch mit AstraZeneca“. Straub berichtet in der Sendung, dass sein Unternehmen mittlerweile „bis zu 8000 Videoberatungen“ im Monat zur Baufinanzierung durchführt: „Das hat sich etabliert und wird Bestand haben.“ Baufinanzierung boome: „Die Kunden haben Zeit und Muße, sich damit zu beschäftigen, auch weil sie nicht weg können“, so Straub. Viele investierten Geld, das sie zum Beispiel durch den Ausfall einer Urlaubsreise sparen, in „Betongold“.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Mittwoch, den 28. April, ist der Vorstandsvorsitzende der HDI Pensionsmanagement AG, Fabian von Löbbecke, als Talk-Gast dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Bei mir ist noch kein Geld angekommen“: Sternekoch Nelson Müller beklagt bei „19 – die Chefvisite“ die Bürokratie bei Staatshilfen für die Gastronomie. Die Regelungen seien „mit der heißen Nadel gestrickt“ und sehr kompliziert: „Da braucht man einen Steuerberater“, kritisiert Müller, der ein Restaurant in Essen betreibt. Auch seine Versicherung Helvetia hat wegen der Betriebsunterbrechung durch den Lockdown nichts gezahlt. Müller hat deswegen einen 360.000-Euro-Prozess verloren.

Dabei sind die Finanzhilfen für ihn vielfach der „Knackpunkt“: Unternehmer brauchen ein Polster, „um die Zeiten zu überbrücken“. Er hat als Alternative sein Lieferangebot ausgebaut und gewinnt inzwischen auch Firmenkunden für Kochboxen und Online-Kochkurse. Dennoch seien es „toughe Zeiten für Gastronomen“ wie für seine Mitarbeiter.

Die Belastung des Krankenhauspersonals bereitet auch dem Chef der Essener Uniklinik Sorgen: „Die Mitarbeiter infizieren sich oder müssen in Quarantäne“, berichtet Professor Dr. Jochen Werner. Pflegekräfte und Ärzte stünden unter einer „Doppelbelastung“: Sie „erleben, wie schwer krank manche Patienten sind“ und können zudem überlasteten Kollegen kaum noch aushelfen. „Das wiegt schwer.“ Sein Haus setzt daher auf psychosoziale und seelsorgerische Angebote. Aber: „Da ist eine Hemmschwelle – daran müssen wir arbeiten“, so Werner.

Auf Lockerungen der Corona-Beschränkungen kann der Klinikchef kaum Hoffnungen machen: Vom angestrebten Inzidenzwert von 50 „sind wir meilenweit entfernt“, stellt Werner klar. Mit 23.648 Neuinfektionen meldet das RKI heute zudem einen „tatsächlichen Höchststand“. Das sind 106 mehr als am Freitag der Vorwoche – und: „Insgesamt wird weniger getestet“, betont der Mediziner. „Da passiert etwas.“ In der Essener Klinik sind aktuell 136 Covid-19-Patienten in Behandlung, 37 liegen auf Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Menschen in Zusammenhang mit der Krankheit verstorben.

Comedy-Legende Ingo Appelt hält Kultur für eine „Frustrationstherapie“ in Pandemiezeiten. „Corona macht depressiv“, sagt Appelt bei „19 – die Chefvisite“: „Dagegen helfen wir in der Kultur.“ Er warnt, dass viele Menschen „gar nicht mehr rausgehen“: „Wir müssen aufpassen, dass die Leute das Ausgehen nicht verlernen.“ Die Politik ruft er auf, die Schließung des Kulturbetriebs zu überdenken. „In den Theatern ist es sicherer als in Schule oder Bahn“, so Appelt unter Verweis auf ausgefeilte Hygienekonzepte in Kultureinrichtungen. Der Comedian fordert finanzielle Unterstützungen für die Branche: „Es gibt völlig verzweifelte Kollegen, die gar nichts mehr haben. Denen muss geholfen werden“ – nicht nur Künstlern, sondern auch Veranstaltungstechnikern. Er selbst geht „kreativ mit der Situation um“ und tritt zum Beispiel bei Online-Weihnachtsfeiern oder in Autokinos auf. Für die Zukunft setzt Appelt auf mehr Schnelltests und Corona-Impfungen.

Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, sieht bei der anstehenden Massenimpfung eine „zentrale Funktion“ für die Hausärzte. „Das wird nicht alles in Impfzentren stattfinden“, so der Impfexperte in der Sendung, sondern es werde auch in Praxen geimpft. Zudem würden sich Menschen mit Sorgen und Fragen rund um die Impfung an den Hausarzt ihres Vertrauens wenden. Dieser wisse darüber hinaus meistens genauer als die Betroffenen selbst, ob sie einer Risikogruppe angehörten.

„Keine Entwarnung“ kann Werner bei den Zahlen der in Zusammenhang mit Covid-19 Verstorbenen geben. Zwar meldet das RKI zum Wochenauftakt mit bundesweit 147 Toten deutlich weniger Opfer als an den Tagen vorher. Aber: „Das hängt mit dem Meldesystem zusammen“, betont der Klinikchef und verweist darauf, dass am Wochenende nicht alle Ämter Daten übermitteln. Zudem registriert das RKI mit 12.332 Neuinfektionen 1163 mehr als am Montag der Vorwoche. Die Uniklinik Essen behandelt aktuell 122 Patienten wegen einer Corona-Infektion, 40 davon auf der Intensivstation. Über das Wochenende sind dort zwei weitere Menschen am oder mit dem Sars-CoV-2-Virus gestorben.

„Das wirft auf alle Beteiligten kein gutes Licht“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt bei „19 – die Chefvisite“ vor dem sich abzeichnenden Desaster der Bundesregierung bei Corona-Tests. Hart kritisiert Werner die Absage von Bundeskanzlerin Angela Merkel an eine vermehrte Bereitstellung von Schnelltests. Dass die Kanzlerin ihren Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) „zurückgepfiffen“ habe und das Thema jetzt erst beim Treffen mit den Ministerpräsidenten am 3. März besprechen wolle, erinnert Werner an den „indiskutablen Start zum Tragen einer Schutzmaske vor einem Jahr“.

Auch damals habe Merkel die Einführung der allgemeinen Maskenpflicht verzögert und damit eine „Chance zum Infektionsschutz verpasst“, so der Mediziner. Er stellt klar, dass es „in dieser Phase mit Schnelltests in der Breite noch nicht um die Zulassung zum Kinobesuch“ gehe, sondern um das „frühzeitige Erkennen von Infizierten“. „Jeder Nachweis einer Infektion zählt!“, so Werner. „Die deutsche Politik des Zögerns und Zauderns, die uns bei Masken oder beim Einkauf von Impfstoffen schon viele Menschenleben gekostet hat, wird hier fortgesetzt“, rügt der Klinikchef. Er fürchtet, dass das Vorgehen „die Corona-Politik und damit die ohnehin schon bröckelnde Akzeptanz der Bevölkerung massiv beschädigt“.

„Die Ziele der Corona-Politik sind nach wie vor richtig“: Wolfgang Bosbach, der frühere Vorsitzender des Innenausschusses im Bundestag, betont in der Sendung, dass eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden müsse. Eine Absage erteilt der CDU-Politiker aber einer Zero-Covid-Strategie, die auf die Vermeidung jeglicher Corona-Infektion abzielt: „Ich weiß nicht, wie das ohne absoluten Lockdown funktionieren soll“, sagt Bosbach. Dieser würde jedoch „schwere Nebenwirkungen für Wirtschaft und Gesellschaft“ mit sich bringen.

TV-Koch Alexander Herrmann sieht die Gastronomie für Öffnungen „sehr gut aufgestellt – wenn man uns lässt“. „Gastro kann Hygiene, wir wachsen damit auf“, so Herrmann, der selbst neben einem Hotel mehrere Restaurants betreibt. Die Räumlichkeiten hat er bereits technisch aufgerüstet, etwa mit Luftfiltern. „Ich kann mein Geschäft in fünf bis sieben Tagen wieder hochfahren, Corona-konform“, sagt Herrmann. Ihm fehlt die Weitsicht in der Politik: „Wir müssen uns auf den Oktober vorbereiten“, fordert er. Dann könnten die Infektionszahlen wegen niedrigerer Temperaturen wieder steigen. Die Zeit bis dahin müsse genutzt werden, um Gesundheitssystem und -ämter personell aufzustocken.

Der TV-Kabarettist Dieter Nuhr stellt das Klammern der Deutschen an zu hohe Datenschutzstandards in der Corona-Krise in Frage. „Alle Länder, in denen die Pandemie halbwegs erfolgreich bekämpft wurde, haben den Datenschutz teilweise aufgegeben“, sagte Nuhr bei „19 – die Chefvisite“. Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, stimmte dem zu. „Wir müssen viel mehr Daten erheben. Jeder Geimpfte braucht einen QR-Code, damit wir beispielsweise Nebenwirkungen genauer erfassen können. Da können wir vom Vorreiter Israel lernen.“

Im Kampf gegen die neuen Virus-Mutationen hofft der Klinikchef auf die mRNA-Technologie, die von den Impfstoffherstellern Biontech/Pfizer und Moderna genutzt wird. „Diese Impfstoffe lassen sich schneller an Virus-Mutationen anpassen“, sagte Werner. An der Essener Uniklinik werden aktuell 101 Patienten stationär behandelt, 35 liegen auf der Intensivstation. Ein weiterer Patient ist gestern verstorben. Für ganz Deutschland meldet das RKI 4535 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 1073 weniger als am vergangenen Montag. Innerhalb eines Tages starben 158 Menschen an oder mit dem Virus. Die Zahl der Covid-assoziierten Todesfälle in Deutschland liegt bei 61.675.

Zur Diskussion um Privilegien für Geimpfte erklärte Kabarettist Nuhr: „Freiheitsrechte sind nicht zu diskutieren. Vielmehr müssen die Einschränkungen begründet werden.“ Seiner Meinung nach sollte es Geimpften „natürlich erlaubt sein, an Veranstaltungen teilzunehmen“. Vielmehr müsse man den Nicht-Geimpften erklären, weshalb sie nicht teilnehmen dürfen.

Die Corona-Hilfen für Künstler bezeichnete Nuhr in der Sendung als ungerecht. „Für einzelne gibt es viel Geld ohne Begründung. Andere müssen darben und wissen nicht, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.“ Besonders betroffen seien mit den Künstlern verbundene Gewerbe wie Ton- und Bühnentechniker, Gastro- oder Service-Personal. „Viele Menschen sind am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angekommen, sie haben ihren kompletten Lebensunterhalt verloren.“ Er selbst habe keine Hilfen in Anspruch genommen. „Mir geht’s gut. Ich kriege keine Erstattung. Ich brauche auch keine.“

„Deutschland hat überraschend die Nase vorn“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, für 400 Millionen Euro neu entwickelte, noch nicht zugelassene Corona-Medikamente auf Antikörper-Basis zu kaufen. Als positiv bewertet Werner bei „19 – die Chefvisite“, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auch ohne Abstimmung innerhalb der EU im Alleingang gehandelt habe. In der Universitätsmedizin müsse der Einsatz dieser Medikamente genauestens dokumentiert werden, so Werner: „Wir nehmen quasi an einem Großversuch teil.“ Die erworbenen 200.000 Dosen der neuen Präparate böten Hoffnung auf einen milderen Krankheitsverlauf vor allem bei Risikopatienten.

Aktuell gibt es nach Einschätzung des Klinikchefs in den Krankenhäusern „eine gewisse Entspannung“. „Das kann in einigen Wochen aber wieder ganz anders aussehen“, warnt Werner. Das RKI meldet mit 6729 Neuinfektionen binnen 24 Stunden 412 Fälle weniger als am Montag der Vorwoche. Mit 217 Toten in Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus sei aber „die nächste Grenze von 52.000 Verstorbenen überschritten“, mahnt der Mediziner. Das Universitätsklinikum Essen behandelt aktuell über 110 Covid-Patienten, 41 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort drei weitere Erkrankte an oder mit dem Coronavirus gestorben.

Die AfD hat sich für „Stern-TV“-Moderator Steffen Hallaschka auch in der politischen Debatte um die Corona-Maßnahmen „deutlich disqualifiziert“. Die Einbußen der Partei in Umfragen zeigten: „Die Menschen verstehen, dass es nicht um die lauteste Polemik geht“, so Hallaschka in der Sendung. Bei „Stern-TV“ kämen auch abweichende und kritische Stimmen zu Wort, diese müssten aber „konstruktiv sein und auf wissenschaftlicher Basis stehen“. So wolle die „Stern-TV“-Redaktion sicherstellen, dass Gäste „keine Einzel- und Nischenmeinung mit Betonung auf Meinung“, sondern Fakten vertreten, betont Hallaschka.

„Kein wirklich gutes Gefühl“ für die anstehenden Massentests unter Schulkindern hat der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner. Bei „19 – die Chefvisite“ warnt Werner, dass wegen „unzureichender Vorbereitungen“ der Logistik das nötige zweimalige Testen pro Woche von Schülern und Kita-Kindern zu scheitern drohe. Dabei rücke in der dritten Welle Corona „dichter an die Lehrerinnen und Lehrer, letztendlich aber an die Eltern heran“. Bislang sei Covid-19 vielfach „anonym“ als Problem in Alten- und Pflegeheimen wahrgenommen worden. Nun gelte es, die rund elf Millionen Schüler an allgemeinen und berufsbildenden Schulen sowie die über drei Millionen Kinder, die in Tageseinrichtungen betreut werden, durch Tests besser zu schützen.

Neue Chancen für Filmschaffende sieht die Schauspielerin Lilli Hollunder in digitalen Streamingdiensten, die „wie Pilze aus dem Boden schießen“: „Es wird mehr produziert“, sagt Hollunder in der Sendung. Dennoch beutele die Pandemie die Branche, internationale Produktionen würden verschoben. Hollunder berichtet auch von ihrer „zum Glück“ mit mildem Verlauf überstandenen Corona-Infektion. Ihr Mann, der frühere Fußball-Nationaltorwart René Adler, habe sich nicht angesteckt – „obwohl wir zusammen stundenlang im Auto gesessen haben“. Medizinisch ist noch nicht erforscht, warum sich trotz großer Nähe manche Familienmitglieder von Erkrankten nicht infizieren.

Der Direktor des Museums Folkwang, Peter Gorschlüter, setzt auf Digitalisierung: Der gesamte Bestand des Essener Museums könne inzwischen über die Homepage angesehen werden, sagt Gorschlüter. Es gebe „360-Grad-Rundgänge, mit denen man virtuell durch die Räume streifen kann“ und auch Online-Führungen: „Die sind ausgebucht.“ Dieses „ergänzende Angebot“ werde es „sicher auch nach der Krise geben“. Ersetzen kann es einen persönlichen Besuch aus seiner Sicht aber nicht. Gorschlüter bedauert, dass sein Haus wohl kommende Woche auch keine Gäste mit Voranmeldung mehr empfangen darf, weil die örtliche Inzidenz zu hoch sei. Dabei würden die Räumlichkeiten mit „100 Prozent Außenluft“ versorgt.

Bei „19 – die Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Montag, den 29. März, sind der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Krankenversicherung IKK Classic, Kai Swoboda, und der Deutschlandchef des IT-Beratungshauses Experis, Dieter Weißhaar, als Talk-Gäste mit dabei. Alle Sendungen sind jederzeit abrufbar in der Mediathek auf DUB-magazin.de!

„Man muss ein Signal setzen“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, fordert „vorsichtige Öffnungen“ zum Beispiel von Kinos unter Einhaltung strenger Hygieneregeln. „In einigen Kreisen ist das möglich“, sagt Werner bei „19 – die Chefvisite“. „Wo sind denn die Corona-Ausbrüche im Kino gewesen?“, fragt der Mediziner. Die Menschen seien zunehmend demotiviert, etwa durch die Herabsetzung des Zielwerts bei der Sieben-Tages-Inzidenz von 50 auf 35. Die Politik dürfe bei aller Vorsicht das „soziale Wohlbefinden‘“ nicht außer Acht lassen – „denn auch das macht Gesundheit aus“, so Werner.

Laut RKI ist der Inzidenzwert im bundesweiten Durchschnitt auf 58,9 gefallen. Die Behörde meldet mit 4426 Neuinfektionen binnen 24 Stunden 109 Fälle weniger als am Montag der Vorwoche. In diesem Vergleich ist auch die Zahl der an oder mit dem Sars-CoV-2-Virus Verstorbenen um 42 auf 116 zurückgegangen. Damit ist bei der Gesamtzahl die Marke von 65.000 Todesopfern überschritten.

Schauspieler und TV-Star Francis Fulton-Smith plädiert in der Sendung dafür, Corona als Chance für die Gesellschaft zu betrachten, „um einen Quantensprung in die nächste Dimension zu schaffen“. Denn unabhängig von der Pandemie stehe Deutschland angesichts der Digitalisierung vor „massiven Verwerfungen“, beispielweise im Dienstleistungsbereich. Nötig sei, die Schwachen zu schützen, „aber auch die Stärksten zu motivieren, sich dabei einzubringen“, so Fulton-Smith. Der anstehende Wandel müsse „konstruktiv angegangen werden, und nicht über Angst und Panik“.

„Wir können den Menschen ein bisschen Glück schenken“: Filmproduzent Quirin Berg betont in der Sendung die Bedeutung der Kultur als Ventil für die Menschen im Lockdown. Von der Politik erwartet er „konsistente Rezepte“. Denn „ständige Richtungswechsel“ zum Beispiel bei Schulöffnungen würden die Menschen verunsichern. Wenn die Pandemie vorbei ist „werden die Kinos wieder aufmachen“, ist Berg überzeugt – trotz Konkurrenz durch Streamingdienste. Denn das Gemeinschaftserlebnis eines Kinobesuchs ist für ihn „nicht zu ersetzen“. Den Wandel hin zur stärkeren Nutzung von Streamingdiensten hätte es aus seiner Sicht „auch ohne Corona gegeben“. Die Krise habe diese Entwicklung lediglich beschleunigt.

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