Ein Bitcoin-Symbol aus Nullen und Einsen.
28.07.2021    Martin Hintze
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Kryptowährungen

Bitcoin: Nerd-Spielzeug oder Naturgewalt?

Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether sind bereits länger en vogue. Nun kommt auch der „E-Euro“. Aber sind Kryptos tatsächlich ein Investment für jedermann – so wie Aktien oder Gold?

In Kürze:

  • Kryptowährungen sind vielmehr als nur Bitcoin – das bekannteste Zahlungsmittel in dieser Technologie
  • Für Anleger gilt wie immer in Sachen Geld: Vor dem Kauf unbedingt die Hausaufgaben machen
  • Die Diskussion um den hohen Energieverbrauch ist in den Augen von Experten überbewertet

Kursprünge? Gehören zu den Kryptowährungen wie Ying zu Yang. Kein einfaches Umfeld also, um sich als Anleger die ersten Sporen zu verdienen. Aber eines das sich lohnen kann. Vorausgesetzt, man bringt bestimmte Tugenden mit.

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Wertaufbewahrungsmittel, Zahlungsmittel, Spekulationsgegenstand: Wo steht Bitcoin eigentlich?

Man kann sich den Kryptowährungen nüchtern nähern; von der Funktion als Währung. Klar, auch bei Kryptowährungen gibt es verschiedene Funktionen. Dennis Austinat, DACH-Chef der  Investment-Plattform eToro, sagt in der DUP Finance Week: „Einige Early-Adopter haben das als Spekulationsobjekt genutzt. Heute ist das ein eigener Markt. Manche parken sogar Geld in Kryptowährungen, wenn die anderen Märkte zu volatil sind.“ Sein Rat: Unbedingt die Hausaufgaben machen, denn inzwischen gibt es eine Reihe ganz unterschiedlicher Kryptowährungen, von denen Bitcoin die bekannteste ist. Immerhin, sie würden langsam zum Mainstream für Anleger.

Johannes Schmitt, Co-CEO des Spezialisten für digitale Assets Bloxxon, beobachtet, dass der Kursrutsch im März viele Menschen zu „hodlern“ gemacht habe. Hodle steht für Hold on for dear life, frei übersetzt: klammere Dich daran – oder eben langfristiges Investieren. „Das ist nicht die schlechteste Entwicklung“, sagt er dazu.

Am Talk in der DUP Finance Week nahmen teil:

  • Dennis Austinat, DACH-Chef, eToro
  • Julian Hosp, CEO und Co-Founder, Cake DeFi
  • Johannes Schmitt,Co-CEO, Bloxxon

Moderation: Dr. Frank B. Werner, Geschäftsführer, Finanzen Verlag

Europa arbeitet an einem Krypto-Euro. Was macht das mit dem Markt?

Es ist offiziell: „Wir werden einen digitalen Euro haben“, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Und bat gleich um etwas Geduld: „Das ist nicht für morgen, das wird einige Zeit benötigen, um sicherzustellen, dass es etwas gibt, das sicher ist.“

Für Julian Hosp, CEO und Co-Founder der Krypto-Lernplattform Cake DeFi, ist das ein alter Gaul neu verpackt, eine Fiat-Währung auf Blockchain-Basis. Fiat-Währungen sind von Zentralbanken geschaffenen und verwaltete Gelder, Euro oder Dollar zum Beispiel. Immerhin, er kann der Idee auch etwas Gutes abgewinnen: „Die Zentralbank könnte neue Funktionen einbauen, etwa eine Finanzspritze binnen bestimmter Zeit, um die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu erhöhen. Ich würde es begrüßen.“ Und selbst wenn der E-Euro käme, wäre es für Hosp gut – weil damit viel Lernen einhergehen würde.

In China stellen sich die Regulierer gegen Kryptowährungen – ein Problem?

China muss sich da auch finden, sagt Hosp. „Diesmal meinen sie es aber ziemlich ernst.“ Das Problem: „Eine Technologie zu verbieten, die offen ist, jedem zugänglich, das hat noch nie einem Land genutzt.“ Vielleicht habe China sich zu weit aus dem Fenster gelehnt. Er kann sich vorstellen, dass es in sechs Monaten schon wieder anders aussieht, „das würde mich nicht überraschen.“

Alles Bitcoin oder was?

„Bitcoin ist klar die Nummer eins, gefolgt von Ethereum“, sagt Austinat. „Für jede Währung gibt es einen Fanclub, Menschen, die wirklich davon überzeugt sind. Aber selbst die seien oft bei Bitcoin und Ether dabei.

Es gibt inzwischen mehrere tausend Kryptowährungen. Früher, so Schmitt, habe man gesagt, eine neue Währung sei „wie Bitcoin, nur besser.“ Heute sei das anders, es müsse geklärt sein, was ein Token mache, wo die Nische läge. Dahinter stecke ja auch immer die Vision einer bestimmten technologischen Entwicklung.“ Das bedeutet für Anleger auch: Man muss breit streuen.“ Der Markt werde erwachsen, sagt Hosp. Ganz ähnlich wie bei Aktien gäbe es Large Caps, die größten Kryptos, gefolgt von den Midcaps, den 100 nächstgrößeren. Es ginge also weg von der Frage „Bitcoin oder gar nichts.“

Kursprünge? Gehören vermutlich auf Sicht weiterhin zu den Kryptowährungen wie Ying zu Yang. Aber klassische Anlegertugenden sind auch bei ihnen nicht das schlechteste Gegenmittel.

28.07.2021    Martin Hintze
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